DRUCKMUSEUM
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Flachdruck

Prinzip
Druckverfahren, das darauf aufbaut, dass Fett und Wasser einander abstoßen. Die druckenden und nicht druckenden Stellen liegen in einer Ebene. Durch eine chemische Vorbehandlung nehmen die druckenden Stellen Fett, also Farbe, an und stoßen Wasser ab, während die nicht druckenden Stellen umgekehrt Wasser anziehen und Farbe abstoßen.


Lithographie
1796 durch Alois Senefelder in München erfunden. Die Oberfläche des Lithographiesteines aus porösem Solnhofener Kalkschiefer wird geschliffen und mit Sand gekörnt. Vom Lithographen wird dann mit fetthaltiger Kreide oder Tusche die Zeichnung seitenverkehrt aufgetragen. Anschließend wird die Steinoberfläche mit einer Lösung aus Gummiarabikum und verdünnter Salzsäure angeätzt und so die bildfreien Stellen Fett abweisend, also wasserfreundlich gemacht.

Federzeichnung und Silberdruck von Alois Senefelder                                        Joseph Lanner, Lithographie von Kriehuber, 1839
 

Das Aufbringen der Zeichnung kann auf verschiedene Weise erfolgen:
Federlithographie: Federzeichnung mit lithographischer Tusche.

Pinsellithographie: Pinselzeichnung mit Lithographietusche.
Kreidelithographie (Crayonmanier oder Kornzeichnung): Zeichnung mit Lithokreide.
Schabkunstverfahren: Auf die mit Lithotusche eingefärbte Steinoberfläche wird mit Nadel und Schabeisen gezeichnet.
Gravierkunst: Die Steinoberfläche wird mit einer Schicht aus Asphalt, Wachs, Ruß oder Rötel grundiert, die Zeichnung mit einer Nadel eingeritzt und mit Salpetersäure angeätzt.
Aussprengverfahren (Reservage): Die Zeichnung wird mit einer Lösung aus Zuckerwasser oder Gummiarabikum auf die Steinoberfläche aufgebracht und diese dann mit einer Tusch- oder Kreideschicht abgedeckt. Durch das anschließende Ätzen wird der Zucker bzw. das Arabin aufgelöst und sprengt an den Stellen der Zeichnung die Deckschicht ab.
Direktätzung: Die Tuschfläche des Steines wird durch die mit einem Glasborstenpinsel aufgetragene Säure direkt aufgelöst.
Umdruckverfahren (Autographie): Die auf ein mit einer Kleisterschicht präpariertes Papier aufgebrachte Tusch- oder Kreidezeichnung wird auf die Oberfläche des Steines abgeklatscht. 

Steindruck (Chemischer Druck)
Der Druckvorgang erfolgt direkt vom angefeuchteten und eingefärbten Lithostein auf das zu bedruckende Material.

                                                  Lithopresse aus dem Jahre 1850

Lichtdruck
1855 Erfindung durch Alphons Louis Pointevin. Verfahren zur Wiedergabe echter Halbtöne ohne Raster. Der Druck erfolgt von mit Chromgelatine vorbehandelten Glasplatten.
Chromolithographie de Giorard, 1901

Offsetdruck
Indirektes Flachdruckverfahren, bei welchem der Druck über einen zwischen geschalteten Gummizylinder durchgeführt wird. 1905 durch den Amerikaner W. Rubel entdeckt.


Blechdruck
Bedrucken von Weißblech oder Aluminiumtafeln.

Metallplattendruck
Druck von einer direkt bearbeiteten Offsetplatte.

Literatur
Ludwig, Alfred: Die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. In: Der Druckspiegel, Heft 12. Stuttgart, 1963.