Die am 9.Mai 1953 verausgabte Marke "Gedenket unserer Kriegsgefangenen" wurde in der DDR als
Marke zum politischen Revanchismus gesehen und entsprechend abgelehnt. In Fachzeitschriften der
DDR wurde gegen die Marke Stellung bezogen. Nachdem anfänglich entsprechend frankierte Sendungen
noch unbeanstandet befördert wurden reagierte die Postverwaltung der DDR in der Frühphase der Marke
mit einer Vignette "Gedenket unserer Kriegsgefangener, die in Adenauers Kerkern schmachten"
mit der die Marke überklebt wurde. Aber bereits am 12.Mai 1953 wurde von dieser Massnahme
per Dekret wieder Abstand genommen. Die Vignette wurde als Briefverschlussmarke weiterverwendet.
Die Marke wurde nun, wenn auf Sendungen angetroffen abgerissen, runtergeschnitten oder mit Stempelm
"Marke unzulässig" versehen. Zunehmende Beschwerden führten dann zur Praxis,
die Sendungen einfach einzubehalten. Im weiteren Verlauf wurden die Sendungen dann doch nach
Unkenntlichmachung der Marke (es gab keine Vorschrift zur Unkenntlichmachung, daher kommen
verschiedene Schwärzungen oder Unkenntlichmachung mit Blaustift sowie entsprechende Stempel und
handschriftliche Vermerke vor) zugestellt.
Vom 15.Oktober bis 30.Oktober 1953 gab es noch einen motivlich passenden Sonderstempel
"Umriss eines Kopfes hiner Stacheldraht", der ebenfalls in der DDR geschwärzt
wurde.