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FOOTBALL GESCHICHTE

Aus Fußball wird Football

Das 19. Jahrhundert
Wie heute wohl jeder weiß, hat sich das Footballspiel aus dem Rugby entwickelt. Rugby war ein kleines, 27.000 Seelen zählendes, Städtchen in England. Wie überall spielte man dort Fußball.
1823 sorgte ein Spieler namens William Webb Ellis für eine Revolution, als er sich während eines Fußballspiels frustriert den Ball unter den Arm klemmte, und damit über die Torlinie rannte. Daraus entwickelte sich schnell das Rugbyspiel. Dessen Popularität steigerte sich so schnell, daß sich die normalen Fußballer 1863 zusammenschlossen und die Football Association gründeten, als Schutz gegen das Rugby Unwesen.
Auch an Amerikas Universitäten spielte man zu dieser Zeit nur Fußball.
Das dunkle Zeitalter
Etwa 1870 entwickelte die Harvard Universität aus dem unkultivierten Rugbygeschubse ein eigenes, das Boston Game, bei dem der Ball auch geworfen werden durfte. Da alle anderen Universitäten in Amerika, wie Princeton und Yale, jedoch in der Football Association zusammengeschlossen waren, fehlte es an Gegnern. Dieses Problem löste Harvard, indem man gegen die McGill Universität von Montreal spielte. Da man dort jedoch nur Rugby spielte, einigte man sich darauf, zwei Spiele auszutragen und zwar eines nach Rugbyregeln und ein weiteres nach den Regeln des Boston Games. Dieses Spiel fand am 15. Mai 1874 statt, und die Amerikaner entdeckten schnell ihre Faszination für das, damals noch relativ runde, Lederei. Das Boston Game überzeugte die führenden Colleges, die sich zu einem neuen Verband formierten.
1880 wurde die Spielerzahl von 15 auf 11 reduziert. Das war eine erste klare Trennung vom ursprünglichen Rugby. Außerdem sprach man einem Team den uneingeschränkten Ballbesitz zu, bis zu dem Moment, wo der Ball vom Center nach hinten gegeben wurde. Zusätzlich wurden noch die Maße des Spielfeldes auf 110 x 53,3 Yards festgelegt, was damals, rein zufällig, genau den Maßen des Spielfeldes in Harvard entsprach.
1882 wurden zum ersten Mal echte Downs eingeführt. Man hatte jetzt drei Versuche, um fünf Yards Raumgewinn zu erzielen. Weiterhin ging man daran, einen Touchdown viermal höher zu bewerten, als ein Field Goal, dem ursprünglichen Ziel jeder Art von Fußball. Zwei Safeties wiederum waren genausoviel wert, wie ein Touchdown.
Erst 1912 wurden die Regeln so festgelegt, wie sie in etwa auch heute noch gelten.
Ab 1880 war der Aufstieg des Footballs unaufhaltsam, allerdings nur an den Colleges. Für Sport, insbesondere Football, hatten damals nur die Studenten Zeit. Die breite Arbeiterklasse hatte wirklich ganz andere Probleme, da die meisten, die den Sprung über großen Teich gewagt hatten, oft nur die Ärmsten der Armen waren.
Trotz seiner steigenden Popularität, war der Anfang unseres Jahrhunderts das düsterste Kapitel dieses Spiels. Es mehrten sich Härte, Gewalt und sogar die Todesfälle.
Leider wird der Football hierzulande auch heute noch, nur mit diesem Abschnitt des Spiels in Verbindung gebracht.
Damals standen sich die Spieler an der Line of Scrimmage noch Auge in Auge gegenüber, und sie traktierten sich gegenseitig mit Tritten und Schlägen. Erst 1903 wurde die neutrale Zone eingeführt, die durch die Länge des Balles gekennzeichnet ist, und sorgte so für den nötigen Abstand. An den Kleidungsstücken der Spieler wurden damals Ledergriffe befestigt, um die Gegner so vom Griff nach den Haaren abzuhalten. Die Ballträger hatten allerdings nach wie vor sehr wenig zu lachen, und 1905 waren gar 18 Tote und 159 Schwerverletzte zu beklagen.
Eine New Yorker Tageszeitung forderte die Abschaffung der brutalsten, gefährlichsten und unnötigsten Sportart, die von irgendeinem Land der Erde offiziell gefördert wurde. Zahllose Erzieher, Geistliche und Eltern stimmten dem zu. Das Foto eines blutigen, geschundenen Spielers in der Zeitung zwang schließlich den Amerikanischen Präsidenten, Theodore Roosevelt, dazu, führende Vertreter des College Footballs zu sich ins Weiße Haus zu zitieren. Er drohte mit einem Verbot des Spiels für den Fall, daß der Gewalt kein Einhalt geboten würde.
In einer sofort einberufenen Sitzung wurden die Spielregeln geändert. Zum Beispiel betrug die Mindestdistanz zu einem Ersten Versuch von nun an 10 Yards und der Vorwärtspass wurde eingeführt. Damit begann ein neues Footballverständnis. Nicht nur Kraft und körperliche Überlegenheit zählten fortan, sondern auch Strategie und Taktik.

Die ersten Profis
1913 bewies Quarterback Gus Dawns mit seinen Pässen auf Rute Rocknee, daß seine wesentlich schwächere Notre Dame Universität, die als unschlagbar geltende Militärakademie besiegen konnte. Dawns und Rocknee übten täglich am Strand das Paßspiel und überraschten die Jungs vom Militär sosehr, daß diese 39:13 verloren. Das war der Beginn der Legende des Teams von Notre Dame.
Neben dem College-Football führte der Profifootball damals ein absolutes Schattendasein.
Wir werden uns von jetzt an dennoch ausschließlich den Profis, speziell der NFL, zuwenden.
Das älteste NFL Team sind die Phoenix Cardinals, deren Ursprünge über Canton und Massillon bis ins Jahr 1898 zurückreichen.
Der erste Footballprofi war William (Pudge) Heffelfinger, der nach einem Einsatz für die Allgheny Athletic Association (AAA) gegen den Pittsburgh Athletic Club (PAC), 500$ Prämie erhielt plus 25$ Spesen. Das war am 13.11.1892. Heffelfinger war der entscheidende Spieler der Begegnung. Er nahm den Fumble eines Teamkameraden auf und lief damit einen 25 Yards Touchdown, dem einzigen Punktgewinn in einem 4:0 AAA Sieg.
Eine Woche später bekam Ben Donelly, auch von der AAA, 250$ für einen Einsatz gegen Washington und Jefferson College.
Anfang des 19. Jahrhunderts hatte sich der Profifootball über ganz Amerika ausgebreitet. 1902 und 1903 wurde in New York City eine World Series abgehalten. Diese wurde 1902 vom Syracuse (New York) Athletic Club gewonnen, und 1903 hieß der Gewinner Franklin (Pennsylvania) Athletic Club.
In den frühen 20Ern verlagerte sich das Zentrum des Profifootballs in den Staat Ohio. Seit 1896 wurde hier jedes Jahr ein Staatsmeister ausgespielt.
Das Shelby Team, bekannt als die Blues, war einer der ersten Clubs in Ohio, der professionell wurde, 1902. Sie beschäftigten den ersten bekannten schwarzen Footballspieler, Charles Follis. In Ohio gab es zu dieser Zeit wenigstens acht Proficlubs.
Canton, Ohio, sorgte für die aufsehenerregendste Verpflichtung eines Spielers. Sie brachten 1915 Jim Thorpe dazu, bei ihnen zu unterschreiben. Thorpe war der meistgefeierte Athlet der Welt. Er war ein Sac and Fox Indianer aus Oklahoma. Er war ein All-America Halfback an der Carlisle Indian Industrial School. 1912 gewann er Goldmedaillen im Fünf- und Zehnkampf, bei den Olympischen Spielen in Stockholm, Schweden.
Thorpe half Canton 1916 die Staatsmeisterschaft zu gewinnen.