|
Tiefenschärfe / Schärfentiefe
Fast jede Retina hat einen
Schärfentiefenring. Er zeigt an, bei welcher Einstellung
welcher Schärfenbereich erfasst wird. An Beispielen
lässt sich das gut erläutern.
Nun ein konkretes Beispiel:
Das Objektiv der
Kleinbildkamera hat eine Brennweite von 50mm. Stellt man nun bei Blende
8 auf 3m ein, so erscheint auf den Schärfentiefenring die
Anzeige für einen Bereich von 2,10 m bis 5,20 m. Das
heißt, alles was sich innerhalb dieser Entfernung
vor dem Objektiv der Kamera befindet, wird gestochen scharf.
Mit steigender Blendenzahl (kleinerer Blende)
erweitert sich der Schärfenbereich. So reicht er bei der
Einstellung von 3 m bei Blende 22 von 1,40 m bis unendlich. Innerhalb
dieser Zone wird jeder Gegenstand scharf abgebildet.
Bei Porträtaufnahmen sollte dieser Bereich nicht sehr
groß sein. Hier wünscht man sich einen
verschwommenen Hintergrund, um den Kopf möglichst plastisch
hervortreten zu lassen.
Ein Beispiel soll's zeigen:
3 m und Blende 4 - der
Schärfentiefenbereich liegt von 2,50 m bis 3,80 m. Alles was
darüber hinaus geht, erscheint unscharf.
Weitere Beispiele:
Ist die Retina auf 4 m
eingestellt, so entspricht zum Beispiel für Blende 8 der
zwischen beiden Zahlen 8 auf der Skala liegende Entfernungsbereich der
Tiefenschärfe. Also die Tiefenschärfe liegt hier
zwischen etwa 2,50 bis 10 m.
Automatische Anzeige für den Schärfebereich:
Bei der Retina Reflex wird der Bereich der
Tiefenschärfe durch die beiden über die
Entfernungsskala hinweg gleitenden roten Zeiger automatisch angezeigt.
Hier im Bild bei Blende 8 und 4 m liegt die Tiefenschärfe
zwischen 2,80 m und etwa 7 m.
|
|
Lichtwertskala der Retina
Viele Retinas besitzen einem
Synchro-Compur-Verschluss mit Lichtwertskala. Die Kupplung von
Zeit und Blende (heute nennt man es shiften)
vereinfacht die Bedienung erheblich. Alle Verschlusszeiten von "B" bis
zur 1/500 Sekunde stehen zur Verfügung. Wenn die
Belichtungszeit geändert wird, verstellt sich die Blende von
selbst auf den richtigen Wert. Umgekehrt wird die Verschlusszeit
automatisch berichtigt, wenn eine andere Blende gewählt wird.
Die Lichtwerte können vom
eingebauten Belichtungsmesser abgelesen und an der Kamera eingestellt
werden, indem man den entsprechenden Zeiger leicht
nach außen zieht und den ermittelten Lichtwert am
Einstellring schiebt. An der Blendenskala und an der Verschlusszeiten
Marke kann abgelesen werden, wie groß Blende und
Verschlussgeschwindigkeit sind.
|
|
Belichtungsmesser der Retina
Der stoßfest eingebaute Belichtungsmesser
der Retina ist hochempfindlich (soweit die Selenzelle noch nicht
"aufgebraucht" sind) und für Objekt- und Lichtmessung
gleichermaßen geeignet.
Bei der Objektmessung misst
man in Richtung zum Objekt hin. Man misst also das Licht, das vom
Aufnahmeobjekt reflektiert wird. Die Objektmessung ist der Normalfall,
und die ermittelten Werte ergeben bei Rücken-
und Seitenlicht genaue Belichtungszeiten.
Bei der Lichtmessung misst
man in umgekehrter Richtung, also vom Objekt zum Aufnahmestandpunkt
hin. Diese Methode ist vor allem bei schwierigen
Lichtverhältnissen (Gegenlichtaufnahmen) und Objekten mit
hohem Kontrast genauer, denn es wird das Licht gemessen, das
unmittelbar auf das Objekt trifft. Bei dieser Methode muss stets die
Diffusurscheibe aufgesteckt werden.
|