Die Drow

"Gepriesen sei Lloth; jeder Sieg ist ihr Tun."

 

Die Drow entstammen dem Rollenspiel-System Dungeons&Dragons und machen dort die vergessenen Reiche unsicher. Sie sind die wohl bekanntesten Dunkelelfen, was nicht zuletzt an R.A. Salvatores Buchreihe "Die Saga vom Dunkelelf" liegt, die einen spannenden Einblick in die Welt der Drow bietet.

 

Die Geschichte der Drow:

Die Dunkelelfen waren einst "normale" Elfen, die sich allerdings schon damals, als sie noch mit ihren Brüdern zusammen lebten, durch höhere Aggressivität von ihnen unterschieden. Nach einem grausamen Bürgerkrieg, dessen Ursache unklar ist, besiegten die Königreiche der Elfen damals ihre dunklen Brüder und die Drow mussten unter die Erde, in das so genannte Unterreich (Underdark) fliehen.

Optisch unterschieden sie sich damals noch nicht von ihren Verwandten von der Oberfläche, doch das sollte sich nun ändern. Im Unterreich offenbarte sich den Drow die Spinnengöttin Lloth (oder auch Lolth) und sie war es, die die Drow in der ersten Zeit nach ihrer Flucht in der neuen Umgebung unterstützte. Der Preis für das Bündnis mit Lloth war jedoch nicht zu verachten. Nicht nur, dass die Drow sich äußerlich veränderten (ihre Haut wurde schwarz und ihre Haare nahmen eine silberne bis weiße Farbe an), Lloth forderte außerdem absoluten Gehorsam von den Dunkelelfen und erwies sich als extrem macht- und blutgierig.

Der absolute Machtanspruch Lloths führte schnell zu Konflikten innerhalb der Drow. Als weibliche Göttin bevorzugte Lloth Frauen und forderte, dass die Männer sich ihnen unterordnen sollten. Das führte bei Adelshäusern, die vorwiegend männliche Angehörige hatten, natürlich zu Unmut, weshalb sie sich dem Gott der Schleime und Schlicke, Ghaunadauer, anschlossen. Der aus diesem Konflikt resultierende gewaltige Bürgerkrieg hätte die Gesellschaft der Drow beinahe zerstört. Als Lloth jedoch das Ausmaß der drohenden Katastrophe erkannte, sammelte sie die ihr treu ergebenen Adelshäuser und führte sie aus Golothar, der damals größten Stadt der Drow, fort.

Golothar wurde wenig später zerstört, als die im Bürgerkrieg entfesselten magischen Kräfte die Decke der Höhle zum Einsturz brachten und die Stadt von den herabstürzenden Felsmassen begraben wurde. Die von Lloth geleiteten Adelshäuser gründeten in der Folgezeit viele neue Städte, darunter Menzoberranzan, Ched Nasad oder Ust Natha.

Seither führen die Drow regelmäßig Krieg gegen die Oberflächenelfen, die sie aus tiefstem Herzen hassen. Der Konflikt wird vermutlich erst enden, wenn eines der beiden Völker vernichtend geschlagen wurde, da eine Versöhnung zwischen ihnen kaum denkbar ist.

 

Eigenschaften der Drow:

Die herausragendste Eigenschaft der Drow ist ihre Grausamkeit. Ganz im Gegensatz zu ihren gutmütigen und edlen Vettern sind die Drow durch und durch böse und hassen alle anderen Lebewesen aus tiefstem Herzen. Dies ist nicht von Geburt an so, doch die Priesterinnen und Zofen Lloths sind wahre Meister darin, den Willen eines Wesens zu brechen und unter ihrer Aufsicht werden die Drow schnell zu perfekten Dienern ihrer bösen Göttin.

Optisch haben die Drow immer noch viel mit den Elfen der Oberfläche gemeinsam. So sind sie nach wie vor elegante und wunderschöne Wesen mit feinen Gesichtszügen. Aufgrund ihrer Bosheit tritt die natürliche Schönheit der Drow aber meist in den Hintergrund.

Die Drow gehören zu den magischsten Geschöpfen der vergessenen Reiche. Selbst der niederste Drow hat zumindest kleine Zauberfähigkeiten und ihre Meistermagier übertreffen sogar die besten Magier von der Oberfläche. Woher diese Fähigkeiten kommen ist unklar, ebenso wie der Ursprung der Magieresistenz, der die Drow gegen viele Zauber immun macht.

Die Sinne der Drow sind absolut hochentwickelt und dank ihrer Dunkelsicht (Infravision) sind sie in der Lage auch im Dunkeln warmblütige Lebewesen problemlos zu entdecken. Hinzu kommt die enorme Geschicklichkeit, die sie mit den Oberflächenelfen gemein haben.

 

Über Lloth:

Lloth ist die unumstrittene Hauptgöttin der Drow, die keine anderen Götter neben sich duldet. Sie wird wegen ihrer Vorliebe für Spinnen auch oft Spinnenkönigin genannt, weshalb diese Tiere bei den Drow als heilig gelten. Lloth wacht eifersüchtig darüber, dass keine anderen Götter außer ihr verehrt werden, weshalb sie ihre Priesterinnen anweist, jeden Anhänger einer anderen Religion zu verfolgen. Die ständigen Konflikte innerhalb der Gesellschaft der Drow sieht sie gelassen, da sie in ihnen eine Stärkung ihres Volkes durch natürliche Selektion sieht. Männer genießen bei Lloth kein großes Ansehen, weshalb sie nur Priesterinnen duldet.

 

Die Gesellschaft der Drow:

Die Gesellschaft der Drow wird von den verschiedenen Adelshäusern dominiert, die streng matriarchalisch aufgebaut sind (etwas anderes würde Lloth nicht dulden). An der Spitze eines Adelshauses steht die Mutter Oberin, eine mächtige Hohepriesterin Lloths, der unbedingter Gehorsam geschuldet wird. Ihr folgen in Altersreihenfolge die anderen Priesterinnen. Erst nach den Priesterinnen folgt der Ehemann der Mutter Oberin, der Patron. Seine Stellung ist allerdings von Haus zu Haus verschieden, es kommt auch öfters vor, dass Drow-Frauen ihre Ehemänner recht schnell töten. Die Söhne der Mutter Oberin bekleiden meist niedere Ränge wie Waffenmeister oder Hausmagier, sind als solche aber austauschbar und könnten je nach Lust und Laune der Mutter Oberin schnell ihr Leben verlieren. Am Ende der Hierarchie stehen die Sklaven, von denen jedes Adelshaus mehrere besitzt. Sie fristen meist ein trauriges Dasein, auch wenn sie aufgrund ihres Preises weniger um ihr Leben fürchten müssen (viele Drow verlieren lieber einen Sohn als einen teuren Sklaven).

 

Über Drizzt Do´Urden:

Drizzt ist der wohl bekannteste Drow überhaupt. Das liegt hauptsächlich daran, dass er sich grundlegend von seinen Verwandten unterscheidet. Drizzt wurde in der Stadt Menzoberranzan geboren und ausgebildet. Er erwies sich schnell als außergewöhnlich talentierter Krieger, der seine Altersgenossen weit überflügelte. Sein Vater, der ihn damals unterrichtete, stellte schnell fest, dass sein Sohn bei weitem nicht so verdorben war, wie die anderen Drow, was ihn sehr freute, da er selbst nicht viel für die Lebensweise seines Volkes übrig hatte. Drizzts Ausbildung wurde in einer Schule in Melle-Magthere fortgesetzt, wo ihm auch die Mentalität der Drow nahegebracht werden sollte (eingepeitscht träfe es wohl besser). Hier wurde ihm endgültig klar, dass er die Lebensweise seines Volkes nicht teilen wollte und außerdem lernte er, keinem anderen Drow zu vertrauen, da Verrat und Hinterlist bei ihnen alltäglich waren.

Bei einem Angriff der Drow auf die Oberflächenelfen, bei dem er sich weigerte eine Elfin zu töten, wurde seine Gesinnung schließlich entdeckt und er musste aus dem Unterreich fliehen. Seither lebt er an der Oberfläche, wo er sich schon einen sehr guten Ruf als Held und Abenteurer erarbeitet hat. Drizzt ist wohl der einzige Drow, dessen Taten sogar bei den Oberflächenelfen gelobt werden.

Im Kampf führt Drizzt zwei magische Krummsäbel, den Verteidiger und den Frostbrand. Die Waffen sind inzwischen ähnlich bekannt wie er selber, da sie unglaublich mächtig sind, und ihren Träger einerseits im Kampf absolut tödlich machen und ihn andererseits mit mächtiger Magie beschützen.

 

Interessante Links zum Thema Drow:

Die Reiche der Dunkelheit - Jede Menge Infos zu Drow und anderen Dunkelelfen. Ich gebe offen zu, dass ich viele Infos über die Drow von dieser Seite übernommen habe.

Die Sprache der Drow - Ein sehr umfangreiches Lexikon, das auch ganze Sätze und Grammatik beinhaltet.