Schleifmittel  


Öfters wurde schon die Frage gestellt, ob man mit natürlichen Ressourcen, wie z.B. Sand oder Quarzsand, nicht auch befriedigende Schleifergebnisse erzielen könne. Die Antwort lautet: Leider Nein !

Diese Materialien sind in ihrer Beschaffenheit ganz einfach zu weich. Selbst Quarzsand wird im Tumbler bereits nach kurzer Zeit zu Mehl zerrieben und verliert dadurch seine ohnehin bescheidene Schleifwirkung.

Was wir brauchen sind Schleifkörner, welches um einiges härter sind als der härteste Stein, den wir aus dem Bachbett gefischt haben. Aus diesem Grunde kommen nur synthetische Schleifmittel in Frage.

Generell unterscheiden wir zwei Arten von Schleifkörnern: Natürliche und synthetische.


 Natürliche Schleifkörner 

Diese werden gewöhnlich aus Schmirgel, Granat, Flint oder Quarz gewonnen und weisen immer mehr oder weniger starke Verunreinigungen auf. Mit diesem Material wird u.a. Schleifpapier beschichtet, welches bei der Bearbeitung von weichen Materialien (Holz, Kunststoffe, etc.) zum Einsatz kommt. Zum Schleifen von Gesteinen und Mineralien sind natürliche Schleifkörner unbrauchbar - weil zu weich.


 Synthetische Schleifkörner 

Darunter verstehen wir u.a. Siliciumcarbid (SiC) und Aluminiumoxyd (Al2O3).
Siliciumcarbid ist ein sehr hartes, scharfkantiges, aber auch sprödes Schleifmittel, welches sich hervorragend für die Bearbeitung von Mineralien und Gesteinen eignet.


 Herstellung von SiC 

Siliziumcarbid wird in Elektroöfen bei einer Temperatur von 2100 Grad aus Quarzsand und Petrolkoks erschmolzen. Um den Reaktionsvorgang zu erleichtern, werden diesem Gemisch Natriumchlorid sowie Sägespäne zugesetzt. Synthetische Schleifmittel können nahezu nach Rezept hergestellt werden und sind dadurch von Schmelze zu Schmelze sehr gleichmässig was die physikalischen und chemischen Eigenschaften, sowie Härte und Reinheit betrifft.

Anschliessend wird das Material gebrochen und gesiebt, wodurch die verschiedenen Korngrössen entstehen.


 Normierung 

Die Werte der Kornklassen werden durch die FEPA-Norm (Verband Europäischer Schleifmittelhersteller) festgesetzt. Diese Norm gewährleistet eine stets gleichbleibende Qualität und dadurch die volle Leistungsfähigkeit der Schleifmittel.


 Korngrösse 

Die Schleifmittel werden nach ihrer Korngrösse eingeordnet. Hierzu bedient man sich der sogenannten P-Reihe. Die Korngrösse wird durch verschiedene Siebe ermittelt, welche auf dem Zollmass aufbauen.

Die numerische Grösse, die eine Körnung kennzeichnet, ergibt sich durch die Anzahl der Maschen, die sich pro Zoll auf einem Sieb befinden. So bedeutet zum Beispiel die Bezeichnung P120, dass das Schleifkorn ein Sieb mit 120 Maschen pro Zoll gerade noch passiert.


 Toleranzwerte 

Neben der Korngrösse regelt die P-Reihe zusätzlich die Toleranzwerte bezüglich der Anteile von Grob- und Feinkörnern. Dies ist wichtig, da bei grober Körnung mit hohem Feinkornanteil die Schleifleistung beeinträchtigt wird und bei feiner Körnung mit hohem Grobkornanteil die Oberflächengüte beim Schleifprozess erheblich schlechter ausfällt.


 Die Körnungsskala nach FEPA (aufsteigend) 

Grob P12, P16, P20, P24, P30, P36, P40, P50, P60, P80
Mittel P100, P120, P150, P180, P220, P240, P280
Fein P320, P360, P400, P500, P600
Superfein P800, P1000, P1200, P2000, P2500


 Einsatz beim Schleifen 

Von der obigen Körnungsskala benötigen wir zum Schleifen von Gesteinen und Mineralien nur einen verschwindend kleinen Teil. Die im Kapitel Anschaffung aufgeführten vier Korngrössen reichen völlig aus.


 Fortsetzung 

zum Seitenanfang
zur Schleifen-Startseite
zum Hauptmenü