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Steirische Druckgeschichte
© 1982 by Karlpeter Elis
1481
Der Untersteirer Magister Matthaeus Cerdonis aus Windischgrätz druckt bis 1487
in Padua Inkunabeln. 16 Werke sind erhalten, je zwei davon in der
Grazer
Universitätsbibliothek sowie im
Joanneum. Sie tragen den Druckvermerk: "Impressus Padue a magistro
Matheo Cerdonis de vuindischgrecz".
"De studiis et litteris".
Epitaph des Humanisten Enea Silvio Piccolomini für den Dichter Leonardus
Aretinus mit dem Impressum des Druckers Matthäus Cerdonis vom 2. März 1483.
1517
Leonhard von Ernau, der Besitzer einer der ältesten Papierwerkstätten der
Erblande, der "papiermull hie in der Awen zu Lewzendorff", verpachtet diese an den Papierer
Michel Wurm, Papierer aus Memmingen; 1543 an Heinrich Mayr aus Kempten.
Lageplan der Leuzendorfer (Lenzendorfer)
Papiermühle an der Wiener Landstraßen in der oberen Lendt
1530
Hans Ungnad, Freiherr von Sonnegg, wird Landeshauptmann der Steiermark und
Vizedom der Grafschaft Cilli. Er fördert die Druckkunst als Mittel zur
Verbreitung des protestantischen Glaubens sowie der slowenischen
Nationalliteratur.
Hans Ungnad von Weissenwolf,
Landeshauptmann der Steiermark, 1530-1556.
1550
Erste feste steirische Druckerei des Bischofs Petrus Persicus von Seckau.
Die Typen und das Zierzeug dieser Druckerei werden schließlich an den Grazer
Bürger Alexander Leopold verkauft.
1559
Alexander Leopold kann als erster Grazer Buchdrucker von 1559 bis 1562 in
Graz nachgewiesen werden. Er
druckt unter anderem das "Perckrechts-Buechel" mit der Bestätigung des
Weinbaurechtes im Herzogthumb Steyr, einen vom Landschaftsmathematiker Hieronymus Lauterbach
aus Löbau
verfassten Kalender für das Jahr 1562 sowie eine "Elegie auf den Freiherrn
in Herberstein".
"Perckrechts Buechel" von 1559,
eine Kodifikation des steirischen
Weinbaurechts
1562
Andreas Franckh, Druckergeselle von Leopold, übernimmt nach dessen Tod 1562 den
Betrieb und führt diesen bis 1575.
1563
Franckh druckt das "Aequatorium" des Grazer Mathematikers Hieronymus
Lauterbach mit Holzschnittillustrationen.
Zacharias Bartsch (1563-1579), ein
protestantischer Formenschneider, sucht bei der Landschaft um ein
Darlehen an, um sich zusammen mit dem Buchdrucker Tobias Lauterbach, dem
Bruder von Hieronymus, Druckzeug anzukaufen. Seine Offizin befindet sich im
Hofe des Stiftes Rein in der Sackstraße.
1565
von Andreas Franck herausgegebene "Krainer Landschrannen-Ordnung".
1566
"Des Fürstenthumb Steyer Erbhuldigung" erscheint bei Tobias Lauterbach. Nach dessen Tod führt sein
Partner Zacharias Bartsch die Druckerei alleine weiter.
1567
Zacharias Bartsch druckt eines seiner berühmtesten Druckwerke, das "Wappen
Buch", eine Sammlung von 162 kolorierten Einblattholzschnitten adeliger
Familien und einiger Städte der Steiermark.

"Wappen-Buch darinnen aller geistlichen Prelaten Herre und Lanleut auch der
Stett des loeblichen Fuerstenthumbs Steyer Wappen und Insignia mit ihren
Farben, nach Ordnung wie die im Landthause zu Graetz angemahlt zu finden.
Gedruckt in Grätz durch Zacharias Bartsch Formschneider", 1567
1572
Bartsch druckt den typographischen Prachtband des Grazer
Landschaftsregistrators Wenzel von Sponrib "Beschreibung der
Hochzeitsfeierlichkeiten Erzherzogs Karls II. mit Maria von Baiern", der
den Einzug Erzherzog Karls II. mit seiner Gattin Maria von Bayern am 9.
September in Graz beschreibt und mit
zweiseitig zusammenlegbaren, handkolorierten Holzschnitten illustriert ist.
Weiters druckt er
ein "Verhaltensbuch gegen die Pestilenz" und die erste
Tragödie "Jephthes, si votum" des schottischen Humanisten George Buchanas.
Beschreibung der Vermählung
Erzherzog Karls II. mit Maria von Bayern, gedruckt durch Zacharias Bartsch
in Graz 1572. Im Hintergrund des Hochzeitszuges die früheste druckgrafische
Wiedergabe des Grazer Stadtbildes.
1574
Andreas Franck druckt die vom Grazer Stadtpfarrer Andreas Gigler verfasste "Gesang
Postill" und verfertigt damit den ersten steirischen Notendruck, ein
Druckwerk von gereimten Evangelienstrophen. Franck
heiratet die Witwe von Alexander Leopold, Margaretha.
1569 und 1574 von Andreas Franck in Graz gedruckte Gesangspostille des
Grazer Pfarrers Andreas Gigler.
1575
Frank wird als Mitarbeiter der evangelischen Stände verhaftet, verkauft am 6. August
seine Offizin an die Steirische Landschaft und
verlässt Graz. Als sein Nachfolger wird Zacharias Bartsch bestellt, der auch
sein Druckzeug erwirbt.
1578
Auf Grund kirchenpolitischer Streitigkeiten (Zensurstreit um den
Lektionsindex der Jesuiten) wird auch Bartsch verhaftet und muss,
um wieder frei zu kommen, auf die Druckerei verzichten, die eingestellt
wird.
Am Landtag zu Bruck/Mur wird von den
Schuldirektoren und Pastoren Innerösterreichs (Steiermark, Kärnten, Krain)
beschlossen, dass in der Grazer Druckerei "ohne Wissen und Einsicht des
Pastors und der Subinspektoren nichts in Druck gefertigt werden darf und der
Drucker mit Eidespflicht verhalten werden soll". Es wird erklärt, dass dies
zum Schutze beider Religionen und der Autorität des Fürsten geschehe.
1579
Hans Schmidt (lat. Johannes Faber, 1579-1599), Geselle von Bartsch, übernimmt nach
dessen Tod die
Druckerei und arbeitet im Auftrag der Stände zu einem Jahresgehalt von 52
Gulden.. Die Räumlichkeiten der Offizin befinden sich zuerst im hinteren
Landhaustrakt. Aber jedes Mal, wenn ein Mitglied der Stände im Landhaus
Hochzeit feiert, müssen die Räume für Küche und Vorräte vorüber gehend
geräumt werden.
1580
Die Druckerei übersiedelt in die protestantische Stiftsschule, den heutigen
Paradeishof, an der ab
1594 auch der berühmte Astronom Johannes Kepler lehrt.
1585
Protestanten dominieren in der Steiermark, und auch die Drucker sind Ende
des 16. Jahrhunderts Anhänger Luthers.
Ganz im Gegensatz zu den Ständen und dem Volk ist der Hof katholisch. Im
Zuge der Gegenreformation hat Erzherzog Karl II. die Jesuiten nach Graz
gerufen. Er gründet die Universität und überträgt deren Betrieb dem Rektor
des Jesuiten-Kollegiums Societas Jesu. Dieser lässt, da die katholische Kirche
zu Beginn der Gegenreformation in der Steiermark keine eigene Druckerei
besitzt und nicht auf protestantische Drucker angewiesen sein will, 1585 den Bayer und streng katholischen Georg von Widmanstetter
aus München, wo dieser als Setzer und Korrektor in der Münchner
Hofbuchdruckerei von Adam Berg tätig war, in die Landeshauptstadt des
Herzogtums Steyr kommen. Zunächst hat es dieser in Graz nicht leicht und
findet ohne die Hilfe der Jesuiten nicht einmal eine Wohnung. Doch noch im
Oktober desselben Jahres wird er von Erzherzog Karl II. mit einem
Jahresbezug von 100 Gulden
zum Hofbuchdrucker
in "Grätz, der Haubstatt im Steyr" ernannt.
1586
Am 19. März endgültige Übersiedlung von Georg Widmanstetter nach Graz, in
ein kleines Haus in der Burggasse. Sein erster Grazer Druck ist im September
eine Aktenpublikation, die sich gegen die Verleumdungen des Jesuitenordens
richtet.
Erstes Druckwerk von Georg Widmanstetter in Graz im September 1586
1587
Widmanstetter eröffnet in der Postgasse 5 seine Grazer Offizin. Um zu
Propagandazwecken rasch die billigen katholischen Traktate der Jesuiten unter das Volk zu bringen, schließt er der
Druckerei bald eine Buchhandlung an, in der fast alle Streitschriften
gegen die Lutheraner erscheinen.
Schmidt druckt die bei Johann
Manilius in Eberau im Burgenland erscheinende "Newe Zeitung aus Ungern"
nach, die vom Sieg über die Türken bei Sarkanysziget berichtet.
1589
Martin Mayr hat das väterliche Erbe von seiner Mutter übernommen, lässt die
Leutzendorfer Papiermühle ausbauen und bekommt den Auftrag, die
Papierversorgung der landesfürstlichen Kanzleien in Graz zu übernehmen.
1590
Unter den 178 aufgezählten Drucken findet sich die "Grätzer
Schreibkalender" der Jahre 1590 und 1592.
1593 von Georg Widmanstetter zu
Grätz gedruckte "Zeitung von des Türkischen Keysers abgesandten Feindsbzieff",
die die Kriegserklärung der Pforte an Kaiser Rudolph II. publik machen soll.
1593
Übersiedlung der Druckerei Schmid in den Rauberhof der hinteren
Schmiedgasse, also den Vorgängerbau des heutigen Joanneums. Das Impressum seiner
Werke lautet: "Gedruckt zu Grätz in Steyer durch Hansen Schmidt". Der Protestant Schmidt
betreibt auch einen Buchladen.

Hieronymus Megisers
viersprachiges Wörterbuch "Dictionarivm qvatvor linqvarvm" in Deutsch,
Latein, Illyrisch (Windisch) und Italienisch. Gedruckt 1592 in Graz von
Johannes Faber.
1598
Hans
Schmidt leidet unter der Konkurrenz des Verlegers und Buchhändlers Erhard
Widmer. Er druckt von 1598 und 1599 entgegen der Regierungsverordnung den neuen
Gregorianischen Kalender, dessen Herausgeber Johannes Kepler war, sowie die einzige in der Steiermark
hergestellte protestantische gottesdienstliche Ordnung, "Christliche
Agenda", des Pastors Jeremias Homberger von der evangelischen Stiftskirche
in Graz. Auch soll er ein
Spottbild auf den Papst ausgehängt haben. Dadurch gerät er in konfessionelle
Schwierigkeiten und er wird - wie alle, die nicht zum katholischen Glauben
übertreten - als letzter protestantischer Drucker 1599 inhaftiert und des Landes
verwiesen. Widmanstetter übernimmt einen Teil von Schmidts Aufträgen.

Schreibkalender von Johannes
Kepler, gedruckt von Hansen Schmidt zu Grätz 1599
1600
Ein Generalmandat untersagt die Errichtung und den Betrieb von Druckereien
mit Ausnahme der landesfürstlichen Druckerei von Widmanstetter. Sie ist
damit die einzige Druckerei Innerösterreichs.

"Carmen Ferdinandi". Druck
von Georg Widmanstetter um 1600 in Graz.
Großer Büchersturm vom 6. August: Vor dem heutigen Volkskundemuseum in Graz
werden 10000 konfiszierte "ketzerische" Bücher, hauptsächlich
protestantische Bibelwerke, verbrannt.
1602
Georg
Widmanstetter druckt das erste "Catholisch Gesang-Buch”, verfasst von
Nikolaus Beuttner (Peittner) aus Geroldzhofen/Franken, der Schulmeister in St. Lorenzen im
Mürztal ist. Der Text einiger der darin enthaltenen, in der Steiermark
gängigen Kirchenlieder stammt von Martin Luther.
Druckwerke Georg Widmanstetters:
1601 Zwei Predigten des Bischofs von Seckau Martin Brenner (der
Ketzerhammer),
1602 Nikolaus Beuttners Gesangbuch.
1604
Protestantische Wanderdruckerei des Hans Ungnad in Judenburg.
1609
Druck der "Wahrhaftigen und gründlichen Beschreibung von dem Ursprung, Art,
Qualität und Eigenschaft der erschröcklichen Erbkrankheit der Pestilenz". Außerdem Nachdruck der Wiener "Ordinari Zeitung".
1618
Georg Widmanstetter stirbt am 20. Mai mit Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Sein
Sohn,
Ernst Widmanstetter, der später auch als Stadtrichter öffentlich tätig ist,
übernimmt als 26jähriger die Druckerei.
1635
Am 12. Februar stirbt Ernst Widmanstetter und wird in der Familiengruft in
Straßgang beigesetzt. Die Söhne Ferdinand und Franz erben die Druckerei, die
bis zu deren Volljährigkeit der Altgeselle Wolf Sartori aus Würzburg - später
sogar Bürgermeister von Graz - leitet.
1636
Der Buchbinder und Buchhändler Sebastian Haubt kauft die Leuzendorfer
Papiermühle und beginnt sie auszubauen.
1637
Maria Susanna Widmanstetter, die Schwester von Ferdinand, heiratet den Franken Johann Beckh,
Fürstlich Eggenbergerischer Rat und Kanzler.
1639
Der Postverwalter Eustachius Khan erwirkt für Graz eine Zeitungsdruckerlaubnis.
Die Zeitung "Wiener Blättl" wird bis 1697 nachgedruckt. Als Zensor
wurde der Regimentsrat Dr. Karl von Moßkhon don der Regierung bestellt, der
sollte "die Zeitung ehunder sie in Druckh kumben, vleißig übersehen,
damit nichts wider Gottes Ehr, die Religion und ihrer kaiserlichen Hoheit
oder sonsten Hochverdächtiges und Praeiudicierliches darinen einkhumbe."
1650
Privilegsverlängerung für Franz Widmanstetter und seine Nachkommen durch Kaiser
Ferdinand II., die Buchdruckerkunst in der Steiermark exklusiv auszuüben.
Die Familie besitzt damit praktisch das Druckmonopol. Allerdings herrscht
strenge Zensur. Die geistliche Aufsicht haben Jesuiten. "Weltliche und
politische Sachen" - dazu zählen später auch Buchstabenformen und
Verkaufspreise - kontrollieren Beamte.
1656
Sebastian Haubt entwickelt die "Papierer-Ordnung", eine Berufordnung für in
der Papier-Erzeugung tätige Personen. Sie sieht neben vielen Verbesserungen
der Arbeitsbedingungen auch eine vierjährige Lehrzeit vor. Diese Ordnung
setzt sich im gesamten deutschsprachigen Raum durch. Haubt erhält den Titel
eines "Kaiserlichen Hofpapiermachers".
1659
Am 24. Jänner nochmalige Verlängerung des Druckereiprivilegs und damit der
Monopolstellung für die Offizin Widmanstetter im Herzogtum Steiermark durch Kaiser Leopold I.
1664
Franz Widmanstetter stirbt. Sein Bruder Ferdinand übernimmt den Betrieb. Ein
Jahr später wird er auch zum Bürgermeister von Graz berufen.
1668
Nach dem Tod von Ferdinand Widmanstetter erben die Kinder seiner Schwester
Maria Susanne Beckh-Widmanstetter den Betrieb. Die Firmenbezeichnung heißt
nun "Widmanstätterische Erben". Die Leitung des Betriebes lag in den
Händen von Bernhard Beckh-Widmanstetter. Kaiser
Leopold I. bestätigt am 27. Mai neuerlich das Druckereimonopol.
1684
Die Grazer Jesuiten kaufen am 4. April die Leuzendorfer Papiermühle und kontrollieren
damit neben dem Druckwesen auch die Papiererzeugung in der Steiermark.
Nach dem Tod von Bernhard Beckh-Widmanstetter übernimmt seine Witwe
die Leitung des Unternehmens. Sie heiratet den Hofkammerrat Dr. Johann Friedrich Paumann;
das Erbe geht zur einen Hälfte auf ihn, zur anderen auf Bernhards Sohn,
Ferdinand Bernhard Beckh-Widmanstetter, über. Die tatsächliche Führung des
Betriebes hat der Faktor Johann Franz Hymmer inne.
Die "Grätzer europäische Zeitung" wird einmal wöchentlich
gedruckt.
1702
Die Buchbinder Johann Gugler und Johann Friedrich Hörner beschweren sich
über die angeblich mangelhafte Arbeits-Ausführung und die überhöhten Preise
bei Widmanstetter.
1703
Die Brüder Johann Peter und Matthias Emanuel Sutor bemühen sich vergeblich
um eine Buchdruckereigenehmigung in Graz.
1705
Ferdinand Joseph Beckh-Widmanstetter, Bernhards Sohn, stirbt 25jährig und sein
Onkel, der
landschaftliche Sekretär Dr. Gottfried Beckh-Widmanstetter, übernimmt
den Betrieb.
1706
Als Gottfried im Kampf gegen die Kuruzzen fällt, erbt sein 18jähriger
Bruder, Johann Otto Beckh-Widmanstetter, die Druckerei.
Kaiser Joseph I. verleiht dem
Grazer Buchbinder und Verleger Franz Jakob Ludwig das Vorrecht für den
Vetrieb des Bauern-Calenders, "Mandl-Kalenders".
1711
Druck der "Dibbslista", die alle bekannten Diebe der Steiermark und
angrenzender Länder aufzählt, sowie der zweimal wöchentlich erscheinenden "Graetzerisch
Europäischen Zeitung".

"Neues Manifest, Betreffend ...
Raub- Dieb- Mörder- und Ziggeiner-Gesindl. Gedruckt zu Grätz / bey denen
Widmanstätterischen Erben / Anno 1713"
"Anno 1721, den 2. Augustus.
Num.62. Sambstägig Grätzerisch Europaeische Zeitung"
1721
Die Zeitung ändert ihren Titel auf zuerst "Posttäglich Grätzerisch
Außfliegender Mercurius" und dann auf "Grätzer Merkur".

Kupferstich "Wahre Abbildung der
Kayserlich- und Lands-Fürstlichen Haubtstadt Graz, wie selbe von Auf gegen
den Untergang zu sehen ist." in der "Erb-Huldigung, welche dem
Allerdurchlauchtigist-Großmächtigisten und Unüberwindlichsten Römischen
Kayser, CAROLO Dem Sechsten, Zu Hispanien, Hungarn, und Böheim König, u. a.
Als Hertzogen in Steyr, von denen gesamten Steyrischen Land-Ständen. Den
sechsten Julii 1728." Gedruckt zu Grätz/ bey denen Widmanstätterischen
Erben.
1734
Christoph Hueth sucht vergeblich um die Errichtung einer Offizin in Leoben
an.
1745
Abermalige
Verlängerung des Buchdruckerprivilegs für die Offizin Widmanstetter durch Kaiserin Maria Theresia.
1750
Eine offizielle "Taxordnung" mit Richtlinien für die Herstellungskosten von
Drucksorten wird erlassen.
1753
Schaffung einer staatlichen Büchereizensurkommission. Es erscheint der "Catalogus
librorum prohibitorum". Die "Zensurhofkommission" untersteht van Swieten,
dem Leibarzt Maria Therersias.
Johann Andreas Karl Franz Joseph Widmanstetter übernimmt als ältester Sohn
von Johann Otto Beckh-Widmanstetter
die Druckerei, für die er neues Schriftmaterial von der Druckerei Trattner
aus Wien sowie eine eigene Hausgießerei anschafft. Stolz nennt er sich
"Kais. königl. privilegierter Hof- und einer löblichen Landschaft wie auch
der Grätzerischen Universität Buchdrucker".
Neuer Grätzerischer
Schreibkalender des Jahres 1756. Grätz, zu finden bey Ludwig Rochus
Achatschitsch, Buchbinder auf der Muhr-Brucken. Links der Landes Patron S.
Rupertus, rechts der Stadt Patron S. Egidius, im Hintergrund Die Vestung mit
dem Wachthurm.
1764
Gemäß der Chronik des Pfarrers von Winklern befindet sich in Judenburg die
älteste Provinzdruckerei der Steiermark. Der erste Drucker ist unbekannt.
1765
Als
Johann Andreas Karl Franz Joseph Widmanstetter stirbt, beginnt sein Sohn
Aloys Joseph Beckh gerade 10jährig die Lehre, kann aber als Minderjähriger
den Betrieb nicht übernehmen. Es entwickeln sich langwierige
Erbschaftsstreitigkeiten.
Isaaci Newtoni: "Optices
libri tres", bei dem das Titelblatt, des bei Antonio Zatta und Giovanni
Manfre in Venedig erschienenen Werkes, durch eines von "Widmanstadil zu Graecii"
ersetzt wurde.
1767
Die Buchdrucker werden der Jurisdiktion der Universitäten entzogen und zu "Commerzialhandwerkern"
erklärt.
1770
Im Weizer Bürgerverzeichnis wird ein Buchbindermeister in Weiz erwähnt.
1771
Der "Alte Bauernkalender" - auch als "Steirischer Mandlkalender" bekannt -
wird ertsmals bei Widmanstetter verlegt. Seine Wurzeln reichen bis ins 15.
Jh. zurück. Für die großteils analphabetische Bevölkerung diente der
Kalender zur Organisation des täglichen Arbeitsablaufs. Namengebend sind die
Mandl, bunte Halbfiguren der weiblichen und männlichen Heiligen, die den
fortlaufenden Reigen über den Monatstagen und Wetterzeichen bilden. Kleine
Bildzeichen stehen für Regen, Sonne, Donner, Blitz, Mondphasen und vieles
mehr.
1775
Volljährig übernimmt
Aloys Joseph Beckh-Widmanstetter die durch den zehn Jahre
andauernden Erbschaftsstreit herunter gekommene Druckerei in Graz. Er
modernisiert und vergrößert den Betrieb. Das Impressum lautet: "Gedruckt mit
v. Widmanstättenschen Schriften".
1776
Andreas Leykam, 1752 geboren und in Wien als Buchdrucker und Buchbinder
tätig, wandert nach Graz und beginnt als Gehilfe in der Druckerei
Widmanstetter zu arbeiten.
1781
Aloys Joseph Beckh-Widmanstetter sucht bei der Wiener Hofkanzlei um Verlängerung des Hausprivilegiums
an. Gleichzeitig bemüht sich sein Gehilfe Andreas Leykam um die Genehmigung für eine zweite Druckerei. Und während das
Gesuch von Aloys abgelehnt wird, erhält
Andreas Leykam durch ein Hofdekret Kaiser Josephs II. vom 30. September die Erlaubnis, in Graz eine Druckerei auf "eigene
Kosten und Gefahr" zu errichten. Das Widmanstettsche Druckmonopol
ist zu Ende gegangen. Aloys Beckh-Widmanstetter und Andreas Leykam einigen sich auf gleiche Preise.
Andreas Leykam
1782
Andreas Leykam kauft in der Stempfergasse 9 für seine Druckerei und Wohnung
ein Haus.
1783
Die Eröffnung einer dritten Druckerei in der Hofgasse 26 in Graz durch Franz
Anton Royer, Sohn eines Preßburger Buchdruckers und Gatte von Maria Anna
Theresia Beckh, wird für Widmanstetter zum Ruin.
Joseph
Andreas Kienreich erwirbt das Haus Sackstraße 6 und führt es als
Buchhandlung.
1785
Andreas Leykam übernimmt von Beckh-Widmanstetter die Druckstöcke zum Neuen
Bauerncalender,
"Mandlkalender" genannt, der von da an bis heute im
Leykam-Verlag
erscheint.
Als Konkurrenzblatt zum Beckh-Widmanstetterschen "Allgemeinen
Zeitungsblatt für Innerösterreich" lässt Andreas Leykam die "Grätzer
Zeitung" erscheinen. Zu deren ersten Chefredakteur bestellt er den Tiroler
Michael Ambros, einen in Wien geborenen Bänkelsänger.

Die "Grazer Zeitung" vom
3. Februar 1787 als Nachdruck "Des Wienerblättchen", der ersten
österreichischen Zeitung vom 3.8.1783.

"Verzeichniß der numerirten
Häuser der k.k. Hauptstadt Graz" von 1783 - "Mandlkalender" auf das Jahr
1794
1788
Am 5. April Freigabe des Druck- und Buchhandelsgewerbe durch Kaiser Joseph
II.
1789
Druckerei von Anton Tedeschi. Er druckt das erste Heft der "Zeitung für
Damen und andere Frauenzimmer"
1790
Der aus Steyr stammende Franz Georg Schröckenfuchs arbeitet zunächst bei
Leykam, bevor er eine eigene Druckerei betreibt, die mehrere Zeitungen
herstellt.
1791
Joseph Andreas Kienreich beschäftigt in seiner Druckerei in der Sackstraße
zehn bis zwanzig Setzer und drei bis vier Drucker. Er gibt die Zeitung "Der
katholische Wahrheitsfreund" heraus.
1792
Leykams Schriftleiter,
Michael Ambros, gründet seine eigene Druckerei. Er druckt die Blätter
"Bauernzeitung" und "Der Biedermann". Vergeblich bemüht er sich, auch in
Bruck an der Mur eine Druckerei zu gründen.
1793
Die seit 1517 in der Wienerstraße bestehende Leuzendorfer Papiermühle wird
von Andreas Leykam mit 14 Stampflöchern, einem Holländer und einer
Hadernschleifmaschine ersteigert und zur größten Papierfabrik der Monarchie
ausgebaut. Die Jahresproduktion beträgt 429 Ballen.
Die Offizin samt
Letternmaterial von Anton Tedeschi geht an Kaspar Rodlmayr über.
1794
Der Schriftsteller Johann von Kalchberg übernimmt Schröckenfuchs Offizin und
führt sie an der gleichen Adresse weiter. Er druckt die "Grazer
Bürgerzeitung", deren Schriftleiter der dortige Direktor Franz Schram ist.
1795
Hofdekret von Franz II.: Jene Personen. die durch frechen Tadel in
öffentlichen Reden, Schriften oder bildlichen Darstellungen dafür Anlaß
geben, daß die Gemüther zum Mißvergnügen gegen Regierungsform,
Staatsverwaltung oder Landesverfassung aufgewiegelt werden könnten, sind als
Kriegsverbrecher zu behandeln und mit hartem Kerker von fünf bis zehn Jahren
zu bestrafen.
Der Buchhändler und Verleger Johann Andreas Kienreich übernimmt die
Druckerei von Kaspar Rodlmayr. Er gibt das "Grätzerische Kochbuch" von J. M.
heraus.
In Marburg gründet Leopold
Kralik eine Buchdruckerei.
1796
Albin Stifter betreibt in Judenburg die Druckerei "Schwarzenberghof".
In Graz kauft Andreas Leykam
am 25. Juni die
in finanzielle Schwierigkeiten geratene Druckerei
von Michael Ambros auf und vereinigt die Zeitungen "Der Biedermann",
"Steirische Bauernzeitung" und "Zeitung für
Damen und andere Frauenzimmer" mit seiner "Grätzer Zeitung".
Am 1. Juli erwirbt Leykam außerdem
die Druckerei des Schriftstellers Johann von Kalchberg samt dessen "Bürgerzeitung"
und die kleine Druckerei des Franz Georg von Schröckenfuchs.
In Graz arbeitet auch die
kleine Offizin des Franz August Aufhammer.
1797
Erweiterung der "Grazer Zeitung" durch einen "Sonnabendanhang", einer
Wochenendbeilage für Damen.
1800
Johann Andreas Kienreich kauft die Papiermühle Pruggmayr.
1805
Druckerei der Gebrüder Georg und Carl Tanzer in Graz, die auch Besitzer der
Papierfabriken in Thalberg und Ratschach sind. Geschäftsführer der mit
technischen Mitteln gut ausgestatteten Druckerei ist Faktor Regen. Sie
drucken unter anderem "Biographien merkwürdiger Männer der österreichischen
Monarchie", die "Geschichte des Herzogthums Steiermark", die "Biographischen
und litterärischen Nachrichten von Schriftstellern und Künstlern, welche in
dem Herzogthum Steyermark geboren sind", Schreiners Monographie über "Grätz"
oder die neuen Folgen der "Steyermärkischen Zeitschrift".
1806
Am 18. März neue strenge Zensurvorschriften mit dem Verbot des Nachdruckes
von Werken ohne Genehmigung des Verfassers.
Trotz der Besetzung Graz
durch die Franzosen kauft am 9. April Andreas Leykam zum Preis von 16650
Gulden schließlich auch die
Beckh-Widmanstettersche Druckerei und das "Allgemeine Zeitungsblatt für
Innerösterreich" und übernimmt damit die Führung im Grazer
Druckgewerbe. Am 1. Oktober erwirbt er für seine Offizin das benachbarte
Adelspalais von Johann v. Kalchberg in der Stempfergasse Nr. 7.
1812
Die "Grazer Zeitung" wird durch die Kulturbeilage "Der Aufmerksame"
(bis 1858)
erweitert, in welcher die Ideen Erzherzog Johanns im Sinne der Volksbildung der Bevölkerung nahe
gebracht werden. Leiter dieser literarischen Wochenschrift ist der
Schriftsteller und Maler Ignaz Kollmann.
1816
Jacob Böck bekommt in Judenburg die Erlaubnis zur Errichtung einer
Druckerei.
1817
Der Steindrucker und Buchbinder Josef Franz Xaver Kaiser ist der erste
Flachdrucker außerhalb Wiens. In seiner lithographischen Anstalt betreibt er
fünf Steindruckpressen. Er erkennt die Publikumswirksamkeit lithographischer
Landschaftsdarstellungen in der Biedermeierzeit und druckt die "Kaisersche
Suite", Serien "Lithographischer Ansichten der steiermärkischen Städte,
Märkte und Schlösser".
1819
Gründung der ersten Provinzdruckerei in Bruck/Mur, Mittergasse 8, durch den
Schriftsetzer Jakob Veith, der von der Druckerei Kienreich in Graz kommt.
1821
Erzherzog Johann begründet die "Steyermärkische Zeitschrift" - eine der
bedeutendsten Publikationen des Vormärz -, die Johann Andreas Kienreich
herausgibt und bei der Johann von Kalchberg als Redakteur tätig ist.
Alois Vollmann betreibt in
der Kaserngasse in Judenburg eine Druckerei und stellt als Kreisbuchdrucker vor allem
behördliche "Currenden" (Verordnungen) her.
1823
Nach dem Tod von Jakob Veith wird der zweite Gatte der Witwe Maria Veith,
der Buchdrucker Johann von Alpassy, Besitzer der Druckerei.
1826
Andreas Leykam stirbt am 12. November im Alter von 74 Jahren. Er hinterlässt
ein blühendes Unternehmen, bestehend aus der Buchdruckerei mit 14
Handpressen, dem Zeitungsverlag und
der Leuzendorfer Papiermühle auf der oberen Lend. Universalerben
sind die Kinder seiner Tochter Elisabeth Lenk, Friedrich und Elise. In seinem Testament verfügt
Andreas Leykam, dass die Firma für alle Zeiten den Namen "Leykam" tragen
muss, woraus sich die Namensänderung auf "Andrä Leykam's Erben" ergibt.
1827
Übersiedlung der Kreisbuchdruckerei von Maria Veith und ihrem Gatten Johann
v. Alpassy in Bruck/Mur in das Flößmeisterhaus Wienergasse 5
(heute Herzog-Ernst-Gasse 5).
Die Kienreichs zählen zu den
angesehensten Grazer Bürgern, bei denen Künstler und Gelehrte verkehren. Im
September ist Franz Schubert in ihrem Haus zu Gast. Kienreich druckt zwei
seiner Lieder: "Im Wald" und "Auf der Brücke".

Konzertankündigung für Samstag,
den 8. September 1827 mit einem Stück von Franz Schubert
1830
Johann Schütz gründet in Marburg a.d. Drau eine Druckerei.
1831
Die "K.k. Steiermärkische Gubernial-Lithographie" oder "K.k. Gubernial
lithographische Anstalt" wird gemäß einer erlassenen Verfügung des
Guberniums (Verwaltungsbezirk) unter der Amtsführung von Vizepräsident
Matthias Constantin Graf von Wickenburg am 20. Juli eingerichtet. Am Tage
des Beschlusses zu ihrer Gründung wird als ihre Aufgabe die lithographische
Anfertigung der für die Verwaltungstätigkeit im gesamten Guberniumsbereich
benötigten Blanketten, Tabellen, und Drucksorten festgelegt. Die
Arbeitsstätte im Gubernial-Expedit in der Grazer Burg ist vorerst nur mit
einer hölzernen, eigens verfertigten Hebelpresse eingerichtet. Unter der
Oberleitung des Gubernial-Expeditdirektors Anton von Geiter wird am 26.
September die Tätigkeit aufgenommen. Die direkte Leitung hat
Gubernial-Expeditpraktikant Ferdinand Steinhauser inne; als erster
Steindrucker fungiert der gebürtige Bayer Heinrich Größer (Greßer).
1832
Ankauf einer zweiten gusseisernen Presse für die "K.k. Gubernial
lithographische Anstalt".
Unter der Führung von
Friedrich Andreas Lenk wird in der Buchdruckerei "Andreä Leykam's Erben" eine
Lithographie-Abteilung eingerichtet, die ersten Endlos-Papiermaschine
in Betrieb genommen sowie eine der ersten Schnellpressen
Österreichs angekauft.

Ansicht der k.k. Landespriv.
Maschinen Papierfab. des Herrn Friedrich Lenk zu Grätz, auf der oberen Lend
(Wienerstarße 91).

Ansicht der Papiermaschine in der k.k.priv. Maschinen Papierfabrik des Herrn
Friedrich Lenk in Grätz
1836
Heribert Lampel, der bei Josef Kaiser das Buchbindereihandwerk erlernt hat,
eröffnet eine eigene Buchbinderei, der er ein Jahr später eine
Lithographische Anstalt hinzufügt. Die Firma wird mit Außenstellen in
Marburg, Cilli und Judenburg erweitert. Es erscheinen die Lithographiereihen
"Album des Gratzer Schloßberges und seiner neuen Anlagen" mit
Tonlithgraphien des Malers Josef Kuwasseg, das große Festblatt der Hymne
"Hoch vom Dachstein an", die Reproduktion der Darstellung der Stadt Graz im
Palazzo Vecchio in Florenz sowie die Zeitschrift "Die Wahrheit" (später "Der
katholische Wahrheitsfreund").
Album des Gratzer Schloßberges, 1842-45
1838
Gründung der Papierwarenfabrik und späteren Akzidenzdruckerei "Franz Plentl".
Im Herbst Gründung einer Papiermühle durch Karl Cleber in Gratkorn.
1839
In der "K.k. Gubernial lithographischen Anstalt" kommt es zur Aufstellung
einer dritten Presse, einer Spindelpresse. Im Protokoll einer
kommissionellen Erhebung wird die Gesamtjahresleistung der drei
Pressen mit ca. 375000 Abdrücken angegeben.
1841
Nach dem Tod von Alois Vollmann führt dessen Witwe die Druckerei in
Judenburg weiter.
1845
Joseph Andreas Kienreich erbt von seinem verstorbenen Vater Johann Andreas
Kienreich die Buchhandlung, Druckerei und Papierfabrik. Er arbeitet mit zwei
Schnellpressen und zwei Handpressen und druckt das gegründete
"Innerösterreichischen Industrie- und Gewerbeblatt".
Druck
von J. A. Kienreich um 1848 in Graz
1847
Johann Stifter übernimmt von der Witwe Aloys Vollmanns die Druckerei in Judenburg. Er arbeitet mit zwei
Handpressen und gibt das "Judenburger Wochenblatt für Stadt und Land
mit der besonderen Berücksichtigung der gemeinnützigen Interessen aller" heraus.
1848
Das Wochenblatt "Der Katholischer Wahrheitsfreund" erscheint.
Nach einem Arbeiteraufstand im Revolutionsjahr verkauft Friedrich Andreas
Lenk seinem Halbbruder Jakob Lenk und seinem Schwager Dr. Carl Steiner
die Druckerei, während er sich selbst die Papierfabrik behält. Beide
Unternehmen beginnen unter dem gemeinsamen Namen "Andreä Leykam's Erben"
getrennte Wege zu gehen.
Am 1. Oktober wird der "Buchdrucker-Krankenunterstützungsverein in Graz"
durch 52 Buchdrucker der Firmen Leykam, Kienreich und Tanzer gegründet. Als
erster Obmann und Hauptkassier fungiert Adolf Moldt.
1849
Am 18. Februar Eröffnung der "Lithographischen Kunstanstalt und
Steindruckerei" im Haus Bürgergasse Nr. 14 in Graz durch Josef Agath.
Ab 15. August wird in der Druckerei Tanzer
die Damenzeitung "Iris" gedruckt.
1850
Umwandlung des "Buchdrucker-Krankenunterstützungsvereines" in den
"Buchdrucker-Krankenverein zur Unterstützung erkrankter und reisender
Mitglieder der Buchdrucker- und Schriftgießerkunst".
In Bruck/Mur wird der Sohn Jakob Veiths,
Anton Engelbert Veith, Besitzer der Offizin. Er betreibt zeitweise auch eine
Steindruckerei.
Direkte und nahtlose Fortsetzung der "K.k.
Gubernial-Lithographie" in Graz unter dem neuen Namen "K.k. Steiermärkische
Statthalterei-Lithographie".
1851
Erscheinen des "Wochenblattes der k.k. Landwirtschaftsgesellschaft" in der
Druckerei "Leykam's Erben".
1852
In Pettau gründet Wilhelm Blanke eine Buchdruckerei, in der 15 Arbeiter
beschäftigt sind.
1853
Karl Tanzer übernimmt die Geschäftsleitung der Lohndruckerei am
Jakominiplatz 31, der auch eine eigene, in Rohrach, im Bezirk Thalberg,
gelegene Papierfabrik zur Verfügung steht.
Papierfabrik von Jacob Syz,
B. Ziegler & Co. in Gratkorn.
signiert und datiert: "Joh. Passini, 1853"
1854
In Judenburg übersiedelt
Johann Stifter seine Druckerei in das Haus Edelbastei 3, wo er mit 2
Handpressen arbeitet. Er übernimmt auch die Druckerei "Schwarzenberghof"
mit der zweiten Judenburger Zeitung des "Murboten".
1855
In Graz gibt es drei Buchdruckereien (Leykam, Kienreich, Tanzer) und vier
Steindruckereien (Kaiser, Lampel, Fuchs sowie die
Statthaltereilithographie).
Das deutsch-nationale Anzeigenblatt "Grazer Telegraph" wird durch den Buchhändler Karl Mühlfeith am 25. Februar gegründet und bei Karl Tanzer gedruckt. Nach dem
Tod von Georg und Karl Tanzer führt Faktor Regen den Betrieb weiter.
Gründung der Steindruckerei
"Theodor Schneider"
1856
Am 17. Jänner erscheint erstmals die national-liberale Zeitung "Tagespost" in der Buchdruckerei
"Andreas Leykam's Erben", in der bereits vier Schnellpressen und sechs
Handpressen in Betrieb stehen. Weiters erscheinen hier am 30. Juni der
"Grazer Tagesbothe" und am 26. Juli das "Intelligenzblatt", der erste
Straßenanzeiger in Plakatform.
Nr. 1 der Tagespost vom 17.
Jänner 1856
Der Buchbinder und Inhaber einer
lithographischen Presse, Heribert Lampel, besitzt einen Betrieb in der
Grazer Jungferngasse.
1858
Joseph Vogl ist Oberfaktor der Buchdruckerei
"Andreas Leykam's Erben" in Grazantwortlichen Redacteur MartiniJJ
Einrichtung einer zusätzlichen Steindruckerei durch Engelbert Veith in der
Wienerstraße 5 in Bruck/Mur und Druck des Wochenblattes
"Erheiterungsstunden".
1859
am 5. April Druck der Nr. 75 der "Grazer Zeitung" im Verlag von A. Leykam's Erben unter dem verantwortlichen Redacteur Martini

1860
Weitere Vergrößerung des Brucker Betriebes durch den Ankauf des Hauses
Burggasse 1.
Franz Jamnik gründet in Graz
eine Kunst- und Papierhandlung, die eine beschränkte Konzession als
Akzidenzbuchdruckerei bekommt
1862
Am 10. Februar wird unter dem Bürgermeister Moritz Ritter v. Franck auf
Grund eines Beschlusses des Grazer Gemeinderates die "Grazer Städtische
Steindruckerei" (die spätere "Städtische Amtsdruckerei") ins Leben gerufen, deren Steindruck-Sternpresse in einem
Raum des Grazer Rathauses Platz findet. Städtischer Lithograph wird Josef Moisi.
Dr. Albert Viktor Svoboda,
ein gebürtiger Prager und späterer Gymnasiallehrer in Marburg, übernimmt als
Chefredakteur von Josef Kulnigg die Leitung der "Tagespost"
Die
"Tagespost" Chefredakteure Kulnigg und Dr. Svoboda.
1863
Der Bayer Joseph Vogel, zuvor Faktor bei Leykam in Graz, eröffnet in Leoben
die erste Buchdruckerei und gründet das "Leobner Wochenblatt", eine
"Zeitschrift für literarische Unterhaltung und obersteirische Interessen". Das
Erscheinen wird nach 26 Nummern eingestellt. Die Druckerei selbst ist jener
von Bruck angeschlossen, da außer Graz nur die vier Kreisstädte Marburg,
Cilli, Bruck und Judenburg Druckereien besitzen dürfen.
1864
August Pappermann gründet eine Steindruckerei, in der u.a. Musikdrucke von
Anselm Hüttenbrenner oder die handgeschriebenen Bühnenstücke von Carl Morre
vervielfältigt werden.
Der Chefredakteur der "Grazer Tagespost", Dr. Adalbert Svoboda, entdeckt das
schriftstellerische Talent
Peter Roseggers und ermöglicht diesem, für die "Tagespost" zu
schreiben.
Peter Rosegger 1865 in seinem
Tagebuch: "Als meinem größten Wohlthäter, durch welchen mir meine
gegenwärtige Existenz in Graz möglich gemacht wird, nenne ich: Sr.
Wohlgeborenen Herrn Dr. A. V. Svoboda. Redakteur der "Tagespost". Er
schrieb in der Zeitung einen Artikel über mich "Ein steirischer
Volksdichter" und machte dadurch auf mich aufmerksam. Er gab mir Kleider,
verschaftte mir Bücher, vermittelte mir persönlich edle Wohlthäter, leitet
meine Bildung, und sorgt überhaupt für meine leiblichen und geistigen
Bedürfnisse.
1866
Der Buch- und Papierhändler Josef Pock, der die Druckerei Tanzer übernommen
hat und die erste Steindruck-Schnellpresse der Steiermark besitzt, druckt
die belletristische Zeitschrift "Gartenlaube für Österreich" des damals in
Graz, in der Jahngasse 9 - dem späteren Elternhaus von Dr. Karlpeter Elis -
lebenden Leopold Sacher-Masoch.
Sacher-Masoch, der Herausgeber
der "Gartenlaube für Österreich", und sein Wohnhaus in Graz,
Jahngasse 9.
Dr. Ungar-Szentmiklosy,
Druckereibesitzer aus Wien, eröffnet in Graz die kleine Offizin "Zum
Guttenberg" und druckt den "Telegraph" weiter.
1867
Gründung der Buchdruckerei Alexander Bauer in Graz, Annenstraße 19.
Unter der Leitung des Stadtpfarrers Dr.
Johann Riedl gründen die Univ.Prof. Maaßen und Tewes, der Advokat Rintelen
und Baron Buol das "Grazer Volksblatt".
1868
Die erste Nummer der neuen katholisch-konservativen Zeitung "Grazer
Volksblatt" wird am 1. Jänner in der Buchdruckerei
Kienreich in der Sackstraße 13 gedruckt. Die Druckerei beschäftigt zu dieser
Zeit 20 Setzer und vier Drucker und verfügt über eine Handpresse und zwei
Schnellpressen.
Ab August erscheint das bäuerliche Familienblatt "Sonntagsbote"
als Beilage zum Volksblatt. Johann Karlon wird Chefredakteur.
Die Buchdruckerei J. A. Kienreich (spätere Druckerei "Gutenberg"), in der
Sackstraße 13, in der das Heimatkundliche Werk von
1860 sowie die Nr. 1 des "Grazer Volksblatts" vom 1. Jänner 1868
unter Chefredakteur Johann Karlon gedruckt wird.
Gründung der "Lithographischen Kunstanstalt",
der späteren Firma Alfred Wall, durch den Schweizer Bankier August Matthey. Auf
großformatigen Steindruckpressen werden Kunstdrucke und Etiketten
hergestellt, die bis nach China und Südamerika exportiert werden.
Die Lithographische Kunst-Anstalt August Matthey in der Merangasse 70.
Am 18. September übernehmen die Brüder
Wilhelm und Ferdinand Essmann, Buchhändler aus Triest, die vom Wiener Dr.
Ungar-Szentmiklosy errichtete Buchdruckerei "Zum Gutenberg" in der
Sackstraße.
1869
Die Druckerei "Zum Gutenberg" wird geschlossen und die Zeitung "Telegraph"
eingestellt. Das "Grazer Volksblattes" übersiedelt zur Druckerei Pock auf
den Jakominiplatz 31.
Von der
Druckerei Josef Pock übernimmt wiederum der Maschinenmeister August Wepner den Druck der "Freiheit", einer "Zeitschrift für
ernsten Fortschritt und heitere Unterhaltung". Außerdem stellt er auch die
ersten Nummern des "Freidenkers" her.
Am 15. September erfolgt die Konstituierung
des "Katholisch-konservativen Volksvereines", des späteren "Katholischen Preßvereines" in der Diözese Graz-Seckau. Gründer und erster Direktor ist
Prälat Dr. Alois Karlon, erster Obmann wird Alfred Graf Des Effants
d'Avernas. Die Motivation dafür war als Widerstand gegen eine sich in dieser
Zeit ausbreitende Gegnerschaft zur Kirche klar definiert.
Prälat Dr. Alois Karlon und
Alfred Graf Des Enffants d'Avernas
Die Firma Leykam wird unter
der Leitung von Albin Lenk am 24. Dezember unter dem neuen Namen
"Aktiengesellschaft Leykam-Josefsthal für Papier und Druckindustrie" in das
Handelsregister eingetragen.
Firmenetikette der
Buchdruckerei, Schriftgießerei & Graviranstalt der A. Leykam's Erben in Graz
um 1869
1870
Eröffnung der eigenen "Vereinsdruckerei" des Katholischen
Preßvereines. Die Druckereiräume befinden sich im
Parterre des Stainzerhofes. Die Leitung der mit 25 Handsetzern und zwei
Schnellpressen ausgestattete Druckerei übernimmt der ehemalige Faktor der Firma
Kienreich, Karl Schröder. Alois Karlon ist Direktor der Druckerei. Auch die in der Zwischenzeit bei der Druckerei Pock am Jakominiplatz 31 gedruckte Zeitung des
"Grazer Volksblattes" wird übernommen und mit der neuen Beilage
"Christlicher Feierabend" ergänzt. Der spätere Chefredakteur,
Monsignore Josef Zapletal tritt in die Redaktion ein. Der
"Sonntagsbote" wird mit Hilfe von Baron Gudenus und die Fürsten Alfred und
Alois Liechtenstein als selbstständiges Wochenblatt heraus gegeben.
Die Vereinsdruckerei des
Katholischen Preßvereins im Stainzerhof.
Am 1. April wird der "Fortbildungsverein" in
den "Kronlandsverein für Buchdrucker und Schriftgießer Steiermarks"
umgewandelt und ist nun für die Arbeitnehmer des gesamten steirischen
Gewerbes zuständig.
Die Druckereien Kienreich und Josef Pock
(vormals Tanzer) sowie die
Papierfabrik Jakob Syz in Gratwein werden von der Firma Leykam gekauft. Am 20. September
werden die Leykam'schen Familienbetriebe in eine Aktiengesellschaft
überführt. Zur "Actien-Gesellschaft Leykam-Josefsthal für Papier- und
Druckindustrie" gehören nun neben den Buchdruckereien Leykam, Pock und Kienreich
die Papierfabriken Leutzendorf, Graz-Sacktor, Gratwein und Josefsthal bei
Laibach sowie mehrere Holzschleifereien in Krain. Erster Generaldirektor wird
der Sohn von Friedrich Andreas Lenk, Albin
Lenk, erster Präsident Jakob Syz.

Leykams Papierfabriken in der
Wienerstraße 91 in Graz und in Josefsthal bei Laibach an der Einmündung des
Laibaches in die Save
Die Druckerei "Gutenberg" wird vom
Bankhaus Titus Koppitsch wieder ins Leben gerufen.
1871
"Gutenberg" kauft das benötigte Druckzeug von August Wepner ab und
druckt die "Allgemeine Frauenzeitung" und die "Social-Reform", die erste
frauenemanzipatorische Zeitschrift in der Steiermark.
Am 22. Jänner
Generalversammlung des Vereines der Buchdrucker und Schriftgießer
Steiermarks mit der Neuwahl folgenden Ausschusses: Obmann Johann Janota,
Stellvertreter Ferdinand Schönhofer, Schriftführer Ludwig Schönhofer und
Cassier Josef Brenner.
Da der Obmann seine Stelle niederlegt wird am 12. März Ferdinand Schönhofer
zu seinem Nachfolger und Julius Müller zu seinem Stellvertreter gewählt.
Am 15. Mai Beitritt der Marburger und Cillier Kollegen zum Verein.
Der "Vereinsdruckerei" am Stainzerhof wird
eine Verlagsbuchhandlung angegliedert.
Vereinsbuchhandlung
Gründung einer Steindruckerei
durch Ferdinand Hanel in Graz.
1872
Der Kunstlithograph Ernest
Matthey richtet in der Nachbarschaft seines Bruders August mit einer
Schnellpresse und 3 Handpressen ebenfalls eine Steindruckerei ein. Die
Brüder haben sich von Anbeginn ihre Arbeitsgebiete geteilt: Während sich
August auf den Etikettendruck spezialisiert, steht bei Ernest der Akzidenz-
und Plakatdruck im Vordergrund.
Grafische Musterblätter der
Steindruckerei Ernest Matthey
Bei Leykam werden die bis jetzt manuell
betätigten Schnellpressen mit Dampf betrieben.
Johann Janotta unterhält eine
kleine Zeitungs- und Akzidenzdruckerei mit 1 Hand- und 3 Schnellpressen.
Unter anderem erscheinen bei ihm die Halbmonatsschrift "Frauenblätter", das
"Grazer Wochenblatt", die "Mitteilungen des steiermärkischen
Gewerbevereines" sowie die einzige rumänische Zeitung Steiermarks "Amicul
Familici".
1873
Am 6. März entsteht der ehemalige Kronlandsverein als "Verein für
Buchdrucker und Schriftgießer Steiermarks" neu und arbeitet mit dem
"Unterstützungsvereines für Buchdrucker und Schriftgießer in der Steiermark"
zusammen.
Die Genossenschaft kauft die kleine Druckerei der Brüder Karl und Josef
Huber auf und durch die Gehilfen August Wagner und Alexander Bauer wird die "Erste Steiermärkische
Genossenschafts-Buchdruckerei" gegründet. Man druckt u.a. Die "Grazer
Vorstadtzeitung" und die "Grazer Monatszeitung".
Die Druckereieinrichtung der Firma
"Gutenberg" wird als Konkursmasse vom Görzer Advokaten Dr.
Heinrich Vittorelli
erstanden.
Der Papierhändler Johann Otto
eröffnet eine Akzidenzdruckerei mit beschränkter Haftung.
1874
Schaffung einer "Konditionslosenkasse" für arbeitslose Buchdrucker in der
Steiermark.
1875
Auf Beschluss des Steiermärkischen Landesausschusses wird die
"Steiermärkische Landeslithographie" (auch "Landschaftliche Lithographie")
im Landhaus zu Graz eingerichtet. Erster Leiter der mit einer händisch zu
bedienenden Steindruck-Sternpresse ausgestatteten Druckerei wird Franz Karl.
In Mureck arbeitet der aus Mähren stammende
Drucker Slavik.
In Bruck an der Mur scheint
Anton Veith als Besitzer der Druckerei auf. Er beschäftigt drei Arbeiter.
In Judenburg folgt Albin
Stifter seinem Vater Johannes Stifter nach dessen Tod als Inhaber der
Druckerei nach.
Murau ist Sitz der
Buchdruckerei und Buchbinderei August Helfer, der ab 1895 den "Obermurtaler
Boten" druckt und später auch in Tamsweg eine Filiale betreibt.
1876
Der Setzer August Wagner übernimmt um 5500 Gulden die liquidierte "Erste Steiermärkische
Genossenschaftsdruckerei" in Graz.
Karl Huber unterhält eine
eigene Druckerei und druckt "Die socialdemokratiche Arbeit, Organ der
Arbeiter Österreichs" und die "Österreich-alpenländische Eisenbahnzeitung".
Die Firma "Th. Schneiders
Witwe & Presuhn" verfügt über eine Steindruckerei mit 10 Hand- und 2
Schnellpressen sowie eine Verlagsbuchhandlung. 47 Mitarbeiter sind
beschäftigt.
Die Druckerei Leykam
beschäftigt 240 Mitarbeiter und verfügt für den Buchdruck über 8 Handpressen
und 14 Schnellpressen, für den Steindruck über 15 Hand- und 2 Schnellpressen
sowie über 2 Gießmaschinen. Außerdem besitzt man eine Buchhandlung und sechs
Papierfabriken. Die Druckereileitung liegt bei Karl Thamm, einem geborenen
Breslauer, der vorher in Stettin, Berlin, Wien und beim Österreichischen
Lloyd in Triest tätig war.

Ansicht von Eggenberg, Abbildung
von Carl Reichert (1863) im 1878 von der Lithographischen Anstalt
Leykam-Josefsthal gedruckten Topographisch-geschichtlichen Lexikon von
Steiermark des Joseph A. Janisch.
Peter Rosegger gründet die
volkstümliche Monatszeitschrift "Heimgarten", die bei Leykam heraus gegeben
wird. Mitarbeiter sind unter anderem R.
Hamerling,
L.
Anzengruber, F.
Schlögl und H. Grasberger.
Nr.1 der Monatszeitschrift "Heimgarten" vom Oktober 1876
Graz besitzt zwei gemischte Betriebe (Leykam und Gutenberg), vier
Buchdruckereien (Preßverein, Janotta, Huber, Otto) und sieben
Steindruckereien (Hanel, Leitner, A. Matthey, E. Matthey, Pappermann, Rabe,
Schneiders Wtw.).
1877
Die von Kott gegründete Zeitung "Leobner Wochenblatt" wird unter dem Titel
"Obersteirerblatt" vom Buchdrucker Karl Jilg am 7. Jänner erstmals in Bruck
gedruckt.
1878
Karl Jilg kauft von Anton Veith dessen Druckereibetrieb in Bruck.
1879
Der neue Name der ehemaligen "Vereinsdruckerei" in Graz lautet:
"Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung Styria".
Heinrich Schlick wird der neue Inhaber der
Judenburger Druckerei.
1880
Beginn des Eigenverlages und einer primitiven Hausdruckerei durch den
Volksschullehrer und Komponisten Eduard Brunner für seine Musikschule in
Bruck/Mur.
Josef Agath d. Ä. gründet im
Haus der Bürgergasse 14 in
Graz eine Lithgraphische Kunstanstalt und Steindruckerei.
Joseph Agath d. Ä. (1849-1901)
1881
Für die Lehrlinge der Druckerei "Styria" wird eine interne Fachschule ins
Leben gerufen.
Konstituierende Versammlung des "Fach- und
Unterstützungsvereines der Buchbindergehilfen" am 20. August in Graz.
1882
Der in Gmunden und Wien gelernte Anton Grill arbeitet in Bad Aussee als
Buchdrucker. Zusätzlich betreibt er einer Papierhandlung sowie Filialen in
Liezen und Gröbming. Bei ihm erscheint ab 1885 die Zeitung "Steirische
Alpenpost".
1883
Bei der Firma Leykam kommt es zur Trennung zwischen der Druckerei samt
Verlag und
der Papiererzeugung. Im April werden die
"Druckerei- und Verlags-Actiengesellschaft Leykam" mit dem Sitz in Graz
und die "Papier- und Zellstoffindustrie Leykam-Josefsthal" in Gratkorn mit
dem Sitz in Wien gegründet.
Die bei Leykam
gedruckte
"Tagespost" mit ca. 10000 Exemplaren Auflagenhöhe verfolgt eine
deutsch-national-liberale Blattlinie; Chefredakteur ist Raab von Rabenau.
Die Leykam-Josefsthal umfasst folgende Betriebe: Die Grazer Papierfabriken
Leuzendorf und Kienreich, die Papierfabrik St. Stefan in Gratwein, die
Papierfabrik Josefsthal bei Laibach, die Holzschleiferei in Zwischenwässern
und Verje an der Save, die Deckelfabrik in Görtschach, die Fabriken in Wien
und Triest sowie das Kohlenbergwerk in Hörgas-Rein.
Die Arbeitsbedingungen
und die Hygiene in der Leykam-Josefsthal waren katastrophal. Seuchen und Epidemien
machten den Beschäftigten hart zu schaffen; dazu kam eine Arbeitszeit von
täglich zwölf Stunden, nur die Kinderarbeit war mit zehn Stunden am Tag
geregelt.
Am 1. Juli steigt Kaiser Franz Joseph I. am Bahnhof in Gratwein aus dem Zug
und besucht die Leykam.
1885
Im Mai
Ankauf des Hauses Maigasse (Klosterwiesgasse) 44 in Graz für den "Verein für
Buchdrucker und Schriftgießer".
Erstmaliges Erscheinen der "Leobner
Rundschau", die später in "Obersteirische Volkszeitung" umbenannt wird.
1886
In Leoben übernimmt nach dem Tod von Joseph Vogel dessen Sohn Karl Theodor
Vogel den Druckereibetrieb.
Die Buchdruckerei "Styria", der der Titel "K.k. Universitätsbuchdruckerei"
verliehen wird, übernimmt den Druck der "Grazer Zeitung". Außerdem wird der
Druckerei ein Drucksorten- und Bücherverlag angeschlossen. Fritz
Finselberger wir am 27. Dezember Direktor.

Generaldirektor des Katholischen
Preßvereins Monsignore Josef Zapletal mit seinem Nachfolger Dr. Franz Puchas.
In Graz existiert eine "Typographische
Anstalt" des Maschinenmeisters Ferdinand Tisso.
Dr. Vittorelli verkauft die
Firma "Gutenberg", die 90 Personen zählt und als Inventar 3 Hand-, 4
Schnell- und 3 Steindruckpressen mit Dampfbetrieb aufweist, an den
bisherigen Direktor Ignaz Wosetzky und den Bäcker A. Strohschneider.
Ab Dezember erscheint die
"Tagespost" zum 3. Mal seit seiner Gründung im Großformat, um einer
ebenfalls im Großformat geplanten Zeitung der Antiseminten-Partei durch die
Gutenberg-Druckerei zuvor zu kommen.
1887
Die Druckerei "Gutenberg" in der Sackstraße 13 in Graz wird um 80000
Gulden vom Katholischen Preßverein angekauft. Die Leitung hat Karl Gelbmann.
Die Druckerei Leykam bekommt
im März eine Rotationsmaschine. Die "Tagespost" zählt nun zu den modernst
hergestellten und bestens "aufgemachten" österreichischen Tageszeitungen.
Die Papier- und Zellstoffindustrie Leykam-Josefsthal kauft die Werke des
Barons Hector Ritter von Zahony in Spittal an der Drau, die Holzstofffabrik
in Thörl-Maglern und die Papierfabrik Podgora bei Görz.
Der "Konditionslosenkasse"
wird der "Wohltätigkeitsklub der Buchdrucker in der Steiermark" angefügt.
1888
Am 1. Jänner verkauft die Witwe Jilgs die Druckerei in Bruck/Mur an den
ostpreußischen Buchdrucker Ignaz Widinsky
Die Druckerei der "Steiermärkischen
Landeslithographie" wird in das Haus Raubergasse 11 des steirischen
Landhauses verlegt und eine Steindruckpresse installiert.
Erstmaliges Erscheinen des "Amtlichen Grazer
Adreßbuches" bei der Styria in Graz.
1889
Josef Huber, der zuvor eine Druckerei in der Grazer Strafanstalt betrieb,
unterhält am Jakominiplatz 19 eine Offizin.
1890
Josef Hubers Druckerei wird von Ludwig Hauswirth übernommen, einem aus Wien
stammenden Setzer und Fachlehrer. Er druckt das Blatt "Der Arbeiterwille,
Socialdemokratisches Organ des arbeitenden Volkes der Abendländer".
Die Brucker Druckerei wird am 1. Jänner Eigentum vom
Gendarmeriebeamten und späteren Vizebürgermeister Hermann Smerczek
d. Ä.
(später Schmerzeck) und vom Landtagsabgeordneten, Sensengewerken Anton Fürst
aus Kindberg. Als
Geschäftsführer fungiert der zuletzt in der Druckerei "Gutenberg" in Graz
arbeitende Setzer und Metteur Heinrich Stiasny. Der gebürtige Wiener Leopold
Kriehuber (* 1867) findet nach seiner Lehrzeit in der Wiener
Norbertus-Buchdruckerei und Jahren der Wanderschaft in Böhmen, Schlesien,
Deutschland und der Schweiz in der Buchdruckerei Hermann Schmerzeck eine
Anstellung als Schriftsetzer.
Der aus Graz stammende
Journalist, Lyriker und deutschnationale Kulturpolitiker Dr. Josef Adolf
Harpf betreibt die "Neue Leobener Buchdruckerei, Verlags- und
Ankündigungsanstalt", in der er die "Obersteirische Volkszeitung", die
"Kärntner Allgemeine Volkszeitung" sowie das von ihm verfasste Buch "Kultur-
und Rassenstudien" druckt.
In Knittelfeld arbeitet die
Buchdruckerei "R. Steinweg".
Die Gratkorner Papierfabrik
entwickelte sich zum führenden Unternehmen der Papier- und
Zellstoffindustrie in der Monarchie. 1890 waren 1.260 Personen in diesem
Unternehmen beschäftigt. Am 18. Mai streikten die Arbeiter. Ein Aufmarsch
der Streikenden wird am 23. Mai von einem halben Bataillon der Belgier
Infanterie zerstreut; der Streik endet drei Tage später mit geringen
Zugeständnissen der Firmenleitung.
Kaiser Franz Josephs besucht
am 4. August die Lithographischen Anstalten der Gebrüder Matthey in Graz, wodurch der Weltruf
dieser zu den führenden Unternehmungen Österreichs zählenden Betriebe
unterstrichen wird.
Kaiser Franz Josef 1. besucht
die lithographischen Kunst-Anstalt von August Matthey
Im August wird während der
Landesaustellung der Grazer Messe im Pavillon der Druckerei "Leykam" ein
Miniatur-Ausstellungsblatt der "Tagespost" gedruckt.
1891
Der von der "Tagespost" entlassene Redakteur
Dr.
Robert Withalm gründet die Buchdruckerei und Verlagsanstalt "Withalm &
Co. KG" und gibt mit 1. September das Organ der Deutschen Volkspartei,
das deutsch-nationale "Grazer Tagblatt", heraus, das der "Tagespost"
innerhalb von 4 Monaten 800 Abonnenten abnimmt.
In Feldbach existiert die
Buchdruckerei "C. Poschauko & Cie.".
1892
In der Buchdruckerei H. Smerczek in Bruck/Mur erhält
Leopold Kriehuber die Stelle eines technischen Leiters.
Adolf Pappermann führt die
Firmentradition der familieneigenen Steindruckerei weiter und fungiert auch
als Obmann der "Grazer Steindruckereibesitzer".
1893
Am 10. Mai kauft in Judenburg
der "Katholischen Preßverein" von Albin Stifters Witwe Johanna die im
Schwarzenberghof auf der Edelbastei 3 angesiedelte Buchdruckerei und
Buchhandlung
"Judenburg" samt Haus und Garten. Diese Buchdruckerei mit dem neuen Namen "Styria" und
die angeschlossene Buchhandlung "Judenburg" ist damit die älteste
Zweigstelle des "Katholischen Preßvereines". Als Geschäftsführer wird
Alexander Roschitz aus Wien bestellt. Ihm zur Seite steht der
Maschinenmeister Lorenz Leupold.

Die Buchdruckerei und Buchhandlung
"Judenburg" im ehemaligen "Schwarzenberghof" unter Direktor Alexander
Roschitz.
In Bruck/Mur tritt am 1. Oktober, nach
Absolvierung der Handelsakademie in Graz, der Sohn des Firmeninhabers
Hermann Smerczek als Schriftsetzerlehrling in den Betrieb ein.
Komm.-Rat Hermann Schmerzeck im
80. Lebensjahr.
In Radkersburg wird Franz
Semlitsch Inhaber der Firma von Franz Frick mit einer Buchdruckerei, einer
Buchbinderei und Plakatierungsanstalt sowie Buch-, Musikalien-, Papier- und
Schreibwarenhandlung.
Der Buchdruckerei "Styria"
schafft die erste Rotationsmaschine an.
Am 23. Dezember
Fusionierung des "Fortbildungsvereines" und "Unterstützungsverein"
zum "Verband der Vereine der Buchdrucker- und
Schriftgießer und verwandter Berufe Österreichs", innerhalb dessen sich Gruppen wie der
"Maschinenmeisterklub" konstituieren. Als erster Gehilfenobmann
wirkt Franz Zwetko.
1894
Am 22. Jänner tritt der "Buchdrucker- und
Schriftgießerverein Steiermarks" in den "Verband der Vereine der
Buchdrucker, Schriftgießer und verwandter Berufe Österreichs" ein.
In dem der "Styria" in
Graz angeschlossenen Hof der Lehranstalt der Schulschwestern läuft die erste
Rotationsmaschine. Außerdem werden die ersten "eiserner Kollegen"
(Setzmaschinen) in der Steiermark, zwei Typographen, in Betrieb genommen.
Für die arbeitende Bevölkerung wird die Zeitung "Der Arbeiterfreund"
gegründet.
1895
Im Februar wird in Hartberg, im Haus Nr. 36,
die Buchdruckerei Josef Khil gegründet.
Konzessionsbescheid der kk.
Statthalterei vom 9. Februar 1895 zum Betrieb des Buchdrucker-Gewerbes mit
dem Standort im Haus Nr. 36 zu Hartberg für Herrn Josef Khil, Schriftsetzer
in Graz.
Die "Erste Steiermärkische
Etiquettenfabrik" des August Matthey wird der "Kunstanstalt, Lithographie,
Buchdruckerei und Zeitungsverlag-AG Kosmos" in Budapest einverleibt. August
Matthey bleibt bis zu seinem Tod im Jahre 1903 zuerst Leiter und dann wieder
Inhaber seiner Grazer Fabrik.
Neuerliche Umsiedelung der "Steiermärkischen
Landeslithographie" in Graz: zuerst in das Haus Herrengasse 4, anschließend
in den ersten Stock des Hauses Wurmbrandgasse 4.
Gründung des "Maschinenmeisterklubs"
1896
Josef Agath d. J., macht sich selbständig und gründet parallel zur
lithographischen Kunstanstalt seines Vaters und Firmengründers Joseph Agath
d. Ä., die "Lithographischen Anstalt Austria" samt einer Buchdruckerei.
In Cilli wird die
"Vereinsbuchdruckerei Celeja" gegründet.
Am 9. Dezember bringt
eine schwere Kesselexplosion in der Papierfabrik Leykam in Gratkorn drei
Menschen den Tod; fünf weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

1897
In Mürzzuschlag entstand die Buchdruckerei "Max Hubatschek & Richard Franz".
Die Deutsche Volkspartei
erwirbt von Withalm dessen Druckerei samt der Zeitung "Grazer Tagblatt" und betreibt diese als "Deutsche
Vereinsdruckerei und Verlagsanstalt". Direktor wird ab 1899 der 28jährige,
aus Arzberg stammende und in England und Frankreich ausgebildete Franz
Pichler. Der spätere Gemeinderat und Landtagsabgeordnete gründete 1906 die
Grazer Herbstmesse, war 1912 Gremialvorsteher und hatte maßgeblichen Anteil
an der Schaffung der Fachschule für Buchdruckerlehrlinge. Unter seiner
Führung entwickelt sich die "Deutsche Vereinsdruckerei" zu einer der größten
steirischen Betriebe.
Die Zeitung "Arbeiterwille" wird gegründet.
1898
In Verbindung mit dem 50jährigen Bestandsjubiläum wird am 14. und 15. August in Graz der "3. Ordentliche Verbandstag" mit 36
Delegierten aus Böhmen, der Bukowina, Dalmatien, Galizien, Kärnten, Krain,
dem Küstenland, Mähren, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg,
Schlesien, Steiermark, Tirol/Vorarlberg und Trentino abgehalten.
Die Tagespost berichtet in
einer Extra-Ausgabe von der Ermordung von Kaiserin Elisabeths am 10.
September in Genf.
Nr. 250 des XLIII. Jahrgangs der
Tagespost.
Ernest Matthey stirbt und der
Künstler Ferdinand Wüst führt zusammen mit dem Stiefsohn von Ernest, Carlo
Accurati, die Lithographische Kunstanstalt unter dem Namen "Ernest Matthe
Erben" bis zum Konkurs im Jahre 1913 weiter.
In Bruck/Mur wird im August Hermann Smerczek
Geschäftsführer.
Der scheidende Faktor Heinrich Stiasny eröffnet in Leibnitz eine
Buchdruckerei mit Filialen in Voitsberg und Deutschlandsberg. Er druckt die
"Erste allgemeine Handels- und Verkehrszeitung" sowie die "Steirische
Rundschau". Begleitet wird er von Leopold Kriehuber.
In Gröbing eröffnet der aus
Troppau in Schlesien stammende Johann Walik (später Wallig), erst 23 Jahre
alt, mit drei Arbeitern eine Buchdruckerei samt Buch-, Papier- und
Schreibwarenhandlung und druckt ab 1906 die Wochenzeitung "Der Ennsthaler".
1899
In Knittelfeld betreibt Franz Auf zusätzlich zur Druckerei auch eine
Buchbinderei und Gemischtwarenhandlung sowie einen Verlag.
Mundartgedichte aud der Offizin
Franz Auf in Knittelfeld, 1898
Die Sozialdemokraten besitzen
unter dem Namen "Deutsche Genossenschaftsdruckerei" ihre eigene
Parteidruckerei.
Der "Unterstützungsverein für Buchdrucker und Schriftgießer" hält am 4. Juni
in Leoben seinen "1. Obersteirischen Kollegentag" ab.
Die um sich greifende
Technisierung bringt die gefürchteten ersten "eisernen Kollegen", die
Setzmaschinen, nach Graz.
Die Buchdruckerei Khil
übersiedelt im November aus Hartberg nach Graz, in die Volksgartenstraße 4c.
Am Jakominiplatz 17 in Graz arbeitet
die Papierhandlung Ulrich Mederl mit einer eingeschränkten
Buchdruckerkonzession.
Hans Gaisser wird Nachfolger
von Johann Otto und erweitert die Druckerei.
Am 30. November nimmt die Buchdruckerei Karl
Haas auf dem Hauptplatz in Weiz ihre Tätigkeit mit zehn Beschäftigten auf.
Die maschinelle Einrichtung besteht aus einem Tellertiegel mit Fußantrieb
und einer Bogenschnellpresse König & Bauer.
In Liezen betreibt der
Ausseer Drucker Anton Grill eine Filiale.
Die "Neue Leobener
Buchdruckerei" geht an Jakob Hans Prosl über, der 40 Arbeitskräfte
beschäftigt und zeitweilig Obmann des "Vereines der Buchdruckereibesitzer in
Steiermark" ist. Er wurde am 16. März 1858 geboren und war zuvor Redakteur des „Tagesboten aus Mähren und Schlesien" in Brünn, der „Obersteirischen Volkszeitung" in Leoben und der „Zeit" in Wien. Die ÖTK-Hütte auf der Mugel bei Leoben trägt heute noch
seinen Namen: „Hans-Prosl-Haus".
1900
Die Prinzipale der Steiermark gründen den freien Verband "Verein der
Buchdruckereibesitzer in Steiermark". Den Vorsitz führt Hans Gaisser.
Erste Kollegentage in Marburg
und Bruck a.d. Mur.
Dr.
Robert Withalm wird Chefredakteur der neu gegründeten "Grazer
Montags-Zeitung".
1901
Das "Volksblatt" erscheint in vergrößertem Format mit der Beilage
"Sonntagsblumen".
Nach dem Tod seines Vaters
übernimmt August Agath die Lithographische Kunstanstalt in der Bürgergasse
und modernisiert die Steindruckerei durch die Hinzunahme einer kleinen
Buchdruckerei.
Oskar Lehr mit Kollegen

Lawugger am Ruckerlberg:
Lehr, Weiss, Hemm, Jonke, Kleinrath, Wirt -
"Monte Rigi" am Schillerplatz: Lehr, Schmiedeck, Jonke
Gründung der Druckerei Sima in Deutschlandsberg durch Wilhelm Sima, einen
gebürtigen Kärntner, der zuvor in Bischofteinitz, in Böhmen, eine
Buchdruckerei besessen hatte.
In Hartberg errichtet Julius
Schönwetter eine Offizin, der er ein Papierwarengeschäft anschloss. Er hatte
zuvor in Pettau Buchbinder und Setzer gelernt und war auf seiner
Wanderschaft in Laibach, Wien und Graz tätig.
1902
In Voitsberg kommt es auf dem Hauptplatz, im Hause Ribul (Nr. 52), zur Gründung der Voitsberger
Buchdruckerei durch Leopold Kriehuber, einen gebürtigen Wiener, der zuvor
auf der Walz per pedes Böhmen, Schlesien, das Deutsche Reich, die Schweiz
und Oberösterreich durchwanderte und über Anstellungen bei Smerczek in Bruck/Mur, Leibnitz, Deutschlandsberg und
in Graz nach Voitsberg gelangt war. Als erster Lehrling tritt Anton Binder
ein, der später in der Landesdruckerei in Graz einen führenden Posten
einnimmt.
Buchdruckereigründer Leopold
Kriehuber
Maschinenmeister der
Druckerei Leykam.

Heinrich Stiasny eröffnet in
Graz eine Akzidenz- und Zeitungsdruckerei. Er gibt u.a. die "Grazer
Nachrichten" mit dem Witzblatt "Spaßvogel", die "Alpenländische
Gastwirtezeitung", die "Hausherren-Zeitung" und die "Grazer Mittagszeitung"
heraus.
1903
Im April verpachtet Anton Grill seine Filialdruckerei in Liezen an den
bisherigen Betriebsleiter Emanuel Jahn.
Übersiedlung der "K. k. Universitätsbuchdruckerei Styria" vom Stainzerhof
sowie der Druckerei "Gutenberg" in
das Gebäude der in Konkurs gegangenen Fahrradfabrik Benedikt Albl & Co. in
der Schönaugasse 64, das am 19. November eingeweiht wird.

"Styria" in der Schönaugasse 64
- Der gebürtige
Wiener Karl Elis beginnt am 30. Oktober in der Styria als Stereotypeur
1904
Erstes Erscheinen der
"Kleinen Zeitung" am 22. November mit 30.000
Exemplaren Anfangsauflage. Wegen ihres niedrigen Preises von 2 Hellern wird sie auch
"Kreuzerfrosch genannt. Schon in dieser Ur-Ausgabe
wird die Blattlinie vorgegeben: "Die Kleine Zeitung
ist kein Organ einer politischen Partei, sondern ein Nachrichtenblatt." Nach
kurzer Zeit reicht ihr Verbreitungsgebiet bereits bis nach Triest, Laibach
und Agram. Erster Chefredakteur ist der gebürtige Linzer Karl B. Stroißnigg,
der vorher beim "Grazer Tagblatt" und beim "Grazer Volksblatt" tätig war. .

Erste Nummer der Kleinen Zeitung
vom 22.11.1904 unter dem ersten Chefredakteur Karl B. Stroißnigg.
Die "Deutsche
Vereinsdruckerei" übernimmt die Leobner Druckerei des Karl Vogl und führt diese als Zweigstelle des Grazer
Betriebes weiter, in dem 80 Mitarbeiter beschäftigt sind und das erste Heft
des Rassentheoretikers Adolf Lanz "Ostara" sowie zeitweise "Der
Arbeiterwille" gedruckt werden.

Zeitschrift "Ostara",
Herausgeber Adolf Lanz, ehemaliger Mönch im Stift Heiligenkreuz, der sich
als Schriftsteller Jörg Lanz von Liebenfels nannte.
Der Mann, der Hitler die
Ideen gab
Jörg Lanz von Liebensfels kämpfte zeitlebens gegen "Neger" und "Äfflinge".
Jörg Lanz war einer der geistigen Väter des Nationalsozialismus. Der kauzige
Wiener , Jahrgang 1874, hieß eigentlich Joseph Adolf Lanz. Seinen Adelsnamen
hat er frei erfunden, um seine Herkunft zu verwischen. Lanz, der einige
Jahre als Mönch im Zisterzienserkloster Heiligenkreuz war, lag daran, die
jüdische Herkunft seiner Mutter zu verheimlichen. Mit seinen Ideen vom
arischen Herrenmenschen, der die "niedrigen Rassen der Mittelländer, der
Neger und Mongolen" niedertreten sollte, war seine Familiengeschichte schwer
vereinbar.
Sein Erweckungserlebnis hatte Lanz vor dem Grabmal eines Ritters, der mit
dem Fuß einen Affen niedertritt. "Theozoologie oder Die Kunde von den
Sodom-Äfflingen und dem Götter-Elektron", überschrieb Lanz sein 1906
erschienenes Hauptwerk. "Sittlich und gut ist alles, was der höheren Rasse
frommt, unsittlich, was ihr schadet", schrieb Lanz. Zur Verbreitung seines
Gedankenguts nutzte der Gründer eines "Neutempler-Ordens" seine "Ostara"-Hefte,
"die erste und einzige Zeitschrift zur Erforschung und Pflege des heroischen
Rassentums und Mannesrechts".
(vgl. Thomas Götz: Kleine
Zeitung, 21. Jänner 2007, S.12)
Gründung der chemigrafischen
Kunstanstalt Franz Petz.
Leopold Kriehuber bringt in Voitsberg in Eigenregie das "Voitsberg-Köflacher
Wochenblatt" heraus, das zuerst seitenweise auf einer Tiegelpresse und ab
17. September 1905 von Stiasny für ihn in Graz gedruckt wird. Die Zeitung
lebt später als "Weststeirische Volkszeitung" weiter. Die ersten
Druckereimitarbeiter sind Anton Binder und Alois Fischböck.
1905
10jähriges Gründungsfest der Maschinenmeister und Drucker am 25. und 26.
März in Graz.
Machinenmeister und Drucker.
Die "Steiermärkische Landeslithographie" übersiedelt in die Räume des Hauses
Raubergasse 8, den ehemaligen Seckauerhof in Graz.
Betriebsgründung der klösterlichen Druckerei
für die, vom Hl. Vinzenz von Paul gegründeten, Lazaristen und Bamherzigen
Schwestern in der Mariengasse 24, in Graz. Bis zum Jahre 1939 wird hier die
Monatszeitschrift "Marienkind" gedruckt.
Am 17. September erscheint
die erste Nummer des "Voitsberg-Köflacher Wochenblattes". Als Herausgeber
und Verleger zeichnet Leopold Kriehuber, den seitenweisen Druck besorgte die
Buchdruckerei Stiasny in Graz auf einer Tiegelpresse.
Im Oktober Herausgabe einer
wöchentlichen "Frauenzeitung" durch das "Volksblatt".
1906
Josef Huber übernimmt die kleine Druckerei der Christine Skok in
Graz-Algersdorf.
August Alexander Agath, der
zweite Sohn des 1901 verstorbenen Joseph Agath d. Ä. wird Alleininhaber des
väterliche Betriebes und erwirkt wegen der irreführenden Namens-
Gewerbegleichheit eine Änderung seines Namens "August Gutenfeld".
"Vorwärts, Maier, Muchitsch &
Co. KG" ist die neue Firmenbezeichnung der Genossenschaftsdruckerei, der
auch der Zeitungsverlag "Arbeiterwille" von Johann Resel und Vinzenz
Muchitsch angeschlossen ist.
Nr. 114 des "Arbeiterwille" vom
16. Mai 1905, Organ des arbeitenden Volkes der Abendländer, Redaktion:
Auenbruggergasse 35, Herausgeber: Alois Maier, Verantwortlicher Redakteur:
Michael Schacherl, Druck: Genossenschaftsdruckerei Graz.
Am 1. November wird die
Zweigniederlassung "Styria" in Wien, auf der Dominikanerbastei 4
eingerichtet.
Heinrich Faber, ehemaliger
Setzer in der Genossenschaftsdruckerei in Wien und Redakteur beim
"Vorwärts", übernimmt die Druckerei Poschauko unter dem Namen "Buchdruckerei
Feldbach" und gibt den "Oststeirer Boten" sowie das Fachblatt "Graphischer
Anzeiger" heraus.
Heinrich Faber, Buchdruckerei
Feldbach
Einrichtung einer eigenen
Buchbinderei in der "Steiermärkischen Buchdruckerei und Verlag von Hermann
Smerczek & Comp." in Bruck/Mur, bei der 12 Arbeiter beschäftigt sind.
1907
Hans Gaisser kauft zu seiner
bestehenden Druckerei "Gaisser & Bennat" die Offizin "Tauber" auf.
Die "Deutsche
Vereinsdruckerei" benennt das "Grazer Tagblatt" in "Organ der Deutschen
Volkspartei für Alpenländer" um.
Die Buchdruckerei Kriehuber
in Voitsberg erhält am 30. Juni die Vollkonzession und druckt ab jetzt das "Voitsberg-Köflacher
Wochenblatt" selbst in der heimischen Buchdruckerei.
Druckereien in der
Steiermark: Aussee: Anton Grill / Bruck: Hermann Smrczek / Deutschlandsberg:
Wilhelm Sima / Feldbach: Heinrich Faber / Graz: A. Bittersmann,
Schießstattgasse 13; Hans Geißer, Griesquai 16; Graecium, Hans-Sachs-Gasse;
Gutenberg, Schönaugasse 64; Josef Huber, Rochelgasse; Johann Janotta,
Jungferngasse 4; Khils Wtw., Neutorgasse 26; Leykam, Stempfergasse; Marianum;
Urich Mederl, Jakominiplatz; Franz Plentls Söh., Traungauergasse 12;
Heinrich Stiasny, Volksgartenstraße; Styria, Schönaughasse 64; Ferdinand
Tisso, Kaiserfeldgasse 19; Deutsche Vereinsdruckerei, Herrengasse 3; Vorwärts, Auenbruggergasse 33; August Wagner, Annenstraße 19 / Gröbming: Johann Walik
/ Hartberg: Julius Schönwetter / Judenburg: Judenburg / Knittelfeld: Franz
Auf / Leibnitz: Georg Mosig / Leoben: Hans Proßl / Liezen: Franz Berka /
Murau: August Helfer / Mürzzuschlag: Hubatschek & Franz / Radkersburg: Franz
Semlitsch / Voitsberg: Leopold Kriehuber / Weiz: Karl Haas.
1908
Die Buchdruckerei Khil bezieht ihren endgültigen Standort im Haus
Neutorgasse 26 in Graz. Nach dem Tod des Gründers leitet die Witwe Louise
Khil zusammen mit dem Geschäftsführer Franz Seifert den Betrieb.
Buchdruckerei Josef Khil in der
Neutorgasse 26 in Graz.
Neuerliche Übersiedelung der
"Steiermärkischen Landeslithographie" in die Räume des alten K.u.k.
Armee-Monturdepots, das einstige Karmelitinnenkloster, in der Neutorgasse
36.
Am 28. und 29. Juni Übergabe des
unter Machold neu errichteten
Vereinshauses des
"Buchdrucker- und Schriftgießervereines" in der Maygasse, der sein
60jähriges Jubiläum feiert. Anwesend sind Provinzkollegen aus
Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Wien, Böhmen, Mähren, Kärnten, Krain und dem Küstenland.
Vereinshaus
in der Grazer Maygasse
Die Druckerei Kriehuber
übersiedelt am 1. September in das Grazer Stadttor von Voitsberg. Eine erste
Schnellpresse wird aufgestellt.
Hanz Fitzinger, früherer
Leiter der Druckerei Faber in Krems, kauft von Anton Grill die Druckerei in
Bad Aussee samt der "Alpenpost".
In Fürstenfeld betreibt Franz
Konitschek mit vier Mitarbeitern eine Druckerei. Er hatte zuvor in Salzburg
und Feldbach den "Graphischen Anzeiger" redigiert.
1911
Hans Büchler kauft die seit 1896 bestehende Druckerei "Graecium" des Samuel
Mayer. Ab 1913 führt er diese zusammen mit Ludwig Kunath unter dem Namen
"Kunath & Büchler" weiter.
"Leykam" kauft das
Nachbarhaus Stempfergasse 3 und bringt darin die Buchhandlung und den
Drucksortenverlag unter.
Renaissance-Innenhof des im 2.
Weltkrieg zerstörten Leykam-Hauses Stempfergasse 3
Der Konzern "Leykam-Josefsthal
AG" erreicht seine größte Ausdehnung und unterhält Niederlassungen in Wien,
Gratkorn, Josefsthal, Görtschach, Zwischenwässern, Verje, Spittal/Drau,
Thörl-Maglern, Podgora bei Görz, Pitten, Wampersdorf, Breitenau, Olbersdorf,
Schwarzau, Bielitz und Czaniec in Galizien, Heinrichsthal, Weigelsbach,
Ebersdorf sowie Bruck/Mur.
Die "Steiermärkische Landeslithographie" zieht unter Zurücklassung der alten
Schnellpresse und des Gasmotors in den fertig gestellten Neubau des
Landes-Amtshauses in die Landhausgasse 7 um. In die frei gewordenen Räume in
der Neutorgasse übersiedelt nun die "Grazer Städtische Steindruckerei" und
kauft die zurück gelassene Druckereieinrichtung.
Buchdruckertagung in Bruck a.
d. Mur
Mitte: Dir. Lessiak, Dir.
Gruber, Lehr
1912
Auf Weisung des Statthalters Manfred Graf Clary von Aldringen wird die
"Hausdruckerei der k.k. Steiermärkischen Statthalterei" (später "Druckerei
der k.k. Steiermärkischen Statthalterei") gegründet, welche betriebsfachlich
und betriebsörtlich schon direkter Vorgänger der späteren "Steiermärkischen
Landesdruckerei" ist. Die Betriebsstätte umfasst anfänglich drei Räume: und
zwar einen Maschinensaal, einen Setzersaal sowie einen
Drucksorten-Lagerraum. Die ursprüngliche Einrichtung besteht aus einer
Buchdruck-Schnellpresse, einer Buchdruck-Tiegelpresse, einer Handpresse, je
einer Papierschneide-, Perforier- und Heftmaschine sowie entsprechendem
Letternmaterial mit Kästen, Regalen und Satzbrettern. Der erste Setzer ist
Alfons Kossegg. Die ehemalige "Statthalterei-Lithographie", die im ersten
Stock untergebracht war, geht in die "Hausdruckerei der Steiermärkischen
Statthalterei" über.
Umzug der Brucker Druckerei Schmerzeck in das
Haus Wienerstraße 1 (heute Herzog-Ernst-Gasse), den "Rudolfshof", der sinngemäß in "Gutenberghof"
umbenannt wird. Faktor ist Franz Gruber, der spätere Bürgermeister von
Bruck/Mur.
Gutenberghof in Bruck/Mur
In Mariazell lässt sich Josef
Radinger, Sohn eines Druckereibesitzers in Scheibbs, als Buchdrucker nieder
und beschäftigt anfangs 3 Mitarbeiter.
In Judenburg wird das von
Stefan Lajtl und Leopold Moser privat gegründete Inseratenblatt "Obersteirischer
Verkehrsanzeiger" durch die "Styria" übernommen und in "Murtaler
Zeitung" umgetauft. Der aus Rosenheim stammende und aus Leoben kommende
Schriftsetzer Josef Daigl wird zum ersten leitenden Redakteur dieser
Wochenzeitung ernannt.

Stefan Lajtl und Josef Daigl mit
der Nr. 49 der "Murtaler Zeitung"
vom 7. Dezember 1913.
1913
Mit dem Datum vom 1. Jänner erscheint das erste in der "Hausdruckerei der
Steiermärkischen Statthalterei" gedruckte Blatt, das "Verordnungsblatt für
das Schulwesen im Herzogtume Steiermark".
In Leoben kauft Georg Mosig
die Druckerei von Jakob Hans Prosl.
In Leibnitz scheint Josef
Cäsar als Drucker auf.
1914
Übersiedlung der Druckerei Haas in Weiz in ein eigenes Gebäude in der
Kernstockstraße 4. Druck des "Amtsblattes der k.k. Bezirkhauptmannschaft
Weiz".
In Feldbach übernimmt Johann
Prenner die Druckerei.
In Mürzzuschlag übernimmt
Ludwig Müllner die Druckerei. Er hatte zuvor in Wien bei Carl Fromme,
Reisser, Steyrermühl, Waldheim, Gerin, der "Presse" und "Kronenzeitung"
sowie in Knittelfeld bei Auf gearbeitet.
Der Name der
sozialdemokratischen Druckerei Vorwärts wird auf "Druck- und
Verlagsgesellschaft Typographia, Koschar & Ko." geändert. Inhaber der 44
Mitarbeiter zählenden Firma sind Johann Resel und Vinzenz Muchitsch,
technischer Direktor Carl Koschar. Man stellt die Zeitung "Arbeiterwille" her.
1915
Ein dreimonatiges Abonnement für die "Tagespost" kostet 6 Kronen und 50
Heller.
1917
In Graz erwirbt der Apotheker Alfred Wall die "Lithographische
Kunstanstalt, Etikettenfabrik und Steindruckerei" von August Matthey's
Witwe Katharina
und baut diese unter dem Namen "Graphischer Großbetrieb Alfred Wall" aus.
In der Firma Wall gedrucktes
Notgeld.
1918
Die Lithographische Anstalt "Ernest Matthey Erben" ist im Besitz von Otto
Sternkopf aus Leipzig und Carlo Accurti. Umstellung vom Stein- auf den
Offsetdruck.
Herausgabe eines "Wochenblattes für den politischen Bezirk Weiz", das bis
zum zweiten Weltkrieg, zuletzt als "Oststeirerblatt", erscheint.
Die Firma Withoff & Remiger
kauft in Leoben eine Druckerei.
Der steiermärkische
Buchdruckerverein feiert in Anwesenheit des Verbandsvorstandes Leopold
Pochop in bescheidenem Rahmen im Kammermusiksaal sein 70jähriges
Bestandsjubiläum. Die Festrede hält Obmann Alois Nagler. Die Organisation
betrauert 54 Kollegen als Opfer des vierjährigen Krieges. Durch den Vertrag
von St. Germain wird das steirische Unterland abgetrennt und die Druckorte
Marburg, Cilli und Pettau fallen samt ihren langjährigen Kollegen an den neu
gegründeten jugoslawischen Staat.
Der Katholische Preßverein erwirbt
die Buchhandlung Ulrich Moser in der Grazer Herrengasse Nr. 23. Das Unternehmen
besitzt nun Buchdruckereien in Graz und Judenburg, die Druckerei
"Gutenberg", die Zeitungen das "Grazer Volksblatt", die "Kleine Zeitung" und
die "Murtaler Zeitung", Verlage und Buchhandlungen sowie Filialen in Wien, Leibnitz
und Mariazell. In der "Universitätsbuchdruckerei Styria" in Graz arbeiten 350
Arbeitskräfte auf 9 Setzmaschinen, 3 Rotationsmaschinen und 13
Flachdruckpressen.
Buchhandlung Ulrich Moser in der
Herrengasse
Leykam betreibt einen
Zeitungs- und Buchverlag, eine Buchhandlung und einen Drucksortenverlag. Die
Offizin verfügt über eine Zeitungsabteilung - sie druckt die
"Tagespost" und die "Deutsche Grenzwacht" (Zeitung der
Stradner Bauernwehren) -, eine Buchdruckerei und eine
lithographische Abteilung. In Triest wird die Buch- und Kunstdruckerei
Herrmanstorfer erworben. Die Schriftgießerei muss in den letzten beiden
Jahren des ersten Weltkrieges überhaupt geschlossen, die Buchbinderei nur
mit Kriegsgefangenen weiter geführt werden.
Die gesamte Leykam-Belegschaft beträgt 400 Personen. 10 Setzmaschinen, 3
Rotationsmaschinen, 25 Buchdruckmaschinen, 5 Steindruckpressen und 15
Buchbindereimaschinen sind der Inventarbestand.

Handsetzerei und Rotation der Druckerei Leykam in der
Zwischenkriegszeit
Die im Besitz der Deutschen
Volkspartei befindliche "Deutsche
Vereins-Druckerei und Verlags-Ges.m.b.H." druckt die Zeitung, das "Grazer Tagblatt"
("Organ der Deutschen Volkspartei für Alpenländer"), sowie
zahlreiche Druckwerke im Zusammenhang mit der Abtrennung der
Untersteiermark.
Mit dem Kriegsende und dem Ende der Monarchie
verliert die "Druckerei der k.k. Steiermärkischen Statthalterei" ihren
bisherigen Namen und erhält nach Ausrufung der Republik den neuen Namen
"Druckerei der Steiermärkischen Landesregierung".
1919
Umbenennung in "Städtische Amtsdruckerei Graz". Gemäß eines
Gemeinderatsbeschlusses vom 31. Juli kommt es zur Herstellung des von der
Stadtgemeinde Graz auszugebenden Papier-Notgeldes.
Der Inhaber der Druck- und
Verlagsanstalt "Typographia Koschar & Co.", Vinzenz Muchitsch, wird
Bürgermeister der Stadt Graz.
Gründung einer
Klischeeanstalt durch Josef Rasteiger in Graz.
Am 1. April übergibt die
Witwe von Adolf Pappermann die gleichnamige lithographische Anstalt an ihren
Prokuristen Anton Böttger, der mit Karl Grettler eine OHG bildet. Die Firma
trägt nun den Namen "Lithographische Kunstdruckereien Böttger & Grettler".
Ludwig Kunath wird
Alleininhaber der gleichnamigen Druckerei.
Josef Daigl stellt das Judenburger
Inseratenblatt "Obersteirischer Verkehrsanzeiger" auf ein unpolitisches
Nachrichtenblatt um und tauft dieses auf den Namen "Murtaler Zeitung".
Leykam verkauft die Filiale
in Triest.
1920
Namensänderung der Buchdruckerei "Joseph Agath" in der Grazer Bürgergasse Nr.14
durch dessen Sohn August Agath auf "August Gutenfeld".
Die "Steiermärkische Landeslithographie" und
die "Städtische Amtsdruckerei" ("Grazer Städtische Steindruckerei") werden
mit der Landesregierungsdruckerei in der Grazer Burg zusammen gelegt.
1921
Ab 1. Jänner führt die Landesregierungsdruckerei den Namen "Steiermärkische
Landesdruckerei". Ihr Gesamtpersonalstand beträgt über 100 Personen.
1922
Die Styria erwirbt die Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung Anton Pustet in
Salzburg, die Buchdruckerei Lutzenberger in Altötting sowie die
Buchdruckerei Friedrich Reiß in Oberwarth samt der "Oberwarther
Sonntagszeitung".
Im Dezember wird in Wien der
Verband in den "Reichsverein der österreichischen Buchdruckerei- und Zeitungsarbeiter"
umgewandelt und der steirische Verein als "Gau
Steiermark" eingegliedert. Erster steirischer Obmann wird Anton Wagner.
1923
Komm.Rat Hans Gaißer wird zum neuen Gremialvorsitzenden gewählt.
Komm.Rat Hans Geißer,
Vorsitzender des Gremiums für Buchdrucker und Schriftgießer.
Unter Beteiligung von Bund, Land und Stadt erfolgt die Gründung der
"Steiermärkischen Landesdruckerei", in der die "k.k. Steiermärkische
Gubernial- bzw. Statthaltereilithographie", die "Hausdruckerei der
steiermärkischen Statthalterei", die "Grazer städtische Steindruckerei" bzw.
die "Städtische Amtsdruckerei" und die "Steiermärkische Landeslithographie"
zusammen gefasst sind.
1924
Der niederösterreichische
Romancier Franz Nabl ist Kulturredakteur am "Neuen Grazer Tagblatt".
Die Druckerei "Styria" (incl.
"Gutenberg") nennt 300 Beschäftigte, 11 Setzmaschinen, 2 Rotationsmaschinen,
12 Schnellpressen, 5 Tiegel, 4 Rastriermaschinen und 26
Buchbindereimaschinen. Das "Grazer Volksblatt" erscheint mit neuem Kopf und
4spaltig sowie mit einem "6-Uhr-Blatt" als Abendausgabe und den Beilagen
"Blätter für Heimatkunde" und "Illustrierte Woche".

Sitzungssaal, Handsetzerei,
Maschinensaal und Rotationsmaschinen der "Styria" in der Schönaugasse 64
Die Buchdruckerei und Papierhandlung Josef Salesy mit der "Tauernpost" in Tamsweg wird ebenso wie die Kunstdruckerei "Horst" in
der Mühltalerstraße 11 in Leoben (im Besitz einiger Wiener Herren) von der "Styria" übernommen.
Bei letzterer erscheint, anfangs zweimal, später dreimal, wöchentlich die "Leobner
Zeitung".
1925
Kauf des Druckreibetriebes Salesy in
Knittelfeld samt dem dazu gehörigen Wochenblatt "Knittelfelder Zeitung"
durch die "Styria". Zusätzlich wird die dortige Buch- und Papierhandlung "Styria"
gegründet.
Leykam beginnt mit einem
umfangreichen Umbauprogramm. Eine
Tiefdruckabteilung mit zwei Maschinen wird eingerichtet, der
Maschinenbetrieb von Gas auf Elektrizität umgestellt..
Hans Fenz wird Redakteur beim
"Arbeiterwillen".
Der "Verein der
Buchdruckereibesitzer in Steiermark" wird in den "Schutzverband"
umgewandelt.
1926
Am 1. Jänner geht in Feldbach die "Oststeirische Volkszeitung" in den Besitz
der "Styria" über. Auch die Druckerei Anton Bauer in Friesach mit
der Zeitung "Der Metnitztaler" werden von der Styria gekauft.
Im Haus Reinisch in Köflach wird eine Filiale der
Buchdruckerei Kriehuber eröffnet.
Am 28. Mai übernehmen die
Brüder Josef und Ludwig Stiasny nach dem Tod des Firmengründers Heinrich
Stiasny die Buchdruckerei und führen diese unter dem Namen "Heinrich
Stiasnys Söhne" weiter. Bei 40 Mitarbeitern verfügte man über 4
Setzmaschinen und 9 Buchdruckmaschinen.
August Gutenfeld (eigentl.
August Alexander Agath, der Sohn von Joseph Agath sen.) wählt nach dem Ausscheiden
seines Kompagnons für seinen Betrieb in der Bürgergasse 14 in Graz den Namen "Druckerei Graphia".
Anton Böttger und Karl
Grettler kaufen die lithographische Anstalt "Ernest Matthey Erben" in der
Morellenfeldgasse 40.
1927
Das "Grazer Volksblatt" feiert sein 60jähriges Bestandsjubiläum.


Geistl.Rat Karl Schwechler
(Chefred. 1899), stv. Chefred. Franz Ircher, Volksblatt-Auto, Gießerei und
Rotationsmaschine.
Kollegentag auf der Seetaler
Alm (1734m) bei Judenburg.
Erscheinen der ersten Nummer des Heimatblattes "Weststeirische Rundschau" in
der Druckerei Sima in Deutschlandsberg.
Bei der
Druckerei Schmerzeck in Bruck an der Mur Einführung des Setzmaschinenbetriebes
auf einem Typograph. Erstmals erscheint das "Obersteirerblatt" bebildert
(Nr. 77).
Josef Radinger installiert in
seiner Mariazeller Druckerei zur Herstellung von Ansichtskarten die erste
Tiefdruckabteilung der Steiermark.
1928
Am 11. Jänner
Übernahme der Druckerei Leopold Kriehubers in Voitsberg und Köflach nach
dessen Tod durch
seine Söhne Leopold, Viktor und Karl.

Leopold und Karl Kriehuber mit
der Nr. 2 des Voitsberg-Köflacher Wochenblattes vom 14. Jänner 1928.
Die Druckerei Vogel in Leoben kommt in den
Besitz der Firma Withoff & Remiger.
In Judenburg eröffnet eine
zweite Druckerei.
Zu Pfingsten 80jähriges
Gründungsjubiläum des Reichsvereines der österreichischen Buchdruckerei- und
Zeitungsarbeiter im Gau Steiermark.
Am 28. Oktober schließen sich
die Lithographen und Steindrucker dem Gremium der Buchdruckereiinhaber an,
das ab nun den Namen "Gremium der Buch- und Steindrucker Steiermarks" trägt.
Als Vorsteher fungiert Franz Pichler von der "Deutschen Vereinsdruckerei".
Hugo Schütz eröffnet eine
photochemigraphische Kunstanstalt, die er zusammen mit Johann Rögner als die
Firma "Schütz & Rögner" betreibt.
1929
Dr. Karl Maria Stepan (1933-38 Landeshauptmann der Steiermark), wird Generaldirektor
des "Katholischen Preßvereines".
Dr. Karl Maria Stepan
Ehrenurkunde für 25 Beschäftigungsjahre
Am 2. März Überreichung der Ehrenurkunden an langjährige verdienstvolle
Mitarbeiter (darunter auch Karl Elis mit 26 Beschäftigungsjahren) im
Gutenbergsaal der Universitätsbuchdruckerei "Styria" durch Landeshauptmann
Univ.Prof. Dr. Anton Rintelen
Josef Daigl übernimmt die
Leitung der Buchdruckerei und Buchhandlung Styria sowie die Redaktion der
"Murtaler Zeitung" in Judenburg.
1930
Herausgabe des Jahreskalenders "Koralm-Bote" durch die Druckerei "Sima".
Ankauf des "Alpina"-Verlages durch die Leykam.
Die "Deutsche
Vereinsdruckerei" beschäftigt 200 Mitarbeiter, besitzt 6 Setzmaschinen, 3
Rotationsmaschinen, 10 Schnellpressen und 5 Tiegel. Sie zählt damit zu den
größten Grazer Druckereien. Auch in Leoben besteht eine Filiale. Die
Aktienmajorität ist an die Firma Kiesel in Salzburg über gegangen.
Druckereileiter ist Franz Pichler.
Der Redaktionsstab der
Styria-Blätter: Hasenhüttl, Dr. Maier (Sonntagsbote), Dietrich, Schaller,
Hodum (Kleine Zeitung), Dr. Kelbitsch, Ing. Rauschenberger, Dr. Pater, stv.
Chefred. Ircher, Chefred. Dr. Kohlbach (Volksblatt), Chefred. Kleindienst
(Kleine Zeitung), Sekretärin.
Hans Roßmann übernimmt die
Leitung des Vereines "Gau Steiermark", als Sekretär wirkt Feichtner. Der
Buchdrucker-Radfahrerklub "Graphia" feiert sein 30jähriges Jubiläum.
1932
Übersiedelung der Druckerei Brunner von Bruck/Mur nach Maria Buch bei
Judenburg.
Betriebserweiterung der Firma Schmerzeck in
Bruck/Mur.
Die Firma "Alfred Wall"
besitzt 5 Bogen- und 9 Flachform-Offsetmaschinen.
1934
Die Regierung nimmt den blutigen Aufstand der Arbeiterschaft als Anlass, die
Freien Gewerkschaften aufzulösen und deren Vermögenschaften zu
beschlagnahmen.
Die im Besitz der Sozialistischen Partei befindliche "Druck- und
Verlagsanstalt Typographia" in der Mariengasse wird im Februar behördlich
konfisziert und der Maschinenpark verkauft. Die Einstellung des
"Arbeiterwillens" erzwungen.
Am 1. Oktober Auflösung der "Deutschen
Vereinsdruckerei".
In Gleisdorf übernimmt im
Oktober Eugen Zimmermann sen., der bereits 16 Jahre in Graz als Drucker
gearbeitet hat, die stark verschuldete Druckerei Dokulil in der Neugasse.
Neben dem Chef und seiner Frau Maria arbeiten ein Schriftsetzer, eine
Einlegerin und ein Lehrling auf einer Buchdruckpresse aus dem Jahre 1850.
1935
Die Druckerei Zimmermann übersiedelt wegen Platzmangel in die Bürgergasse.
Der erste Heidelberger-Druckautomat wird angeschafft.
An Stelle der aufgelösten
Organisationen Gründung des Gewerkschaftsbundes durch den Staat. Errichtung
des "Graphischen Zentralverbandes" in Wien sowie der Landesstelle Steiermark der "Gewerkschaft der Arbeiter in den
graphischen Gewerben", die im Dezember über einen Mitgliederstand von
1371 Berufsangehörigen verfügt.
Karl und Hans Pontscha sowie
Alois Oberbichler gründen am ehemaligen Standort der Buchdruckerei Franz
Möderl, am Jakominplatz 17, die Buchdruckerei "Pontscha & Co." Im selben
Jahr verlegen sie den Betrieb in die Griesgasse 40.
1936
Das Weizer Wochenblatt wird von den Behörden zur Einstellung gezwungen.
1937
Erwerb der Druckerei Haas in Weiz durch Alois Schodl aus Mistelbach in
Niederösterreich.
25jähriges Wiegenfest der in der Styria Judenburg produzierten
"Murtaler Zeitung".

Buchdruckerei Judenburg auf der
Edelbastei 3 mit Direktor Josef Daigl und seinem 13-köpfigen Team.
Die erste Kärntner
Ausgabe der "Kleinen Zeitung" wird in Graz gedruckt.
Im März wird die "Deutsche
Vereinsdruckerei" liquidiert, das "Grazer Tagblatt" eingestellt.
1938
Unter dem nationalsozialistischen Regime Auflösung aller Organisationen samt
deren Kapital und Realwerten und Eingliederung in die Deutsche Arbeitsfront
(DAF).
Am 12. März Beschlagnahme der "Styria"-Betriebe durch die
Gauleitung der NSDAP. Ein Stoßtrupp der SA besetzt die Redaktion der
"Kleinen Zeitung" und die Räume der "Styria". Im Auftrag der
gerade erst gebildeten Gauleitung präsentiert Franz Rothdeutsch seinen
NSDAP-Kampfgenossen Dr. Manfred Jasser den einberufenen Redakteuren der "Kleinen
Zeitung" und des "Volksblattes" als neuen kommissarischen Hauptschriftleiter
für beide Blätter mit dem unmissverständlichen Hinweis: "Der Gauleiter
persönlich hat Parteigenossen Jasser den Auftrag erteilt, von nun an für
Ruhe und Ordnung im Betrieb zu sorgen. Seinen Anordnungen ist Folge zu
leisten. Alles, was in Hinkunft in Druck gehen soll, muss ihm im Abzug
vorgelegt werden." Über Nacht ist der 29jährige Jasser zum einflussreichsten
Journalisten der Steiermark aufgestiegen (Anm.: 1990 erhält er für
seine großen Verdienste um das Land Steiermark das großen Ehrenzeichen des
Landes Steiermark !!!). Denn mit Ausnahme der beiden "Styria"-Blätter
und der "Tagespost" lassen die steirischen NS-Kommissare unter Pg.
Rudolf Pokorny alle Tageszeitungen
einstellen. Die "Styria" erhält den Namen "Steirerdruck" und
wird in den "Südostdeutschen Zeitungsverlag" mit Hauptsitz in München
eingegliedert; der "Katholische Preßverein" wird beschlagnahmt und dem neu
gegründeten "Preßverein Graz" mit Gauleiter Siegfried Uiberreither als
Protektor einverleibt..
Erste Ausgabe der "Kleinen
Zeitung" nach der Machtergreifung der Nazis vom 13. März 1938 in
NS-Aufmachung.
Die "Druckerei- und Verlags-AG
Leykam" (mit 400 Beschäftigten, 18 Setzmaschinen, je 2 Hochdruck- und
Tiefdruckrotationen, 22 Schnellpressen, 3 Tiegeln, 37 Buchbindereimaschinen)
wird in die
parteipolitische Pressezentrale "N.S. Gauverlag und Druckerei Steiermark"
umgewandelt.
Treuhänder wird der steirische Gauleiter Dr. Siegfried Uiberreither. Die
dort hergestellte "Tagespost" wird das offizielle Parteiorgan der NSDAP,
Chefredakteur Dr. Max Zaversky gekündigt und mit 1. Juli Dr. Manfred Jasser
zum Redaktionsleiter bestellt.

NS-Betriebsversammlung im
Druckereikontor in der Stempfergasse 5
Weiterer Ausbau der Druckerei Khil in Graz unter Einbeziehung des Lichthofes
sowie gänzlicher Erneuerung des Maschinenparks. Josef Khil Sohn übernimmt
die Firma.
1939
Im März wird bei Leykam die "Montagszeitung mit Grazer Sportzeitung"
aufgelassen.
Das "Grazer Volksblatt" muss über Weisung aus Berlin eingestellt werden.
1941
In Gleisdorf werden Eugen Zimmermann und sein Setzer zur Wehrmacht
einberufen und der Betrieb muss bis 1948 still gelegt werden. Die
Druckmaschinen werden von den Russen demontiert und abtransportiert.
Josef Khil jun. scheint als Alleininhaber der Buchdruckerei auf.
Verleihung der Buchdruckerei-Konzession an den Sohn von Hermann Schmerzeck
für die im Gasthof Mörtl in Kapfenberg vorgesehene Filialdruckerei.
1942
Mit 1. Juli wird die "Südostdeutsche Zeitungsverlagsgesellschaft", der
"Steirerdruck" ("Styria") und die "Kleine Zeitung" durch den NS-Gauverlag übernommen.
Unter der Leitung
reichsdeutscher Chefredakteure werden Personal sowie die wichtigsten
Maschinen und Geräte der ehemaligen "Styria" in die Stempfergasse
übersiedelt und dort die ebenso wie die "Tagespost" in ein NS-Kampfblatt umgewandelte
"Kleine Zeitung", die die Propaganda Hitlers verkünden, herausgegeben und
gedruckt.
1943
Die "Südost-Druck Cilli Ges.m.b.H.", ein Tochterunternehmen des
NS-Gauverlages, kauft am 1. Februar die "Verlags- und Druckanstalt
Hermagoras" in Cilli.
1944
Alfred Wall II. übernimmt am 1. April die Flachdruckerei seines Vaters.
Alfred Wall sen.
Die ausgebombte Druckerei "Heinrich Stiasny's Söhne" wird von der Firma Khil
aufgenommen und darf deren Druckmaschinen benützen.
In Judendorf-Straßengel wird
für den Fall, dass der Grazer Raum militärisch nicht gehalten werden kann,
im Kinosaal des Gasthauses Ertl ein Ausweichbetrieb des "NS-Gauverlages"
eingerichtet, wo am 26. Oktober erstmals die "Tagespost" probeweise
hergestellt wird.
Wegen der zusammenbrechenden Südostfront wird die vorher in Belgrad
gedruckte "Donauzeitung" in der Stempfergasse heraus gegeben.
Am Allerheiligentag ein Bombentreffer während eines alliierten Luftangriffes
im Verlagsgebäude Stempfergasse 3.
Im Dezember werden die Marburger Verlagsdruckerei und die
Buchhandlungfiliale durch Luftangriffe stark beschädigt; die "Marburger
Zeitung" und die "Neue Ordnung" werden in Graz weiter gedruckt.
Zur Behebung des Personalmangels werden dem Betrieb in der Stempfergasse
hundert Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene zugewiesen.
Der Befehl Hitlers, Industrieanlagen zu zerstören, bevor sie in Feindeshand
fielen, wird über Anordnung vom reichsdeutschen Betriebsführer Emil Heine
derart durch geführt, dass aus jeder Maschine wichtige Bestandteile heraus
genommen und geheim in Stübing vergraben werden. Bei Nichtbefolgung des
Befehles droht Heine, den ganzen Betrieb von der SS in die Luft sprengen zu
lassen.
1945
Am Morgen des 7. Mai setzen sich alle reichsdeutschen Führungsspitzen des
"NS-Gauverlages" in Richtung Westen ab.
Die am 8. Mai einrückenden sowjetischen Truppen verbieten das Erscheinen der
"Kleinen Zeitung". Dr. Karl Maria Stepan wird wieder Generaldirektor
der "Styria".
Styria-Generaldirektor Dr. Karl
Maria Stepan
Auf Grund des vorhandenen zyrillischen
Letternmaterials bekommt die "NS-Gauverlagsdruckerei" viele Aufträge der russischen Besatzer. Betriebsdirektor
Karl Fischer beschreibt die Situation: "Wir bekamen russische Bewachung,
bestehend aus vier Mann, die sich Tag und Nacht im Betrieb aufhielten und
dort auf Strohsäcken schliefen. Das Essen mußte ihnen vom Hotel Wiesler
gebracht werden. Sie aßen rohe Zwiebeln in rauhen Mengen, und Erdäpfel
schmeckten ihnen besser als das feinste Essen. Sie machten sich an unser
weibliches Personal heran und bestellten für die Nacht fremde Weiber
herein..."
Am 10. Mai erscheint die "Grazer Volkszeitung" als Nachfolgerin
der noch am 9. Mai als NS-Organ gedruckten "Tagespost". Der erste
sowjetische Stadtkommandant Chawarow ändert ihren Namen in "Grazer
antifaschistische Volkszeitung". Am 22. Juli
erhält die "Verlag, Buchdruckerei und Buchhandel ehemals Leykam GmbH" wieder
ihre alte Rechtsnorm. Der aus Mitgliedern der SPÖ eingesetzten Verwaltung
gehörten Reinhold Machold, Franz Stockbauer und Karl Koschar , der frühere
Druckereileiter der "Typographia" und des "Arbeiterwillens", an.
Auf Beschluss des Betriebsrates wird der Betrieb entnazifiziert.
prov. Landeshauptmann Reinhard Machold, Geschäftsführer Franz Stockbauer
Im Juni wird das "Obersteirerblatt",
das am 5. Mai zum letzten Mal erscheint, durch "Die Mürztaler
Volksstimme" der Kommunistischen Partei ersetzt.
Zwei Tage nach dem Abzug der
Russen gibt ab 25. Juli die britische Militärregierung als ihr
Informationsorgan die "Neue Steirische Zeitung" heraus.
Auch der Druck der "Grazer Volkszeitung" wird fortgesetzt.
Ab 26. Oktober gestatten die
Briten den politischen Parteien, wieder eigene Zeitungen heraus zu geben: Die
"Tagespost" wird als die Grazer ÖVP-Tageszeitung das "Steirerblatt" wieder
gegründet; ebenso das Wochenblatt der Sozialistischen Partei für Steiermark
(der ehemalige "Arbeiterwille") als "Neue Zeit" und die "Wahrheit" der
KPÖ; alle werden bei Leykam gedruckt. Gemäß dem Wahlergebnis wird die
Auflagenhöhe mit 160000 für das "Steirerblatt", 140000 "Neue Zeit" und 35000
für die "Wahrheit" festgelegt.

Chefredakteur Dr. Helmut
Schuster vom "Steirerblatt" - Die 1. Nummer der "Neuen Zeit"
nach dem 2. Weltkrieg
In der Buchdruckerei
Kriehuber erscheint die Heimatzeitung als "Weststeirische Volkszeitung"
wieder, nachdem die Russen Voitsberg und die Engländer Köflach besetzt
hatten und die Zeitung vorübergehend eingestellt werden musste.
Die Leobner Druckerei von
Withoff & Remiger wird von einer "kommissarischen Leitung" übernommen.
Gründung einer Verlagsdruckerei und des
ersten steirischen Adressenverlages durch Wilfried Maria Brunner in Bruck an
der Mur.
Am 2. Dezember Gründungsversammlung der
steirischen Landesstelle der "Gewerkschaft der Arbeiter der graphischen und papierverarbeitenden Gewerbe", nachdem am 30. April von der
sowjetischen Militärkommandantur die Bewilligung zur Registrierung des
"Österreichischen Allgemeinen Gewerkschaftsbundes" erteilt wurde. Seit 1.
August erscheint auch der "Vorwärts" wieder. Der
Mitgliederstand in der Steiermark beläuft sich auf 1117 KollegenInnen; Alois
Nagler wird zum Obmann gewählt.
1946
Auf Wunsch von Bruno Pittermann erscheint ab 1. Jänner unter Heinz Paller
als erstem Chefredakteur die "Neuen Zeit" täglich.
Am 1. April tritt Ernst
Prichtzig die Nachfolge des verschollenen Kollegen Franz Feichter als
Sekretär der steirischen Landesstelle der "Gewerkschaft der Arbeiter der
graphischen und papierverarbeitenden Gewerbe" an. Landesobmann ist Alois
Nagler, Gehilfenobmann Franz Wagner. Der Mitgliederstand ist auf 1840
angestiegen.
Der "Katholische Preßverein" wird unter öffentlicher Verwaltung
wieder errichtet, die
1947 wieder aufgehoben wird. Die ursprüngliche Rechtslage ist damit wieder
gegeben.
Die
"Murtaler Zeitung" kommt wieder in den Besitz der "Styria" in Judenburg, Hans
Dichand wird ihr Chefredakteur und Herausgeber und sie erhält ihren
ursprünglichen Namen, nachdem sie zuvor als "Murtaler Volkszeitung" der
Parteien SPÖ, ÖVP und KPÖ produziert wurde.
1947
Hans Dichand ist außenpolitischer Redakteur beim
"Steirerblatt" in Graz.
Der Volkswissenschaftler und gelernte Setzer Dr. Paul Struzl erwirbt vom
Land Steiermark eine gebrauchte Rotaprint-Maschine und eröffnet unter dem
Namen seines Schwiegervaters Franz Hacker ein
Offsetvervielfältigungsunternehmen.
In der Jahreshauptversammlung
der "Gewerkschaft der Arbeiter der graphischen und papierverarbeitenden
Gewerbe" wird Franz Wagner als Obmann der Landesgruppe Steiermark wieder
bestätigt. Der Mitgliederstand ist auf 2000 angewachsen und erstreckt sich
auf 14 Ortsgruppen. Durch das Hinzukommen der Buchbinder,
Kartonagewarenerzeuger, der Papierkonfektion, des Photogewerbes, der
Natronfabrik Zeltweg und der Zeitungskolporteure müssen Fachausschüsse
geschaffen werden.
Entstehung der "Obersteirischen Druckerei-
und Verlagsgesellschaft m.b.H.", deren Geschäftsanteile sich im Besitz der
Familie Withoff befanden.
Am 1. Oktober übernimmt Hermann Schmerzeck in
seinem einstigen Lehrbetrieb in Bruck/Mur die Stelle eines Direktors. Am 1.
November übernmimmt die Betriebsleitung der ehemalige Brucker Lehrling und
spätere Direktor der Berliner Reichdruckerei, Franz Helmberger.
1948
Die Landesstelle Steiermark der Graphischen Gewerkschaft feiert "Hundert
Jahre steirische Buchdruckerorganisation". Unter den jubilierenden aktiven
Kollegen: Karl Elis. Dem Landesausschuss gehören Obmann Franz Wagner,
Stellvertreter Karl Schick, Kassier Gustav Pschaider, Schriftführer Johann
Plienegger und Sekretär Ernst Prichtzig an. Als Fachgruppen bestehen
Buchdrucker, Senefelder, Buchbinder, Papierverarbeitung, Photographen,
Zeitungsausträger und Kolpoteure sowie Fremde Berufe.
Anfang März übersiedelt die Redaktion der "Wahrheit" von der Stempfergasse und vom Mehlplatz in die Druckerei des Österreichischen Volksverlages in die Lagergasse, wo am 3. März 1948 erstmals die Nr.53/4.Jahrgang hergestellt wird.
tÖsterreichischer Volksverlag in der Lagergassezinvon
Nach langwierigen Verhandlungen mit den britischen Besatzern, die die
Sowjets ablösen, kann die "Kleine Zeitung" zuerst als Wochenzeitung und ab
Oktober wieder als Tageszeitung erscheinen, nachdem zuvor die "Steirische
Zeitungs-, Druck- und Verlagsgesellschaft" (Leykam) der "Styria" die 1942 in
die Stempfergasse transferierte Rotationsmaschine rückübermittelt hat.
Wiedererscheinen der "Kleinen
Zeitung" am 26.9.1948
1949
Hans Dichand ist von 1949 bis 1954 Chefredakteur der "Kleinen Zeitung" für
Graz und Klagenfurt.
Hans Dichand
Am 1. Juli Kauf der in Bruck/Mur bei Schmerzeck gedruckten Zeitung
durch die SPÖ und Umbenennung in "Obersteirische
Volksstimme".
In Bad Aussee übernimmt nach
Hans Fitzingers Tod Erwin Pessl die Druckerei mit 1 Setzmaschine, 1 Tiegel
und 1 Schnellpresse.
In Graz gründet Dr. Paul Struzl
einen Verlag und ändert den Namen seines
Unternehmens auf "Akademische Druck- und Verlagsanstalt" (ADEVA).
Sein Ziel ist es, vergriffene und im Krieg vernichtete wissenschaftliche und
künstlerische Werke in originalgetreuen Nachahmungen (Faksimiles) vom ersten
bis zum letzten Blatt originalgetreu zu reproduzieren. Überaus wichtig dafür
ist die persönliche Verbindung des Verlegers zum Vatikan, in dessen
Bibliothek er zwei Jahre lang Handschriften studiert.
Otto Dechant gründet eine
Klischee-, Offset- und Tiefdruckreproduktionsanstalt.
1950
Die Druckerei und Verwaltung der "Akademischen Druck- und Verlagsanstalt"
werden im ehemaligen Speisesaal des Bischöflichen Ordinariats in der
Canerigasse etabliert.
Die Innung der graphischen Gewerbe
wählt Zentraldirektor Josef Kramer zum Innungsmeister sowie Anton Böttger
und Kammerrat Johann Wallig zu seinen Stellvertretern.
Landesinnungsmeister Josef
Kramer, Zentraldirektor des Katholischen Preßvereins
Gründung der "Fachgruppe der Maschinensetzer
und Zeitungsarbeiter". Erster Obmann wird Johann Plienegger.
Am 29. November stirbt Karl
Kriehuber.
1951
In Kapfenberg, in der Grazer Straße 18, Errichtung der als "Mürztaler Buchdruckerei" geführten und von
der Hauptfirma in Bruck/Mur ausgestatteten Druckerei Schmerzeck. Mit der
Leitung wird Theodor Perkhofer aus Reutte in Tirol betraut.
Am 27. Jänner offizielle
Umwandlung der SPÖ-nahen "Steirischen Zeitungs-, Druck- und Verlags-GmbH" in
die "Leykam Druckerei- und Verlags-Aktiengesellschaft". Neben der "Neuen
Zeit" wird das am 1. Oktober in "Süd-Ost-Tagespost" umbenannte
"Steirerblatt" und die "Sonntagspost" für den "Österreichischen Verlag"
der ÖVP gedruckt.
Lithographische Kunst- und
Steindruckerei "Alpengraphik Fischer & Rögner" in der Grazbachgasse 21-23 in
Graz.
1952
Übersiedelung der Buchdruckerei Schodl in Weiz in die Schießstattgasse, die
heutige Kapruner-Generator-Straße.
In Graz übersiedelt die "Akademische Druck-
und Verlagsanstalt" in das Palais Herberstein in der Leonhardstraße.
Übernahme der Druckerei "Graphia" in der
Grazer Bürgergasse von August Gutenfelds Tochter, Marlis Ragossnig, die
die Stein- und Buchdruckerei erlernt hatte, nachdem ihre beiden Brüder im
Krieg verstorben waren. Zusammen mit ihrem Gatten DI Hermann Ragossnig baut
sie den 1944 durch Bombentreffer stark beschädigten Betrieb wieder auf.
Während die Steindruckerei aufgelassen wird, wird die Buchdruckerei
ausgebaut.
Gustav Fischer jun. folgt
seinem Vater als Inhaber der lithographischen Anstalt "Alpengraphik" (vorher
Firma "Gustav Fischer, vorm. E. Presuhn") in der Bienengasse 29 nach.
1953
Gründung des Verlages "Styria" in Köln. Auch in Kärnten kann das
Unternehmen Fuß fassen.
14 Bände der Reihe
"Steirische Autoren", hrsg. v. Otto Hofmann-Wellenhof, erscheinen bei
Stiasny.
Karl Friedrich, Direktor der
größten Buchdruckerei in Marburg, wird neuer Leiter der Druckerei in
Bruck/Mur.
1954
Neuerliche Namensänderung des Brucker Ortsblattes in "Der Obersteirer".
Otto Schönherr von der
"Presse" aus Wien wird neuer Chefredakteur der "Kleinen Zeitung". Für
Kärnten gibt es eine selbständige Ausgabe der "Kleinen Zeitung".
Chefredakteur Otto Schönherr
Eigene Verlagsproduktion der "Akademischen
Druck- und Verlagsanstalt" mit dem ersten großen Werk "Glossarium mediae et
infimae latinitatis".
1955
Unter dem neuen Zentraldirektor Dr. Oswald Elleberger Fusion der drei
Gesellschaften "Leykam AG", "Steirischen Zeitungs-, Druck- und Verlags-GmbH"
und "Neue Zeit Gesellschaftsfahrten GmbH" mit folgenden Geschäftszweigen:
Buchdruckerei, Buch-, Zeitschriften- und Kalenderverlage, Buch- und
Papierhandlungen in Graz, Kapfenberg und Leoben, Tageszeitung "Neue Zeit"
und Wochenzeitung "Der Obersteirer".
Die "Weststeirische
Volkszeitung" feiert ihr 50jähriges Bestehen.
1957
Zentraldirektor und Landesinnungsmeister Josef Kramer wird
Landesgruppenobmann des Hauptverbandes der graphischen Unternehmungen
Österreichs.
1958
Die "Akademische Druck- und Verlagsanstalt" übersiedelt in die
Auersperggasse 12.
Am 17. Februar gründet Rudolf
Krasser Am Unteren Platz in
Deutschlandsberg mit einem Liberty-Tiegel die "Koralpendruckerei"
und beginnt mit einem Lehrling die Arbeit.
Der Landesstellenausschuss
der Gewerkschaft mit Obmann Franz Pachlhofer und Ernst Prichtzig vom
Graphischen Bildungsverband.
1959
Der Salzburger Kurt Muthspiel wird
nach Josef Posch zum Direktor, der damals zur "Styria"
gehörenden Druckerei in Judenburg bestellt und übernimmt gleichzeitig auch
die Leitung der "Murtaler Zeitung". Die Zeitung wird auf einer
Augsburger-Stoppzylinderpresse gedruckt.
Kurt Muthspiel
Die Geschicke der Druckerei
Khil werden vom Enkelsohn des Firmengründers, Othmar Josef Khil, übernommen.
In den finanziellen Bereichen wird er zuerst von seiner Mutter Franziska,
später von seiner Frau Viktoria unterstützt.
1960
Für die Wahlperiode der Landesinnung der Landesinnung für graphische Gewerbe
wird Anton Böttger zum Innungsmeister gewählt. Ab 13. Juli übernimmt Eugen
Zimmermann aus Gleisdorf dieses Amt. Seine Stellvertreter sind Ottokar
Destaller und Leopold Kriehuber.
Am
15. Februar Überreichung der Ehrenmedaillen an langjährige Mitarbeiter
(darunter Bronzemedaille an Karl Elis für 57-jährige Betriebangehörigkeit)
des Katholischen Pressvereines durch Bischof Dr. Josef Schoiswohl im
Hubertusaal des Brauhauses Puntigam.
Dr. Fritz Csoklich wird Chefredakteur der "Kleinen Zeitung" und bleibt dies
bis 1994.
Dr. Fritz Csoklich
Die Firma Wall erweitert das
Produktionsprogramm mit dem Rotationstiefdruck.
Die Druckerei Zimmermann in
Gleisdorf, in der auch bereits Eugen Zimmermann jun. mit seiner Frau Inge
tätig ist, übersiedelt mit 6 Beschäftigten in die Gartengasse.
In Deutschlandsberg übernimmt der Sohn Walter
Sima den väterlichen Betrieb.
Der Koralpendruckerei wird
ein Papierwarengeschäft und eine Buchhandlung angeschlossen.
In Bruck an der Mur feiert die Buchdruckerei Schmerzeck & Co. ihr
140jähriges Bestehen. Nach dem Tod von KR Hermann Schmerzeck wird die
Druckerei in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt.

Maschinensaal und Personal der Buchdruckerei und des Verlages Hermann
Schmerzeck & Co.
1961
Neuer Geschäftsführer der Druckerei "Graphia" in Graz wird der älteste Sohn
von Matlis Ragossnig, Gert Ragossnig.
Auf Grund der auf 80 Mitarbeiter
angewachsenen Beschäftigtenzahl übersiedelt die "Akademische Druck- und
Verlagsanstalt" in das neu erworbene Gebäude in der Monsbergergasse 5.
Mit der Ausgabe des "Sacramentarium Leonianum" wird die weltweit
umfangreichste Faksimilereihe begründet.
Josef Khils Witwe Franziska
übernimmt die Druckerei.
1962
In Weiz übernimmt und erweiter Alois Schodl jun. den Betrieb.
Die Druckerei Khil in Graz stellt auf
Setzmaschinenbetrieb um und druckt Periodika.
1963
Aufstellung der ersten TTS-Anlage in der "Universitätsbuchdruckerei Styria"
in Graz. Max Mayr wird in der "Kleinen Zeitung" "Chef vom Dienst".
Max Mayr
Rudolf Pontscha, Sohn von
Karl Pontscha, übersiedelt die Druckerei in die Mondscheingasse 12 und
erweitert den Betrieb mit einem Papiergroßhandel.
1964
Die neu erbaute Druckerei-Großhalle der "Styria" wird zum
60-Jahr-Jubiläum der "Kleinen Zeitung" in der Schönaugasse 64
in Graz eröffnet.

Lagemodell der "Styria"
Großraumhalle v.l. Maschinsetzerei, Stereotypie, Rotationsdruck, Setzerei,
Druckerei, Buchbinderei. Landeshauptmann Krainer mit Teuschler und Koren.
Die Setzerei-Faktoren Kieberl und Prinik sowie der Druck-Faktor Morautschnig.

Fertigstellung des zweigeschossigen
Druckereigebäudes der "Leykam AG" im Hof der Stempfergasse 7.
In der "Akademischen Druck- und
Verlagsanstalt" erscheinen die ersten Faksimileausgaben, darunter das bisher
größte, jemals veröffentlichte Faksimile der "Wiener Dioscurides".
Die Druckerei "Stiasny" ist
personell in der Person des Verlagsleiters Gerhard Zerling mit dem Verlag
verbunden. Im Betrieb, der die Taschenbuchreihe "Das österreichische Wort"
herausgibt, arbeiten 112 Personen.
1965
Eugen Zimmermann wird zum Innungsmeister, Ottokar Destaller und Rudolf
Pontscha zu seinen Stellvertretern gewählt.
Am 28. Mai Umbenennung der Landesstelle
Steiermark der "Gewerkschaft der Arbeiter der graphischen und
papierverarbeitenden Gewerbe" auf "Gewerkschaft Druck und Papier".
Ehrung für
Obermaschinenmeister Ferdinand Roth, der am 15. Juli 1915 in der
Buchdruckerei Styria als Lehrling begann und seither - mit Ausnahme zweier
Unterbrechungen während der beiden Weltkriege - ein halbes Jahrhundert
ununterbrochen im Betrieb tätig ist.
Obermaschinenmeister Ferdinand Roth (Styria)

Othmar Khil, Franziskas Sohn,
übernimmt die Druckerei in der Neutorgasse.
Der Buchdrucker Ernst Ploetz
aus Wolfsberg betreibt am Standort Fischer in der Bienengasse 29 und in der
Hartiggasse 4 die "Grazer Druckerei".
Übernahme der Geschäftsanteile der
"Obersteirischen Druckerei" in Leoben durch Hans Jell und Franz Kollmann.
In Bad Radkersburg erwirbt
Ernst Huallenz von der Witwe die Firma Semlitsch und nennt diese
"Grenzlanddruckerei".
1966
In Gleisdorf übernimmt Eugen Zimmermann jun. die Druckerei und erweitert
diese um eine 400m² große Halle.
Viergeschossiger Neubau der "Koralpendruckerei" in Deutschlandsberg mit der
Installierung des Offsetdruckverfahrens sowie der Errichtung einer Filiale
mit dazu gehörigem Einkaufszentrum. Die Belegschaft ist auf 38 Personen
angestiegen.
Der Grafische Großbetrieb
Alfred Wall verlegt seine Produktionstätte auf ein 90000m² großes Areal am Grillweg in Straßgang.
Die Beschäftigungszahl steigt bis auf 720. Man erzeugt im Offset- und
Siebdruckverfahren Verpackungsmaterial, Folien, Werbedrucksorten, Etiketten
und Kunstdrucke.
Walter Slaje wird neuer
Landesobmann der "Gewerkschaft Druck und Papier".
1967
Im Februar Inbetriebnahme der modernsten Zeitungs-Rotationsmaschine
Österreich bei Leykam im Gesamtwert von 16,5 Millionen Schilling.
In der Druckerei Schmerzeck & Co. wird der Offsetdruck eingeführt.
1968
Am 3. Februar Inbetriebnahme des Druckerei-Neubaues der "Styria" in Judenburg
mit neuer Setzereieinrichtung, einer Linotype, einem Ganzbogen-Zylinder und
einer Falzmaschine.

Eröffnungsfeier mit Dir.
Muthspiel, Generaldirektor Dr. Stepan und Weihbischof Dr. Pietsch
Die Wochenzeitungen "Wiener Montag" und
"Grazer Montag" werden durch die "Styria" in Graz gekauft. Neuer
Generaldirektor wird Dr. Hanns Sassmann, neuer Verlagsdirektor Julius Kainz.
Am 7.10.1968 erscheint der "Grazer Montag"
erstmals als Montagsausgabe der Kleinen Zeitung im Großformat -
Dr. Hanns Sassmann und Julius
Kainz
Bei Leykam wird Offsetverfahren
und eine Chemigraphie eingerichtet.
Der Landesstellenausschuss
der Gewerkschaft unter Obmann Walter Slaje.
u.a. Martin Stark, Walter
Slaje, Ernst Prichtzig, Orthuber, Hermann Fischer, Johann Breithofer,
Christine Gärtner, Gottfried Pauritsch
Die Druckerei Stiasny, ein Grazer
Mittelbetrieb, wird geschlossen.
1969
Mit 1. Jänner erhalten Chefredakteur Josef Riedler und Willibald
Hochstrasser die Gesamtprokura der Firma Leykam. Landesrat Adalbert
Sebastian folgt 1970 LHStv. Hofrat DDr. Alfred Schachner-Blazizek als
Aufsichtsratvorsitzender nach.
Auf Grund einer
Schmiergeldaffaire und eines Brandes in der Druckerei von Stiasny
begeht Gerhard Zerlin zusammen mit seiner Frau Selbstmord. Die Firma muss
Konkurs anmelden und wird aufgelöst.
Schließung des Druckereibetriebes
"Kunath" in
Graz.
Die "Styria" feiert
am 22. November im Brauhaus Puntigam den Geburtstag "100 Jahre Druck- und
Verlagshaus". Generaldirektor Dr. Sassmann überreicht dem ältesten
Buchdrucker der Steiermark, dem Styrianer Wilhelm Jelinek, zu seinem 94.
Geburtstag eine Armbanduhr.
In Universitätsnähe eröffnet die "Styria" die Buchhandlung "bücher-box".
In Bruck an der Mur wird als erste Stufe eines systematischen Ausbaus der
regionalen Berichterstattung der "Kleinen Zeitung" eine Außenstelle der
Redaktion gegründet.
Die "Akademischen Druck- und Verlagsanstalt"
richtet am Neufeldweg Buchlager, Expedit und eine Buchbinderei ein.
1970
Völlige Neugestaltung der "Steiermärkischen Landesdruckerei" unter
Hofrat Dr. Karl Maitz.
Martin Stark übernimmt von
Walter Slaje die Funktion des Landesobmannes der Gewerkschaft.

Zentralobmann
Arnold Steiner mit Martin Stark und Walter Slaje. Die Fachgruppe der
Buchbinder unter Obmann Alois Konrad.
Die Grazer Druckerei "Globus" wird
geschlossen.
Rudolf Pontscha wird zum neuen Innungsmeister
gewählt. Seine Stellverteter sind Ottokar Destaller und Hans Köck aus
Fürstenfeld.
Folgende Druckereien bestehen in der Steiermark: Bad Aussee: Pessl; Bruck:
Schmerzeck; Deutschlandsberg: Koralpendruckerei, Sima; Feldbach: Prenner;
Fürstenfeld: Köck; Gleisdorf: Zimmermann; Graz: Agath, Bauer, Dechant,
Dorrong, Graphia, Grazer Druckerei, Gutenberg, Khil, Kurz, Landesdruckerei,
Leykam, Martellanz, Neumann, Peisser, Pontscha, Rasteiger, Rögner, Styria,
Vavra, Wall; Gröbming: Wallig; Hartberg: Schönwetter; Judenburg: Feilhauer,
Styria; Knittelfeld: Gutenberghaus; Leibnitz: Cäsar; Leoben: Horst,
Obersteirische Druckerei; Liezen: Bendl; Mariazell: Radinger; Murau: Helfer;
Mürzzuschlag: Studio-Druck; Radkersburg: Huallenz; Rottenmann: Schöffl;
Trofaiach: Wollein; Voitsberg: Kriehuber; Weiz: Schodl, Klampfer.
Die Führung der Landesinnung der Buchbinder, Kartonagewaren- und
Etuierzeuger übernimmt Franz Kuntner, der in den Jahren 1925 bis 1928 dieses
Handwerk im elterlichen Betrieb erlernt hatte.
Franz Kuntner, Innungsmeister der Buchbinder
Die "Kleine Zeitung" verfügt
über eine eigene Betriebs-Fussballmannschaft

Bekannte Namen im "Kleine-Zeitung-Team":
Treffkorn, Vollmann, Elis, Sauer, Mitterbacher ...
1972
Mit 1. Februar tritt Dkfm. Mag. Dr. Kurt Oktabetz als Vorsitzender des
Vorstandes der Leykam AG neu in das Unternehmen ein.
In Liezen wird eine Buchhandlungsfiliale eröffnet.
Vorstand der Leykam AG: Josef Riedler, Dkfm.Dr. Kurt Oktabetz, Willibald
Hochstrasser
Am 1. März übernimmt Erich Stingl von Ernst Prichtzig das Sekretariat der
Landesstelle der Gewerkschaft.

Durch Gert Ragossnig Ausweitung und Modernisierung der Druckerei "Graphia" in Graz. Offsetdruck, Fotosatz, Reproduktionsfotographie
sowie Stereotypie, Klischeeherstellung und Fotokopie werden hinzu genommen..
Die Druckerei Khil kauft im August eine
Halbbogen-Offsetmaschine und eine Falzmaschine.
Am 1. Oktober erscheint
erstmals die "Kronenzeitung" als Steiermark-Ausgabe.
Die Obersteirische Druckerei
etabliert am Leobner Lerchenfeld eine neue moderne Buch- und
Offsetdruckerei.
Am 14. Oktober findet in Deutschlandsberg der
"1. Steirische Druckertag" statt.
Die Koralpendruckerei erzeugt
als erstes Unternehmen in Österreich hygienisch verpackte Zahnstocher.
1973
Am 20. Jänner stirbt der Gründer der
"Akademischen Druck- und Verlagsanstalt" Dr. Paul Struzl. Verlagsdirektor
Hans Koegeler übernimmt die Gesamtleitung.
In Graz wird die "Fotosatzzentrum Süd-Ost
Ges.m.b.H." in der Stempfergasse 8 gegründet.
In Bad Aussee übernimmt
Walter Pretl die Buchdruckerei, der auch in Ottensheim in Oberösterreich
eine Druckerei besitzt.
Neubau einer modernen Buch- und Offsetdruckerei für die "Obersteirische
Druckerei" am Leobner Lerchenfeld.
"2. Steirischer Druckertag" am 6. Oktober in
Weiz.
Am 24. November 125jähriges
Bestandsjubiläum der Gewerkschaft Druck und Papier.
1974
Übersiedelung der "Akademischen Druck- und Verlagsanstalt" mit allen
technischen Abteilungen in den Neubau am Neufeldweg 75. Das Unternehmen wird
weltweit gesehen zum größten Faksimileproduzenten und beschäftigt 100
Mitarbeiter.
Ingeborg Psalter, um 1200,
Nordfrankreich, heute: Chantily, Musée Condé
Gründung des "Schnelldruckzentrums Glacis" in
der Glacisstraße 23 in Graz.
Vom 4. bis zum 6. Oktober findet in
Mariazell der "3. Steirische Druckertag" statt.
  
Druckertage in Mariazell und Bad Gleichenberg: Innungsmeister Pontscha mit
seinen Stellvertretern Krasser und Köck
1975
Vom 19. bis zum 21. September wird in Bad Gleichenberg der "4. Steirische
Druckertag" abgehalten, bei dem Sektionsobmannstellvertreter Kammerrat
Rudolf Pontscha als Innungsmeister wieder gewählt wird. Seine Stellverteter
sind Gemeinderat Hans Köck aus Fürstenfeld und Rudolf Krasser aus
Deutschlandsberg. Weiters gehören zum Innungsausschuss: Ing. Helga Böhm aus
Leibnitz, Ferdinand Jost aus Liezen, Landtagsabgeordneter Franz Kollmann aus
Leoben, Heinz-Robert Peisser und Gert Ragossnig aus Graz sowie Julius
Schönwetter aus Hartberg und Eugen Zimmermann aus Gleisdorf. Der Vorstand
des Hauptverbandes der graphischen Unternehmungen Östereichs der
Landesgruppe Steiermark wird durch Obmann KR Rudolf Pontscha und seine
beiden Stellverteter GR Hans Köck und Dkfm.Mag.Dr. Kurt Oktabetz gebildet.
Die Akademische Druck-
und Verlagsanstalt (ADEVA) feiert ihr 25jähriges Bestehen.

Dr. Manfred Kramer von der ADEVA
präsentiert die Faksimileausgabe der 1390
entstandenen Wenzelsbibel dem Geschäftsleiter der Buchhandlung Styria, Paul
Klement
1976
Der Firma "Leykam AG" wird der Titel "Universitätbuchdruckerei" verliehen.
Maschinensaal der Großdruckerei
Leykam AG in der Stempfergasse
Erich Mlakar wird in der
Styria-Judenburg Nachfolger von Kurt Muthspiel, der seinerseits als
Technischer Direktor in die Styria nach Graz wechselt.
Weitere Vergrößerung der "Koralpendruckerei"
in Deutschlandsberg und Aufstellung der ersten
Zahnstocherverpackungsmaschine in Österreich.
Ebenfalls in Deutschlandsberg kommt es zur
Betriebsübernahme der Druckerei Sima durch die Töchter Annemarie Aigner und
Waltraud Weisi.
In Weiz übergibt Alois Schodl den Betrieb an
seine Tochter Dr. et Mag. Barbara Schodl.
8. bis 10. Oktober "5. Steirischer
Druckertag" in Söchau.
1977
Umschulungskurs vom "Hoch- auf den Flachdruck" in der Druckerei "Styria" in
Judenburg.
"6. Steirischer Druckertag" vom 7. - 9.
Oktober in Deutschlandsberg.
Die Koralpendruckerei
eröffnet eine weitere Filiale in Groß St. Florian.
1978
Die "Universitätsbuchdruckerei und Grafischen
Industrie Leykam AG" übersiedelt aus der Stempfergasse in die neue
18000 m² große Produktionsstätte, in der Ankerstraße in Straßgang. Die alte Satztechnik auf
Bleisetzmaschinen muss der elektronischen Textverarbeitung auf einer
computergesteuerten Lichtsatz-Großanlage weichen.
Leykam Standort Ankerstraße
Betriebsfußballturnier der
graphischen Betriebe Steiermarks. In der Finalbegegnung gewinnt die
Mannschaft von FC-Wall gegen die Wall-Senioren mit 4:2.

Betriebssportverein Wall:
Siegerehrung des 5. Riesentorlaufes des FC-Wall auf der Wiedneralm - Fußballteam der
Wall-Senioren
Ab 1. Juli alleinige Leitung des Unternehmens
Kriehuber in Voitsberg und Köflach durch Karl Kriehuber jun. Neueinrichtung
der Handsetzerei, Stereotypie, Ankauf einer Zeitungsdruckmaschine für die
"Weststeirische Volkszeitung", die 1979 ihr 75jähriges Bestehen feiert,
sowie einer Falz- und Schneidemaschine.
1979
Die Druckerei Zimmermann in Gleisdorf wird als Ges.m.b.H. geführt.
Gesellschafter sind Eugen und Inge Zimmermann, deren Sohn Klaus und die
Gattin des Firmengründers, Maria Zimmermann. Zum eingeführten Fotosatz wird
eine 4-Farben-Heidelberger-Speedmaster aufgestellt.
"8. Steirischer Druckertag" vom 12 bis 14. Oktober in Semriach.
1980
Anlässlich seines 60. Geburtstages erhält im April
Landesinnungsmeisterstellvertreter Hans Köck die Ehrenbürgerschaft der Stadt
Fürstenfeld.
Innungsmeisterstv. Hans
Köck
Festakt anlässlich des
75jährigen Bestandes der "Weststeirischen Volkszeitung" am 13. Juni im
Buchdruckereiunternehmen Karl Kriehuber in Voitsberg.

Ehrenurkunde für Karl Kriehuber
- v.l.: Agnes Tutz, geb. Kriehuber, Senior Viktor Kriehuber mit Gattin,
Wolfgang Kriehuber
Generellen
Umstellung des Layouts der "Kleinen Zeitung".
Kleine Zeitung vom 2.4.1980 im neuen Outfit
Am Freitag, dem 21. November,
findet wie alljährlich im Brauhaus Puntigam der "Styria"-Betriebsabend
statt. Generaldirektor Dr. Sassmann nimmt die Ehrung zahlreicher Jubilare
für ihre Ausdauer und Treue zum Betrieb vor: Johann Kren, Manfred Krug,
Helmut Oman, Stefan Buschbacher, Anton Semlitsch und Josefa Pinder.
Kulturredakteur Karl Hans Haysen hält die Laudatio: "Mir ist die Ehre
widerfahren, daß ich im Namen meiner Kollegen dem Herrn Generaldirektor die
Rosen des Dankes überreichen darf. Des Dankes für dieses wertvolle Geschenk,
das für 25 Jahre Arbeit in der Styria verliehen wird. Liebe ist ein Ring,
ein Ring, der hat kein Ende. 25 Jahre im Leben eines Menschen können viel
sein und wenig, 25 Jahre aber im selben Betrieb tätig sein, ist sicher viel.
Freunde kann man sich aussuchen, Kollegen nicht. Und so reicht die die
breite Palette einer 25jährigen Tätigkeit von der Trägheit, der
Bequemlichkeit, des nicht Abgeworbenwerdens bis zur Treue, bis zum
Idealismus. Wenn ich die Jubilare des heurigen Jahres betrachte, kann ich
erfreut feststellen, daß sie von der Treue zur Styria bis zum Idealismus
bestimmt wurden. Un dies in keiner leichten Zeit, denn die Entwicklung der
neuen Technologien scheint schneller vor sich zu gehen, als man noch bis vor
kurzem glaubte. GD Sassmann hat, wie viele sogenannte Fachleute immer wieder
bemängelten, volkswirtschaftlich gesehen, antizyklisch gearbeitet und damit
recht behalten, denn der Leser wünscht von der "Kleinen Zeitung" ein gutes,
gut lesbares und pünktlich erscheinendes Produkt."
Dezentralisierung der "Leykam
AG" in sechs einzelne Geschäftsbereiche: Druckerei, Zeitungsverlag,
Buchverlag, Buchhandlung, Alpina und "Media-Süd-Ost" mit der
Video-Produktionsfirma "pre tv".
Einführung des Lichtsatzes im gesamten Druckereibereich.
"35. Ordentliche Hauptversammlung" der Landesgruppe Steiermark des
Hauptverbandes der graphischen Unternehmungen Österreichs in Schladming.
100-Jahr-Jubiläum der
Druckerei "Graphia" in der Bürgergasse in Graz.
Die Siebdruckerei "Arian" in Wünschendorf bei Gleisdorf vergrößert den Betrieb auf 1300m² und installiert
zusätzlich 2 Siebdruckautomaten.
1981
"9 Steirischer Druckertag" in Hartberg.
1982
Dr. Gerfried Sperl wechselt von der "Kleinen Zeitung" zur Grazer "Südost
Tagespost" und wird deren Chefredakteur und setzt als Ur-Ur-Enkel des
ersten Tagespost-Chefredakteurs somit die Familientradition fort.
.Dr.
Gerfried Sperl
Nach dem Tod von Alfred Wall
II. übernehmen seine Söhne Mag. Alfred Wall III. und Dr. Georg Wall den
grafischen Großbetrieb mit 400 Mitarbeitern, der sich auf den Großoffsetdruck und die
Verpackungsindustrie spezialisiert hat. Investitionen im Offset- und
Tiefdruck sowie in die Reproduktion und Zylinderherstellung.

Mag. Alfred Wall jun. & Dr.
Georg Wall, Inhaber des Grafischen Großbetriebes Alfred
Wall am Grillweg 3 in Graz.
Die Landesdruckerei hält bei
85 Beschäftigten und meldet 3 Blei- und 3 Fotosetzmaschinen sowie 8 Buch-
und 7 Offsetdruckmaschinen.
1983
Das erste Farbbild erscheint auf der Titelseite der "Kleinen Zeitung".
Am 3.7.1983 wird die "Kleine
Zeitung" farbig
Einweihung der neuen
Betriebsstätte von "Reproteam" in der Jauerburggasse in Graz durch Univ.Prof.
Dr. Trummer und GD Dr. Sassmann.
Gründung der Firma "Typographic"
durch Werner Koch in der Münzgrabenstraße 53.
1984
Dr. Manfred Kramer und der Sohn des Gründers, Dr. Michael Struzl, setzen die
Arbeit der "Akademischen Druck- und Verlagsanstalt" fort.
Von den steirischen Vereinen
für behinderte Kinder wird die Firma "Reha-Druck" ins Leben gerufen.
Gründung der
Druckerei Rettenbacher in Schladming, im aufgelassenen Vasold-Großmarkt
in der Siedergasse 89
Franz Rettenbacher und
Willi Hochmann
50-Jahr-Feier der Druckerei
Zimmermann in Gleisdorf. 24 Mitarbeiter sind beschäftigt, an technischen
Geräten stehen 1 Fotosatzanlage, 1 Setzmaschine, 4 Buchdruckpressen, 3
Offset-Druckmaschinen, Reprokameras, Falz- und Schneidemaschinen und 1
Klebebinder im Einsatz.
1985
Alfred Stingl, gelernter Schriftsetzer, Metteur und Korrektor sowie
Bildungssekretär der SPÖ Steiermark, wird am 10. Jänner Grazer
Bürgermeister.
Zum 400jährigen Bestehen der Firma Leykam Inbetriebnahme einer
Rollenoffsetmaschine im März.
Am 19. April erste Ausgabe der "Neuen Zeit" im Kleinformat.
Festveranstaltung am 14. November in der Grazer Oper mit
Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger.

Leykam-Stammhaus
Stempfergasse - "Neue Zeit"
im handlichen Kleinformat - Leykam-Papierfabrik Gratkorn
1986
Die "Süd-Ost Tagespost" feiert am 28. Februar ihr 130-Jahr-Jubiläum.
Chefredakteur ist Dr. Sperl,
sein Stellvertreter Dr. Harbich, Kirchengast leitet das Außenressort,
Schwarz die Lokalredaktion, Spitzka die Wirtschaftsredaktion, Prof. Arnold
die Kultur, das Regionalressort Schmidt, Sportchef ist Pennitz und Mag.
Glettler ist für das Panorama verantwortlich.
Die Einzelfirma "Khil" wird in die "Druckerei Khil Ges.m.b.H." umgewandelt,
in der der älteste Sohn Wolfgang Khil in vierter Generation die Leitung des
Betriebes übernimmt. Die Firma verfügt über ein kleines privates
Druckmuseum, in dem Maschinen und Gerätschaften bis zurück ins 16.
Jahrhundert ausgestellt sind.
Dr. Karlpeter Elis, der in
der Universitätbuchdruckerei Styria das Buchdrucker-Handwerk erlernt sowie
an der Universität Graz das Studium aus Kunstgeschichte absolviert hat, wird am
1. August in Graz zum Direktor der Berufsschule für grafische Lehrberufe in
der Steiermark bestellt.
Direktor Dr. Karlpeter Elis
1987
Die Firma Wall wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Alfred Wall
AG verfügt über ein Bildverarbeitungssystem, eine Zylinderherstellung, 32
Offsetmaschinen, fünf Stanzautomaten, einen Bogentiefdruck, zwei
Tiefdruckrotationsmaschinen sowie einen Siebdruck.
Die "Süd-Ost Tagespost" wird am 31. März eingestellt.
1989
Gründung der Firma Print & Art in Graz, die sich auf die Reproduktion
wertvoller Handschriften spezialisiert.
Eröffnung des Styria-Druckerei-Neubaues am Murtaler Platz 1 in Judenburg am
14. April.
Belegschaft der Styria
Judenburg 1989
1990
Mit einem Festakt in der Handelskammer Bruck/Mur feiern die Brüder Gerhard
und Hermann Schmerzeck den 100 Geburtstag ihres Druck- und Verlagshauses.
Geschäftsführer Gerhard
Schmerzeck.
1992
Eröffnung des Styria-Druckzentrums in Graz-Messendorf.
Neuer Firmensitz der
Schladminger Druckerei Rettenbacher in der Hans-Wödl-Gasse 567, im
ehemaligen Sägewerk Siegmund Schütter.
1993
Am 5. November 100 Jahr-Feier der Styria-Druckerei in Judenburg. 47 Personen
finden eine Beschäftigung. Mit DTP, 7 Offsetmaschinen, 1 Sammelhefter, 4
Falzmaschinen, 1 Klebebindemaschine werden die "Murtaler Zeitung",
Postkarten, Broschüren und Bücher produziert.
Direktor Mlakar mit Preßvereinsobmann Univ.Prof. Dr. Trummer und
Generaldirektor Dr. Sassmann
1994
In Bruck/Mur wird die Druckerei Schmerzeck & Co. von der Firma Klampfer aus
Weiz übernommen.
Die Leykam AG gründet in Slowenien das Tochterunternehmen LeykamTisk.
Dr. Kurt Wimmer wird neuer
Chefredakteur der "Kleinen Zeitung".
Dr. Kurt Wimmer
In der Druckerei Rettenbacher
in Schladming geht die erste Vierfarben-Druckmaschine in Betrieb
1995
Im März erwirbt die
Koralpendruckerei von Komm.Rat Rudolf Krasser in Deutschlandsberg ihre erste
Vierfarben-Druckmaschine.
Am 8. Mai Taufe des 800m²
großen neuen Betriebsgebäudes der Firma "Typopgraphic".
Hannelore und Werner Koch.
Mag.a Eva Khil,
die Frau von Wolfgang Khil, übernimmt im 16köpfigen Unternehmen die
Finanzangelegenheiten.
Wolfgang und Eva Khil
Der Druckerei Klampfer in
Weiz wird von der Karl- Franzens-Universität Graz der Titel
"Universitätsdruckerei" verliehen.
Univ.Prof. DI Dr. Reinhard Haberfellner wird
Generaldirektor der "Styria".
DI Dr.
Reinhard Haberfellner
Am 28. November erscheint die "Kleine Zeitung" zum ersten Mal unter
http://www.kleinezeitung.at
im Internet.
1996
Mitte November übernimmt die Belegschaft der Styria Judenburg die Druckerei
und gründet den "1a-Druck" (1. Aichfelder Druck GesmbH.). Mit
Geschäftsführer Bernd Payer sind 13 Mitarbeiter beschäftigt.
Bernd Payer, Geschäftsführer der
1a-Druckerei in Judenburg.
1997
Der Papierriese aus Südafrika, "Sappi",
erwirbt
Europa's größten Produzenten holzfreien Papieres, die KNP
Leykam.
Am 1. Juli Gründung der "Styria
Medien AG" mit den
Geschäftsfeldern:
Printmedien (Kleine Zeitung, Bildpost, Ennstaler
Woche, Die Furche, Grazer Woche, Hartberger Bezirkszeitung, Kärntner Woche,
Murtaler Zeitung, Der Obersteirer, Südweststeirer Woche, Weizer Zeitung),
Online, audiovisuelle Medien (Antenne Steiermark,
Antenne Kärnten, Radio Harmonie), Buchverlag und -Handel,
Mediendienstleister. Die "Styria
Medien AG" ist der drittgrößte Medienkonzern Österreichs mit insgesamt 2200
Mitarbeitern. Ihr Vorstand wird Dr. Horst Pirker.
Dr. Horst Pirker
Die "Steirerkrone" feiert im
Oktober ihren 25. Geburtstag

v.l. Kalcher, Kubin, Kallinger,
Rejc, Siegmund, Blümel, Mocnik, Schuster, Herrmann, Ringhofer, Schmidt,
Chefredakteur Ruthard, Silli V., Silli W., Jögler, Kopacka, Reichart,
Jauschowetz, Jakl, Zehetleitner, Schweiger, Baustädter, Polzer, Blümel
1998
Die Druckerei "Anton und Inge Klampfer Universitätdruckerei Ges.m.b.H." in
Weiz übernimmt den Bogendruck der Druckereien Styria in Graz und Carinthia
in Klagenfurt sowie das Reprozentrum Klagenfurt und installiert in Weiz
Österreichs erste 8-Farben-MAN-Roland-Offsetdruckmaschine.

Anton Klampfer mit seiner
8-Farben-Offsetmaschine in Weiz.
2000
Mit der Übernahme der Druckerei "Gutenberg" zählt LeykamDruck zu den drei
größten Druckereien in Österreich.
Die Druckerei "Print
& Art Faksimile" bezieht ab September in Graz-Messendorf, Schmiedlstraße
3, ein neues Firmengebäude. Die Technische Ausstattung besteht aus
einer Digitalkamera, aus einer digitalen Druckvorstufe mit direkter
Druckplattenbelichtung sowie einer Heidelberg Speedmaster
5-Farben-Offsetmaschine mit spektraldensitometrischer Druckkontrolle und
–Steuerung.
2003
Seit 1. Februar erscheint die
"Kleine
Zeitung" in einem neuen Kleid, sie ist bunter, moderner und eleganter
geworden. Die größte Bundesländerzeitung in der Steiermark und in
Kärnten beschäftigt rund 400 Mitarbeiter, hat 829.000 Leser und eine
Druckauflage von 288.862 Stück.
Am 21. November Jubiläumsfestakt zum 100jährigen Bestehen der "Kleinen
Zeitung" in der Grazer Stadthalle mit 2000 Gästen, darunter Bundespräsident
Dr. Heinz Fischer und Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel.
Styria Medien Konzern: Printmedien & Online (Kleine
Zeitung, Die Presse,
Vecernji list,
Dnevnik,
Grazer Woche,
Kärntner Woche,
Murtaler Zeitung,
Der Obersteirer,
HBZ,
Regional Medien,
Bildpost,
Weizer Zeitung,
Tedenski Zurnal,
Steirer Monat,
Kärntner Monat,
Kärntner Regional Medien,
Villacher Monatsillustrierte,
MCA,
tele,
Die Furche), Services
(Fides,
m4!,
Netconomy,
Open IT,
redmail,
Tisak,
Kolmedia,
Europaket Termintransport,
druck:Carinthia,
druck:Styria,
Tiskara Zagreb,
Call & Mail,
APA,
Das Agenturhaus,
EP 64-Agenturhaus,
GAK,
Medien Service Center),
Audiovisuelle Medien (Antenne
Steiermark,
Antenne Kärnten,
Musikradio Mur Mürztal,
Radio A1,
Radio Harmonie,
Sat.1 Österreich,
KT1,
Steiermark 1), Buch (Styria
Pichler Verlag,
Verlag Carinthia,
Verlag Ingenium,
Kneippverlag,
Morawa & Styria Buchhandlungen).
Am 9.
Mai überreicht Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic im Rahmen einer
Feierstunde den Geschäftsführern der
Universal
Druckerei Leoben, Georg Kollmann und Franz Loschat, die Urkunde über
das Recht zur Führung des steirischen Landeswappens.


2004
Übersiedelung des "Styria-Printshops" in die neue Produktionsstätte in
Gratkorn. Geschäftsführer Josef Prasser leitet das 30-köpfige Unternehmen.

Festakt zum 100. Geburtstag
der "Kleinen Zeitung" mit 3400 Gästen am 22. November in der Grazer
Stadthalle unter Anwesenheit von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel. In diesen 100 Jahren erschienen 32565
Ausgaben und es wurden 3500000 Seiten bedruckt.

Im Dezember wird in der
Druckerei Rettenbacher in Schladming eine 10-Farben-Hightech-Druckmaschine
KBA Rapida 74 aufgestellt.
2005
Die Buchhandlung
Moser übersiedelt am 7. April ins Palais Welsersheimb am
"Moser-Eck" am Eisernen Tor. Auf drei Verkaufsebenen werden auf einer
Verkaufsfläche von 2600 m2
ständig ca. 75000 Titel präsentiert.
v.l. Leiter Franz Kriutz,
Geschäftsführer Gerald Schantin
Eröffnungsfest anlässlich der Übersiedelung der "Steirerkrone" am 7. April
vom Lendplatz in das neue "TPA KRONE Center" in der Münzgrabenstraße 36.

"Steirerkrone"-Chefredakteur Markus Ruthardt mit "Krone"-Herausgeber Hans
Dichand.
Am 20. Oktober erscheint die
"Nullnummer" der neuen Gratiszeitung "Graz im Bild" von Herausgeber Rudi
Hinterleitner im Generalihof, Herrengasse 9.
"Graz im Bild" Herausgeber und
Chefredakteur Rudi Hinterleitner
2006
Unter mehr als 180 Zeitungen wird auf der Ifra-Expo in Amsterdam die "Kleine
Zeitung" mit dem "International Newspaper Color Quality Club" prämiert.
Kurt Kribitz, Siegfried Walter
und Siegfried Reiter bei der Preisübernahme
Die "Akademische
Druck- und Verlagsanstalt" in der Auersperggasse 12 in Graz gibt das
kleinste Faksimile-Buch der Welt, das 37x31 Millimeter große "Psalterium
Sancti Ruperti" aus dem 9. Jahrhundert heraus. Insgesamt hat die ADEVA seit
1960 131 Faksimile-Ausgaben produziert, unter ihnen ein altägyptisches
Totenbuch, das Drogo Sakramentar, das Ingeborg- und Ramsey-Psalter, die
Wenzelsbibel, die Admonter Riesenbibel oder das Gebetbuch für Herzog
Albrecht V.

Ramsey-Psalter (1300) und Vorauer Volksbibel (1467)
Die Wochenzeitung "Graz im Bild" feiert am 23. November ihren ersten
Geburtstag

1 R.Hinterleitner, 2 Schoass, 3 Fischer, 4 J.Hinterleitner, 5
R.Hinterleitner, 6 Huemer, 7 Kofler, 8 Kowatsch, 9 Leiss, 10 Lepenik, 11
Linkenhöller, 12 Loos, 13 Mitteregger, 14 Novak, 15 Pfeifer, 16 Ploberger,
17 Radkovic, 18 Reiterer, 19 Sax, 20 Schaffer, 21 J.Schilcher, 22
M.Schilcher, 23 Schober, 24 Seiser, 25 Slaje, 26 Taurer
Literatur
Graff, Theodor; Karner
Stefan: Leykam. Graz: Leykam, 1985.
Ircher, Franz: Siebzig Jahre Grazer Volksblatt. Graz: Styria, 1937.
Mlakar, Erich: 100 Jahre Styria-Druckerei in Judenburg. Judenburg: Styria,
1993.
Nagler, Alois: Durch Kampf zum Sieg. Graz: Graphische Gewerkschaft
Steiermark, 1948.
Schmerzeck, Hermann: 140 Jahre Buchdruckerei. Bruck a.d. Mur: Schmerzeck &
Co., 1960.
Schwechler, Karl: 60 Jahre Grazer Volksblatt. Graz:Styria, 1926.
Stingl, Erich: 125 Jahre Gewerkschaft Druck und Papier Steiermark. Graz:
Leykam, 1973.
Wimmer, Kurt: In Jahrzehnten gewachsen. Graz: Styria, 1969
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