Die Marke "20 Jahre Vertreibung" der Bundespost (Michel 479) wurde in zahlreichen Ländern
des Ostblocks als politisch abgelehnt (wie auch vorher schon die Marke "10 Jahre Vertreibung und später die Marke "40 Jahre Heimatvertriebene"),
da man in den Ostblockstaaten die Vertreibung als
Umsiedlung sah. Besonders die DDR griff dabei zu einer neuen und einzigartigen Form der Ablehnung
in Form von Unkenntlichmachung. Die Marke wurde mit Farbe übermalt (und die Sendung zugestellt), wobei eine ziemliche
Breite des Farbspektrums zum Einsatz kam. Neben den häufigeren Farben wie schwarz, grau oder
weiss kommen auch "Exoten" wie grün, gelb oder rot vor. Burhop/Heijs unterscheiden 17 Farbtöne,
oft vorkommnde Farbnuancen und Doppelübermalungen nicht eingerechnet. Nach Burhop/Heijs
kann man bestimmte Farben auch desöfteren mit bestimmten Bezirken der DDR korrelieren.
Die Marke erfuhr im Ostblock eine weitverbreitete Ablehnung. So beteiligten sich an Ablehnungsmassnahmen neben der DDR auch Polen, CSSR, UdSSR, Rumänien,
Bulgarien, Ungarn, China, Nordkorea und die Mongolei.
Portogerechter Inlandsbrief von Lüneburg (BRD) nach Perleberg (DDR). Die Marke "20 Jahre Vertreibung" mit dunkelroter Farbe übermalt. Burhop/Heijs (65.1-1.2.En).
Portogerechter Inlandsbrief von Köln (BRD) nach Zeulenroda (DDR). Die Marke "20 Jahre Vertreibung" mit olivbrauner Farbe übermalt. Burhop/Heijs (65.1-1.2.Ek).