| Aphorismen über Religion, Kirche und Moral 2 |
- In der moralischen Entrüstung schwingt auch immer die Besorgnis mit, vielleicht etwas verpasst zu haben. (Jean Genet, fr. Erzähler, 1910-1986)
- Die Religion stützt sich vor allen und hauptsächlich auf die Angst. (Bertrand Russell, engl. Phil., 1872-1970)
- Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage steht. (Albert Schweitzer, dt. Theologe, Mediziner & Phil., 1875-1965)
- Religionen haben Mord und Selbstmord verurteilt, haben aber, - vom Menschenopfer ganz abgesehen -, grausamste Verfolgungen Andersgläubiger erlaubt oder geboten. (Fritz Bauer, Generalstaatsanwalt)
- Nackt duschen widerspricht katholischer Moral. (Generalkirchenvikariat Köln)
- Eine Religion, wie immer sie auch beschaffen sein möge, wird sich vor der Lächerlichkeit immer durch 'gute Werke' retten. (Henry de Montherlant, franz. Dichter, 1896-1972)
- Das Christentum ist eine gewaltige Macht. Dass zum Beispiel protestantische Missionare aus Asien unbekehrt wieder nach Hause kommen - das ist eine grosse Leistung. (Kurt Tucholsky, dt. Schriftsteller, 1890-1935)
- Was das Glück betrifft, so haben weder Erfahrung noch Beobachtung in mir den Eindruck erweckt, dass Gläubige im Durchschnitt glücklicher oder unglücklicher seien als Glaubenslose. (Bertrand Russell, engl. Phil., 1872-1970, Religion und Moral)
- Bei uns sind diejenigen, die als moralische Leuchten gelten, Menschen, die selber auf gewöhnliche Freuden verzichten und, um sich selbst schadlos zu halten, anderen die Freude verderben. (Bertrand Russell, engl. Philosoph, Skepsis)
- Das Christentum predigt nur Knechtschaft und Unterwerfung. Sein Geist ist der Tyrannei nur zu günstig, als dass sie nicht immer Gewinn daraus geschlagen hätte. Die wahren Christen sind zu Sklaven geschaffen. (Rousseau, Der Gesellschaftsvertrag IV, Über die staatsbürgerliche Religion)
- Die Protestanten sind im allgemeinen viel unterrichteter als die Katholiken, und das erklärt sich dadurch, dass die Lehre der einen die kritische Besprechung verlangt, die Lehre der anderen hingegen blinde Unterwerfung fordert. (Rousseau, schw.-frz. Phil., 1712-78, Bekenntnisse)
- Das Ziel der Philosophie ist einzig und allein die Wahrheit, das Ziel des Glaubens einzig und allein Gehorsam und Frömmigkeit. (Spinoza, Theologisch-politisches Trakat 14)
- Ihr könnt Menschen durch Gewinn oder Strafen dazu zwingen, dass sie sagen oder schwören, sie glauben, und dass sie so tun, als ob sie glaubten. Aber weiter könnt ihr nichts. (J. Swift, Gedanken über Religion)
- Du hältst das Evangelium, wie es steht, für die göttliche Wahrheit. Mich würde eine vernehmliche Stimme vom Himmel nicht überzeugen, dass das Wasser brennt und das Feuer löscht, dass ein Weib ohne Mann gebiert und dass ein Toter aufersteht. Vielmehr halte ich dieses für Lästerungen gegen den grossen Gott und seine Offenbarung in der Natur. (Goethe, an Lavater, 9.8.1782)
- Der Gott, den ich anbete, ist nicht ein Gott der Finsternis; er hat mir den Verstand nicht gegeben, um mir den Gebrauch desselben zu untersagen. Von mir verlangen, meine Vernunft gefangen zu geben, heisst ihren Schöpfer beleidigen. (Rousseau, Glaubensbekenntnis des savoyischen Vikars)
- Es ist gar viel Dummes in den Satzungen der Kirche. Aber sie will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen. (Goethe, zu Eckermann)
- Seitdem sich die Menschen herausgenommen haben, Gott eine Sprache zu verleihen, hat ihn jeder auf seine Weise sprechen und sich von ihm sagen lassen, was er gewollt hat. (Rousseau, Glaubensbekenntnis des savoyischen Vikars)
- Eine Religion, welche nicht oder nicht mehr fähig ist, sich auf die Höhe der erworbenen Wissenschaft zu erheben, ist eine tote Religion. (Leopold Zunz, 1794-1886)
- Moral ist, wenn man so lebt, dass es gar keinen Spass macht, so zu leben. (Edith Piaf)
- Der Volksmund sagt: Religion ist Opium für das Volk. Das ist irreführend. Opium ist eine bewusstseinserweiternde Droge. (Volker Pisspers)
- Christi Niederlage war nicht die Kreuzigung, sondern der Vatikan. (Jean Cocteau)
- Glauben und Wissen verhalten sich wie zwei Schalen einer Waage:
in dem Masse, als die eine steigt, sinkt die andere. (Schopenhauer)
- Der Glaube ist nicht der Aufgang, sondern das Ende allen Wissens. (Johann Wolfgang von Goethe)
- Der Glaube ist eine sechste Art von Sinn, der wirksam wird, wenn die Vernunft versagt. (Mahatma Ghandi, ind. Freiheitskämpfer, 1896-1948)
- Die Kirche lehrt uns, in dem Kreuz ein Symbol für die Leiden Jesu Christi zu sehen. Ich hingegen sehe in dem Kreuz ein Symbol für die Leiden Unzähliger, die im Namen des Kreuzes ihr Leben lassen mussten: Sei es durch das Feuer des Scheiterhaufens, durch die Hand der Folterknechte oder durch sogenannte 'heilige Kriege'. (Markus Gansel)
- Die Bibel mag immer die richtige Quelle sein, um ein Zitat zu finden, mit dem literarisch oder rhetorisch Staat zu machen ist. In ihrer Gesamtheit jedoch wird sie auch von Gläubigen inzwischen als der Versuch kritisiert, Erwachsenen mit Kinderbüchern beizukommen. (Klaus Brandstetter)
- Was nicht der Wahrheit oder Sittennorm entspricht, hat kein Recht auf Existenz. (Papst Pius XII, 1954)
- Was hat man denn gegen den Krieg? Etwa dass Menschen, die doch einmal sterben müssen, dabei umkommen? (Augustinus, Kirchenlehrer)
- 'Solange man nicht die Moral des Christentums als Kapitalverbrechen am Leben empfindet, haben dessen Verteidiger gutes Spiel.' (Nietzsche)
- Niemand vor Stalin und Hitler hat in Europa das menschliche Leben so unentwegt aufs äusserste verachtet und in den Staub getreten, ja, dies noch - Gipfel zynischer Perversion - als 'gottgewollt' verkündet, wie die christliche Kirche. (Karlheinz Deschner, 'Die Kirche des Unheils')
- ... Pius XII. beispielsweise, der in einem Schreiben an die katholische Hierarchie der USA Ende 1939 als Ursache des 'heutigen Elends' natürlich nicht den Faschismus sah, der die Welt eben in den grössten Krieg der Geschichte gestürzt, sondern u.a. die kurzen Röcke der Damen. (Karlheinz Deschner)
- Das Erste Gebot, man solle sich kein Bild von IHM machen, muss wohl vor allem als Berufsverbot für Theologen verstanden werden.
- In einer Gesellschaft von Menschen gleichen Glaubens genügt es, dass einer behauptet, etwas Übernatürliches zu sehen oder zu hören, damit die anderen es auch sehen oder hören. (Ernest Renan, fz. Religionshistoriker u. Schriftsteller, 1823-1892)
- Keine Religion hat so viele Menschenopfer gefordert und auf eine so schmähliche Weise hingeschlachtet als diejenige, die sich rühmt, sie für immer abgeschafft zu haben. (Bruno Bauer, dt. ev. Theologe u. Philosoph, 1809-1882)
- Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen. (Thomas von Aquin, Kirchenlehrer, 1225-1275)
- Es gibt nur wenige Männer...und zu diesen grossen Männern gehört unstreitig der Mann, der heute seinen 52.Geburtstag feiert - Adolf Hitler -. Am heutigen Tag versprechen wir ihm, dass wir alle Kräfte zur Verfügung stellen, damit unser Volk den Platz in der Welt gewinnt, der ihm gebührt. (Kathol.Kirchenzeitung der Erzdiözese Köln 20.4.1941)
- Da haben wir es also: Eine kirchliche Ordnung mit Priesterschaft, Theologie, Kultus, Sakrament; kurz, alles das, was Jesus von Nazareth bekämpft hatte... (Friedrich Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900)
- Ja, es muss ein eigentümliches Vergnügen sein, von Jahrhundert zu Jahrhundert im Blut der Menschheit zu schwimmen und Halleluja zu rufen! (Karlheinz Deschner, 'Die Kirche des Unheils')
- Seit Konstantin wurden Heuchelei und Gewalt zum Kennzeichen der Kirchengeschichte, wurde der Massenmord zur Praxis einer Religion. Einen zu töten war strikt verboten, Tausende umzubringen ein gottgefälliges Werk. Das Ganze nennt man nicht Geisteskrankheit, das Ganze heisst Christentum. (Karlheinz Deschner, 'Die Kirche des Unheils')
- Im christlichen Glauben hat die Vernunft nichts zu suchen und die Naturwissenschaft nichts zu melden. (Klaus Berger, Heidelberger Theologe)
- Was Moralisten übersehen: Die Menschheit verdankt ihre Existenz den sogenannten niedrigen Instinkten.
- Ein männlicher Fötus wird nach 40 Tagen, ein weiblicher nach 80 Tagen ein Mensch. Mädchen entstehen durch schadhaften Samen oder feuchte Winde. (Thomas von Aquin, Kirchenlehrer und Patron der katholischen Hochschulen)
- Das Neue Testament ist keine Heilige Schrift, keine Historiographie, sondern Literatur, und zwar Tendenz- und Propagandaliteratur. (Gustav Wyneken, deutscher Pädagoge, 1875-1964)
- Zum Christentum wird man nicht geboren, man muss dazu nur krank genug sein. (Friedrich Nietzsche, 1844-1900)