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2004-04-30 - 1027 km mit Libelle - Mein erster Tausender
Flugweg - Statistik (pdf)
Englischer Bericht im Glidingmagazine.com
Kurzmeldungen auf
streckenflug.at und flugsportzeitung.at
Wertung 'Best Flight' im OLC: World - Europe
 
Bereits am Mittwoch, den 28.4., hat mich Rupert Richter-Trummer vorgewarnt, denn laut Windprognosekarte war für Freitag war starker Südwind im Ostalpenraum angesagt, meine absolute Lieblingswetterlage (und die meines Vaters Herbert). Ob der das der ersehnte 1000er Tag wird? So bin ich also Freitag früh um 4.20 aufgestanden und um 5.15 bereits am Platz in Wr. Neustadt gewesen - kein Mensch dort, saukalt. Mein Vater ist dann kurz später gekommen. Nach dem Aufbauen der Libelle und SZD-55 sind die anderen (Wolfgang Janowitsch, Hermann Trimmel, Helmut Bammer, Manfred Wassipaul, Andy Sandhöfner, Peter Preisegger, ..) nacheinander aufgetaucht und haben eilig ausgeräumt, sobald sie uns gesehen haben. Der Bodenwind war zwar noch schwach, dafür hatte der Schneeberg sehr schöne Wellen.
 
5.31 Hohe Wand und Schneeberg 5.32 Aufbauen im Morgengrauen


Bin dann um 7.33 gestartet. Im Hangwind wie geplant Hohe Wand, Gahns, Rax geflogen. Bei der Veitsch 2x Höhe geholt, um nicht zu tief zur Aflenzer Staritzen zu fliegen. Hermann und Wolfgang WO waren da bereits in der Welle und zw. FL 80 und 125 sehr schnell unterwegs. Am Präbichl bin ich auch mal kurz hoch ins Laminare bis zum Tamischbachturm, doch da war ich dann schon wieder im Hang und bin kreislos bis zum Dachstein. Hier sind dann Hermann, Helmut und ich über Rossbrand bzw. Hochgrindeck vorgeflogen. Es gab auf der Linie eigentlich kein Steigen und bin eher tief zum Hochkönig, dafür dort 2,9m/s. Der Hochkönig hat im Hangwind kaum getragen, es gab nur zerissene Thermik. Bei der weiteren Routenwahl war ich deshalb sehr unschlüssig, wie man am Flugweg sieht. Geplant war zwar Hintersteinersee, aber die anderen meldeten gute Bärte im Pinzgau. Also versuchte ich Höhe zu holen und kam schließlich mühsam beim Paß Thurn unter die spärlichen Cus.
 

7.33 gestartet, um 7.40 an der Hohen Wand, Blick nach Südosten in die Neue Welt
8.24 Auf der Rax mit gutem Hangwind 8.32 Heukuppe
9.26 Am Präbichl wurde es kurz laminar 9.27 Einflug ins Gesäuse
9.53 Liezen - Im Hang ging es kreislos schnell voran 10.01 - Und schon am Grimming
11.40 Kitzbüheler Alpen 12.07 Gerloßpaß


12.10. Nach 4,5 h und 320 km auf der Gerlos gewendet. Dann zurück zum Hochkönig und auf Maximalhöhe, leider wieder alles blau bis zum Dachstein, bzw. nur Kondensen. Die 30 km Querung war die Schlüsselstelle des Fluges. Also tief zum Roßbrand und 0,9 m/s mitgenommen. Als ich kurz darauf den Bart am Rötelstein von unten ausgegraben hatte, wußte ich: Jetzt schaffe ich die Tausend! 13.30 und schon 420 km geflogen. Von dort ging es möglichst geradeaus (ab Großem Buchstein zb. über 185km ohne Kreis) bis zur Wende am Gahns. Es war schon extrem: um 15.00 schon 600km und noch mehr als 5,5h fliegbar, vom Zeitplan her wären das ja über 1150 km!
 

12.58 Zell am See, li.vo. Hochkönig 13.26 Rötelstein von unten, hinten Dachstein
15.26 Aflenzer Staritzen auf Westkurs, nachdem am Gahns um 15.00 gewendet 16.18 Aigen

Am 3. Schenkel war das Gesäuse nun schon recht dunkel und hat getröpfelt. Das Ennstal war abgeschattet, dafür wurde der Wind ruhiger und weniger turbulent. 3. Wende um 16.34 am Dachstein bei 775 km.
 
16.18 Niederöblarn, Grimming 16.37 Dachstein Wende #3, nur noch 180 km nachhause
16.57 Pürgg 17.19 Eisenerz

Rückflug weiterhin wie erwartet, aber ich muß zugeben, das Gesäuse bei leichtem Tröpfeln und Dunkelheit voraus ist schon sehr spannend zu fliegen. Der Hangwind war trotzdem gut und bis zur Rax problemlos bis auf den Regen. Manfred war auch schon da und wir sind nochmals schnell zur Schneealpe um eventuell zu verlängern. Doch die Regenschauer waren zu heftig, somit hab ich den Flug aus Sicht- und Sicherheitsgründen beendet und bin dann um 19.00 nach 11,5 h Flugzeit gelandet. Die letzten 600 km waren das 114 kmh
Schnitt.
 
17.31 Gesäuse Blick zurück 17.36 Hochschwab
18.04 Regenschauer bei der Heukuppe 19.05 Wahnsinn, geschafft!


1027km mit der Libelle! Ein Traum hat sich erfüllt :) Und dabei war das ein relativ angenehmer Flug ohne Zeitdruck oder Streß. Ich hätte noch Stunden so weiterfliegen können.

Papa ist kurz außengelandet, hat sich zurückgeholt und ist um 11.00 nochmals gestartet, fast wäre es sich ausgegangen, es waren 890 km mit 110 kmh, doch dann halt zuviel Regen. Manfred hat auch 1000 geschafft, Wolfgang und Christian Schicker waren mit 1190 km wieder einmal auf Vollgas unterwegs. Also ich denke, wir haben es gut ausgenützt und Hermann war zufrieden (er hat ja die 3 Rufzeichen im Wetterwecker zu verantworten ;)