Mongolei - China (1924-1935)

Die Mongolei sagte sich faktisch am 11.7.1921 von China los. Am 26.11.1924 wurde eine unabhängige kommunistische Volksrepublik ausgerufen. In der Zeit von 1921 bis 1924 waren keine eigenen Marken im Umlauf, es wurden in dieser Zeit russische Marken verwendet, was die russische Einflussnahme und "Protektion" seit 1914 mit sich brachte. Im August 1924 begann die Mongolei mit der Herausgabe eigener Briefmarken. China akzeptierte die Unabhängigkeit der Mongolei nicht und die mongolischen Marken wurden soweit sie auf Sendungen nach oder über China angetroffen wurden beanstandet. China belegte die Sendungen mit Nachgebühr.

Neben Belegen mit Nachgebühr gibt es Belege mit Doppelfrankaturen, d.h. es wurde das mongolische Porto mit mongolischen Marken und das chinesische Porto mit chinesischen Marken vom Absender verklebt. Auf diese Weise wurden die Sendungen anstandslos von beiden Postverwaltungen befördert (ein ähnliches Szenario findet sich auch im Berliner Postkrieg). Die chinesischen Marken wurden dabei erst beim chinesischen Auswechselpostamt oder im chinesischen Zustellpostamt abgestempelt.

Die Marken der Mongolei wurden von China bis zum 9.9.1935 nicht anerkannt. Die betroffenen Markenausgaben sind die Vadjra-Marken (Michel 1-7), die Soyombo-Marken mit und ohne Aufdruck (Michel 8-45) und die Bilderserie (Michel 46-58).





Brief mit Doppelfrankatur aus der Mongolei (Ulan Bator) nach China (Kalgan). Der Brief wurde rückseitig (Bild unten) mit mongolischer Marke freigemacht und vorderseitig (Bild oben) nochmals, diesmal mit chinesischer Marke für das chinesische Porto. Die mongolische Marke wurde in Ulan Bator (7.7.1928) entwertet, die chinesische Marke im chinesischen Harbin (19.8.1928). Brief wurde von beiden Postverwaltungen anstandslos befördert.