1932 wurde von der japanischen Besatzung in der Mandschurei der Marionettenstaat Mandschuko eingerichtet. Die Herausgabe eigener
Marken mit dem Landesnamen Manchoukuo wurde durch China mit der Ablehnung entsprechender Postwertzeichen auf Postsendungen
beantwortet. Entsprechende Sendungen wurden in China als unfrankiert betrachtet oder zurückgesandt. Allerdings wird offiziell
der Postverkehr mit China erst am 16.1.35 aufgenommen. Daher sind solche Belege kein Postkrieg.
Am 1.1.1935 wurden Postwertzeichen, um dem aufzunehmenden Postverkehr mit China Rechnung zu tragen, nicht mehr mit dem Landesnamen Manchoukuo, sondern mit dem chinesischen Wort
"youzheng" (Postverwaltung) eingeführt, die in China auch akzeptiert wurden.
Trotzdem kam es im Anschluss zu postkriegsrelevanten Beanstandungen, da auch Stempel missliebig waren. Einerseits störte man sich in China
an Stempeln, die den Landesnamen Manchoukuo beinhalteten, andererseits auch an Stempeln, die in der Datumsbezeichnung
dem in Mandschuko neu eingeführten Kalender folgten, der im Jahr 1934 mit dem Jahr "1" begann. Stempel mit
entsprechenden Datumsangaben wurden dermassen behandelt, dass die Jahresangabe mit schwarz(er Tinte) übermalt wurde.
Dieselbe Behandlung nahm man auch an den Stempeln mit dem Landesnamen vor, wo dieser übermalt wurde.
13.9.36 Brief von Harbin (Mandschuko) nach Shanghai (China). Tintenschwärzung des Kammstempels aus Harbin. In diesem Stempel wurde der Landesname "Manchoukuo" geschwärzt. Im Entwertungsstempel für die Marken zwei Schwärzungen, eine davon höchstwahrscheinlich das mandschukische Jahr (hier "3") betreffend. Zusätzlich auch in der Absenderadresse, der im Brief eingedruckte originale Landesname (Manschu-Ti-Kuo) geschwärzt, was dem Postkrieg Beanstandete Adressen entspricht. Daher kann man diesen Beleg auch als Doppelten Postkrieg einordnen.