| 24.6.1948 | Zehnfachfrankatur |
| Ablehnung von Marken | Mischfrankatur |
| Rübergebrachte Post | >Nachgebühr |
| Doppelfrankatur | Ausnahmefrankatur | Post- und Absenderfreistempel, Gebühr bezahlt | SBZ-Frankatur |
Der Berliner Postkrieg ist das wohl spannendste Gebiet im Rahmen der Postkriegsszenarien. Eingeleitet mit der getrennten Währungsreform in der sowjetischen Zone (SBZ) einschliesslich Ostberlin und den Westberliner Sektoren wurde der "Berliner Postkrieg" 15 Monate später im gegenseitigen Einvernehmen der 4 Sektoren Berlins zur Wiederaufnahme des störungsfreien Postverkehrs beendet.
In der dazwischenliegenden Zeit werden eine Fülle von Markenausgaben und anderen postalischen Merkmalen
gegenseitig beanstandet.
Von Seiten der SBZ werden von Beginn an die in den Westsektoren verausgabten Marken
als gültige Postwertzeichen abgelehnt (siehe Ablehnung von Marken). Dazu zählen bis zum Ende des Berliner Postkrieges die Ausgaben
"Alliierte Besetzungsausgaben - Gemeinschaftsausgaben (II. Kontrollratsausgabe) mit Schwarzaufdruck" (im
folgenden als "Schwarzaufdruck" bezeichnet), "Alliierte Besetzungsausgaben - Gemeinschaftsausgaben (II. Kontrollratsausgabe)
mit Rotaufdruck (im folgenden als "Rotaufdruck" bezeichnet), 75 Jahre UPU Weltpostverein, Berliner Bauten (I),
Goethe-Ausgabe und "Alliierte Besetzungsausgaben - Gemeinschaftsausgaben (I. und II. Kontrollratsausgabe) mit Grünaufdruck" (im
folgenden als "Grünaufdruck" bezeichnet). Desweiteren wurden Post- und Absenderfreistempel sowie "Gebühr bezahlt"-Stempel
in den Berliner Postkrieg einbezogen.
Auch die am Anfang aus Westdeutschland gelieferten Briefmarken der "Alliierte Besetzungsausgaben - Gemeinschaftsausgaben (II. Kontrollratsausgabe)
mit Posthörnchen-Netzaufdruck oder Posthörnchen-Bandaufdruck", die mit der Währungsreform am 21.6.1948 in den Besatzungszonen
Westdeutschlands gültig wurden kamen in der SBZ zur Ablehnung.
Auf Seiten der Westalliierten waren Briefmarken der SBZ zunächst auch in den Westsektoren frankaturgültig. Zu diesen Ausgaben gehörten die "Alliierte Besetzungsausgaben - Gemeinschaftsausgaben (II. Kontrollratsausgabe) mit Bezirkshandstempel, Bezirkshandstempel auf I. Kontrollratsausgabe, Bezirkshandstempel auf Stephan-Gedenkserie, Bezirkshandstempel auf "Leipziger-Frühjahsmesse 1948", Bezirkshandstempel auf "Hannover-Messe", "Alliierte Besetzungsausgaben - Gemeinschaftsausgaben mit Aufduck "Sowjetische Besatzungszone", Leipziger Messe 1948, "Alliierte Besetzungsausgaben - Berlin und Brandenburg" mit Aufduck "Sowjetische Besatzungszone", Köpfeserie, "Tag der Briefmarke", "Karl Liebknecht", "Leipziger Messe 1949 (Frühjahr)". Auch in den Westsektoren wurden im späteren Verlauf des Berliner Postkrieges die Briefmarken der SBZ als ungültig erklärt womit alle bereits genannten Ausgaben Ihre Frankaturgültigkeit in den Westsektoren verloren, soweit sie nicht schon vorher in der SBZ selber frankaturungültig waren (Bezirkshandstempel-Briefmarken). Die Ausgaben "3.Volkskongress", Goethe-Serie, Goethe-Block, "Leipziger Messe 1949 (Herbst)" waren zum Zeitpunkt Ihres Erscheinens bereits frankaturungültig.
Ich beschränke mich hier auf die bedeutensten Szenarien des Berliner Postkrieges (siehe die Links in der Tabelle oben). Ausführliche Informationen zum Thema finden sich im Buch Der Berliner Postkrieg 1948/49 von Elsner und dem Postkrieg-Katalog von Burhop/Heijs mit dem enthaltenen Fachartikel "Berlin im Spiegel seiner Marken".