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Steirische Druckgeschichte
© 1982 by Karlpeter Elis

1481
Der Untersteirer Magister Matthaeus Cerdonis aus Windischgrätz druckt bis 1487 in Padua Inkunabeln. 16 Werke sind erhalten, je zwei davon in der
Grazer Universitätsbibliothek sowie im Joanneum. Sie tragen den Druckvermerk: "Impressus Padue a magistro Matheo Cerdonis de vuindischgrecz".


"De studiis et litteris". Epitaph des Humanisten Enea Silvio Piccolomini für den Dichter Leonardus Aretinus mit dem Impressum des Druckers Matthäus Cerdonis vom 2. März 1483.

1517
Leonhard von Ernau, der Besitzer einer der ältesten Papierwerkstätten der Erblande, der "papiermull hie in der Awen zu Lewzendorff", verpachtet diese an den Papierer Michel Wurm, Papierer aus Memmingen; 1543 an Heinrich Mayr aus Kempten.

Lageplan der Leuzendorfer (Lenzendorfer) Papiermühle an der Wiener Landstraßen in der oberen Lendt

1530
Hans Ungnad, Freiherr von Sonnegg, wird Landeshauptmann der Steiermark und Vizedom der Grafschaft Cilli. Er fördert die Druckkunst als Mittel zur Verbreitung des protestantischen Glaubens sowie der slowenischen Nationalliteratur.

Hans Ungnad von Weissenwolf, Landeshauptmann der Steiermark, 1530-1556.

1550
Erste feste steirische Druckerei des Bischofs Petrus Persicus von Seckau. Die Typen und das Zierzeug dieser Druckerei werden schließlich an den Grazer Bürger Alexander Leopold verkauft.

1559
Alexander Leopold kann als erster Grazer Buchdrucker von 1559 bis 1562 in Graz nachgewiesen werden. Er druckt unter anderem das "Perckrechts-Buechel" mit der Bestätigung des Weinbaurechtes im Herzogthumb Steyr, einen vom Landschaftsmathematiker Hieronymus Lauterbach aus Löbau verfassten Kalender für das Jahr 1562 sowie eine "Elegie auf den Freiherrn in Herberstein".

"Perckrechts Buechel" von 1559,
eine Kodifikation des steirischen Weinbaurechts

1562
Andreas Franckh, Druckergeselle von Leopold, übernimmt nach dessen Tod 1562 den Betrieb und führt diesen bis 1575.

1563
Franckh druckt das "Aequatorium" des Grazer Mathematikers Hieronymus Lauterbach mit Holzschnittillustrationen.

Zacharias Bartsch (1563-1579), ein protestantischer Formenschneider, sucht bei der Landschaft um ein Darlehen an, um sich zusammen mit dem Buchdrucker Tobias Lauterbach, dem Bruder von Hieronymus, Druckzeug anzukaufen. Seine Offizin befindet sich im Hofe des Stiftes Rein in der Sackstraße.

1565
von Andreas Franck herausgegebene "Krainer Landschrannen-Ordnung".

1566
"Des Fürstenthumb Steyer Erbhuldigung" erscheint bei Tobias Lauterbach. Nach dessen Tod führt sein Partner Zacharias Bartsch die Druckerei alleine weiter.

1567
Zacharias Bartsch druckt eines seiner berühmtesten Druckwerke, das "Wappen Buch", eine Sammlung von 162 kolorierten Einblattholzschnitten adeliger Familien und einiger Städte der Steiermark.

"Wappen-Buch darinnen aller geistlichen Prelaten Herre und Lanleut auch der Stett des loeblichen Fuerstenthumbs Steyer Wappen und Insignia mit ihren Farben, nach Ordnung wie die im Landthause zu Graetz angemahlt zu finden. Gedruckt in Grätz durch Zacharias Bartsch Formschneider", 1567

1572
Bartsch druckt den typographischen Prachtband des Grazer Landschaftsregistrators Wenzel von Sponrib "Beschreibung der Hochzeitsfeierlichkeiten Erzherzogs Karls II. mit Maria von Baiern", der den Einzug Erzherzog Karls II. mit seiner Gattin Maria von Bayern am 9. September in Graz beschreibt und mit zweiseitig zusammenlegbaren, handkolorierten Holzschnitten illustriert ist. Weiters druckt er ein "Verhaltensbuch gegen die Pestilenz" und die erste Tragödie "Jephthes, si votum" des schottischen Humanisten George Buchanas.

 
Beschreibung der Vermählung Erzherzog Karls II. mit Maria von Bayern, gedruckt durch Zacharias Bartsch in Graz 1572. Im Hintergrund des Hochzeitszuges die früheste druckgrafische Wiedergabe des Grazer Stadtbildes.

1574
Andreas Franck druckt die vom Grazer Stadtpfarrer Andreas Gigler verfasste "Gesang Postill" und verfertigt damit den ersten steirischen Notendruck, ein Druckwerk von gereimten Evangelienstrophen. Franck heiratet die Witwe von Alexander Leopold, Margaretha.


1569 und 1574 von Andreas Franck in Graz gedruckte Gesangspostille des Grazer Pfarrers Andreas Gigler.

1575
Frank wird als Mitarbeiter der evangelischen Stände verhaftet, verkauft am 6. August seine Offizin an die Steirische Landschaft und verlässt Graz. Als sein Nachfolger wird Zacharias Bartsch bestellt, der auch sein Druckzeug erwirbt.

1578
Auf Grund kirchenpolitischer Streitigkeiten (Zensurstreit um den Lektionsindex der Jesuiten) wird auch Bartsch verhaftet und muss, um wieder frei zu kommen, auf die Druckerei verzichten, die eingestellt wird.

Am Landtag zu Bruck/Mur wird von den Schuldirektoren und Pastoren Innerösterreichs (Steiermark, Kärnten, Krain) beschlossen, dass in der Grazer Druckerei "ohne Wissen und Einsicht des Pastors und der Subinspektoren nichts in Druck gefertigt werden darf und der Drucker mit Eidespflicht verhalten werden soll". Es wird erklärt, dass dies zum Schutze beider Religionen und der Autorität des Fürsten geschehe.

1579
Hans Schmidt (lat. Johannes Faber, 1579-1599), Geselle von Bartsch, übernimmt nach dessen Tod die Druckerei und arbeitet im Auftrag der Stände zu einem Jahresgehalt von 52 Gulden.. Die Räumlichkeiten der Offizin befinden sich zuerst im hinteren Landhaustrakt. Aber jedes Mal, wenn ein Mitglied der Stände im Landhaus Hochzeit feiert, müssen die Räume für Küche und Vorräte vorüber gehend geräumt werden.

1580
Die Druckerei übersiedelt in die protestantische Stiftsschule, den heutigen Paradeishof, an der ab 1594 auch der berühmte Astronom  Johannes Kepler lehrt.

1585
Protestanten dominieren in der Steiermark, und auch die Drucker sind Ende des 16. Jahrhunderts Anhänger Luthers. Ganz im Gegensatz zu den Ständen und dem Volk ist der Hof katholisch. Im Zuge der Gegenreformation hat Erzherzog Karl II. die Jesuiten nach Graz gerufen. Er gründet die Universität und überträgt deren Betrieb dem Rektor des Jesuiten-Kollegiums Societas Jesu. Dieser lässt, da die katholische Kirche zu Beginn der Gegenreformation in der Steiermark keine eigene Druckerei besitzt und nicht auf protestantische Drucker angewiesen sein will, 1585 den Bayer und streng katholischen Georg von Widmanstetter aus München, wo dieser als Setzer und Korrektor in der Münchner Hofbuchdruckerei von Adam Berg tätig war, in die Landeshauptstadt des Herzogtums Steyr kommen. Zunächst hat es dieser in Graz nicht leicht und findet ohne die Hilfe der Jesuiten nicht einmal eine Wohnung. Doch noch im Oktober desselben Jahres wird er von Erzherzog Karl II. mit einem Jahresbezug von 100 Gulden
zum Hofbuchdrucker in "Grätz, der Haubstatt im Steyr" ernannt.

1586
Am 19. März endgültige Übersiedlung von Georg Widmanstetter nach Graz, in ein kleines Haus in der Burggasse. Sein erster Grazer Druck ist im September eine Aktenpublikation, die sich gegen die Verleumdungen des Jesuitenordens richtet.



Erstes Druckwerk von Georg Widmanstetter in Graz im September 1586

1587
Widmanstetter eröffnet in der Postgasse 5 seine Grazer Offizin. Um zu Propagandazwecken rasch die billigen katholischen Traktate der Jesuiten unter das Volk zu bringen, schließt er der Druckerei bald eine Buchhandlung an, in der  fast alle Streitschriften gegen die Lutheraner erscheinen.

Schmidt druckt die bei Johann Manilius in Eberau im Burgenland erscheinende "Newe Zeitung aus Ungern" nach, die vom Sieg über die Türken bei Sarkanysziget berichtet.

1589
Martin Mayr hat das väterliche Erbe von seiner Mutter übernommen, lässt die Leutzendorfer Papiermühle ausbauen und bekommt den Auftrag, die Papierversorgung der landesfürstlichen Kanzleien in Graz zu übernehmen. 

1590
Unter den 178 aufgezählten Drucken findet sich die "Grätzer Schreibkalender" der Jahre 1590 und 1592.
1593 von Georg Widmanstetter zu Grätz gedruckte "Zeitung von des Türkischen Keysers abgesandten Feindsbzieff", die die Kriegserklärung der Pforte an Kaiser Rudolph II. publik machen soll.

1593
Übersiedlung der Druckerei Schmid in den Rauberhof der hinteren Schmiedgasse, also den Vorgängerbau des heutigen Joanneums. Das Impressum seiner Werke lautet: "Gedruckt zu Grätz in Steyer durch Hansen Schmidt". Der Protestant Schmidt betreibt auch einen Buchladen.


Hieronymus Megisers viersprachiges Wörterbuch "Dictionarivm qvatvor linqvarvm" in Deutsch, Latein, Illyrisch (Windisch) und Italienisch. Gedruckt 1592 in Graz von Johannes Faber.

1598
Hans Schmidt leidet unter der Konkurrenz des Verlegers und Buchhändlers Erhard Widmer. Er druckt von 1598 und 1599 entgegen der Regierungsverordnung den neuen Gregorianischen Kalender, dessen Herausgeber Johannes Kepler war, sowie die einzige in der Steiermark hergestellte protestantische gottesdienstliche Ordnung, "Christliche Agenda", des Pastors Jeremias Homberger von der evangelischen Stiftskirche in Graz. Auch soll er ein Spottbild auf den Papst ausgehängt haben. Dadurch gerät er in konfessionelle Schwierigkeiten und er wird - wie alle, die nicht zum katholischen Glauben übertreten - als letzter protestantischer Drucker 1599 inhaftiert und des Landes verwiesen. Widmanstetter übernimmt einen Teil von Schmidts Aufträgen.

Schreibkalender von Johannes Kepler, gedruckt von Hansen Schmidt zu Grätz 1599

1600
Ein Generalmandat untersagt die Errichtung und den Betrieb von Druckereien mit Ausnahme der landesfürstlichen Druckerei von Widmanstetter. Sie ist damit die einzige Druckerei Innerösterreichs.


"Carmen Ferdinandi".  Druck von Georg Widmanstetter um 1600 in Graz.

Großer Büchersturm vom 6. August: Vor dem heutigen Volkskundemuseum in Graz werden 10000 konfiszierte "ketzerische" Bücher, hauptsächlich protestantische Bibelwerke, verbrannt.

1602
Georg Widmanstetter druckt das erste "Catholisch Gesang-Buch”, verfasst von Nikolaus Beuttner (Peittner) aus Geroldzhofen/Franken, der Schulmeister in St. Lorenzen im Mürztal ist. Der Text einiger der darin enthaltenen, in der Steiermark gängigen Kirchenlieder stammt von Martin Luther.

Druckwerke Georg Widmanstetters: 1601 Zwei Predigten des Bischofs von Seckau Martin Brenner (der Ketzerhammer),
1602 Nikolaus Beuttners Gesangbuch.

1604
Protestantische Wanderdruckerei des Hans Ungnad in Judenburg.

1609
Druck der "Wahrhaftigen und gründlichen Beschreibung von dem Ursprung, Art, Qualität und Eigenschaft der erschröcklichen Erbkrankheit der Pestilenz". Außerdem Nachdruck der Wiener "Ordinari Zeitung".

1618
Georg Widmanstetter stirbt am 20. Mai mit Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Sein Sohn, Ernst Widmanstetter, der später auch als Stadtrichter öffentlich tätig ist, übernimmt als 26jähriger die Druckerei.

1635
Am 12. Februar stirbt Ernst Widmanstetter und wird in der Familiengruft in Straßgang beigesetzt. Die Söhne Ferdinand und Franz erben die Druckerei, die bis zu deren Volljährigkeit der Altgeselle Wolf Sartori aus Würzburg - später sogar Bürgermeister von Graz - leitet.

1636
Der Buchbinder und Buchhändler Sebastian Haubt kauft die Leuzendorfer Papiermühle und beginnt sie auszubauen.

1637
Maria Susanna Widmanstetter, die Schwester von Ferdinand, heiratet den Franken Johann Beckh, Fürstlich Eggenbergerischer Rat und Kanzler.

1639
Der Postverwalter Eustachius Khan erwirkt für Graz eine Zeitungsdruckerlaubnis. Die Zeitung "Wiener Blättl" wird bis 1697 nachgedruckt. Als Zensor wurde der Regimentsrat Dr. Karl von Moßkhon don der Regierung bestellt, der sollte "die Zeitung ehunder sie in Druckh kumben, vleißig übersehen, damit nichts wider Gottes Ehr, die Religion und ihrer kaiserlichen Hoheit oder sonsten Hochverdächtiges und Praeiudicierliches darinen einkhumbe."

1650
Privilegsverlängerung für Franz Widmanstetter und seine Nachkommen durch Kaiser Ferdinand II., die Buchdruckerkunst in der Steiermark exklusiv auszuüben. Die Familie besitzt damit praktisch das Druckmonopol. Allerdings herrscht strenge Zensur. Die geistliche Aufsicht haben Jesuiten. "Weltliche und politische Sachen" - dazu zählen später auch Buchstabenformen und Verkaufspreise - kontrollieren Beamte.

1656
Sebastian Haubt entwickelt die "Papierer-Ordnung", eine Berufordnung für in der Papier-Erzeugung tätige Personen. Sie sieht neben vielen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen auch eine vierjährige Lehrzeit vor. Diese Ordnung setzt sich im gesamten deutschsprachigen Raum durch. Haubt erhält den Titel eines "Kaiserlichen Hofpapiermachers".

1659
Am 24. Jänner nochmalige Verlängerung des Druckereiprivilegs und damit der Monopolstellung für die Offizin Widmanstetter im Herzogtum Steiermark durch Kaiser Leopold I.

1664
Franz Widmanstetter stirbt. Sein Bruder Ferdinand übernimmt den Betrieb. Ein Jahr später wird er auch zum Bürgermeister von Graz berufen.

1668
Nach dem Tod von Ferdinand Widmanstetter erben die Kinder seiner Schwester Maria Susanne Beckh-Widmanstetter den Betrieb. Die Firmenbezeichnung heißt nun "Widmanstätterische Erben". Die Leitung des Betriebes lag in den Händen von Bernhard Beckh-Widmanstetter. Kaiser Leopold I. bestätigt am 27. Mai neuerlich das Druckereimonopol.

1684
Die Grazer Jesuiten kaufen am 4. April die Leuzendorfer Papiermühle und kontrollieren damit neben dem Druckwesen auch die Papiererzeugung in der Steiermark.

Nach dem Tod von Bernhard Beckh-Widmanstetter übernimmt seine Witwe die Leitung des Unternehmens. Sie heiratet den Hofkammerrat Dr. Johann Friedrich Paumann; das Erbe geht zur einen Hälfte auf ihn, zur anderen auf Bernhards Sohn,  Ferdinand Bernhard Beckh-Widmanstetter, über. Die tatsächliche Führung des Betriebes hat der Faktor Johann Franz Hymmer inne.
Die "Grätzer europäische Zeitung" wird einmal wöchentlich gedruckt.

1702
Die Buchbinder Johann Gugler und Johann Friedrich Hörner beschweren sich über die angeblich mangelhafte Arbeits-Ausführung und die überhöhten Preise bei Widmanstetter. 

1703
Die Brüder Johann Peter und Matthias Emanuel Sutor bemühen sich vergeblich um eine Buchdruckereigenehmigung in Graz.

1705
Ferdinand Joseph Beckh-Widmanstetter, Bernhards Sohn, stirbt 25jährig und sein Onkel, der landschaftliche Sekretär Dr. Gottfried  Beckh-Widmanstetter, übernimmt den Betrieb.

1706
Als Gottfried im Kampf gegen die Kuruzzen fällt, erbt sein 18jähriger Bruder, Johann Otto Beckh-Widmanstetter, die Druckerei.

Kaiser Joseph I. verleiht dem Grazer Buchbinder und Verleger Franz Jakob Ludwig das Vorrecht für den Vetrieb des Bauern-Calenders, "Mandl-Kalenders".

1711
Druck der "Dibbslista", die alle bekannten Diebe der Steiermark und angrenzender Länder aufzählt, sowie der zweimal wöchentlich erscheinenden "Graetzerisch Europäischen Zeitung".

"Neues Manifest, Betreffend ... Raub- Dieb- Mörder- und Ziggeiner-Gesindl. Gedruckt zu Grätz / bey denen Widmanstätterischen Erben / Anno 1713"
"Anno 1721, den 2. Augustus. Num.62. Sambstägig Grätzerisch Europaeische Zeitung"

1721
Die Zeitung ändert ihren Titel auf zuerst "Posttäglich Grätzerisch Außfliegender Mercurius" und dann auf "Grätzer Merkur".


Kupferstich "Wahre Abbildung der Kayserlich- und Lands-Fürstlichen Haubtstadt Graz, wie selbe von Auf gegen den Untergang zu sehen ist." in der "Erb-Huldigung, welche dem Allerdurchlauchtigist-Großmächtigisten und Unüberwindlichsten Römischen Kayser, CAROLO Dem Sechsten, Zu Hispanien, Hungarn, und Böheim König, u. a. Als Hertzogen in Steyr, von denen gesamten Steyrischen Land-Ständen. Den sechsten Julii 1728." Gedruckt zu Grätz/ bey denen Widmanstätterischen Erben.

1734
Christoph Hueth sucht vergeblich um die Errichtung einer Offizin in Leoben an.

1745
Abermalige Verlängerung des Buchdruckerprivilegs für die Offizin Widmanstetter durch Kaiserin Maria Theresia.

1750
Eine offizielle "Taxordnung" mit Richtlinien für die Herstellungskosten von Drucksorten wird erlassen.

1753
Schaffung einer staatlichen Büchereizensurkommission. Es erscheint der "Catalogus librorum prohibitorum". Die "Zensurhofkommission" untersteht van Swieten, dem Leibarzt Maria Therersias.

Johann Andreas Karl Franz Joseph Widmanstetter übernimmt als ältester Sohn von Johann Otto Beckh-Widmanstetter die Druckerei, für die er neues Schriftmaterial von der Druckerei Trattner aus Wien sowie eine eigene Hausgießerei anschafft. Stolz nennt er sich "Kais. königl. privilegierter Hof- und einer löblichen Landschaft wie auch der Grätzerischen Universität Buchdrucker".

Neuer Grätzerischer Schreibkalender des Jahres 1756. Grätz, zu finden bey Ludwig Rochus Achatschitsch, Buchbinder auf der Muhr-Brucken. Links der Landes Patron S. Rupertus, rechts der Stadt Patron S. Egidius, im Hintergrund Die Vestung mit dem Wachthurm.

1764
Gemäß der Chronik des Pfarrers von Winklern befindet sich in Judenburg die älteste Provinzdruckerei der Steiermark. Der erste Drucker ist unbekannt.

1765
Als Johann Andreas Karl Franz Joseph Widmanstetter stirbt, beginnt sein Sohn Aloys Joseph Beckh gerade 10jährig die Lehre, kann aber als Minderjähriger den Betrieb nicht übernehmen. Es entwickeln sich langwierige Erbschaftsstreitigkeiten.

Isaaci Newtoni: "Optices libri tres", bei dem das Titelblatt, des bei Antonio Zatta und Giovanni Manfre in Venedig erschienenen Werkes, durch eines von "Widmanstadil zu Graecii" ersetzt wurde.

1767
Die Buchdrucker werden der Jurisdiktion der Universitäten entzogen und zu "Commerzialhandwerkern" erklärt.

1770
Im Weizer Bürgerverzeichnis wird ein Buchbindermeister in Weiz erwähnt.

1771
Der "Alte Bauernkalender" - auch als "Steirischer Mandlkalender" bekannt - wird ertsmals bei Widmanstetter verlegt. Seine Wurzeln reichen bis ins 15. Jh. zurück. Für die großteils analphabetische Bevölkerung diente der Kalender zur Organisation des täglichen Arbeitsablaufs. Namengebend sind die Mandl, bunte Halbfiguren der weiblichen und männlichen Heiligen, die den fortlaufenden Reigen über den Monatstagen und Wetterzeichen bilden. Kleine Bildzeichen stehen für Regen, Sonne, Donner, Blitz, Mondphasen und vieles mehr.

1775
Volljährig übernimmt Aloys Joseph Beckh-Widmanstetter die durch den zehn Jahre andauernden Erbschaftsstreit herunter gekommene Druckerei in Graz. Er modernisiert und vergrößert den Betrieb. Das Impressum lautet: "Gedruckt mit v. Widmanstättenschen Schriften".

1776
Andreas Leykam, 1752 geboren und in Wien als Buchdrucker und Buchbinder tätig, wandert nach Graz und beginnt als Gehilfe in der Druckerei Widmanstetter zu arbeiten.

1781
Aloys Joseph Beckh-Widmanstetter sucht bei der Wiener Hofkanzlei um Verlängerung des Hausprivilegiums an. Gleichzeitig bemüht sich sein Gehilfe Andreas Leykam um die Genehmigung für eine zweite Druckerei. Und während das Gesuch von Aloys abgelehnt wird, erhält  Andreas Leykam durch ein Hofdekret Kaiser Josephs II. vom 30. September die Erlaubnis, in Graz eine Druckerei auf "eigene Kosten und Gefahr" zu errichten. Das Widmanstettsche Druckmonopol ist zu Ende gegangen. Aloys Beckh-Widmanstetter und Andreas Leykam einigen sich auf gleiche Preise.
Andreas Leykam

1782
Andreas Leykam kauft in der Stempfergasse 9 für seine Druckerei und Wohnung ein Haus.

1783
Die Eröffnung einer dritten Druckerei in der Hofgasse 26 in Graz durch Franz Anton Royer, Sohn eines Preßburger Buchdruckers und Gatte von Maria Anna Theresia Beckh, wird für Widmanstetter zum Ruin.

Joseph Andreas Kienreich erwirbt das Haus Sackstraße 6 und führt es als Buchhandlung.

1785
Andreas Leykam übernimmt von Beckh-Widmanstetter die Druckstöcke zum Neuen Bauerncalender, "Mandlkalender" genannt, der von da an bis heute im
Leykam-Verlag erscheint.
Als Konkurrenzblatt zum Beckh-Widmanstetterschen "Allgemeinen Zeitungsblatt für Innerösterreich" lässt Andreas Leykam die "Grätzer Zeitung" erscheinen. Zu deren ersten Chefredakteur bestellt er den Tiroler Michael Ambros, einen in Wien geborenen Bänkelsänger.

Die "Grazer Zeitung"  vom 3. Februar 1787 als Nachdruck "Des Wienerblättchen", der ersten österreichischen Zeitung vom 3.8.1783.
 

"Verzeichniß der numerirten Häuser der k.k. Hauptstadt Graz" von 1783  -  "Mandlkalender" auf das Jahr 1794

1788
Am 5. April Freigabe des Druck- und Buchhandelsgewerbe durch Kaiser Joseph II.

1789
Druckerei von Anton Tedeschi. Er druckt das erste Heft der "Zeitung für Damen und andere Frauenzimmer"

1790
Der aus Steyr stammende Franz Georg Schröckenfuchs arbeitet zunächst bei Leykam, bevor er eine eigene Druckerei betreibt, die mehrere Zeitungen herstellt.

1791
Joseph Andreas Kienreich beschäftigt in seiner Druckerei in der Sackstraße zehn bis zwanzig Setzer und drei bis vier Drucker. Er gibt die Zeitung "Der katholische Wahrheitsfreund" heraus.

1792
Leykams Schriftleiter, Michael Ambros, gründet seine eigene Druckerei. Er druckt die Blätter "Bauernzeitung" und "Der Biedermann". Vergeblich bemüht er sich, auch in Bruck an der Mur eine Druckerei zu gründen.

1793
Die seit 1517 in der Wienerstraße bestehende Leuzendorfer Papiermühle wird von Andreas Leykam mit 14 Stampflöchern, einem Holländer und einer Hadernschleifmaschine ersteigert und zur größten Papierfabrik der Monarchie ausgebaut. Die Jahresproduktion beträgt 429 Ballen.

Die Offizin samt Letternmaterial von Anton Tedeschi geht an Kaspar Rodlmayr über.

1794
Der Schriftsteller Johann von Kalchberg übernimmt Schröckenfuchs Offizin und führt sie an der gleichen Adresse weiter. Er druckt die "Grazer Bürgerzeitung", deren Schriftleiter der dortige Direktor Franz Schram ist. 

1795
Hofdekret von Franz II.: Jene Personen. die durch frechen Tadel in öffentlichen Reden, Schriften oder bildlichen Darstellungen dafür Anlaß geben, daß die Gemüther zum Mißvergnügen gegen Regierungsform, Staatsverwaltung oder Landesverfassung aufgewiegelt werden könnten, sind als Kriegsverbrecher zu behandeln und mit hartem Kerker von fünf bis zehn Jahren zu bestrafen.

Der Buchhändler und Verleger Johann Andreas Kienreich übernimmt die Druckerei von Kaspar Rodlmayr. Er gibt das "Grätzerische Kochbuch" von J. M. heraus.

In Marburg gründet Leopold Kralik eine Buchdruckerei.

1796
Albin Stifter betreibt in Judenburg die Druckerei "Schwarzenberghof".

In Graz kauft Andreas Leykam am 25. Juni die in finanzielle Schwierigkeiten geratene Druckerei von Michael Ambros auf und vereinigt die Zeitungen "Der Biedermann", "Steirische Bauernzeitung" und "Zeitung für Damen und andere Frauenzimmer" mit seiner "Grätzer Zeitung". Am 1. Juli erwirbt Leykam außerdem die Druckerei des Schriftstellers Johann von Kalchberg samt dessen "Bürgerzeitung" und die kleine Druckerei des Franz Georg von Schröckenfuchs.

In Graz arbeitet auch die kleine Offizin des Franz August Aufhammer.

1797
Erweiterung der "Grazer Zeitung" durch einen "Sonnabendanhang", einer Wochenendbeilage für Damen.

1800
Johann Andreas Kienreich kauft die Papiermühle Pruggmayr.

1805
Druckerei der Gebrüder Georg und Carl Tanzer in Graz, die auch Besitzer der Papierfabriken in Thalberg und Ratschach sind. Geschäftsführer der mit  technischen Mitteln gut ausgestatteten Druckerei ist Faktor Regen. Sie drucken unter anderem "Biographien merkwürdiger Männer der österreichischen Monarchie", die "Geschichte des Herzogthums Steiermark", die "Biographischen und litterärischen Nachrichten von Schriftstellern und Künstlern, welche in dem Herzogthum Steyermark geboren sind", Schreiners Monographie über "Grätz" oder die neuen Folgen der "Steyermärkischen Zeitschrift".

1806
Am 18. März neue strenge Zensurvorschriften mit dem Verbot des Nachdruckes von Werken ohne Genehmigung des Verfassers.

Trotz der Besetzung Graz durch die Franzosen kauft am 9. April Andreas Leykam zum Preis von 16650 Gulden schließlich auch die Beckh-Widmanstettersche Druckerei und das "Allgemeine Zeitungsblatt für Innerösterreich" und übernimmt damit die Führung im Grazer Druckgewerbe. Am 1. Oktober erwirbt er für seine Offizin das benachbarte Adelspalais von Johann v. Kalchberg in der Stempfergasse Nr. 7.

1812
Die "Grazer Zeitung" wird durch die Kulturbeilage "Der Aufmerksame" (bis 1858) erweitert, in welcher die Ideen Erzherzog Johanns im Sinne der Volksbildung der Bevölkerung nahe gebracht werden. Leiter dieser literarischen Wochenschrift ist der Schriftsteller und Maler Ignaz Kollmann.

1816
Jacob Böck bekommt in Judenburg die Erlaubnis zur Errichtung einer Druckerei.

1817
Der Steindrucker und Buchbinder Josef Franz Xaver Kaiser ist der erste Flachdrucker außerhalb Wiens. In seiner lithographischen Anstalt betreibt er fünf Steindruckpressen. Er erkennt die Publikumswirksamkeit lithographischer Landschaftsdarstellungen in der Biedermeierzeit und druckt die "Kaisersche Suite", Serien "Lithographischer Ansichten der steiermärkischen Städte, Märkte und Schlösser".

1819
Gründung der ersten Provinzdruckerei in Bruck/Mur, Mittergasse 8, durch den Schriftsetzer Jakob Veith, der von der Druckerei Kienreich in Graz kommt.

1821
Erzherzog Johann begründet die "Steyermärkische Zeitschrift" - eine der bedeutendsten Publikationen des Vormärz -, die Johann Andreas Kienreich herausgibt und bei der Johann von Kalchberg als Redakteur tätig ist.

Alois Vollmann betreibt in der Kaserngasse in Judenburg eine Druckerei und stellt als Kreisbuchdrucker vor allem behördliche "Currenden" (Verordnungen) her.

1823
Nach dem Tod von Jakob Veith wird der zweite Gatte der Witwe Maria Veith, der Buchdrucker Johann von Alpassy, Besitzer der Druckerei.

1826
Andreas Leykam stirbt am 12. November im Alter von 74 Jahren. Er hinterlässt ein blühendes Unternehmen, bestehend aus der Buchdruckerei mit 14 Handpressen, dem Zeitungsverlag und der Leuzendorfer Papiermühle auf der oberen Lend. Universalerben sind die Kinder seiner Tochter Elisabeth Lenk, Friedrich und Elise. In seinem Testament verfügt Andreas Leykam, dass die Firma für alle Zeiten den Namen "Leykam" tragen muss, woraus sich die Namensänderung auf "Andrä Leykam's Erben" ergibt. 

1827
Übersiedlung der Kreisbuchdruckerei von Maria Veith und ihrem Gatten Johann v. Alpassy in Bruck/Mur in das Flößmeisterhaus Wienergasse 5 (heute Herzog-Ernst-Gasse 5).

Die Kienreichs zählen zu den angesehensten Grazer Bürgern, bei denen Künstler und Gelehrte verkehren. Im September ist Franz Schubert in ihrem Haus zu Gast. Kienreich druckt zwei seiner Lieder: "Im Wald" und "Auf der Brücke".

Konzertankündigung für Samstag, den 8. September 1827 mit einem Stück von Franz Schubert


1830
Johann Schütz gründet in Marburg a.d. Drau eine Druckerei.  

1831
Die "K.k. Steiermärkische Gubernial-Lithographie" oder "K.k. Gubernial lithographische Anstalt" wird gemäß einer erlassenen Verfügung des Guberniums (Verwaltungsbezirk) unter der Amtsführung von Vizepräsident Matthias Constantin Graf von Wickenburg am 20. Juli eingerichtet. Am Tage des Beschlusses zu ihrer Gründung wird als ihre Aufgabe die lithographische Anfertigung der für die Verwaltungstätigkeit im gesamten Guberniumsbereich benötigten Blanketten, Tabellen, und Drucksorten festgelegt. Die Arbeitsstätte im Gubernial-Expedit in der Grazer Burg ist vorerst nur mit einer hölzernen, eigens verfertigten Hebelpresse eingerichtet. Unter der Oberleitung des Gubernial-Expeditdirektors Anton von Geiter wird am 26. September die Tätigkeit aufgenommen. Die direkte Leitung hat Gubernial-Expeditpraktikant Ferdinand Steinhauser inne; als erster Steindrucker fungiert der gebürtige Bayer Heinrich Größer (Greßer).

1832
Ankauf einer zweiten gusseisernen Presse für die  "K.k. Gubernial lithographische Anstalt".

Unter der Führung von Friedrich Andreas Lenk wird in der Buchdruckerei "Andreä Leykam's Erben" eine Lithographie-Abteilung eingerichtet, die ersten Endlos-Papiermaschine in Betrieb genommen sowie eine der ersten Schnellpressen Österreichs angekauft.

Ansicht der k.k. Landespriv. Maschinen Papierfab. des Herrn Friedrich Lenk zu Grätz, auf der oberen Lend (Wienerstarße 91).

                      
                                      Ansicht der Papiermaschine in der k.k.priv. Maschinen Papierfabrik des Herrn Friedrich Lenk in Grätz

1836
Heribert Lampel, der bei Josef Kaiser das Buchbindereihandwerk erlernt hat, eröffnet eine eigene Buchbinderei, der er ein Jahr später eine Lithographische Anstalt hinzufügt. Die Firma wird mit Außenstellen in Marburg, Cilli und Judenburg erweitert. Es erscheinen die Lithographiereihen "Album des Gratzer Schloßberges und seiner neuen Anlagen" mit Tonlithgraphien des Malers Josef Kuwasseg, das große Festblatt der Hymne "Hoch vom Dachstein an", die Reproduktion der Darstellung der Stadt Graz im Palazzo Vecchio in Florenz sowie die Zeitschrift "Die Wahrheit" (später "Der katholische Wahrheitsfreund").
  Album des Gratzer Schloßberges, 1842-45

1838
Gründung der Papierwarenfabrik und späteren Akzidenzdruckerei "Franz Plentl".

Im Herbst Gründung einer Papiermühle durch Karl Cleber in Gratkorn.

1839
In der "K.k. Gubernial lithographischen Anstalt" kommt es zur Aufstellung einer dritten Presse, einer Spindelpresse. Im Protokoll einer kommissionellen  Erhebung wird die Gesamtjahresleistung der drei Pressen mit ca. 375000 Abdrücken angegeben.

1841
Nach dem Tod von Alois Vollmann führt dessen Witwe die Druckerei in Judenburg weiter.

1845
Joseph Andreas Kienreich erbt von seinem verstorbenen Vater Johann Andreas Kienreich die Buchhandlung, Druckerei und Papierfabrik. Er arbeitet mit zwei Schnellpressen und zwei Handpressen und druckt das gegründete "Innerösterreichischen Industrie- und Gewerbeblatt".
 
Druck von J. A. Kienreich um 1848 in Graz

1847
Johann Stifter übernimmt von der Witwe Aloys Vollmanns die Druckerei in Judenburg. Er arbeitet mit zwei Handpressen und gibt das "Judenburger Wochenblatt für Stadt und Land mit der besonderen Berücksichtigung der gemeinnützigen Interessen aller" heraus.

1848
Das Wochenblatt "Der Katholischer Wahrheitsfreund" erscheint.

Nach einem Arbeiteraufstand im Revolutionsjahr verkauft Friedrich Andreas Lenk seinem Halbbruder Jakob Lenk und seinem Schwager Dr. Carl Steiner die Druckerei, während er sich selbst die Papierfabrik behält. Beide Unternehmen beginnen unter dem gemeinsamen Namen "Andreä Leykam's Erben" getrennte Wege zu gehen.

Am 1. Oktober wird der "Buchdrucker-Krankenunterstützungsverein in Graz" durch 52 Buchdrucker der Firmen Leykam, Kienreich und Tanzer gegründet. Als erster Obmann und Hauptkassier fungiert Adolf Moldt.

1849
Am 18. Februar Eröffnung der "Lithographischen Kunstanstalt und Steindruckerei" im Haus Bürgergasse Nr. 14 in Graz durch Josef Agath.

Ab 15. August wird in der Druckerei Tanzer die Damenzeitung "Iris" gedruckt.

1850
Umwandlung des "Buchdrucker-Krankenunterstützungsvereines" in den "Buchdrucker-Krankenverein zur Unterstützung erkrankter und reisender Mitglieder der Buchdrucker- und Schriftgießerkunst".

In Bruck/Mur wird der Sohn Jakob Veiths, Anton Engelbert Veith, Besitzer der Offizin. Er betreibt zeitweise auch eine Steindruckerei.

Direkte und nahtlose Fortsetzung der "K.k. Gubernial-Lithographie" in Graz unter dem neuen Namen "K.k. Steiermärkische Statthalterei-Lithographie".

1851
Erscheinen des "Wochenblattes der k.k. Landwirtschaftsgesellschaft" in der Druckerei "Leykam's Erben".

1852
In Pettau gründet Wilhelm Blanke eine Buchdruckerei, in der 15 Arbeiter beschäftigt sind.

1853
Karl Tanzer übernimmt die Geschäftsleitung der Lohndruckerei am Jakominiplatz 31, der auch eine eigene, in Rohrach, im Bezirk Thalberg, gelegene Papierfabrik zur Verfügung steht.

Papierfabrik von Jacob Syz, B. Ziegler & Co. in Gratkorn.

                                  signiert und datiert: "Joh. Passini, 1853"

1854
In Judenburg übersiedelt Johann Stifter seine Druckerei in das Haus Edelbastei 3, wo er mit 2 Handpressen arbeitet. Er übernimmt auch die Druckerei "Schwarzenberghof" mit der zweiten Judenburger Zeitung des "Murboten".

1855
In Graz gibt es drei Buchdruckereien (Leykam, Kienreich, Tanzer) und vier Steindruckereien (Kaiser, Lampel, Fuchs sowie die Statthaltereilithographie).

Das deutsch-nationale Anzeigenblatt "Grazer Telegraph" wird durch den Buchhändler Karl Mühlfeith am 25. Februar gegründet und bei Karl Tanzer gedruckt. Nach dem Tod von Georg und Karl Tanzer führt Faktor Regen den Betrieb weiter.

Gründung der Steindruckerei "Theodor Schneider"

1856
Am 17. Jänner erscheint erstmals die national-liberale Zeitung "Tagespost" in der Buchdruckerei "Andreas Leykam's Erben", in der bereits vier Schnellpressen und sechs Handpressen in Betrieb stehen. Weiters erscheinen hier am 30. Juni der "Grazer Tagesbothe" und am 26. Juli das "Intelligenzblatt", der erste Straßenanzeiger in Plakatform.
Nr. 1 der Tagespost vom 17. Jänner 1856

Der Buchbinder und Inhaber einer lithographischen Presse, Heribert Lampel, besitzt einen Betrieb in der Grazer Jungferngasse.

1858
Joseph Vogl ist Oberfaktor der Buchdruckerei "Andreas Leykam's Erben" in Graz
antwortlichen Redacteur MartiniJJ

Einrichtung einer zusätzlichen Steindruckerei durch Engelbert Veith in der Wienerstraße 5 in Bruck/Mur und Druck des Wochenblattes "Erheiterungsstunden".

1859
am 5. April Druck der Nr. 75 der "Grazer Zeitung" im Verlag von A. Leykam's Erben unter dem verantwortlichen Redacteur Martini

Grazer Zeitung

1860
Weitere Vergrößerung des Brucker Betriebes durch den Ankauf des Hauses Burggasse 1.

Franz Jamnik gründet in Graz eine Kunst- und Papierhandlung, die eine beschränkte Konzession als Akzidenzbuchdruckerei bekommt

1862
Am 10. Februar wird unter dem Bürgermeister Moritz Ritter v. Franck auf Grund eines Beschlusses des Grazer Gemeinderates die "Grazer Städtische Steindruckerei" (die spätere "Städtische Amtsdruckerei") ins Leben gerufen, deren Steindruck-Sternpresse in einem Raum des Grazer Rathauses Platz findet. Städtischer Lithograph wird Josef Moisi.

Dr. Albert Viktor Svoboda, ein gebürtiger Prager und späterer Gymnasiallehrer in Marburg, übernimmt als Chefredakteur von Josef Kulnigg die Leitung der "Tagespost"
Die "Tagespost" Chefredakteure Kulnigg und Dr. Svoboda.

1863
Der Bayer Joseph Vogel, zuvor Faktor bei Leykam in Graz, eröffnet in Leoben die erste Buchdruckerei und gründet das "Leobner Wochenblatt", eine "Zeitschrift für literarische Unterhaltung und obersteirische Interessen". Das Erscheinen wird nach 26 Nummern eingestellt. Die Druckerei selbst ist jener von Bruck angeschlossen, da außer Graz nur die vier Kreisstädte Marburg, Cilli, Bruck und Judenburg Druckereien besitzen dürfen.

1864
August Pappermann gründet eine Steindruckerei, in der u.a. Musikdrucke von Anselm Hüttenbrenner oder die handgeschriebenen Bühnenstücke von Carl Morre vervielfältigt werden.

Der Chefredakteur der "Grazer Tagespost", Dr. Adalbert Svoboda, entdeckt das schriftstellerische Talent Peter Roseggers und ermöglicht diesem, für die "Tagespost" zu schreiben.
Peter Rosegger 1865 in seinem Tagebuch: "Als meinem größten Wohlthäter, durch welchen mir meine gegenwärtige Existenz in Graz möglich gemacht wird, nenne ich: Sr. Wohlgeborenen Herrn Dr. A. V. Svoboda. Redakteur der "Tagespost". Er  schrieb in der Zeitung einen Artikel über mich "Ein steirischer Volksdichter" und machte dadurch auf mich aufmerksam. Er gab mir Kleider, verschaftte mir Bücher, vermittelte mir persönlich edle Wohlthäter, leitet meine Bildung, und sorgt überhaupt für meine leiblichen und geistigen Bedürfnisse.

1866
Der Buch- und Papierhändler Josef Pock, der die Druckerei Tanzer übernommen hat und die erste Steindruck-Schnellpresse der Steiermark besitzt, druckt die belletristische Zeitschrift "Gartenlaube für Österreich" des damals in Graz, in der Jahngasse 9 - dem späteren Elternhaus von Dr. Karlpeter Elis - lebenden Leopold Sacher-Masoch.

Sacher-Masoch, der Herausgeber der "Gartenlaube für Österreich", und sein Wohnhaus in Graz, Jahngasse 9.

Dr. Ungar-Szentmiklosy, Druckereibesitzer aus Wien, eröffnet in Graz die kleine Offizin "Zum Guttenberg" und druckt den "Telegraph" weiter.

1867
Gründung der Buchdruckerei Alexander Bauer in Graz, Annenstraße 19.

Unter der Leitung des Stadtpfarrers Dr. Johann Riedl gründen die Univ.Prof. Maaßen und Tewes, der Advokat Rintelen und Baron Buol das "Grazer Volksblatt".

1868
Die erste Nummer der neuen katholisch-konservativen Zeitung "Grazer Volksblatt" wird am 1. Jänner in der Buchdruckerei Kienreich in der Sackstraße 13 gedruckt. Die Druckerei beschäftigt zu dieser Zeit 20 Setzer und vier Drucker und verfügt über eine Handpresse und zwei Schnellpressen.
Ab August erscheint das bäuerliche Familienblatt "Sonntagsbote" als Beilage zum Volksblatt. Johann Karlon wird Chefredakteur.

          

Die Buchdruckerei J. A. Kienreich (spätere Druckerei "Gutenberg"), in der Sackstraße 13, in der das Heimatkundliche Werk von 1860 sowie die Nr. 1 des "Grazer Volksblatts" vom 1. Jänner 1868 unter Chefredakteur Johann Karlon gedruckt wird.

Gründung der "Lithographischen Kunstanstalt", der späteren Firma Alfred Wall, durch den Schweizer Bankier August Matthey. Auf großformatigen Steindruckpressen werden Kunstdrucke und Etiketten hergestellt, die bis nach China und Südamerika exportiert werden.

Die Lithographische Kunst-Anstalt August Matthey in der Merangasse 70.

Am 18. September übernehmen die Brüder Wilhelm und Ferdinand Essmann, Buchhändler aus Triest, die vom Wiener Dr. Ungar-Szentmiklosy errichtete Buchdruckerei "Zum Gutenberg" in der Sackstraße.

1869
Die Druckerei "Zum Gutenberg" wird geschlossen und die Zeitung "Telegraph" eingestellt. Das "Grazer Volksblattes" übersiedelt zur Druckerei Pock auf den Jakominiplatz 31.

Von der Druckerei Josef Pock übernimmt wiederum der Maschinenmeister August Wepner den Druck der "Freiheit", einer "Zeitschrift für ernsten Fortschritt und heitere Unterhaltung". Außerdem stellt er auch die ersten Nummern des "Freidenkers" her.

Am 15. September erfolgt die Konstituierung des "Katholisch-konservativen Volksvereines", des späteren "Katholischen Preßvereines" in der Diözese Graz-Seckau. Gründer und erster Direktor ist Prälat Dr. Alois Karlon, erster Obmann wird Alfred Graf Des Effants d'Avernas. Die Motivation dafür war als Widerstand gegen eine sich in dieser Zeit ausbreitende Gegnerschaft zur Kirche klar definiert.
Prälat Dr. Alois Karlon und Alfred Graf Des Enffants d'Avernas

Die Firma Leykam wird unter der Leitung von Albin Lenk am 24. Dezember unter dem neuen Namen "Aktiengesellschaft Leykam-Josefsthal für Papier und Druckindustrie" in das Handelsregister eingetragen.

Firmenetikette der Buchdruckerei, Schriftgießerei & Graviranstalt der A. Leykam's Erben in Graz um 1869

1870
Eröffnung der eigenen "Vereinsdruckerei" des Katholischen Preßvereines. Die Druckereiräume befinden sich im Parterre des Stainzerhofes. Die Leitung der mit 25 Handsetzern und zwei Schnellpressen ausgestattete Druckerei übernimmt der ehemalige Faktor der Firma Kienreich, Karl Schröder. Alois Karlon ist Direktor der Druckerei. Auch die in der Zwischenzeit bei der Druckerei Pock am Jakominiplatz 31 gedruckte Zeitung des "Grazer Volksblattes" wird übernommen und mit der neuen Beilage "Christlicher Feierabend" ergänzt. Der spätere Chefredakteur, Monsignore Josef Zapletal tritt in die Redaktion ein. Der "Sonntagsbote" wird mit Hilfe von Baron Gudenus und die Fürsten Alfred und Alois Liechtenstein als selbstständiges Wochenblatt heraus gegeben.

Die Vereinsdruckerei des Katholischen Preßvereins im Stainzerhof.

Am 1. April wird der "Fortbildungsverein" in den "Kronlandsverein für Buchdrucker und Schriftgießer Steiermarks" umgewandelt und ist nun für die Arbeitnehmer des gesamten steirischen Gewerbes zuständig.

Die Druckereien Kienreich und Josef Pock (vormals Tanzer) sowie die Papierfabrik Jakob Syz in Gratwein werden von der Firma Leykam gekauft. Am 20. September werden die Leykam'schen Familienbetriebe in eine Aktiengesellschaft überführt. Zur "Actien-Gesellschaft Leykam-Josefsthal für Papier- und Druckindustrie" gehören nun neben den Buchdruckereien Leykam, Pock und Kienreich die Papierfabriken Leutzendorf, Graz-Sacktor, Gratwein und Josefsthal bei Laibach sowie mehrere Holzschleifereien in Krain. Erster Generaldirektor wird der Sohn von Friedrich Andreas Lenk, Albin Lenk, erster Präsident Jakob Syz.

Leykams Papierfabriken in der Wienerstraße 91 in Graz und in Josefsthal bei Laibach an der Einmündung des Laibaches in die Save

Die Druckerei "Gutenberg" wird vom Bankhaus Titus Koppitsch wieder ins Leben gerufen.

1871
"Gutenberg" kauft das benötigte Druckzeug von August Wepner ab und druckt die "Allgemeine Frauenzeitung" und die "Social-Reform", die erste frauenemanzipatorische Zeitschrift in der Steiermark.

Am 22. Jänner Generalversammlung des Vereines der Buchdrucker und Schriftgießer Steiermarks mit der Neuwahl folgenden Ausschusses: Obmann Johann Janota, Stellvertreter Ferdinand Schönhofer, Schriftführer Ludwig Schönhofer und Cassier Josef Brenner.
Da der Obmann seine Stelle niederlegt wird am 12. März Ferdinand Schönhofer zu seinem Nachfolger und Julius Müller zu seinem Stellvertreter gewählt.
Am 15. Mai Beitritt der Marburger und Cillier Kollegen zum Verein.

Der "Vereinsdruckerei" am Stainzerhof wird eine Verlagsbuchhandlung angegliedert.
Vereinsbuchhandlung

Gründung einer Steindruckerei durch Ferdinand Hanel in Graz.

1872
Der Kunstlithograph Ernest Matthey richtet in der Nachbarschaft seines Bruders August mit einer Schnellpresse und 3 Handpressen ebenfalls eine Steindruckerei ein. Die Brüder haben sich von Anbeginn ihre Arbeitsgebiete geteilt: Während sich August auf den Etikettendruck spezialisiert, steht bei Ernest der Akzidenz- und Plakatdruck im Vordergrund.
Grafische Musterblätter der Steindruckerei Ernest Matthey

Bei Leykam werden die bis jetzt manuell betätigten Schnellpressen mit Dampf betrieben.

Johann Janotta unterhält eine kleine Zeitungs- und Akzidenzdruckerei mit 1 Hand- und 3 Schnellpressen. Unter anderem erscheinen bei ihm die Halbmonatsschrift "Frauenblätter", das "Grazer Wochenblatt", die "Mitteilungen des steiermärkischen Gewerbevereines" sowie die einzige rumänische Zeitung Steiermarks "Amicul Familici".

1873
Am 6. März entsteht der ehemalige Kronlandsverein als "Verein für Buchdrucker und Schriftgießer Steiermarks" neu und arbeitet mit dem "Unterstützungsvereines für Buchdrucker und Schriftgießer in der Steiermark" zusammen.
Die Genossenschaft kauft die kleine Druckerei der Brüder Karl und Josef Huber auf und durch die Gehilfen August Wagner und Alexander Bauer wird die "Erste Steiermärkische Genossenschafts-Buchdruckerei" gegründet. Man druckt u.a. Die "Grazer Vorstadtzeitung" und die "Grazer Monatszeitung".

Die Druckereieinrichtung der Firma "Gutenberg" wird als Konkursmasse vom Görzer Advokaten Dr. Heinrich Vittorelli erstanden.

Der Papierhändler Johann Otto eröffnet eine Akzidenzdruckerei mit beschränkter Haftung.

1874
Schaffung einer "Konditionslosenkasse" für arbeitslose Buchdrucker in der Steiermark.

1875
Auf Beschluss des Steiermärkischen Landesausschusses wird die "Steiermärkische Landeslithographie" (auch "Landschaftliche Lithographie") im Landhaus zu Graz eingerichtet. Erster Leiter der mit einer händisch zu bedienenden Steindruck-Sternpresse ausgestatteten Druckerei wird Franz Karl.

In Mureck arbeitet der aus Mähren stammende Drucker Slavik.

In Bruck an der Mur scheint Anton Veith als Besitzer der Druckerei auf. Er beschäftigt drei Arbeiter.

In Judenburg folgt Albin Stifter seinem Vater Johannes Stifter nach dessen Tod als Inhaber der Druckerei nach.

Murau ist Sitz der Buchdruckerei und Buchbinderei August Helfer, der ab 1895 den "Obermurtaler Boten" druckt und später  auch in Tamsweg eine Filiale betreibt.

1876
Der Setzer August Wagner übernimmt um 5500 Gulden die liquidierte "Erste Steiermärkische Genossenschaftsdruckerei" in Graz.

Karl Huber unterhält eine eigene Druckerei und druckt "Die socialdemokratiche Arbeit, Organ der Arbeiter Österreichs" und die "Österreich-alpenländische Eisenbahnzeitung".

Die Firma "Th. Schneiders Witwe & Presuhn" verfügt über eine Steindruckerei mit 10 Hand- und 2 Schnellpressen sowie eine Verlagsbuchhandlung. 47 Mitarbeiter sind beschäftigt.

Die Druckerei Leykam beschäftigt 240 Mitarbeiter und verfügt für den Buchdruck über 8 Handpressen und 14 Schnellpressen, für den Steindruck über 15 Hand- und 2 Schnellpressen sowie über 2 Gießmaschinen. Außerdem besitzt man eine Buchhandlung und sechs Papierfabriken. Die Druckereileitung liegt bei Karl Thamm, einem geborenen Breslauer, der vorher in Stettin, Berlin, Wien und beim Österreichischen Lloyd in Triest tätig war.

Ansicht von Eggenberg, Abbildung von Carl Reichert (1863) im 1878 von der Lithographischen Anstalt Leykam-Josefsthal gedruckten Topographisch-geschichtlichen Lexikon von Steiermark des Joseph A. Janisch.

Peter Rosegger gründet die volkstümliche Monatszeitschrift "Heimgarten", die bei Leykam heraus gegeben wird. Mitarbeiter sind unter anderem R. Hamerling, L. Anzengruber, F. Schlögl und H. Grasberger.
  Nr.1 der Monatszeitschrift "Heimgarten" vom Oktober 1876

Graz besitzt zwei gemischte Betriebe (Leykam und Gutenberg), vier Buchdruckereien (Preßverein, Janotta, Huber, Otto) und sieben Steindruckereien (Hanel, Leitner, A. Matthey, E. Matthey, Pappermann, Rabe, Schneiders Wtw.).

1877
Die von Kott gegründete Zeitung "Leobner Wochenblatt" wird unter dem Titel "Obersteirerblatt" vom Buchdrucker Karl Jilg am 7. Jänner erstmals in Bruck gedruckt.

1878
Karl Jilg kauft von Anton Veith dessen Druckereibetrieb in Bruck.

1879
Der neue Name der ehemaligen "Vereinsdruckerei" in Graz lautet: "Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung Styria".

Heinrich Schlick wird der neue Inhaber der Judenburger Druckerei.

1880
Beginn des Eigenverlages und einer primitiven Hausdruckerei durch den Volksschullehrer und Komponisten Eduard Brunner für seine Musikschule in Bruck/Mur.

Josef Agath d. Ä. gründet im Haus der Bürgergasse 14 in Graz eine Lithgraphische Kunstanstalt und Steindruckerei.
Joseph Agath d. Ä. (1849-1901)

1881
Für die Lehrlinge der Druckerei "Styria" wird eine interne Fachschule ins Leben gerufen.

Konstituierende Versammlung des "Fach- und Unterstützungsvereines der Buchbindergehilfen" am 20. August in Graz.

1882
Der in Gmunden und Wien gelernte Anton Grill arbeitet in Bad Aussee als Buchdrucker. Zusätzlich betreibt er einer Papierhandlung sowie Filialen in Liezen und Gröbming. Bei ihm erscheint ab 1885 die Zeitung "Steirische Alpenpost".

1883
Bei der Firma Leykam kommt es zur Trennung zwischen der Druckerei samt Verlag und
der Papiererzeugung. Im April werden die "Druckerei- und Verlags-Actiengesellschaft Leykam" mit dem Sitz in Graz und die "Papier- und Zellstoffindustrie Leykam-Josefsthal" in Gratkorn mit dem Sitz in Wien gegründet.
Die bei Leykam gedruckte "Tagespost" mit ca. 10000 Exemplaren Auflagenhöhe verfolgt eine deutsch-national-liberale Blattlinie; Chefredakteur ist Raab von Rabenau.
Die Leykam-Josefsthal umfasst folgende Betriebe: Die Grazer Papierfabriken Leuzendorf und Kienreich, die Papierfabrik St. Stefan in Gratwein, die Papierfabrik Josefsthal bei Laibach, die Holzschleiferei in Zwischenwässern und Verje an der Save, die Deckelfabrik in Görtschach, die Fabriken in Wien und Triest sowie das Kohlenbergwerk in Hörgas-Rein. Die Arbeitsbedingungen und die Hygiene in der Leykam-Josefsthal waren katastrophal. Seuchen und Epidemien machten den Beschäftigten hart zu schaffen; dazu kam eine Arbeitszeit von täglich zwölf Stunden, nur die Kinderarbeit war mit zehn Stunden am Tag geregelt.
Am 1. Juli steigt Kaiser Franz Joseph I. am Bahnhof in Gratwein aus dem Zug und besucht die Leykam.

1885
Im Mai Ankauf des Hauses Maigasse (Klosterwiesgasse) 44 in Graz für den "Verein für Buchdrucker und Schriftgießer".

Erstmaliges Erscheinen der "Leobner Rundschau", die später in "Obersteirische Volkszeitung" umbenannt wird.

1886
In Leoben übernimmt nach dem Tod von Joseph Vogel dessen Sohn Karl Theodor Vogel den Druckereibetrieb.

Die Buchdruckerei "Styria", der der Titel "K.k. Universitätsbuchdruckerei" verliehen wird, übernimmt den Druck der "Grazer Zeitung". Außerdem wird der Druckerei ein Drucksorten- und Bücherverlag angeschlossen. Fritz Finselberger wir am 27. Dezember Direktor.

Generaldirektor des Katholischen Preßvereins Monsignore Josef Zapletal mit seinem Nachfolger Dr. Franz Puchas.

In Graz existiert eine "Typographische Anstalt" des Maschinenmeisters Ferdinand Tisso.

Dr. Vittorelli verkauft die Firma "Gutenberg", die 90 Personen zählt und als Inventar 3 Hand-, 4 Schnell- und 3 Steindruckpressen mit Dampfbetrieb aufweist, an den bisherigen Direktor Ignaz Wosetzky und den Bäcker A. Strohschneider.

Ab Dezember erscheint die "Tagespost" zum 3. Mal seit seiner Gründung im Großformat, um einer ebenfalls im Großformat geplanten Zeitung der Antiseminten-Partei durch die Gutenberg-Druckerei zuvor zu kommen.

1887
Die Druckerei "Gutenberg" in der Sackstraße 13 in Graz wird um 80000 Gulden vom Katholischen Preßverein angekauft. Die Leitung hat Karl Gelbmann.

Die Druckerei Leykam bekommt im März eine Rotationsmaschine. Die "Tagespost" zählt nun zu den modernst hergestellten und bestens "aufgemachten" österreichischen Tageszeitungen.
Die Papier- und Zellstoffindustrie Leykam-Josefsthal kauft die Werke des Barons Hector Ritter von Zahony in Spittal an der Drau, die Holzstofffabrik in Thörl-Maglern und die Papierfabrik Podgora bei Görz.

Der "Konditionslosenkasse" wird der "Wohltätigkeitsklub der Buchdrucker in der Steiermark" angefügt.

1888
Am 1. Jänner verkauft die Witwe Jilgs die Druckerei in Bruck/Mur an den ostpreußischen Buchdrucker Ignaz Widinsky

Die Druckerei der "Steiermärkischen Landeslithographie" wird in das Haus Raubergasse 11 des steirischen Landhauses verlegt und eine Steindruckpresse installiert.

Erstmaliges Erscheinen des "Amtlichen Grazer Adreßbuches" bei der Styria in Graz.

1889
Josef Huber, der zuvor eine Druckerei in der Grazer Strafanstalt betrieb, unterhält am Jakominiplatz 19 eine Offizin.

1890
Josef Hubers Druckerei wird von Ludwig Hauswirth übernommen, einem aus Wien stammenden Setzer und Fachlehrer. Er druckt das Blatt "Der Arbeiterwille, Socialdemokratisches Organ des arbeitenden Volkes der Abendländer".

Die Brucker Druckerei wird am 1. Jänner Eigentum vom Gendarmeriebeamten und späteren Vizebürgermeister Hermann Smerczek d. Ä. (später Schmerzeck) und vom Landtagsabgeordneten, Sensengewerken Anton Fürst aus Kindberg. Als Geschäftsführer fungiert der zuletzt in der Druckerei "Gutenberg" in Graz arbeitende Setzer und Metteur Heinrich Stiasny. Der gebürtige Wiener Leopold Kriehuber (* 1867) findet nach seiner Lehrzeit in der Wiener Norbertus-Buchdruckerei und Jahren der Wanderschaft in Böhmen, Schlesien, Deutschland und der Schweiz in der Buchdruckerei Hermann Schmerzeck eine Anstellung als Schriftsetzer.

Der aus Graz stammende Journalist, Lyriker und deutschnationale Kulturpolitiker Dr. Josef Adolf Harpf betreibt die "Neue Leobener Buchdruckerei, Verlags- und Ankündigungsanstalt", in der er die "Obersteirische Volkszeitung", die "Kärntner Allgemeine Volkszeitung" sowie das von ihm verfasste Buch "Kultur- und Rassenstudien" druckt.

In Knittelfeld arbeitet die Buchdruckerei "R. Steinweg".

Die Gratkorner Papierfabrik entwickelte sich zum führenden Unternehmen der Papier- und Zellstoffindustrie in der Monarchie. 1890 waren 1.260 Personen in diesem Unternehmen beschäftigt. Am 18. Mai streikten die Arbeiter. Ein Aufmarsch der Streikenden wird am 23. Mai von einem halben Bataillon der Belgier Infanterie zerstreut; der Streik endet drei Tage später mit geringen Zugeständnissen der Firmenleitung.

Kaiser Franz Josephs besucht am 4. August die Lithographischen Anstalten der Gebrüder Matthey in Graz, wodurch der Weltruf dieser zu den führenden Unternehmungen Österreichs zählenden Betriebe unterstrichen wird.
 
Kaiser Franz Josef 1. besucht die lithographischen Kunst-Anstalt von August Matthey

Im August wird während der Landesaustellung der Grazer Messe im Pavillon der Druckerei "Leykam" ein Miniatur-Ausstellungsblatt der "Tagespost" gedruckt.

1891
Der von der "Tagespost" entlassene Redakteur Dr. Robert Withalm gründet die Buchdruckerei und Verlagsanstalt "Withalm & Co. KG" und gibt mit 1. September das Organ der Deutschen Volkspartei, das deutsch-nationale "Grazer Tagblatt", heraus, das der "Tagespost" innerhalb von 4 Monaten 800 Abonnenten abnimmt.

In Feldbach existiert die Buchdruckerei "C. Poschauko & Cie.".

1892
In der Buchdruckerei H. Smerczek in Bruck/Mur erhält Leopold Kriehuber die Stelle eines technischen Leiters.

Adolf Pappermann führt die Firmentradition der familieneigenen Steindruckerei weiter und fungiert auch als Obmann der "Grazer Steindruckereibesitzer".

1893
Am 10. Mai kauft in Judenburg der "Katholischen Preßverein" von Albin Stifters Witwe Johanna die im Schwarzenberghof auf der Edelbastei 3 angesiedelte Buchdruckerei und Buchhandlung "Judenburg" samt Haus und Garten. Diese Buchdruckerei mit dem neuen Namen "Styria" und die angeschlossene Buchhandlung "Judenburg" ist damit die älteste Zweigstelle des "Katholischen Preßvereines". Als Geschäftsführer wird Alexander Roschitz aus Wien bestellt. Ihm zur Seite steht der Maschinenmeister Lorenz Leupold.

Die Buchdruckerei und Buchhandlung "Judenburg" im ehemaligen "Schwarzenberghof" unter Direktor Alexander Roschitz.

In Bruck/Mur tritt am 1. Oktober, nach Absolvierung der Handelsakademie in Graz, der Sohn des Firmeninhabers Hermann Smerczek als Schriftsetzerlehrling in den Betrieb ein.
Komm.-Rat Hermann Schmerzeck im 80. Lebensjahr.

In Radkersburg wird Franz Semlitsch Inhaber der Firma von Franz Frick mit einer Buchdruckerei, einer Buchbinderei und Plakatierungsanstalt sowie Buch-, Musikalien-, Papier- und Schreibwarenhandlung.

Der Buchdruckerei "Styria" schafft die erste Rotationsmaschine an.

Am 23. Dezember Fusionierung des "Fortbildungsvereines" und "Unterstützungsverein" zum "Verband der Vereine der Buchdrucker- und Schriftgießer und verwandter Berufe Österreichs", innerhalb dessen sich Gruppen wie der "Maschinenmeisterklub" konstituieren. Als erster Gehilfenobmann wirkt Franz Zwetko.

1894
Am 22. Jänner tritt der "Buchdrucker- und Schriftgießerverein Steiermarks" in den "Verband der Vereine der Buchdrucker, Schriftgießer und verwandter Berufe Österreichs" ein.

In dem der "Styria" in Graz angeschlossenen Hof der Lehranstalt der Schulschwestern läuft die erste Rotationsmaschine. Außerdem werden die ersten "eiserner Kollegen" (Setzmaschinen) in der Steiermark, zwei Typographen, in Betrieb genommen. Für die arbeitende Bevölkerung wird die Zeitung "Der Arbeiterfreund" gegründet.

1895
Im Februar wird in Hartberg, im Haus Nr. 36, die Buchdruckerei Josef Khil gegründet.

Konzessionsbescheid der kk. Statthalterei vom 9. Februar 1895 zum Betrieb des Buchdrucker-Gewerbes mit dem Standort im Haus Nr. 36 zu Hartberg für Herrn Josef Khil, Schriftsetzer in Graz.

Die "Erste Steiermärkische Etiquettenfabrik" des August Matthey wird der "Kunstanstalt, Lithographie, Buchdruckerei und Zeitungsverlag-AG Kosmos" in Budapest einverleibt. August Matthey bleibt bis zu seinem Tod im Jahre 1903 zuerst Leiter und dann wieder Inhaber seiner Grazer Fabrik.

Neuerliche Umsiedelung der "Steiermärkischen Landeslithographie" in Graz: zuerst in das Haus Herrengasse 4, anschließend in den ersten Stock des Hauses Wurmbrandgasse 4.

Gründung des "Maschinenmeisterklubs"

1896
Josef Agath d. J., macht sich selbständig und gründet parallel zur lithographischen Kunstanstalt seines Vaters und Firmengründers Joseph Agath d. Ä., die "Lithographischen Anstalt Austria" samt einer Buchdruckerei.

In Cilli wird die "Vereinsbuchdruckerei Celeja" gegründet.

Am 9. Dezember bringt eine schwere Kesselexplosion in der Papierfabrik Leykam in Gratkorn drei Menschen den Tod; fünf weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

1897
In Mürzzuschlag entstand die Buchdruckerei "Max Hubatschek & Richard Franz".

Die Deutsche Volkspartei erwirbt von Withalm dessen Druckerei samt der Zeitung "Grazer Tagblatt" und betreibt diese als "Deutsche Vereinsdruckerei und Verlagsanstalt". Direktor wird ab 1899 der 28jährige, aus Arzberg stammende und in England und Frankreich ausgebildete Franz Pichler. Der spätere Gemeinderat und Landtagsabgeordnete gründete 1906 die Grazer Herbstmesse, war 1912 Gremialvorsteher und hatte maßgeblichen Anteil an der Schaffung der Fachschule für Buchdruckerlehrlinge. Unter seiner Führung entwickelt sich die "Deutsche Vereinsdruckerei" zu einer der größten steirischen Betriebe.

Die Zeitung "Arbeiterwille" wird gegründet.

1898
In Verbindung mit dem 50jährigen Bestandsjubiläum wird am 14. und 15. August in Graz der "3. Ordentliche Verbandstag" mit 36 Delegierten aus Böhmen, der Bukowina, Dalmatien, Galizien, Kärnten, Krain, dem Küstenland, Mähren, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Schlesien, Steiermark, Tirol/Vorarlberg und Trentino abgehalten.

Die Tagespost berichtet in einer Extra-Ausgabe von der Ermordung von Kaiserin Elisabeths am 10. September in Genf.
Nr. 250 des XLIII. Jahrgangs der Tagespost.

Ernest Matthey stirbt und der Künstler Ferdinand Wüst führt zusammen mit dem Stiefsohn von Ernest, Carlo Accurati, die Lithographische Kunstanstalt unter dem Namen "Ernest Matthe Erben" bis zum Konkurs im Jahre 1913 weiter.

In Bruck/Mur wird im August Hermann Smerczek Geschäftsführer.
Der scheidende Faktor Heinrich Stiasny eröffnet in Leibnitz eine Buchdruckerei mit Filialen in Voitsberg und Deutschlandsberg. Er druckt die "Erste allgemeine Handels- und Verkehrszeitung" sowie die "Steirische Rundschau". Begleitet wird er von Leopold Kriehuber.

In Gröbing eröffnet der aus Troppau in Schlesien stammende Johann Walik (später Wallig), erst 23 Jahre alt,  mit drei Arbeitern eine Buchdruckerei samt Buch-, Papier- und Schreibwarenhandlung und druckt ab 1906 die Wochenzeitung "Der Ennsthaler".

1899
In Knittelfeld betreibt Franz Auf zusätzlich zur Druckerei auch eine Buchbinderei und Gemischtwarenhandlung sowie einen Verlag.
Mundartgedichte aud der Offizin Franz Auf in Knittelfeld, 1898

Die Sozialdemokraten besitzen unter dem Namen "Deutsche Genossenschaftsdruckerei" ihre eigene Parteidruckerei.

Der "Unterstützungsverein für Buchdrucker und Schriftgießer" hält am 4. Juni in Leoben seinen "1. Obersteirischen Kollegentag" ab.

Die um sich greifende Technisierung bringt die gefürchteten ersten "eisernen Kollegen", die Setzmaschinen, nach Graz.

Die Buchdruckerei Khil übersiedelt im November aus Hartberg nach Graz, in die Volksgartenstraße 4c.

Am Jakominiplatz 17 in Graz arbeitet die Papierhandlung Ulrich Mederl mit einer eingeschränkten Buchdruckerkonzession.

Hans Gaisser wird Nachfolger von Johann Otto und erweitert die Druckerei.

Am 30. November nimmt die Buchdruckerei Karl Haas auf dem Hauptplatz in Weiz ihre Tätigkeit mit zehn Beschäftigten auf. Die maschinelle Einrichtung besteht aus einem Tellertiegel mit Fußantrieb und einer Bogenschnellpresse König & Bauer.

In Liezen betreibt der Ausseer Drucker Anton Grill eine Filiale.

Die "Neue Leobener Buchdruckerei" geht an Jakob Hans Prosl über, der 40 Arbeitskräfte beschäftigt und zeitweilig Obmann des "Vereines der Buchdruckereibesitzer in Steiermark" ist. Er wurde am 16. März 1858 geboren und war zuvor Redakteur des „Tagesboten aus Mähren und Schlesien" in Brünn, der „Obersteirischen Volkszeitung" in Leoben und der „Zeit" in Wien. Die ÖTK-Hütte auf der Mugel bei Leoben trägt heute noch seinen Namen: „Hans-Prosl-Haus".

1900
Die Prinzipale der Steiermark gründen den freien Verband "Verein der Buchdruckereibesitzer in Steiermark". Den Vorsitz führt Hans Gaisser.

Erste Kollegentage in Marburg und Bruck a.d. Mur.

Dr. Robert Withalm wird Chefredakteur der neu gegründeten "Grazer Montags-Zeitung".

1901
Das "Volksblatt" erscheint in vergrößertem Format mit der Beilage "Sonntagsblumen".

Nach dem Tod seines Vaters übernimmt August Agath die Lithographische Kunstanstalt in der Bürgergasse und modernisiert die Steindruckerei durch die Hinzunahme einer kleinen Buchdruckerei.

Oskar Lehr mit Kollegen

Lawugger am Ruckerlberg: Lehr, Weiss, Hemm, Jonke, Kleinrath, Wirt    -   "Monte Rigi" am Schillerplatz: Lehr, Schmiedeck, Jonke

Gründung der Druckerei Sima in Deutschlandsberg durch Wilhelm Sima, einen gebürtigen Kärntner, der zuvor in Bischofteinitz, in Böhmen, eine Buchdruckerei besessen hatte.

In Hartberg errichtet Julius Schönwetter eine Offizin, der er ein Papierwarengeschäft anschloss. Er hatte zuvor in Pettau Buchbinder und Setzer gelernt und war auf seiner Wanderschaft in Laibach, Wien und Graz tätig.

1902
In Voitsberg kommt es auf dem Hauptplatz, im Hause Ribul (Nr. 52), zur Gründung der Voitsberger Buchdruckerei durch Leopold Kriehuber, einen gebürtigen Wiener, der zuvor auf der Walz per pedes Böhmen, Schlesien, das Deutsche Reich, die Schweiz und Oberösterreich durchwanderte und über Anstellungen bei Smerczek in Bruck/Mur, Leibnitz, Deutschlandsberg und in Graz nach Voitsberg gelangt war. Als erster Lehrling tritt Anton Binder ein, der später in der Landesdruckerei in Graz einen führenden Posten einnimmt.
Buchdruckereigründer Leopold Kriehuber

Maschinenmeister der Druckerei Leykam.

Heinrich Stiasny eröffnet in Graz eine Akzidenz- und Zeitungsdruckerei. Er gibt u.a. die "Grazer Nachrichten" mit dem Witzblatt "Spaßvogel", die "Alpenländische Gastwirtezeitung", die "Hausherren-Zeitung" und die "Grazer Mittagszeitung" heraus.

1903
Im April verpachtet Anton Grill seine Filialdruckerei in Liezen an den bisherigen Betriebsleiter Emanuel Jahn.

Übersiedlung der "K. k. Universitätsbuchdruckerei Styria" vom Stainzerhof sowie der Druckerei "Gutenberg" in das Gebäude der in Konkurs gegangenen Fahrradfabrik Benedikt Albl & Co. in der Schönaugasse 64, das am 19. November eingeweiht wird.

"Styria" in der Schönaugasse 64        -           Der gebürtige Wiener Karl Elis beginnt am 30. Oktober in der Styria als Stereotypeur

1904
Erstes Erscheinen der "Kleinen Zeitung" am 22. November mit 30.000 Exemplaren Anfangsauflage. Wegen ihres niedrigen Preises von 2 Hellern wird sie auch "Kreuzerfrosch genannt. Schon in dieser Ur-Ausgabe wird die Blattlinie vorgegeben: "Die Kleine Zeitung ist kein Organ einer politischen Partei, sondern ein Nachrichtenblatt." Nach kurzer Zeit reicht ihr Verbreitungsgebiet bereits bis nach Triest, Laibach und Agram. Erster Chefredakteur ist der gebürtige Linzer Karl B. Stroißnigg, der vorher beim "Grazer Tagblatt" und beim "Grazer Volksblatt" tätig war. .

Erste Nummer der Kleinen Zeitung vom 22.11.1904 unter dem ersten Chefredakteur Karl B. Stroißnigg.

Die "Deutsche Vereinsdruckerei" übernimmt die Leobner Druckerei des Karl Vogl und führt diese als Zweigstelle des Grazer Betriebes weiter, in dem 80 Mitarbeiter beschäftigt sind und das erste Heft des Rassentheoretikers Adolf Lanz "Ostara" sowie zeitweise "Der Arbeiterwille" gedruckt werden.

Zeitschrift "Ostara", Herausgeber Adolf Lanz, ehemaliger Mönch im Stift Heiligenkreuz, der sich als Schriftsteller Jörg Lanz von Liebenfels nannte.
Der Mann, der Hitler die Ideen gab
Jörg Lanz von Liebensfels kämpfte zeitlebens gegen "Neger" und "Äfflinge".
Jörg Lanz war einer der geistigen Väter des Nationalsozialismus. Der kauzige Wiener , Jahrgang 1874, hieß eigentlich Joseph Adolf Lanz. Seinen Adelsnamen hat er frei erfunden, um seine Herkunft zu verwischen. Lanz, der einige Jahre als Mönch im Zisterzienserkloster Heiligenkreuz war, lag daran, die jüdische Herkunft seiner Mutter zu verheimlichen. Mit seinen Ideen vom arischen Herrenmenschen, der die "niedrigen Rassen der Mittelländer, der Neger und Mongolen" niedertreten sollte, war seine Familiengeschichte schwer vereinbar.
Sein Erweckungserlebnis hatte Lanz vor dem Grabmal eines Ritters, der mit dem Fuß einen Affen niedertritt. "Theozoologie oder Die Kunde von den Sodom-Äfflingen und dem Götter-Elektron", überschrieb Lanz sein 1906 erschienenes Hauptwerk. "Sittlich und gut ist alles, was der höheren Rasse frommt, unsittlich, was ihr schadet", schrieb Lanz. Zur Verbreitung seines Gedankenguts nutzte der Gründer eines "Neutempler-Ordens" seine "Ostara"-Hefte, "die erste und einzige Zeitschrift zur Erforschung und Pflege des heroischen Rassentums und Mannesrechts".

(vgl. Thomas Götz: Kleine Zeitung, 21. Jänner 2007, S.12)

Gründung der chemigrafischen Kunstanstalt Franz Petz.

Leopold Kriehuber bringt in Voitsberg in Eigenregie das "Voitsberg-Köflacher Wochenblatt" heraus, das zuerst seitenweise auf einer Tiegelpresse und ab 17. September 1905 von Stiasny für ihn in Graz gedruckt wird. Die Zeitung lebt später als "Weststeirische Volkszeitung" weiter. Die ersten Druckereimitarbeiter sind Anton Binder und Alois Fischböck.

1905
10jähriges Gründungsfest der Maschinenmeister und Drucker am 25. und 26. März in Graz.
Machinenmeister und Drucker.

Die "Steiermärkische Landeslithographie" übersiedelt in die Räume des Hauses Raubergasse 8, den ehemaligen Seckauerhof in Graz.

Betriebsgründung der klösterlichen Druckerei für die, vom Hl. Vinzenz von Paul gegründeten, Lazaristen und Bamherzigen Schwestern in der Mariengasse 24, in Graz. Bis zum Jahre 1939 wird hier die Monatszeitschrift "Marienkind" gedruckt.

Am 17. September erscheint die erste Nummer des "Voitsberg-Köflacher Wochenblattes". Als Herausgeber und Verleger zeichnet Leopold Kriehuber, den seitenweisen Druck besorgte die Buchdruckerei Stiasny in Graz auf einer Tiegelpresse.
 

Im Oktober Herausgabe einer wöchentlichen "Frauenzeitung" durch das "Volksblatt".

1906
Josef Huber übernimmt die kleine Druckerei der Christine Skok in Graz-Algersdorf.

August Alexander Agath, der zweite Sohn des 1901 verstorbenen Joseph Agath d. Ä. wird Alleininhaber des väterliche Betriebes und erwirkt wegen der irreführenden Namens- Gewerbegleichheit eine Änderung seines Namens "August Gutenfeld".

"Vorwärts, Maier, Muchitsch & Co. KG" ist die neue Firmenbezeichnung der Genossenschaftsdruckerei, der auch der Zeitungsverlag "Arbeiterwille" von Johann Resel und Vinzenz Muchitsch angeschlossen ist.

Nr. 114 des "Arbeiterwille" vom 16. Mai 1905, Organ des arbeitenden Volkes der Abendländer, Redaktion: Auenbruggergasse 35, Herausgeber: Alois Maier, Verantwortlicher Redakteur: Michael Schacherl, Druck: Genossenschaftsdruckerei Graz.

Am 1. November wird die Zweigniederlassung "Styria" in Wien, auf der Dominikanerbastei 4 eingerichtet.

Heinrich Faber, ehemaliger Setzer in der Genossenschaftsdruckerei in Wien und Redakteur beim "Vorwärts", übernimmt die Druckerei Poschauko unter dem Namen "Buchdruckerei Feldbach" und gibt den "Oststeirer Boten" sowie das Fachblatt "Graphischer Anzeiger" heraus.
Heinrich Faber, Buchdruckerei Feldbach

Einrichtung einer eigenen Buchbinderei in der "Steiermärkischen Buchdruckerei und Verlag von Hermann Smerczek & Comp." in Bruck/Mur, bei der 12 Arbeiter beschäftigt sind.

1907
Hans Gaisser kauft zu seiner bestehenden Druckerei "Gaisser & Bennat" die Offizin "Tauber" auf.

Die "Deutsche Vereinsdruckerei" benennt das "Grazer Tagblatt" in "Organ der Deutschen Volkspartei für Alpenländer" um.

Die Buchdruckerei Kriehuber in Voitsberg erhält am 30. Juni die Vollkonzession und druckt ab jetzt das "Voitsberg-Köflacher Wochenblatt" selbst in der heimischen Buchdruckerei.

Druckereien in der Steiermark: Aussee: Anton Grill / Bruck: Hermann Smrczek / Deutschlandsberg: Wilhelm Sima / Feldbach: Heinrich Faber / Graz: A. Bittersmann, Schießstattgasse 13; Hans Geißer, Griesquai 16; Graecium, Hans-Sachs-Gasse; Gutenberg, Schönaugasse 64; Josef Huber, Rochelgasse; Johann Janotta, Jungferngasse 4; Khils Wtw., Neutorgasse 26; Leykam, Stempfergasse; Marianum; Urich Mederl, Jakominiplatz; Franz Plentls Söh., Traungauergasse 12; Heinrich Stiasny, Volksgartenstraße; Styria, Schönaughasse 64; Ferdinand Tisso, Kaiserfeldgasse 19; Deutsche Vereinsdruckerei, Herrengasse 3; Vorwärts, Auenbruggergasse 33; August Wagner, Annenstraße 19 / Gröbming: Johann Walik / Hartberg: Julius Schönwetter / Judenburg: Judenburg / Knittelfeld: Franz Auf / Leibnitz: Georg Mosig / Leoben: Hans Proßl / Liezen: Franz Berka / Murau: August Helfer / Mürzzuschlag: Hubatschek & Franz / Radkersburg: Franz Semlitsch / Voitsberg: Leopold Kriehuber / Weiz: Karl Haas. 

1908
Die Buchdruckerei Khil bezieht ihren endgültigen Standort im Haus Neutorgasse 26 in Graz. Nach dem Tod des Gründers leitet die Witwe Louise Khil zusammen mit dem Geschäftsführer Franz Seifert den Betrieb.
Buchdruckerei Josef Khil in der Neutorgasse 26 in Graz.

Neuerliche Übersiedelung der "Steiermärkischen Landeslithographie" in die Räume des alten K.u.k. Armee-Monturdepots, das einstige Karmelitinnenkloster, in der Neutorgasse 36.

Am 28. und 29. Juni Übergabe des unter Machold neu errichteten Vereinshauses des "Buchdrucker- und Schriftgießervereines" in der Maygasse, der sein 60jähriges Jubiläum feiert. Anwesend sind Provinzkollegen aus Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Wien, Böhmen, Mähren, Kärnten, Krain und dem Küstenland.
Vereinshaus in der Grazer Maygasse 

Die Druckerei Kriehuber übersiedelt am 1. September in das Grazer Stadttor von Voitsberg. Eine erste Schnellpresse wird aufgestellt.

Hanz Fitzinger, früherer Leiter der Druckerei Faber in Krems, kauft von Anton Grill die Druckerei in Bad Aussee samt der "Alpenpost".

In Fürstenfeld betreibt Franz Konitschek mit vier Mitarbeitern eine Druckerei. Er hatte zuvor in Salzburg und Feldbach den "Graphischen Anzeiger" redigiert.

1911
Hans Büchler kauft die seit 1896 bestehende Druckerei "Graecium" des Samuel Mayer. Ab 1913 führt er diese zusammen mit Ludwig Kunath unter dem Namen "Kunath & Büchler" weiter.

"Leykam" kauft das Nachbarhaus Stempfergasse 3 und bringt darin die Buchhandlung und den Drucksortenverlag unter.
Renaissance-Innenhof des im 2. Weltkrieg zerstörten Leykam-Hauses Stempfergasse 3
Der Konzern "Leykam-Josefsthal AG" erreicht seine größte Ausdehnung und unterhält Niederlassungen in Wien, Gratkorn, Josefsthal, Görtschach, Zwischenwässern, Verje, Spittal/Drau, Thörl-Maglern, Podgora bei Görz, Pitten, Wampersdorf, Breitenau, Olbersdorf, Schwarzau, Bielitz und Czaniec in Galizien, Heinrichsthal, Weigelsbach, Ebersdorf sowie Bruck/Mur.

Die "Steiermärkische Landeslithographie" zieht unter Zurücklassung der alten Schnellpresse und des Gasmotors in den fertig gestellten Neubau des Landes-Amtshauses in die Landhausgasse 7 um. In die frei gewordenen Räume in der Neutorgasse übersiedelt nun die "Grazer Städtische Steindruckerei" und kauft die zurück gelassene Druckereieinrichtung.

Buchdruckertagung in Bruck a. d. Mur
Mitte: Dir. Lessiak, Dir. Gruber, Lehr

1912
Auf Weisung des Statthalters Manfred Graf Clary von Aldringen wird die "Hausdruckerei der k.k. Steiermärkischen Statthalterei" (später "Druckerei der k.k. Steiermärkischen Statthalterei") gegründet, welche betriebsfachlich und betriebsörtlich schon direkter Vorgänger der späteren "Steiermärkischen Landesdruckerei" ist. Die Betriebsstätte umfasst anfänglich drei Räume: und zwar einen Maschinensaal, einen Setzersaal sowie einen Drucksorten-Lagerraum. Die ursprüngliche Einrichtung besteht aus einer Buchdruck-Schnellpresse, einer Buchdruck-Tiegelpresse, einer Handpresse, je einer Papierschneide-, Perforier- und Heftmaschine sowie entsprechendem Letternmaterial mit Kästen, Regalen und Satzbrettern. Der erste Setzer ist Alfons Kossegg. Die ehemalige "Statthalterei-Lithographie", die im ersten Stock untergebracht war, geht in die "Hausdruckerei der Steiermärkischen Statthalterei" über.

Umzug der Brucker Druckerei Schmerzeck in das Haus Wienerstraße 1 (heute Herzog-Ernst-Gasse), den "Rudolfshof", der sinngemäß in "Gutenberghof" umbenannt wird. Faktor ist Franz Gruber, der spätere Bürgermeister von Bruck/Mur.
Gutenberghof in Bruck/Mur

In Mariazell lässt sich Josef Radinger, Sohn eines Druckereibesitzers in Scheibbs, als Buchdrucker nieder und beschäftigt anfangs 3 Mitarbeiter.

In Judenburg wird das von Stefan Lajtl und Leopold Moser privat gegründete Inseratenblatt "Obersteirischer Verkehrsanzeiger" durch  die "Styria" übernommen und in "Murtaler Zeitung" umgetauft. Der aus Rosenheim stammende und aus Leoben kommende Schriftsetzer Josef Daigl wird zum ersten leitenden Redakteur dieser Wochenzeitung ernannt.

Stefan Lajtl und Josef Daigl mit der Nr. 49 der "Murtaler Zeitung" vom 7. Dezember 1913.

1913
Mit dem Datum vom 1. Jänner erscheint das erste in der "Hausdruckerei der Steiermärkischen Statthalterei" gedruckte Blatt, das "Verordnungsblatt für das Schulwesen im Herzogtume Steiermark".

In Leoben kauft Georg Mosig die Druckerei von Jakob Hans Prosl.

In Leibnitz scheint Josef Cäsar als Drucker auf.

1914
Übersiedlung der Druckerei Haas in Weiz in ein eigenes Gebäude in der Kernstockstraße 4. Druck des "Amtsblattes der k.k. Bezirkhauptmannschaft Weiz".

In Feldbach übernimmt Johann Prenner die Druckerei.

In Mürzzuschlag übernimmt Ludwig Müllner die Druckerei. Er hatte zuvor in Wien bei Carl Fromme, Reisser, Steyrermühl, Waldheim, Gerin, der "Presse" und "Kronenzeitung" sowie in Knittelfeld bei Auf gearbeitet.

Der Name der sozialdemokratischen Druckerei Vorwärts wird auf "Druck- und Verlagsgesellschaft Typographia, Koschar & Ko." geändert. Inhaber der 44 Mitarbeiter zählenden Firma sind Johann Resel und Vinzenz Muchitsch, technischer Direktor Carl Koschar. Man stellt die Zeitung "Arbeiterwille" her.  

1915
Ein dreimonatiges Abonnement für die "Tagespost" kostet 6 Kronen und 50 Heller.


1917
In Graz erwirbt der Apotheker Alfred Wall die "Lithographische Kunstanstalt, Etikettenfabrik und Steindruckerei" von August Matthey's Witwe Katharina und baut diese unter dem Namen "Graphischer Großbetrieb Alfred Wall" aus.
In der Firma Wall gedrucktes Notgeld.

1918
Die Lithographische Anstalt "Ernest Matthey Erben" ist im Besitz von Otto Sternkopf aus Leipzig und Carlo Accurti. Umstellung vom Stein- auf den Offsetdruck.

Herausgabe eines "Wochenblattes für den politischen Bezirk Weiz", das bis zum zweiten Weltkrieg, zuletzt als "Oststeirerblatt", erscheint.

Die Firma Withoff & Remiger kauft in Leoben eine Druckerei.

Der steiermärkische Buchdruckerverein feiert in Anwesenheit des Verbandsvorstandes Leopold Pochop in bescheidenem Rahmen im Kammermusiksaal sein 70jähriges Bestandsjubiläum. Die Festrede hält Obmann Alois Nagler. Die Organisation betrauert 54 Kollegen als Opfer des vierjährigen Krieges. Durch den Vertrag von St. Germain wird das steirische Unterland abgetrennt und die Druckorte Marburg, Cilli und Pettau fallen samt ihren langjährigen Kollegen an den neu gegründeten jugoslawischen Staat.

Der Katholische Preßverein erwirbt die Buchhandlung Ulrich Moser in der Grazer Herrengasse Nr. 23. Das Unternehmen besitzt nun Buchdruckereien in Graz und Judenburg, die Druckerei "Gutenberg", die Zeitungen das "Grazer Volksblatt", die "Kleine Zeitung" und die "Murtaler Zeitung", Verlage und Buchhandlungen sowie Filialen in Wien, Leibnitz und Mariazell. In der "Universitätsbuchdruckerei Styria" in Graz arbeiten 350 Arbeitskräfte auf 9 Setzmaschinen, 3 Rotationsmaschinen und 13 Flachdruckpressen.
Buchhandlung Ulrich Moser in der Herrengasse

Leykam betreibt einen Zeitungs- und Buchverlag, eine Buchhandlung und einen Drucksortenverlag. Die Offizin verfügt über eine Zeitungsabteilung  - sie druckt die "Tagespost" und die "Deutsche Grenzwacht" (Zeitung der Stradner Bauernwehren) -, eine Buchdruckerei und eine lithographische Abteilung. In Triest wird die Buch- und Kunstdruckerei Herrmanstorfer erworben. Die Schriftgießerei muss in den letzten beiden Jahren des ersten Weltkrieges überhaupt geschlossen, die Buchbinderei nur mit Kriegsgefangenen weiter geführt werden. Die gesamte Leykam-Belegschaft beträgt 400 Personen. 10 Setzmaschinen, 3 Rotationsmaschinen, 25 Buchdruckmaschinen, 5 Steindruckpressen und 15 Buchbindereimaschinen sind der Inventarbestand.

Handsetzerei und Rotation der Druckerei Leykam in der Zwischenkriegszeit


Die im Besitz der Deutschen Volkspartei befindliche "Deutsche Vereins-Druckerei und Verlags-Ges.m.b.H." druckt die Zeitung, das "Grazer Tagblatt" ("Organ der Deutschen Volkspartei für Alpenländer"), sowie zahlreiche Druckwerke im Zusammenhang  mit der Abtrennung der Untersteiermark.

Mit dem Kriegsende und dem Ende der Monarchie verliert die "Druckerei der k.k. Steiermärkischen Statthalterei" ihren bisherigen Namen und erhält nach Ausrufung der Republik den neuen Namen "Druckerei der Steiermärkischen Landesregierung".

1919
Umbenennung in "Städtische Amtsdruckerei Graz". Gemäß eines Gemeinderatsbeschlusses vom 31. Juli kommt es zur Herstellung des von der Stadtgemeinde Graz auszugebenden Papier-Notgeldes.

Der Inhaber der Druck- und Verlagsanstalt "Typographia Koschar & Co.", Vinzenz Muchitsch, wird Bürgermeister der Stadt Graz.

Gründung einer Klischeeanstalt durch Josef Rasteiger in Graz.

Am 1. April übergibt die Witwe von Adolf Pappermann die gleichnamige lithographische Anstalt an ihren Prokuristen Anton Böttger, der mit Karl Grettler eine OHG bildet. Die Firma trägt nun den Namen "Lithographische Kunstdruckereien Böttger & Grettler".

Ludwig Kunath wird Alleininhaber der gleichnamigen Druckerei.

Josef Daigl stellt das Judenburger Inseratenblatt "Obersteirischer Verkehrsanzeiger" auf ein unpolitisches Nachrichtenblatt um und tauft dieses auf den Namen "Murtaler Zeitung".

Leykam verkauft die Filiale in Triest.

1920
Namensänderung der Buchdruckerei "Joseph Agath" in der Grazer Bürgergasse Nr.14 durch dessen Sohn August Agath auf "August Gutenfeld".

Die "Steiermärkische Landeslithographie" und die "Städtische Amtsdruckerei" ("Grazer Städtische Steindruckerei") werden mit der Landesregierungsdruckerei in der Grazer Burg zusammen gelegt.

1921
Ab 1. Jänner führt die Landesregierungsdruckerei den Namen "Steiermärkische Landesdruckerei". Ihr Gesamtpersonalstand beträgt über 100 Personen.

1922
Die Styria erwirbt die Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung Anton Pustet in Salzburg, die Buchdruckerei Lutzenberger in Altötting sowie die Buchdruckerei Friedrich Reiß in Oberwarth samt der "Oberwarther Sonntagszeitung".

Im Dezember wird in Wien der Verband in den "Reichsverein der österreichischen Buchdruckerei- und Zeitungsarbeiter" umgewandelt und der steirische Verein als "Gau Steiermark" eingegliedert. Erster steirischer Obmann wird Anton Wagner.

1923
Komm.Rat Hans Gaißer wird zum neuen Gremialvorsitzenden gewählt.
Komm.Rat Hans Geißer, Vorsitzender des Gremiums für Buchdrucker und Schriftgießer.

Unter Beteiligung von Bund, Land und Stadt erfolgt die Gründung der "Steiermärkischen Landesdruckerei", in der die "k.k. Steiermärkische Gubernial- bzw. Statthaltereilithographie", die "Hausdruckerei der steiermärkischen Statthalterei", die "Grazer städtische Steindruckerei" bzw. die "Städtische Amtsdruckerei" und die "Steiermärkische Landeslithographie" zusammen gefasst sind.

1924
Der niederösterreichische  Romancier Franz Nabl ist Kulturredakteur am "Neuen Grazer Tagblatt".

Die Druckerei "Styria" (incl. "Gutenberg") nennt 300 Beschäftigte, 11 Setzmaschinen, 2 Rotationsmaschinen, 12 Schnellpressen, 5 Tiegel, 4 Rastriermaschinen und 26 Buchbindereimaschinen. Das "Grazer Volksblatt" erscheint mit neuem Kopf und 4spaltig sowie mit einem "6-Uhr-Blatt" als Abendausgabe und den Beilagen "Blätter für Heimatkunde" und "Illustrierte Woche".


Sitzungssaal, Handsetzerei, Maschinensaal und Rotationsmaschinen der "Styria" in der Schönaugasse 64
 

Die Buchdruckerei und Papierhandlung Josef Salesy mit der "Tauernpost" in Tamsweg wird ebenso wie die Kunstdruckerei "Horst" in der Mühltalerstraße 11 in Leoben (im Besitz einiger Wiener Herren) von der "Styria" übernommen. Bei letzterer erscheint, anfangs zweimal, später dreimal, wöchentlich die "Leobner Zeitung".

1925
Kauf des Druckreibetriebes Salesy in Knittelfeld samt dem dazu gehörigen Wochenblatt "Knittelfelder Zeitung" durch die "Styria". Zusätzlich wird die dortige Buch- und Papierhandlung "Styria" gegründet.

Leykam beginnt mit einem umfangreichen Umbauprogramm. Eine Tiefdruckabteilung mit zwei Maschinen wird eingerichtet, der Maschinenbetrieb von Gas auf Elektrizität umgestellt..

Hans Fenz wird Redakteur beim "Arbeiterwillen".

Der "Verein der Buchdruckereibesitzer in Steiermark" wird in den "Schutzverband" umgewandelt.

1926
Am 1. Jänner geht in Feldbach die "Oststeirische Volkszeitung" in den Besitz der "Styria" über. Auch die Druckerei Anton Bauer in Friesach mit der Zeitung "Der Metnitztaler" werden von der Styria gekauft.

Im Haus Reinisch in Köflach wird eine Filiale der Buchdruckerei Kriehuber eröffnet.

Am 28. Mai übernehmen die Brüder Josef und Ludwig Stiasny nach dem Tod des Firmengründers Heinrich Stiasny die Buchdruckerei und führen diese unter dem Namen "Heinrich Stiasnys Söhne" weiter. Bei 40 Mitarbeitern verfügte man über 4 Setzmaschinen und 9 Buchdruckmaschinen.

August Gutenfeld (eigentl. August Alexander Agath, der Sohn von Joseph Agath sen.) wählt nach dem Ausscheiden seines Kompagnons für seinen Betrieb in der Bürgergasse 14 in Graz den Namen "Druckerei Graphia".

Anton Böttger und Karl Grettler kaufen die lithographische Anstalt "Ernest Matthey Erben" in der Morellenfeldgasse 40.

1927
Das "Grazer Volksblatt" feiert sein 60jähriges Bestandsjubiläum.


Geistl.Rat Karl Schwechler (Chefred. 1899), stv. Chefred. Franz Ircher, Volksblatt-Auto, Gießerei und Rotationsmaschine.

Kollegentag auf der Seetaler Alm (1734m) bei Judenburg.

Erscheinen der ersten Nummer des Heimatblattes "Weststeirische Rundschau" in der Druckerei Sima in Deutschlandsberg.

Bei der Druckerei Schmerzeck in Bruck an der Mur Einführung des Setzmaschinenbetriebes auf einem Typograph. Erstmals erscheint das "Obersteirerblatt" bebildert (Nr. 77).

Josef Radinger installiert in seiner Mariazeller Druckerei zur Herstellung von Ansichtskarten die erste Tiefdruckabteilung der Steiermark. 

1928
Am 11. Jänner Übernahme der Druckerei Leopold Kriehubers in Voitsberg und Köflach nach dessen Tod durch seine Söhne Leopold, Viktor und Karl.

Leopold und Karl Kriehuber mit der Nr. 2 des Voitsberg-Köflacher Wochenblattes vom 14. Jänner 1928.

Die Druckerei Vogel in Leoben kommt in den Besitz der Firma Withoff & Remiger.

In Judenburg eröffnet eine zweite Druckerei.

Zu Pfingsten 80jähriges Gründungsjubiläum des Reichsvereines der österreichischen Buchdruckerei- und Zeitungsarbeiter im Gau Steiermark.

Am 28. Oktober schließen sich die Lithographen und Steindrucker dem Gremium der Buchdruckereiinhaber an, das ab nun den Namen "Gremium der Buch- und Steindrucker Steiermarks" trägt. Als Vorsteher fungiert Franz Pichler von der "Deutschen Vereinsdruckerei".

Hugo Schütz eröffnet eine photochemigraphische Kunstanstalt, die er zusammen mit Johann Rögner als die Firma "Schütz & Rögner" betreibt.

1929
Dr. Karl Maria Stepan (1933-38 Landeshauptmann der Steiermark), wird Generaldirektor des "Katholischen Preßvereines".


      Dr. Karl Maria Stepan                 Ehrenurkunde für 25 Beschäftigungsjahre

Am 2. März Überreichung der Ehrenurkunden an langjährige verdienstvolle Mitarbeiter (darunter auch Karl Elis mit 26 Beschäftigungsjahren) im Gutenbergsaal der Universitätsbuchdruckerei "Styria" durch Landeshauptmann Univ.Prof. Dr. Anton Rintelen

Josef Daigl übernimmt die Leitung der Buchdruckerei und Buchhandlung Styria sowie die Redaktion der "Murtaler Zeitung" in Judenburg.

1930
Herausgabe des Jahreskalenders "Koralm-Bote" durch die Druckerei "Sima".

Ankauf des "Alpina"-Verlages durch die Leykam.

Die "Deutsche Vereinsdruckerei" beschäftigt 200 Mitarbeiter, besitzt 6 Setzmaschinen, 3 Rotationsmaschinen, 10 Schnellpressen und 5 Tiegel. Sie zählt damit zu den größten Grazer Druckereien. Auch in Leoben besteht eine Filiale. Die Aktienmajorität ist an die Firma Kiesel in Salzburg über gegangen. Druckereileiter ist Franz Pichler.
Der Redaktionsstab der Styria-Blätter: Hasenhüttl, Dr. Maier (Sonntagsbote), Dietrich, Schaller, Hodum (Kleine Zeitung), Dr. Kelbitsch, Ing. Rauschenberger, Dr. Pater, stv. Chefred. Ircher, Chefred. Dr. Kohlbach (Volksblatt), Chefred. Kleindienst (Kleine Zeitung), Sekretärin.

Hans Roßmann übernimmt die Leitung des Vereines "Gau Steiermark", als Sekretär wirkt Feichtner. Der Buchdrucker-Radfahrerklub "Graphia" feiert sein 30jähriges Jubiläum.

1932
Übersiedelung der Druckerei Brunner von Bruck/Mur nach Maria Buch bei Judenburg.

Betriebserweiterung der Firma Schmerzeck in Bruck/Mur.

Die Firma "Alfred Wall" besitzt 5 Bogen- und 9 Flachform-Offsetmaschinen.

1934
Die Regierung nimmt den blutigen Aufstand der Arbeiterschaft als Anlass, die Freien Gewerkschaften aufzulösen und deren Vermögenschaften zu beschlagnahmen.

Die im Besitz der Sozialistischen Partei befindliche "Druck- und Verlagsanstalt Typographia" in der Mariengasse wird im Februar behördlich konfisziert und der Maschinenpark verkauft. Die Einstellung des "Arbeiterwillens" erzwungen.

Am 1. Oktober Auflösung der "Deutschen Vereinsdruckerei".

In Gleisdorf übernimmt im Oktober Eugen Zimmermann sen., der bereits 16 Jahre in Graz als Drucker gearbeitet hat, die stark verschuldete Druckerei Dokulil in der Neugasse. Neben dem Chef und seiner Frau Maria arbeiten ein Schriftsetzer, eine Einlegerin und ein Lehrling auf einer Buchdruckpresse aus dem Jahre 1850.

1935
Die Druckerei Zimmermann übersiedelt wegen Platzmangel in die Bürgergasse. Der erste Heidelberger-Druckautomat wird angeschafft.

An Stelle der aufgelösten Organisationen Gründung des Gewerkschaftsbundes durch den Staat. Errichtung des "Graphischen Zentralverbandes" in Wien sowie der Landesstelle Steiermark der "Gewerkschaft der Arbeiter in den graphischen Gewerben", die im Dezember über einen Mitgliederstand von 1371 Berufsangehörigen verfügt.

Karl und Hans Pontscha sowie Alois Oberbichler gründen am ehemaligen Standort der Buchdruckerei Franz Möderl, am Jakominplatz 17, die Buchdruckerei "Pontscha & Co." Im selben Jahr verlegen sie den Betrieb in die Griesgasse 40.

1936
Das Weizer Wochenblatt wird von den Behörden zur Einstellung gezwungen.

1937
Erwerb der Druckerei Haas in Weiz durch Alois Schodl aus Mistelbach in Niederösterreich.

25jähriges Wiegenfest der in der Styria Judenburg produzierten "Murtaler Zeitung".

Buchdruckerei Judenburg auf der Edelbastei 3  mit Direktor Josef Daigl und seinem 13-köpfigen Team.

Die erste Kärntner Ausgabe der "Kleinen Zeitung" wird in Graz gedruckt.

Im März wird die "Deutsche Vereinsdruckerei" liquidiert, das "Grazer Tagblatt" eingestellt.

1938
Unter dem nationalsozialistischen Regime Auflösung aller Organisationen samt deren Kapital und Realwerten und Eingliederung in die Deutsche Arbeitsfront (DAF).

Am 12. März Beschlagnahme der "Styria"-Betriebe durch die Gauleitung der NSDAP. Ein Stoßtrupp der SA besetzt die Redaktion der "Kleinen Zeitung" und die Räume der "Styria". Im Auftrag der gerade erst gebildeten Gauleitung präsentiert Franz Rothdeutsch seinen NSDAP-Kampfgenossen Dr. Manfred Jasser den einberufenen Redakteuren der "Kleinen Zeitung" und des "Volksblattes" als neuen kommissarischen Hauptschriftleiter für beide Blätter mit dem unmissverständlichen Hinweis: "Der Gauleiter persönlich hat Parteigenossen Jasser den Auftrag erteilt, von nun an für Ruhe und Ordnung im Betrieb zu sorgen. Seinen Anordnungen ist Folge zu leisten. Alles, was in Hinkunft in Druck gehen soll, muss ihm im Abzug vorgelegt werden." Über Nacht ist der 29jährige Jasser zum einflussreichsten Journalisten der Steiermark aufgestiegen (Anm.: 1990 erhält er für seine großen Verdienste um das Land Steiermark das großen Ehrenzeichen des Landes Steiermark !!!). Denn mit Ausnahme der beiden "Styria"-Blätter und der "Tagespost" lassen die steirischen NS-Kommissare unter Pg. Rudolf Pokorny alle Tageszeitungen einstellen. Die "Styria" erhält den Namen "Steirerdruck" und wird in den "Südostdeutschen Zeitungsverlag" mit Hauptsitz in München eingegliedert; der "Katholische Preßverein" wird beschlagnahmt und dem neu gegründeten "Preßverein Graz" mit Gauleiter Siegfried Uiberreither als Protektor einverleibt..

Erste Ausgabe der "Kleinen Zeitung" nach der Machtergreifung der Nazis vom 13. März 1938 in NS-Aufmachung.

Die "Druckerei- und Verlags-AG Leykam" (mit 400 Beschäftigten, 18 Setzmaschinen, je 2 Hochdruck- und Tiefdruckrotationen, 22 Schnellpressen, 3 Tiegeln, 37 Buchbindereimaschinen) wird in die parteipolitische Pressezentrale "N.S. Gauverlag und Druckerei Steiermark" umgewandelt. Treuhänder wird der steirische Gauleiter Dr. Siegfried Uiberreither. Die dort hergestellte "Tagespost" wird das offizielle Parteiorgan der NSDAP, Chefredakteur Dr. Max Zaversky gekündigt und mit 1. Juli Dr. Manfred Jasser zum Redaktionsleiter bestellt.

NS-Betriebsversammlung im Druckereikontor in der Stempfergasse 5

Weiterer Ausbau der Druckerei Khil in Graz unter Einbeziehung des Lichthofes sowie gänzlicher Erneuerung des Maschinenparks. Josef Khil Sohn übernimmt die Firma.

1939
Im März wird bei Leykam die "Montagszeitung mit Grazer Sportzeitung" aufgelassen.

Das "Grazer Volksblatt" muss über Weisung aus Berlin eingestellt werden.

1941
In Gleisdorf werden Eugen Zimmermann und sein Setzer zur Wehrmacht einberufen und der Betrieb muss bis 1948 still gelegt werden. Die Druckmaschinen werden von den Russen demontiert und abtransportiert.

Josef Khil jun. scheint als Alleininhaber der Buchdruckerei auf.

Verleihung der Buchdruckerei-Konzession an den Sohn von Hermann Schmerzeck für die im Gasthof Mörtl in Kapfenberg vorgesehene Filialdruckerei.

1942
Mit 1. Juli wird die "Südostdeutsche Zeitungsverlagsgesellschaft", der "Steirerdruck" ("Styria") und die "Kleine Zeitung" durch den  NS-Gauverlag  übernommen. Unter der Leitung reichsdeutscher Chefredakteure werden Personal sowie die wichtigsten Maschinen und Geräte  der ehemaligen "Styria" in die Stempfergasse übersiedelt und dort die ebenso wie die "Tagespost" in ein NS-Kampfblatt umgewandelte "Kleine Zeitung", die die Propaganda Hitlers verkünden, herausgegeben und gedruckt.

1943
Die "Südost-Druck Cilli Ges.m.b.H.", ein Tochterunternehmen des NS-Gauverlages, kauft am 1. Februar die "Verlags- und Druckanstalt Hermagoras" in Cilli.

1944
Alfred Wall II. übernimmt am 1. April die Flachdruckerei seines Vaters.
Alfred Wall sen.

Die ausgebombte Druckerei "Heinrich Stiasny's Söhne" wird von der Firma Khil aufgenommen und darf deren Druckmaschinen benützen.

In Judendorf-Straßengel wird für den Fall, dass der Grazer Raum militärisch nicht gehalten werden kann, im Kinosaal des Gasthauses Ertl ein Ausweichbetrieb des "NS-Gauverlages" eingerichtet, wo am 26. Oktober erstmals die "Tagespost" probeweise hergestellt wird.
Wegen der zusammenbrechenden Südostfront wird die vorher in Belgrad gedruckte "Donauzeitung" in der Stempfergasse heraus gegeben.
Am Allerheiligentag ein Bombentreffer während eines alliierten Luftangriffes im Verlagsgebäude Stempfergasse 3.
Im Dezember werden die Marburger Verlagsdruckerei und die Buchhandlungfiliale durch Luftangriffe stark beschädigt; die "Marburger Zeitung" und die "Neue Ordnung" werden in Graz weiter gedruckt.
Zur Behebung des Personalmangels werden dem Betrieb in der Stempfergasse hundert Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene zugewiesen.
Der Befehl Hitlers, Industrieanlagen zu zerstören, bevor sie in Feindeshand fielen, wird über Anordnung vom reichsdeutschen Betriebsführer Emil Heine derart durch geführt, dass aus jeder Maschine wichtige Bestandteile heraus genommen und geheim in Stübing vergraben werden. Bei Nichtbefolgung des Befehles droht Heine, den ganzen Betrieb von der SS in die Luft sprengen zu lassen.

1945
Am Morgen des 7. Mai setzen sich alle reichsdeutschen Führungsspitzen des "NS-Gauverlages" in Richtung Westen ab.

Die am 8. Mai einrückenden sowjetischen Truppen verbieten das Erscheinen der "Kleinen Zeitung". Dr. Karl Maria Stepan wird wieder Generaldirektor der "Styria".
Styria-Generaldirektor Dr. Karl Maria Stepan

Auf Grund des vorhandenen zyrillischen Letternmaterials bekommt die "NS-Gauverlagsdruckerei" viele Aufträge der russischen Besatzer. Betriebsdirektor Karl Fischer beschreibt die Situation: "Wir bekamen russische Bewachung, bestehend aus vier Mann, die sich Tag und Nacht im Betrieb aufhielten und dort auf Strohsäcken schliefen. Das Essen mußte ihnen vom Hotel Wiesler gebracht werden. Sie aßen rohe Zwiebeln in rauhen Mengen, und Erdäpfel schmeckten ihnen besser als das feinste Essen. Sie machten sich an unser weibliches Personal heran und bestellten für die Nacht fremde Weiber herein..." Am 10. Mai erscheint die "Grazer Volkszeitung" als Nachfolgerin der noch am 9. Mai als NS-Organ gedruckten "Tagespost". Der erste sowjetische Stadtkommandant Chawarow ändert ihren Namen in "Grazer antifaschistische Volkszeitung". Am 22. Juli erhält die "Verlag, Buchdruckerei und Buchhandel ehemals Leykam GmbH" wieder ihre alte Rechtsnorm. Der aus Mitgliedern der SPÖ eingesetzten Verwaltung gehörten Reinhold Machold, Franz Stockbauer und Karl Koschar , der frühere Druckereileiter der "Typographia" und des "Arbeiterwillens", an. Auf Beschluss des Betriebsrates wird der Betrieb entnazifiziert.

prov. Landeshauptmann Reinhard Machold, Geschäftsführer Franz Stockbauer

Im Juni wird das "Obersteirerblatt", das am 5. Mai zum letzten Mal erscheint, durch "Die Mürztaler Volksstimme" der Kommunistischen Partei ersetzt.

Zwei Tage nach dem Abzug der Russen gibt ab 25. Juli die britische Militärregierung als ihr Informationsorgan die "Neue Steirische Zeitung" heraus.
Auch der Druck der "Grazer Volkszeitung" wird fortgesetzt.

Ab 26. Oktober gestatten die Briten den politischen Parteien, wieder eigene Zeitungen heraus zu geben: Die "Tagespost" wird als die Grazer ÖVP-Tageszeitung das "Steirerblatt" wieder gegründet; ebenso das Wochenblatt der Sozialistischen Partei für Steiermark (der ehemalige "Arbeiterwille") als "Neue Zeit" und die "Wahrheit" der KPÖ; alle werden bei Leykam gedruckt. Gemäß dem Wahlergebnis wird die Auflagenhöhe mit 160000 für das "Steirerblatt", 140000 "Neue Zeit" und 35000 für die "Wahrheit" festgelegt.

Chefredakteur Dr. Helmut Schuster vom "Steirerblatt"  -  Die 1. Nummer der "Neuen Zeit" nach dem 2. Weltkrieg
 

In der Buchdruckerei Kriehuber erscheint die Heimatzeitung als "Weststeirische Volkszeitung" wieder, nachdem die Russen Voitsberg und die Engländer Köflach besetzt hatten und die Zeitung vorübergehend eingestellt werden musste. 

Die Leobner Druckerei von Withoff & Remiger wird von einer "kommissarischen Leitung" übernommen.

Gründung einer Verlagsdruckerei und des ersten steirischen Adressenverlages durch Wilfried Maria Brunner in Bruck an der Mur.

Am 2. Dezember Gründungsversammlung der steirischen Landesstelle der "Gewerkschaft der Arbeiter der graphischen und papierverarbeitenden Gewerbe", nachdem am 30. April von der sowjetischen Militärkommandantur die Bewilligung zur Registrierung des "Österreichischen Allgemeinen Gewerkschaftsbundes" erteilt wurde. Seit 1. August erscheint auch der "Vorwärts" wieder.  Der Mitgliederstand in der Steiermark beläuft sich auf 1117 KollegenInnen; Alois Nagler wird zum Obmann gewählt. 

1946
Auf Wunsch von Bruno Pittermann erscheint ab 1. Jänner unter Heinz Paller als erstem Chefredakteur die "Neuen Zeit" täglich. 

Am 1. April tritt Ernst Prichtzig die Nachfolge des verschollenen Kollegen Franz Feichter als Sekretär der steirischen Landesstelle der "Gewerkschaft der Arbeiter der graphischen und papierverarbeitenden Gewerbe" an. Landesobmann ist Alois Nagler, Gehilfenobmann Franz Wagner. Der Mitgliederstand ist auf 1840 angestiegen.

Der "Katholische Preßverein" wird unter öffentlicher Verwaltung wieder errichtet, die 1947 wieder aufgehoben wird. Die ursprüngliche Rechtslage ist damit wieder gegeben.

Die "Murtaler Zeitung" kommt wieder in den Besitz der "Styria" in Judenburg,  Hans Dichand wird ihr Chefredakteur und Herausgeber und sie erhält ihren ursprünglichen Namen, nachdem sie zuvor als "Murtaler Volkszeitung" der Parteien SPÖ, ÖVP und KPÖ produziert wurde.

1947
Hans Dichand ist außenpolitischer Redakteur beim "Steirerblatt" in Graz.

Der Volkswissenschaftler und gelernte Setzer Dr. Paul Struzl erwirbt vom Land Steiermark eine gebrauchte Rotaprint-Maschine und eröffnet unter dem Namen seines Schwiegervaters Franz Hacker ein Offsetvervielfältigungsunternehmen.

In der Jahreshauptversammlung der "Gewerkschaft der Arbeiter der graphischen und papierverarbeitenden Gewerbe" wird Franz Wagner als Obmann der Landesgruppe Steiermark wieder bestätigt. Der Mitgliederstand ist auf 2000 angewachsen und erstreckt sich auf 14 Ortsgruppen. Durch das Hinzukommen der Buchbinder, Kartonagewarenerzeuger, der Papierkonfektion, des Photogewerbes, der Natronfabrik Zeltweg und der Zeitungskolporteure müssen Fachausschüsse geschaffen werden. 

Entstehung der "Obersteirischen Druckerei- und Verlagsgesellschaft m.b.H.", deren Geschäftsanteile sich im Besitz der Familie Withoff befanden.

Am 1. Oktober übernimmt Hermann Schmerzeck in seinem einstigen Lehrbetrieb in Bruck/Mur die Stelle eines Direktors. Am 1. November übernmimmt die Betriebsleitung der ehemalige Brucker Lehrling und spätere Direktor der Berliner Reichdruckerei, Franz Helmberger.

1948
Die Landesstelle Steiermark der Graphischen Gewerkschaft feiert "Hundert Jahre steirische Buchdruckerorganisation". Unter den jubilierenden aktiven Kollegen: Karl Elis. Dem Landesausschuss gehören Obmann Franz Wagner, Stellvertreter Karl Schick, Kassier Gustav Pschaider, Schriftführer Johann Plienegger und Sekretär Ernst Prichtzig an. Als Fachgruppen bestehen Buchdrucker, Senefelder, Buchbinder, Papierverarbeitung, Photographen, Zeitungsausträger und Kolpoteure sowie Fremde Berufe.

Anfang März übersiedelt die Redaktion der "Wahrheit" von der Stempfergasse und vom Mehlplatz in die Druckerei des Österreichischen Volksverlages in die Lagergasse, wo am 3. März 1948 erstmals die Nr.53/4.Jahrgang hergestellt wird.
Volksverlag
tÖsterreichischer Volksverlag in der Lagergassezinvon

Nach langwierigen Verhandlungen mit den britischen Besatzern, die die Sowjets ablösen, kann die "Kleine Zeitung" zuerst als Wochenzeitung und ab Oktober wieder als Tageszeitung erscheinen, nachdem zuvor die "Steirische Zeitungs-, Druck- und Verlagsgesellschaft" (Leykam) der "Styria" die 1942 in die Stempfergasse transferierte Rotationsmaschine rückübermittelt hat.
Wiedererscheinen der "Kleinen Zeitung" am 26.9.1948

1949
Hans Dichand ist von 1949 bis 1954 Chefredakteur der "Kleinen Zeitung" für Graz und Klagenfurt.
Hans Dichand 

Am 1. Juli Kauf der in Bruck/Mur bei Schmerzeck gedruckten Zeitung durch die SPÖ und Umbenennung in "Obersteirische Volksstimme".

In Bad Aussee übernimmt nach Hans Fitzingers Tod Erwin Pessl die Druckerei mit 1 Setzmaschine, 1 Tiegel und 1 Schnellpresse.

In Graz gründet Dr. Paul Struzl einen Verlag und ändert den Namen seines Unternehmens auf "Akademische Druck- und Verlagsanstalt" (ADEVA). Sein Ziel ist es, vergriffene und im Krieg vernichtete wissenschaftliche und künstlerische Werke in originalgetreuen Nachahmungen (Faksimiles) vom ersten bis zum letzten Blatt originalgetreu zu reproduzieren. Überaus wichtig dafür ist die persönliche Verbindung des Verlegers zum Vatikan, in dessen Bibliothek er zwei Jahre lang Handschriften studiert. 

Otto Dechant gründet eine Klischee-, Offset- und Tiefdruckreproduktionsanstalt.

1950
Die Druckerei und Verwaltung der "Akademischen Druck- und Verlagsanstalt" werden im ehemaligen Speisesaal des Bischöflichen Ordinariats in der Canerigasse etabliert.

Die Innung der graphischen Gewerbe wählt Zentraldirektor Josef Kramer zum Innungsmeister sowie Anton Böttger und Kammerrat Johann Wallig zu seinen Stellvertretern.

Landesinnungsmeister Josef Kramer, Zentraldirektor des Katholischen Preßvereins

Gründung der "Fachgruppe der Maschinensetzer und Zeitungsarbeiter". Erster Obmann wird Johann Plienegger.

Am 29. November stirbt Karl Kriehuber.

1951
In Kapfenberg, in der Grazer Straße 18, Errichtung der als "Mürztaler Buchdruckerei" geführten und von der Hauptfirma in Bruck/Mur ausgestatteten Druckerei Schmerzeck. Mit der Leitung wird Theodor Perkhofer aus Reutte in Tirol betraut.

Am 27. Jänner offizielle Umwandlung der SPÖ-nahen "Steirischen Zeitungs-, Druck- und Verlags-GmbH" in die "Leykam Druckerei- und Verlags-Aktiengesellschaft". Neben der "Neuen Zeit" wird das am 1. Oktober in "Süd-Ost-Tagespost"  umbenannte "Steirerblatt" und die "Sonntagspost" für den "Österreichischen Verlag" der ÖVP gedruckt.

Lithographische Kunst- und Steindruckerei "Alpengraphik Fischer & Rögner" in der Grazbachgasse 21-23 in Graz.

1952
Übersiedelung der Buchdruckerei Schodl in Weiz in die Schießstattgasse, die heutige Kapruner-Generator-Straße.

In Graz übersiedelt die "Akademische Druck- und Verlagsanstalt" in das Palais Herberstein in der Leonhardstraße.

Übernahme der Druckerei "Graphia" in der Grazer Bürgergasse von August Gutenfelds Tochter, Marlis Ragossnig, die die Stein- und Buchdruckerei erlernt hatte, nachdem ihre beiden Brüder im Krieg verstorben waren. Zusammen mit ihrem Gatten DI Hermann Ragossnig baut sie den 1944 durch Bombentreffer stark beschädigten Betrieb wieder auf. Während die Steindruckerei aufgelassen wird, wird die Buchdruckerei ausgebaut.

Gustav Fischer jun. folgt seinem Vater als Inhaber der lithographischen Anstalt "Alpengraphik" (vorher Firma "Gustav Fischer, vorm. E. Presuhn") in der Bienengasse 29 nach.

1953
Gründung des Verlages "Styria" in Köln. Auch in Kärnten kann das Unternehmen Fuß fassen.

14 Bände der Reihe "Steirische Autoren", hrsg. v. Otto Hofmann-Wellenhof, erscheinen bei Stiasny.

Karl Friedrich, Direktor der größten Buchdruckerei in Marburg, wird neuer Leiter der Druckerei in Bruck/Mur.

1954
Neuerliche Namensänderung des Brucker Ortsblattes in "Der Obersteirer".

Otto Schönherr von der "Presse" aus Wien wird neuer Chefredakteur der "Kleinen Zeitung". Für Kärnten gibt es eine selbständige Ausgabe der "Kleinen Zeitung".
Chefredakteur Otto Schönherr

Eigene Verlagsproduktion der "Akademischen Druck- und Verlagsanstalt" mit dem ersten großen Werk "Glossarium mediae et infimae latinitatis".

1955
Unter dem neuen Zentraldirektor Dr. Oswald Elleberger Fusion der drei Gesellschaften "Leykam AG", "Steirischen Zeitungs-, Druck- und Verlags-GmbH" und "Neue Zeit Gesellschaftsfahrten GmbH" mit folgenden Geschäftszweigen: Buchdruckerei, Buch-, Zeitschriften- und Kalenderverlage, Buch- und Papierhandlungen in Graz, Kapfenberg und Leoben, Tageszeitung "Neue Zeit" und Wochenzeitung "Der Obersteirer". 

Die "Weststeirische Volkszeitung" feiert ihr 50jähriges Bestehen.

1957
Zentraldirektor und Landesinnungsmeister Josef Kramer wird Landesgruppenobmann des Hauptverbandes der graphischen Unternehmungen Österreichs.

1958
Die "Akademische Druck- und Verlagsanstalt" übersiedelt in die Auersperggasse 12.

Am 17. Februar gründet Rudolf Krasser Am Unteren Platz in Deutschlandsberg mit einem Liberty-Tiegel die "Koralpendruckerei" und beginnt mit einem Lehrling die Arbeit.

Der Landesstellenausschuss der Gewerkschaft mit Obmann Franz Pachlhofer und Ernst Prichtzig vom Graphischen Bildungsverband.
  

1959
Der Salzburger Kurt Muthspiel wird nach Josef Posch zum Direktor, der damals zur "Styria" gehörenden Druckerei in Judenburg bestellt und übernimmt gleichzeitig auch die Leitung der "Murtaler Zeitung". Die Zeitung wird auf einer Augsburger-Stoppzylinderpresse gedruckt.
Kurt Muthspiel

Die Geschicke der Druckerei Khil werden vom Enkelsohn des Firmengründers, Othmar Josef Khil, übernommen. In den finanziellen Bereichen wird er zuerst von seiner Mutter Franziska, später von  seiner Frau Viktoria unterstützt.

1960
Für die Wahlperiode der Landesinnung der Landesinnung für graphische Gewerbe wird Anton Böttger zum Innungsmeister gewählt. Ab 13. Juli übernimmt Eugen Zimmermann aus Gleisdorf dieses Amt. Seine Stellvertreter sind Ottokar Destaller und Leopold Kriehuber.

Am 15. Februar Überreichung der Ehrenmedaillen an langjährige Mitarbeiter (darunter Bronzemedaille an Karl Elis für 57-jährige Betriebangehörigkeit) des Katholischen Pressvereines durch Bischof Dr. Josef Schoiswohl im Hubertusaal des Brauhauses Puntigam.
Dr. Fritz Csoklich wird Chefredakteur der "Kleinen Zeitung" und bleibt dies bis 1994.
Dr. Fritz Csoklich

Die Firma Wall erweitert das Produktionsprogramm mit dem Rotationstiefdruck.

Die Druckerei Zimmermann in Gleisdorf, in der auch bereits Eugen Zimmermann jun. mit seiner Frau Inge tätig ist, übersiedelt mit 6 Beschäftigten in die Gartengasse.

In Deutschlandsberg übernimmt der Sohn Walter Sima den väterlichen Betrieb.

Der Koralpendruckerei wird ein Papierwarengeschäft und eine Buchhandlung angeschlossen.

In Bruck an der Mur feiert die Buchdruckerei Schmerzeck & Co. ihr 140jähriges Bestehen. Nach dem Tod von KR Hermann Schmerzeck wird die Druckerei in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt.

                             Maschinensaal und Personal der Buchdruckerei und des Verlages Hermann Schmerzeck & Co.

1961
Neuer Geschäftsführer der Druckerei "Graphia" in Graz wird der älteste Sohn von Matlis Ragossnig, Gert Ragossnig.

Auf Grund der auf 80 Mitarbeiter angewachsenen Beschäftigtenzahl übersiedelt die "Akademische Druck- und Verlagsanstalt" in das neu erworbene Gebäude in der Monsbergergasse 5. Mit der Ausgabe des "Sacramentarium Leonianum" wird die weltweit umfangreichste Faksimilereihe begründet.

Josef Khils Witwe Franziska übernimmt die Druckerei.

1962
In Weiz übernimmt und erweiter Alois Schodl jun. den Betrieb.

Die Druckerei Khil in Graz stellt auf Setzmaschinenbetrieb um und druckt Periodika.

1963
Aufstellung der ersten TTS-Anlage in der "Universitätsbuchdruckerei Styria" in Graz. Max Mayr wird in der "Kleinen Zeitung" "Chef vom Dienst".
Max Mayr

Rudolf Pontscha, Sohn von Karl Pontscha, übersiedelt die Druckerei in die Mondscheingasse 12 und erweitert den Betrieb mit einem Papiergroßhandel.

1964
Die neu erbaute Druckerei-Großhalle der "Styria" wird zum 60-Jahr-Jubiläum der "Kleinen Zeitung" in der Schönaugasse 64 in Graz eröffnet.

Lagemodell der "Styria" Großraumhalle v.l. Maschinsetzerei, Stereotypie, Rotationsdruck, Setzerei, Druckerei, Buchbinderei. Landeshauptmann Krainer mit Teuschler und Koren. Die Setzerei-Faktoren Kieberl und Prinik sowie der Druck-Faktor Morautschnig.

Fertigstellung des zweigeschossigen Druckereigebäudes der "Leykam AG" im Hof der Stempfergasse 7.

In der "Akademischen Druck- und Verlagsanstalt" erscheinen die ersten Faksimileausgaben, darunter das bisher größte, jemals veröffentlichte Faksimile der "Wiener Dioscurides".

Die Druckerei "Stiasny" ist personell in der Person des Verlagsleiters Gerhard Zerling mit dem Verlag verbunden. Im Betrieb, der die Taschenbuchreihe "Das österreichische Wort" herausgibt, arbeiten 112 Personen.

1965
Eugen Zimmermann wird zum Innungsmeister, Ottokar Destaller und Rudolf Pontscha zu seinen Stellvertretern gewählt.

Am 28. Mai Umbenennung der Landesstelle Steiermark der "Gewerkschaft der Arbeiter der graphischen und papierverarbeitenden Gewerbe" auf "Gewerkschaft Druck und Papier".

Ehrung für Obermaschinenmeister Ferdinand Roth, der am 15. Juli 1915 in der Buchdruckerei Styria als Lehrling begann und seither - mit Ausnahme zweier Unterbrechungen während der beiden Weltkriege - ein halbes Jahrhundert ununterbrochen im Betrieb tätig ist.
                                                                    Obermaschinenmeister Ferdinand Roth (Styria)

Othmar Khil, Franziskas Sohn, übernimmt die Druckerei in der Neutorgasse.

Der Buchdrucker Ernst Ploetz aus Wolfsberg betreibt am Standort Fischer in der Bienengasse 29 und in der Hartiggasse 4 die "Grazer Druckerei".

Übernahme der Geschäftsanteile der "Obersteirischen Druckerei" in Leoben durch Hans Jell und Franz Kollmann.

In Bad Radkersburg erwirbt Ernst Huallenz von der Witwe die Firma Semlitsch und nennt diese "Grenzlanddruckerei".

1966
In Gleisdorf übernimmt Eugen Zimmermann jun. die Druckerei und erweitert diese um eine 400m² große Halle.

Viergeschossiger Neubau der "Koralpendruckerei" in Deutschlandsberg mit der Installierung des Offsetdruckverfahrens sowie der Errichtung einer Filiale mit dazu gehörigem Einkaufszentrum. Die Belegschaft ist auf 38 Personen angestiegen.

Der Grafische Großbetrieb Alfred Wall verlegt seine Produktionstätte auf ein 90000m² großes Areal am Grillweg in Straßgang. Die Beschäftigungszahl steigt bis auf 720. Man erzeugt im Offset- und Siebdruckverfahren Verpackungsmaterial, Folien, Werbedrucksorten, Etiketten und Kunstdrucke.

Walter Slaje wird neuer Landesobmann der "Gewerkschaft Druck und Papier".

1967
Im Februar Inbetriebnahme der modernsten Zeitungs-Rotationsmaschine Österreich bei Leykam im Gesamtwert von 16,5 Millionen Schilling.

In der Druckerei Schmerzeck & Co. wird der Offsetdruck eingeführt. 

1968
Am 3. Februar Inbetriebnahme des Druckerei-Neubaues der "Styria" in Judenburg mit neuer Setzereieinrichtung, einer Linotype, einem Ganzbogen-Zylinder und einer Falzmaschine.

Eröffnungsfeier mit Dir. Muthspiel, Generaldirektor Dr. Stepan und Weihbischof Dr. Pietsch

Die Wochenzeitungen "Wiener Montag" und "Grazer Montag" werden durch die "Styria" in Graz gekauft. Neuer Generaldirektor wird Dr. Hanns Sassmann, neuer Verlagsdirektor Julius Kainz.

Am 7.10.1968 erscheint der "Grazer Montag" erstmals als Montagsausgabe der Kleinen Zeitung im Großformat -
Dr. Hanns Sassmann und Julius Kainz
 

Bei Leykam wird Offsetverfahren und eine Chemigraphie eingerichtet.

Der Landesstellenausschuss der Gewerkschaft unter Obmann Walter Slaje.

u.a. Martin Stark, Walter Slaje, Ernst Prichtzig, Orthuber, Hermann Fischer, Johann Breithofer, Christine Gärtner, Gottfried Pauritsch

Die Druckerei Stiasny, ein Grazer Mittelbetrieb, wird geschlossen.

1969
Mit 1. Jänner erhalten Chefredakteur Josef Riedler und Willibald Hochstrasser die Gesamtprokura der Firma Leykam. Landesrat Adalbert Sebastian folgt 1970 LHStv. Hofrat DDr. Alfred Schachner-Blazizek als Aufsichtsratvorsitzender nach.

Auf Grund einer Schmiergeldaffaire und eines Brandes in der Druckerei von  Stiasny begeht Gerhard Zerlin zusammen mit seiner Frau Selbstmord. Die Firma muss Konkurs anmelden und wird aufgelöst.

Schließung des Druckereibetriebes "Kunath" in Graz.

Die "Styria" feiert am 22. November im Brauhaus Puntigam den Geburtstag "100 Jahre Druck- und Verlagshaus". Generaldirektor Dr. Sassmann überreicht dem ältesten Buchdrucker der Steiermark, dem Styrianer Wilhelm Jelinek, zu seinem 94. Geburtstag eine Armbanduhr.
In Universitätsnähe eröffnet die "Styria" die Buchhandlung "bücher-box".
In Bruck an der Mur wird als erste Stufe eines systematischen Ausbaus der regionalen Berichterstattung der "Kleinen Zeitung" eine Außenstelle der Redaktion gegründet.

Die "Akademischen Druck- und Verlagsanstalt" richtet am Neufeldweg Buchlager, Expedit und eine Buchbinderei ein.

1970
Völlige Neugestaltung der "Steiermärkischen Landesdruckerei" unter Hofrat Dr. Karl Maitz.

Martin Stark übernimmt von Walter Slaje die Funktion des Landesobmannes der Gewerkschaft.

  Zentralobmann Arnold Steiner mit Martin Stark und Walter Slaje. Die Fachgruppe der Buchbinder unter Obmann Alois Konrad.

Die Grazer Druckerei "Globus" wird geschlossen.

Rudolf Pontscha wird zum neuen Innungsmeister gewählt. Seine Stellverteter sind Ottokar Destaller und Hans Köck aus Fürstenfeld.
Folgende Druckereien bestehen in der Steiermark: Bad Aussee: Pessl; Bruck: Schmerzeck; Deutschlandsberg: Koralpendruckerei, Sima; Feldbach: Prenner; Fürstenfeld: Köck; Gleisdorf: Zimmermann; Graz: Agath, Bauer, Dechant, Dorrong, Graphia, Grazer Druckerei, Gutenberg, Khil, Kurz, Landesdruckerei, Leykam, Martellanz, Neumann, Peisser, Pontscha, Rasteiger, Rögner, Styria, Vavra, Wall; Gröbming: Wallig; Hartberg: Schönwetter; Judenburg: Feilhauer, Styria; Knittelfeld: Gutenberghaus; Leibnitz: Cäsar; Leoben: Horst, Obersteirische Druckerei; Liezen: Bendl; Mariazell: Radinger; Murau: Helfer; Mürzzuschlag: Studio-Druck; Radkersburg: Huallenz; Rottenmann: Schöffl; Trofaiach: Wollein; Voitsberg: Kriehuber; Weiz: Schodl, Klampfer.
Die Führung der Landesinnung der Buchbinder, Kartonagewaren- und Etuierzeuger übernimmt Franz Kuntner, der in den Jahren 1925 bis 1928 dieses Handwerk im elterlichen Betrieb erlernt hatte.
Franz Kuntner, Innungsmeister der Buchbinder  

Die "Kleine Zeitung" verfügt über eine eigene Betriebs-Fussballmannschaft

Bekannte Namen im "Kleine-Zeitung-Team": Treffkorn, Vollmann, Elis, Sauer, Mitterbacher ...

1972
Mit 1. Februar tritt Dkfm. Mag. Dr. Kurt Oktabetz als Vorsitzender des Vorstandes der Leykam AG neu in das Unternehmen ein.
In Liezen wird eine Buchhandlungsfiliale eröffnet.

Vorstand der Leykam AG: Josef Riedler, Dkfm.Dr. Kurt Oktabetz, Willibald Hochstrasser

Am 1. März übernimmt Erich Stingl von Ernst Prichtzig das Sekretariat der Landesstelle der Gewerkschaft.

Durch Gert Ragossnig Ausweitung und Modernisierung der Druckerei "Graphia" in Graz. Offsetdruck, Fotosatz, Reproduktionsfotographie sowie Stereotypie, Klischeeherstellung und Fotokopie werden hinzu genommen..

Die Druckerei Khil kauft im August eine Halbbogen-Offsetmaschine und eine Falzmaschine.

Am 1. Oktober erscheint erstmals die "Kronenzeitung" als Steiermark-Ausgabe.

Die Obersteirische Druckerei etabliert am Leobner Lerchenfeld eine neue moderne Buch- und Offsetdruckerei.

Am 14. Oktober findet in Deutschlandsberg der "1. Steirische Druckertag" statt.

Die Koralpendruckerei erzeugt als erstes Unternehmen in Österreich hygienisch verpackte Zahnstocher.

1973
Am 20. Jänner stirbt der Gründer der "Akademischen Druck- und Verlagsanstalt" Dr. Paul Struzl. Verlagsdirektor Hans Koegeler übernimmt die Gesamtleitung.

In Graz wird die "Fotosatzzentrum Süd-Ost Ges.m.b.H." in der Stempfergasse 8 gegründet.

In Bad Aussee übernimmt Walter Pretl die Buchdruckerei, der auch in Ottensheim in Oberösterreich eine Druckerei besitzt.

Neubau einer modernen Buch- und Offsetdruckerei für die "Obersteirische Druckerei" am Leobner Lerchenfeld.

"2. Steirischer Druckertag" am 6. Oktober in Weiz.

Am 24. November 125jähriges Bestandsjubiläum der Gewerkschaft Druck und Papier.

1974
Übersiedelung der  "Akademischen Druck- und Verlagsanstalt" mit allen technischen Abteilungen in den Neubau am Neufeldweg 75. Das Unternehmen wird weltweit gesehen zum größten Faksimileproduzenten und beschäftigt 100 Mitarbeiter.
Ingeborg Psalter, um 1200, Nordfrankreich, heute: Chantily, Musée Condé

Gründung des "Schnelldruckzentrums Glacis" in der Glacisstraße 23 in Graz.

Vom 4. bis zum 6. Oktober findet in Mariazell der "3. Steirische Druckertag" statt.

Druckertage in Mariazell und Bad Gleichenberg: Innungsmeister Pontscha mit seinen Stellvertretern Krasser und Köck

1975
Vom 19. bis zum 21. September wird in Bad Gleichenberg der "4. Steirische Druckertag" abgehalten, bei dem Sektionsobmannstellvertreter Kammerrat Rudolf Pontscha als Innungsmeister wieder gewählt wird. Seine Stellverteter sind Gemeinderat Hans Köck aus Fürstenfeld und Rudolf Krasser aus Deutschlandsberg. Weiters gehören zum Innungsausschuss: Ing. Helga Böhm aus Leibnitz, Ferdinand Jost aus Liezen, Landtagsabgeordneter Franz Kollmann aus Leoben, Heinz-Robert Peisser und Gert Ragossnig aus Graz sowie Julius Schönwetter aus Hartberg und Eugen Zimmermann aus Gleisdorf. Der Vorstand des Hauptverbandes der graphischen Unternehmungen Östereichs der Landesgruppe Steiermark wird durch Obmann KR Rudolf Pontscha und seine beiden Stellverteter GR Hans Köck und Dkfm.Mag.Dr. Kurt Oktabetz gebildet.

Die Akademische Druck- und Verlagsanstalt (ADEVA) feiert ihr 25jähriges Bestehen.

Dr. Manfred Kramer von der ADEVA präsentiert die Faksimileausgabe der 1390 entstandenen Wenzelsbibel dem Geschäftsleiter der Buchhandlung Styria, Paul Klement
 

1976
Der Firma "Leykam AG" wird der Titel "Universitätbuchdruckerei" verliehen.
Maschinensaal der Großdruckerei Leykam AG in der Stempfergasse

Erich Mlakar wird in der Styria-Judenburg Nachfolger von Kurt Muthspiel, der seinerseits als Technischer Direktor in die Styria nach Graz wechselt.

Weitere Vergrößerung der "Koralpendruckerei" in Deutschlandsberg und Aufstellung der ersten Zahnstocherverpackungsmaschine in Österreich.

Ebenfalls in Deutschlandsberg kommt es zur Betriebsübernahme der Druckerei Sima durch die Töchter Annemarie Aigner und Waltraud Weisi.

In Weiz übergibt Alois Schodl den Betrieb an seine Tochter Dr. et Mag. Barbara Schodl.

8. bis 10. Oktober "5. Steirischer Druckertag" in Söchau.

1977
Umschulungskurs vom "Hoch- auf den Flachdruck" in der Druckerei "Styria" in Judenburg.

"6. Steirischer Druckertag" vom 7. - 9. Oktober in Deutschlandsberg.

Die Koralpendruckerei eröffnet eine weitere Filiale in Groß St. Florian.

1978
Die "Universitätsbuchdruckerei und Grafischen Industrie Leykam AG" übersiedelt aus der Stempfergasse in die neue 18000 m² große Produktionsstätte, in der Ankerstraße in Straßgang. Die alte Satztechnik auf Bleisetzmaschinen muss der elektronischen Textverarbeitung auf einer computergesteuerten Lichtsatz-Großanlage weichen.
Leykam Standort Ankerstraße

Betriebsfußballturnier der graphischen Betriebe Steiermarks. In der Finalbegegnung gewinnt die Mannschaft von FC-Wall gegen die Wall-Senioren mit 4:2.

Betriebssportverein Wall: Siegerehrung des 5. Riesentorlaufes des FC-Wall auf der Wiedneralm - Fußballteam der Wall-Senioren

Ab 1. Juli alleinige Leitung des Unternehmens Kriehuber in Voitsberg und Köflach durch Karl Kriehuber jun. Neueinrichtung der Handsetzerei, Stereotypie, Ankauf einer Zeitungsdruckmaschine für die "Weststeirische Volkszeitung", die 1979 ihr 75jähriges Bestehen feiert, sowie einer Falz- und Schneidemaschine.

1979
Die Druckerei Zimmermann in Gleisdorf wird als Ges.m.b.H. geführt. Gesellschafter sind Eugen und Inge Zimmermann, deren Sohn Klaus und die Gattin des Firmengründers, Maria Zimmermann. Zum eingeführten Fotosatz wird eine 4-Farben-Heidelberger-Speedmaster aufgestellt.

"8. Steirischer Druckertag" vom 12 bis 14. Oktober in Semriach.

1980
Anlässlich seines 60. Geburtstages erhält im April Landesinnungsmeisterstellvertreter Hans Köck die Ehrenbürgerschaft der Stadt Fürstenfeld.
Innungsmeisterstv. Hans Köck

Festakt anlässlich des 75jährigen Bestandes der "Weststeirischen Volkszeitung" am 13. Juni im Buchdruckereiunternehmen Karl Kriehuber in Voitsberg.

Ehrenurkunde für Karl Kriehuber - v.l.: Agnes Tutz, geb. Kriehuber, Senior Viktor Kriehuber mit Gattin, Wolfgang Kriehuber      

Generellen Umstellung des Layouts der "Kleinen Zeitung".
Kleine Zeitung vom 2.4.1980 im neuen Outfit

Am Freitag, dem 21. November, findet wie alljährlich im Brauhaus Puntigam der "Styria"-Betriebsabend statt. Generaldirektor Dr. Sassmann nimmt die Ehrung zahlreicher Jubilare für ihre Ausdauer und Treue zum Betrieb vor: Johann Kren, Manfred Krug, Helmut Oman, Stefan Buschbacher, Anton Semlitsch und Josefa Pinder. Kulturredakteur Karl Hans Haysen hält die Laudatio: "Mir ist die Ehre widerfahren, daß ich im Namen meiner Kollegen dem Herrn Generaldirektor die Rosen des Dankes überreichen darf. Des Dankes für dieses wertvolle Geschenk, das für 25 Jahre Arbeit in der Styria verliehen wird. Liebe ist ein Ring, ein Ring, der hat kein Ende. 25 Jahre im Leben eines Menschen können viel sein und wenig, 25 Jahre aber im selben Betrieb tätig sein, ist sicher viel. Freunde kann man sich aussuchen, Kollegen nicht. Und so reicht die die breite Palette einer 25jährigen Tätigkeit von der Trägheit, der Bequemlichkeit, des nicht Abgeworbenwerdens bis zur Treue, bis zum Idealismus. Wenn ich die Jubilare des heurigen Jahres betrachte, kann ich erfreut feststellen, daß sie von der Treue zur Styria bis zum Idealismus bestimmt wurden. Un dies in keiner leichten Zeit, denn die Entwicklung der neuen Technologien scheint schneller vor sich zu gehen, als man noch bis vor kurzem glaubte. GD Sassmann hat, wie viele sogenannte Fachleute immer wieder bemängelten, volkswirtschaftlich gesehen, antizyklisch gearbeitet und damit recht behalten, denn der Leser wünscht von der "Kleinen Zeitung" ein gutes, gut lesbares und pünktlich erscheinendes Produkt."  

Dezentralisierung der "Leykam AG" in sechs einzelne Geschäftsbereiche: Druckerei, Zeitungsverlag, Buchverlag, Buchhandlung, Alpina und "Media-Süd-Ost" mit der Video-Produktionsfirma "pre tv".
Einführung des Lichtsatzes im gesamten Druckereibereich.

"35. Ordentliche Hauptversammlung" der Landesgruppe Steiermark des Hauptverbandes der graphischen Unternehmungen Österreichs in Schladming.

100-Jahr-Jubiläum der Druckerei "Graphia" in der Bürgergasse in Graz.

Die Siebdruckerei "Arian" in Wünschendorf bei Gleisdorf vergrößert den Betrieb auf 1300m² und installiert zusätzlich 2 Siebdruckautomaten.

1981
"9 Steirischer Druckertag" in Hartberg.

1982
Dr. Gerfried Sperl wechselt von der "Kleinen Zeitung" zur Grazer "Südost Tagespost" und wird deren Chefredakteur und setzt als Ur-Ur-Enkel des ersten Tagespost-Chefredakteurs somit die Familientradition fort.
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Dr. Gerfried Sperl

Nach dem Tod von Alfred Wall II. übernehmen seine Söhne Mag. Alfred Wall III. und Dr. Georg Wall den grafischen Großbetrieb mit 400 Mitarbeitern, der sich auf den Großoffsetdruck und die Verpackungsindustrie spezialisiert hat. Investitionen im Offset- und Tiefdruck sowie in die Reproduktion und Zylinderherstellung.

Mag. Alfred Wall jun. & Dr. Georg Wall, Inhaber des Grafischen Großbetriebes Alfred Wall am Grillweg 3 in Graz.

Die Landesdruckerei hält bei 85 Beschäftigten und meldet 3 Blei- und 3 Fotosetzmaschinen sowie 8 Buch- und 7 Offsetdruckmaschinen.

1983
Das erste Farbbild erscheint auf der Titelseite der "Kleinen Zeitung".
Am 3.7.1983 wird die "Kleine Zeitung" farbig

Einweihung der neuen Betriebsstätte von "Reproteam" in der Jauerburggasse in Graz durch Univ.Prof. Dr. Trummer und GD Dr. Sassmann.

Gründung der Firma "Typographic" durch Werner Koch in der Münzgrabenstraße 53.

1984
Dr. Manfred Kramer und der Sohn des Gründers, Dr. Michael Struzl, setzen die Arbeit der "Akademischen Druck- und Verlagsanstalt" fort.

Von den steirischen Vereinen für behinderte Kinder wird die Firma "Reha-Druck" ins Leben gerufen.

Gründung der Druckerei Rettenbacher in Schladming, im aufgelassenen Vasold-Großmarkt in der Siedergasse 89
Franz Rettenbacher und Willi Hochmann

50-Jahr-Feier der Druckerei Zimmermann in Gleisdorf. 24 Mitarbeiter sind beschäftigt, an technischen Geräten stehen 1 Fotosatzanlage, 1 Setzmaschine, 4 Buchdruckpressen, 3 Offset-Druckmaschinen, Reprokameras, Falz- und Schneidemaschinen und 1 Klebebinder im Einsatz.

1985
Alfred Stingl, gelernter Schriftsetzer, Metteur und Korrektor sowie Bildungssekretär der SPÖ Steiermark, wird am 10. Jänner Grazer Bürgermeister.

Zum 400jährigen Bestehen der Firma Leykam Inbetriebnahme einer Rollenoffsetmaschine im März.
Am 19. April erste Ausgabe der "Neuen Zeit" im Kleinformat.
Festveranstaltung am 14. November in der Grazer Oper mit Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger.

  Leykam-Stammhaus Stempfergasse  -  "Neue Zeit" im handlichen Kleinformat  -  Leykam-Papierfabrik Gratkorn

1986
Die "Süd-Ost Tagespost" feiert am 28. Februar ihr 130-Jahr-Jubiläum.
Chefredakteur ist Dr. Sperl, sein Stellvertreter Dr. Harbich, Kirchengast leitet das Außenressort, Schwarz die Lokalredaktion, Spitzka die Wirtschaftsredaktion, Prof. Arnold die Kultur, das Regionalressort Schmidt, Sportchef ist Pennitz und Mag. Glettler ist für das Panorama verantwortlich.

Die Einzelfirma "Khil" wird in die "Druckerei Khil Ges.m.b.H." umgewandelt, in der der älteste Sohn Wolfgang Khil in vierter Generation die Leitung des Betriebes übernimmt. Die Firma verfügt über ein kleines privates Druckmuseum, in dem Maschinen und Gerätschaften bis zurück ins 16. Jahrhundert ausgestellt sind.

Dr. Karlpeter Elis, der in der Universitätbuchdruckerei Styria das Buchdrucker-Handwerk erlernt sowie an der Universität Graz das Studium aus Kunstgeschichte absolviert hat, wird am 1. August in Graz zum Direktor der Berufsschule für grafische Lehrberufe in der Steiermark bestellt.
Direktor Dr. Karlpeter Elis

1987
Die Firma Wall wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Alfred Wall AG verfügt über ein Bildverarbeitungssystem, eine Zylinderherstellung, 32 Offsetmaschinen, fünf Stanzautomaten, einen Bogentiefdruck, zwei Tiefdruckrotationsmaschinen sowie einen Siebdruck.

Die "Süd-Ost Tagespost" wird am 31. März eingestellt.

1989
Gründung der Firma Print & Art in Graz, die sich auf die Reproduktion wertvoller Handschriften spezialisiert.

Eröffnung des Styria-Druckerei-Neubaues am Murtaler Platz 1 in Judenburg am 14. April.
Belegschaft der Styria Judenburg 1989

1990
Mit einem Festakt in der Handelskammer Bruck/Mur feiern die Brüder Gerhard und Hermann Schmerzeck den 100 Geburtstag ihres Druck- und Verlagshauses.
Geschäftsführer Gerhard Schmerzeck.

1992
Eröffnung des Styria-Druckzentrums in Graz-Messendorf.

Neuer Firmensitz der Schladminger Druckerei Rettenbacher in der Hans-Wödl-Gasse 567, im ehemaligen Sägewerk Siegmund Schütter.

1993
Am 5. November 100 Jahr-Feier der Styria-Druckerei in Judenburg. 47 Personen finden eine Beschäftigung. Mit DTP, 7 Offsetmaschinen, 1 Sammelhefter, 4 Falzmaschinen, 1 Klebebindemaschine werden die "Murtaler Zeitung", Postkarten, Broschüren und Bücher produziert.

Direktor Mlakar mit Preßvereinsobmann Univ.Prof. Dr. Trummer und Generaldirektor Dr. Sassmann

1994
In Bruck/Mur wird die Druckerei Schmerzeck & Co. von der Firma Klampfer aus Weiz übernommen.

Die Leykam AG gründet in Slowenien das Tochterunternehmen LeykamTisk.

Dr. Kurt Wimmer wird neuer Chefredakteur der "Kleinen Zeitung".
Dr. Kurt Wimmer

In der Druckerei Rettenbacher in Schladming geht die erste Vierfarben-Druckmaschine in Betrieb

1995
Im März erwirbt die Koralpendruckerei von Komm.Rat Rudolf Krasser in Deutschlandsberg ihre erste Vierfarben-Druckmaschine.

Am 8. Mai Taufe des 800m² großen neuen Betriebsgebäudes der Firma "Typopgraphic".
Hannelore und Werner Koch.

Mag.a Eva Khil, die Frau von Wolfgang Khil, übernimmt im 16köpfigen Unternehmen  die Finanzangelegenheiten.

Wolfgang und Eva Khil

Der Druckerei Klampfer in Weiz wird von der Karl- Franzens-Universität Graz der Titel "Universitätsdruckerei" verliehen.

Univ.Prof. DI Dr. Reinhard Haberfellner wird Generaldirektor der "Styria".
DI Dr. Reinhard Haberfellner
Am 28. November erscheint die "Kleine Zeitung" zum ersten Mal unter http://www.kleinezeitung.at im Internet.

1996
Mitte November übernimmt die Belegschaft der Styria Judenburg die Druckerei und gründet den "1a-Druck" (1. Aichfelder Druck GesmbH.). Mit Geschäftsführer Bernd Payer sind 13 Mitarbeiter beschäftigt.
Bernd Payer, Geschäftsführer der 1a-Druckerei in Judenburg.

1997
Der Papierriese aus Südafrika, "
Sappi", erwirbt
Europa's größten Produzenten holzfreien Papieres, die KNP Leykam.

Am 1. Juli Gründung der "Styria Medien AG" mit den Geschäftsfeldern: Printmedien (Kleine Zeitung, Bildpost, Ennstaler Woche, Die Furche, Grazer Woche, Hartberger Bezirkszeitung, Kärntner Woche, Murtaler Zeitung, Der Obersteirer, Südweststeirer Woche, Weizer Zeitung), Online, audiovisuelle Medien (Antenne Steiermark, Antenne Kärnten, Radio Harmonie), Buchverlag und -Handel, Mediendienstleister. Die "Styria Medien AG" ist der drittgrößte Medienkonzern Österreichs mit insgesamt 2200 Mitarbeitern. Ihr Vorstand wird Dr. Horst Pirker.
Dr. Horst Pirker

Die "Steirerkrone" feiert im Oktober ihren 25. Geburtstag

v.l. Kalcher, Kubin, Kallinger, Rejc, Siegmund, Blümel, Mocnik, Schuster, Herrmann, Ringhofer, Schmidt, Chefredakteur Ruthard, Silli V., Silli W., Jögler, Kopacka, Reichart, Jauschowetz, Jakl, Zehetleitner, Schweiger, Baustädter, Polzer, Blümel

1998
Die Druckerei "Anton und Inge Klampfer Universitätdruckerei Ges.m.b.H." in Weiz übernimmt den Bogendruck der Druckereien Styria in Graz und Carinthia in Klagenfurt sowie das Reprozentrum Klagenfurt und installiert in Weiz Österreichs erste 8-Farben-MAN-Roland-Offsetdruckmaschine.

Anton Klampfer mit seiner 8-Farben-Offsetmaschine in Weiz.

2000
Mit der Übernahme der Druckerei "Gutenberg" zählt LeykamDruck zu den drei größten Druckereien in Österreich.

Die Druckerei "Print & Art Faksimile" bezieht ab September in Graz-Messendorf, Schmiedlstraße 3, ein  neues Firmengebäude. Die Technische Ausstattung besteht aus einer Digitalkamera, aus einer digitalen Druckvorstufe mit direkter Druckplattenbelichtung sowie einer Heidelberg Speedmaster 5-Farben-Offsetmaschine mit spektraldensitometrischer Druckkontrolle und –Steuerung.

2003
Seit 1. Februar erscheint die "Kleine Zeitung" in einem neuen Kleid, sie ist bunter, moderner und eleganter geworden.  Die größte Bundesländerzeitung in der Steiermark und in Kärnten beschäftigt rund 400 Mitarbeiter, hat 829.000 Leser und eine Druckauflage von 288.862 Stück.
Am 21. November Jubiläumsfestakt zum 100jährigen Bestehen der "Kleinen Zeitung" in der Grazer Stadthalle mit 2000 Gästen, darunter Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel.
Styria Medien Konzern: Printmedien & Online (Kleine Zeitung, Die Presse,
Vecernji list, Dnevnik, Grazer Woche, Kärntner Woche, Murtaler Zeitung, Der Obersteirer, HBZ, Regional Medien, Bildpost, Weizer Zeitung, Tedenski Zurnal, Steirer Monat, Kärntner Monat, Kärntner Regional Medien, Villacher Monatsillustrierte, MCA, tele, Die Furche), Services (Fides, m4!, Netconomy, Open IT, redmail, Tisak, Kolmedia, Europaket Termintransport, druck:Carinthia, druck:Styria, Tiskara Zagreb, Call & Mail, APA, Das Agenturhaus, EP 64-Agenturhaus, GAK, Medien Service Center), Audiovisuelle Medien (Antenne Steiermark, Antenne Kärnten, Musikradio Mur Mürztal, Radio A1, Radio Harmonie, Sat.1 Österreich, KT1, Steiermark 1), Buch (Styria Pichler Verlag, Verlag Carinthia, Verlag Ingenium, Kneippverlag Morawa & Styria Buchhandlungen).

Am 9. Mai überreicht Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic im Rahmen einer Feierstunde den Geschäftsführern der Universal Druckerei Leoben, Georg Kollmann und Franz Loschat, die Urkunde über das Recht zur Führung des steirischen Landeswappens.

2004
Übersiedelung des "Styria-Printshops" in die neue Produktionsstätte in Gratkorn. Geschäftsführer Josef Prasser leitet das 30-köpfige Unternehmen.

Festakt zum 100. Geburtstag der "Kleinen Zeitung" mit 3400 Gästen am 22. November in der Grazer Stadthalle unter Anwesenheit von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel. In diesen 100 Jahren erschienen 32565 Ausgaben und es wurden 3500000 Seiten bedruckt.

Im Dezember wird in der Druckerei Rettenbacher in Schladming eine 10-Farben-Hightech-Druckmaschine KBA Rapida 74 aufgestellt.

2005
Die Buchhandlung Moser übersiedelt am 7. April ins Palais Welsersheimb am "Moser-Eck" am Eisernen Tor. Auf drei Verkaufsebenen werden auf einer Verkaufsfläche von 2600 m
2 ständig ca. 75000 Titel präsentiert.
v.l. Leiter Franz Kriutz, Geschäftsführer Gerald Schantin

Eröffnungsfest anlässlich der Übersiedelung der "Steirerkrone" am 7. April vom Lendplatz in das neue "TPA KRONE Center" in der Münzgrabenstraße 36.

                            "Steirerkrone"-Chefredakteur Markus Ruthardt mit "Krone"-Herausgeber Hans Dichand.

Am 20. Oktober erscheint die "Nullnummer" der neuen Gratiszeitung "Graz im Bild" von Herausgeber Rudi Hinterleitner im Generalihof, Herrengasse 9.
"Graz im Bild" Herausgeber und Chefredakteur Rudi Hinterleitner

2006
Unter mehr als 180 Zeitungen wird auf der Ifra-Expo in Amsterdam die "Kleine Zeitung" mit dem "International Newspaper Color Quality Club" prämiert.
Kurt Kribitz, Siegfried Walter und Siegfried Reiter bei der Preisübernahme

Die "Akademische Druck- und Verlagsanstalt" in der Auersperggasse 12 in Graz gibt das kleinste Faksimile-Buch der Welt, das 37x31 Millimeter große "Psalterium Sancti Ruperti" aus dem 9. Jahrhundert heraus. Insgesamt hat die ADEVA seit 1960 131 Faksimile-Ausgaben produziert, unter ihnen ein altägyptisches Totenbuch, das Drogo Sakramentar, das Ingeborg- und Ramsey-Psalter, die Wenzelsbibel, die Admonter Riesenbibel oder das Gebetbuch für Herzog Albrecht V.

                    Ramsey-Psalter (1300) und Vorauer Volksbibel (1467)

Die Wochenzeitung "Graz im Bild" feiert am 23. November ihren ersten Geburtstag

1 R.Hinterleitner, 2 Schoass, 3 Fischer, 4 J.Hinterleitner, 5 R.Hinterleitner, 6 Huemer, 7 Kofler, 8 Kowatsch, 9 Leiss, 10 Lepenik, 11 Linkenhöller, 12 Loos, 13 Mitteregger, 14 Novak, 15 Pfeifer, 16 Ploberger, 17 Radkovic, 18 Reiterer, 19 Sax, 20 Schaffer, 21 J.Schilcher, 22 M.Schilcher, 23 Schober, 24 Seiser, 25 Slaje, 26 Taurer 

Literatur
Graff, Theodor; Karner Stefan: Leykam. Graz: Leykam, 1985.
Ircher, Franz: Siebzig Jahre Grazer Volksblatt. Graz: Styria, 1937.
Mlakar, Erich: 100 Jahre Styria-Druckerei in Judenburg. Judenburg: Styria, 1993.
Nagler, Alois: Durch Kampf zum Sieg. Graz: Graphische Gewerkschaft Steiermark, 1948.
Schmerzeck, Hermann: 140 Jahre Buchdruckerei. Bruck a.d. Mur: Schmerzeck & Co., 1960.
Schwechler, Karl: 60 Jahre Grazer Volksblatt. Graz:Styria, 1926.
Stingl, Erich: 125 Jahre Gewerkschaft Druck und Papier Steiermark. Graz: Leykam, 1973.
Wimmer, Kurt: In Jahrzehnten gewachsen. Graz: Styria, 1969