Ortsbrief vom 6.7.48 von Berlin-Dahlem (Westberlin) nach Berlin C2 (Ostberlin). Obwohl bereits ab dem 26.6.48 im Zuge des Berliner Postkrieges Sendungen mit Westberliner Marken rigide in der SBZ beanstandet und zurückgeschickt wurden ist dieser Brief ohne derartige Schwierigkeiten angekommen. Die einfache Erklärung wäre, dass der Brief durchgerutscht ist, also einfach übersehen wurde. In diesem Fall wäre dies eine ganz seltene Ausnahme, da der Postkrieg seitens der SBZ hier sehr konsequent erfolgte. Die andere, wahrscheinlichere Erklärung ergibt sich aus der Empfägeradresse, ging der Brief doch an den Magistrat von Gross-Berlin, zu dieser Zeit die oberste Verwaltungsbehörde Berlins, also die von allen Besatzungsmächten getragene Berliner "Regierung". Da kann sehr leicht der Verdacht aufkommen, dass die Postbeamten durch deren Hände dieser Brief ging doch eher die Verantwortung gescheut haben einen derartigen Brief, dem man ja eine gewisse "offizielle" Wichtigkeit unterstellen könnte zurückzuschicken oder auch mit Nachgebühr zu belegen.