Gefangenengedenkmarke (9.5.1953 - 31.12.1954)

Die am 9.Mai 1953 verausgabte Marke "Gedenket unserer Kriegsgefangenen" wurde in der DDR als Marke zum politischen Revanchismus gesehen und entsprechend abgelehnt. In Fachzeitschriften der DDR wurde gegen die Marke Stellung bezogen. Nachdem anfänglich entsprechend frankierte Sendungen noch unbeanstandet befördert wurden reagierte die Postverwaltung der DDR in der Frühphase der Marke mit einer Vignette "Gedenket unserer Kriegsgefangener, die in Adenauers Kerkern schmachten" mit der die Marke überklebt wurde. Aber bereits am 12.Mai 1953 wurde von dieser Massnahme per Dekret wieder Abstand genommen. Die Vignette wurde als Briefverschlussmarke weiterverwendet. Die Marke wurde nun, wenn auf Sendungen angetroffen abgerissen, runtergeschnitten oder mit Stempelm "Marke unzulässig" versehen. Zunehmende Beschwerden führten dann zur Praxis, die Sendungen einfach einzubehalten. Im weiteren Verlauf wurden die Sendungen dann doch nach Unkenntlichmachung der Marke (es gab keine Vorschrift zur Unkenntlichmachung, daher kommen verschiedene Schwärzungen oder Unkenntlichmachung mit Blaustift sowie entsprechende Stempel und handschriftliche Vermerke vor) zugestellt.

Vom 15.Oktober bis 30.Oktober 1953 gab es noch einen motivlich passenden Sonderstempel "Umriss eines Kopfes hiner Stacheldraht", der ebenfalls in der DDR geschwärzt wurde.



Brief von Westdeutschland nach Zscherben (DDR). Korrekt frankiert mit 2x10 Pf. Gefangenengedenkmarke. Gefangenengedenkmarken geschwärzt und Klebemarke "Gedenket unserer gefangenen Friedenskämpfer die in Adenauers Kerkern schmachten". Burhop-Heijs 53.1-1.2.E/F.