Platzprobleme    


Situation

Es ist noch nicht lange her da überliessen wir - beim Kauf eines neuen Computers - das "ausgediente" Stück gleich dem Händler, womit auch das Problem der "Kompostierung" elegant gelöst war.

In Zeiten stetig wachsender Bedrohungen aus dem Web liebäugeln heute jedoch viele mit dem Gedanken, das gute alte Stück weiterhin parallel zu betreiben um, im Falle eines Absturzes des Hauptsystems, weiterhin den Kontakt mit der Aussenwelt pflegen zu können. Ausgerechnet wenn ein Rechner den Geist aufgibt, ist man bekanntlich besonders auf "Erste Hilfe" aus dem Internet angewiesen.

In zahlreichen Fällen scheitert aber ein solches Vorhaben am nicht unerheblichen Platzbedarf von zwei Komplettsystemen. Natürlich kann man zwei Computer an einem einzigen Bildschirm betreiben, indem man die Geräte (bei Bedarf) jeweils umstöpselt. Es gibt aber eine bequemere Lösung und diese möchte ich Ihnen hier vorstellen:


KVM-Switch

KVM bedeutet nicht anderes als: "Keyboard-Video-Maus"-Umschalter.
Mit einem solchen Schalter lassen sich zwei Computer komfortabel mit einem einzigen Monitor-Tastaur-Maus-Satz betreiben, wobei zwischen den Systemen auch im laufenden Betrieb umgeschaltet werden kann. In der folgenden Skizze habe ich versucht, die Verkabelung schematisch darzustellen.

kvm_switch.jpg

Der kleinste KVM-Schalter ist ein sog. 2-Port Switch, mit welchem zwei Computer geschaltet werden können. Die Palette der im Handel erhältlichen KVM-Schalter reicht aber bis über 30 Ports.

Monitor, Tastatur und Maus werden direkt an den KVM-Schalter angeschlossen (und nicht am Rechner). Spezielle, vorkonfektionierte Anschlusskabel für die Video- und PS/2- oder USB-Signale verbinden die Computer mit dem Schalter.

Taster oder Drehregler (je nach Fabrikat) erlauben von nun an das schnelle Umschalten auf die beiden Rechner. Der Schalter sorgt zudem dafür, dass keiner der Computer abstürzt, wenn er von Tastatur und Maus getrennt wird.

Die meisten KVM-Schalter bestätigen das Umschalten mit einem Signalton und signalisieren durch eine LED (Leuchtdiode), an welchem PC gerade gearbeitet wird.


Tipps für die Anschaffung

Bevor Sie sich zum nächsten Computershop aufmachen, sollten Sie sich zuerst die Rückseite Ihres PC's ansehen und sich die momentane Verkabelung merken. Wenn Maus und Tastatur bisher über die PS/2-Anschlüsse betrieben wurden (siehe unten), sollten die konfektionierte Kabelbäume für die Verbindung zwischen dem Switch und den Rechnern ebenfalls über solche Stecker verfügen.

Wenn Tastatur und Maus über USB-Anschlüsse betrieben werden, soll Sie der Händler entsprechend beraten. Die Industrie bietet für nahezu alle Anschlussvarianten eine geeignete Lösung.

Es lohnt sich auch, vorgängig mit Begriffen, wie: kvm switch, kvm switch usb (oder ähnlich) "googeln" zu gehen. Das Angebot ist riesig gross.


1 Modem für 2 Computer

Wer es ganz gepflegt haben möchte, kann natürlich auch das Modem auf die beiden Rechner verteilen. Diese Aufgabe kann von einem "Switch" {sprich: Switsch} (nicht zu verwechseln mit dem KVM-Switch) übernommen werden. Diese Schalter verteilen ihren Charme vollautomatisch auf beide Rechner, eine manuelle Umschaltung ist hier nicht notwendig. Gelegentlich werden solche Geräte auch als "Bridge" {sprich: Britsch} bezeichnet.


1 Router und mehrere Computer

Die elegantere Lösung besteht in der Anschaffung eines Routers, dieser verbindet sich selbständig mit dem Internet. An seinen (meistens vier) Ausgängen können nun entsprechend viele PCs angeschlossen werden.
Viele Router verfügen zudem über das sog. NAT-System. Dieses ignoriert unanfgeforderte Anfragen aus dem Web und erfüllt damit im Prinzip die Funktion einer Firewall.


Tipps für die Anschaffung

Der Ausgang eines Modems (oder eines Routers) kann wahlweise USB-, oder Ethernet-Buchsen aufweisen. Es gibt sogar Geräte, welche über beide Ausgangs-Buchsenarten verfügen. Bevor Sie Ihren Händler heimsuchen, sollten Sie deshalb folgendes abklären:

Gerätebuchsen

Zur Sicherheit wollen wir uns nochmals die relevanten Buchsen auf der Computer-Rückseite in Erinnerung rufen.

panel.jpg
1 + 2: PS/2 Normbuchsen
Maus (grün), Tastatur (blau).

3 + 4: Firewirebuchsen Norm: IEEE 1394
Manchmal sind Computer zusätzlich mit solchen Buchsen ausgestattet, welche eine ähnliche Funktion wie USB erfüllen.
Die Norm stammt ursprünglich von "Apple" und wird gelegentlich auch mit "i.Link" bezeichnet.

5 + 6: USB-Buchsen Norm: USB 1.1 oder USB 2
USB 1.1 ist die ältere Variante. Ab Windows XP kommt nur noch USB 2 zum Einsatz. Beide Normen sind steckergleich. Ab Win 98SE kann (mittels einer zusätzlicher Steckkarte) auf USB 2 aufgerüstet werden.

7: Ethernetbuchse Norm: RJ45
Netzwerkbuchse für die Signale vom und zum Modem oder Router.
Diese Norm wird gelegentlich mit "Western" bezeichnet.

Siehe auch: PC- Verkabelung, USB und Gerätestecker


Letzte Aktualisierung: Oktober 2008

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