BRD/WB - DDR (Anfang der 1950er Jahre)

Nachdem der intensiv geführte Berliner Postkrieg in der zweiten Jahrehälfte 1949 sein Ende fand, gab es einen mehr oder weniger fliessenden Übergang zu neuen Postkriegsaktivitäten, die zwischen der neugegründeten DDR einerseits und Westberlins bzw. der neugegründeten Bundesrepublik andererseits stattfanden. Objekte der Ablehnung waren neben politischen Stempeln und Bildganzsachen der DDR durch Westberlin einerseits auch Markenausgaben Westberlins und der BRD durch die DDR andererseits.

Folgende Westberliner Marken fanden ob Ihrer als politisch empfundenen Aussage in der DDR Nichtanerkennung und erfuhren daher Postkriegsmassnahmen durch die DDR:

Sondermarken "Glocken" durch Schwärzung (waren allerdings Ausnahmen, also kein wirklich konsequenter Postkrieg)
Sondermarken "17.Juni 1953" (Michel ) vom 17.8.53-31.12.55 durch Schwärzung, Nachgebühr und Zurückstempel
Sondermarke "Wahl des Bundespräsidenten" (Michel 118) vom 17.7.54-31.12.55 durch Schwärzung
Sondermarke "20.Juli 1944" (Michel 119) vom 20.7.54-31.12.56 durch Schwärzung, Zurückstempel, Abriss/Schwärzung

Folgende Marken der BRD fanden ob Ihrer als politisch empfundenen Aussage in der DDR Nichtanerkennung und erfuhren daher Postkriegsmassnahmen durch die DDR:

Sondermarken "Helft Berlin" (Michel ) vom 14.12.49-30.6.51 durch Zurückstempel und Aufkleber
Sondermarke "Kriegsgefangenengedenken" (Michel ) vom 9.5.53-31.12.54




1954    Portogerechter Inlandsbrief der 1.Gewichtsstufe von Westberlin nach Forst/Lausitz (DDR), frankiert mit Marke "20.Juli 1944". Marke geschwärzt. (Burhop/Heijs 54.3-3.2.E).





22.9.55    Einschreiben der 1.Gewichtsstufe von Bad Cannstatt (BRD) nach Berlin W8 (DDR), frankiert unter anderem mit Marke "17.Juni 1953". Zweimal L2-Stempel "Zurück! unzulässig", ein Stempel der extra für diesen Anlass Verwendung fand sowie mehrere Stempel "zurück" (Burhop/Heijs 53.2-3.2.Ba).