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 alptraum

  

ALPTRAUM


 

Ach weißt du, gelaufen bin ich. Gelaufen und gelaufen und gelaufen und nichts hat sich bewegt. Auswendig. Nicht einmal meine Beine. Kein Lufthauch um mich herum. Nur mein Laufen. Inwendig. In ein BannBild bin ich geraten gewesen. Kein Auskommen. War nicht drin im Film. Nichts zum Anhalten oder so. Natürlich, ja, das kennst du. Weil du ja ein Kenner bist. Ein AusKenner. Ich hab' mich aber nicht ausgekannt und bin.
Natürlich, ja und immer noch. Gelaufen. Dieses Band, auf dem die Bilder sind, immer noch sind, auch wenn der Film eigentlich schon aus und vorbei ist, dieses Band hat sich einfach weitergedreht und harte klatschende Geräusche gemacht. Ziemlich rhythmisch. Oder ich hab' schon gekeucht. Was weiß ich. Und keiner hat die Filmrolle abgenommen. Hat sich wie verrückt um sich selbst herum gedreht. Und irgendwann einmal bin ich dann aufgewacht. Ganz schwer war mir. Und dann hab' ich mich zur Seite gedreht und dir beim Schlafen zugesehen.

ANDREA


GRAUSAMER
       ozonLoch
         ölPest
           Tierversuche
          aRtensterben
           Atombombe
   brandrodUng
           MENSCHHEIT

ISABELLE


Die Gondel läuft rechts-links-links-rechts. Ewigkeiten des Hin-und-Hers liegen hinter ihr, als sie neben Gerda in die Tiefe schaut. Sie legt den Kopf in den Nacken und sieht das Seil, an dem die Gondel von einem Pfeiler zum nächsten gereicht wird. Links-rechts-rechts-links. Immer schneller fährt Gerda neben ihr mit ihr die Pfeilerserpentinen den Kamm hinauf. Sie will aussteigen, doch Gerda hält sie fest. Wärme steigt in ihr empor. Sie will sich in diesen Höhen die Kleider vom Leib reißen. Doch die Bügel liegen an. Enge Tiefe raubt ihr den Atem. Die Gondel erreicht den höchsten Pfeiler. Sie will aussteigen, doch die Gondel wird direkt ins Tal gereicht. Fallgeschwindigkeit nähert Gerda neben ihr mit ihr der Talstation. Monströse Stahlträger auf halber Strecke sausen an Gerda und ihr vorbei. Das Seil stoppt. Die Gondel pendelt hin und krachend her. Ein Gondeliere auf der Spitze der Träger öffnet mit seinem Steuerruder die Bügel: "Holen Sie tief Luft!"

MALTE


Alptraum
Da schlendert man nachts am Rheinufer lang und wird von drei betrunkenen Zombies angepöbelt. Also ein paar gezielte Fusstritte ins zerfallende Fleisch und noch ein Arm abreissen, als Souvenir. Danach gewandt dem von rechts anspringenden Werwolf ausweichen und lieber einen Zahn zulegen, so ohne Silberkugel in der Tasche. Dabei nicht versäumen ab und an zu ducken, um der Kettensäge Michael Myers zu entgehen, der in Topform nebenher joggt. Von vorne naht das Alien, das Gebiss erwartungsvoll gebleckt. Scharfes Abdrehen denn in die nächste Altstadtkneipe. Bisschen düster da drin und kein Kölsch im Ausschank, nur Rotwein. Aber sehr nette Bedienung, die bald hingegeben an meiner Halsschlagader knabbert. In das ausbreitende Wohlgefühl dringt ein stetig penetranter kreischendes "düdüdüdüt düdüdüdüt düdüdüdüt". Verdammter Wecker. Was bleibt mir übrig? Ich erwache in den Alptraum: Montagmorgen

WRETCH


Alptraum

fahren auf der Autobahn, viel zu schnell...Termin, Termin, es ist der Wahn.... Regen, Regen, Regen.Gaspedal bis an den Anschlag, durch die Gischt der LKWs Tiefflug unter dunklen Wolken, Schweißes Tropfen auf der Stirn. Freude! Denn bei diesem Wetter steht am Rand kein Polizist. Jage durch die langen Kurven, in die Baustelle hinein. Links, rechts geht´s durch die Schikane, an dem Wohnmobil vorbei, seh durch WasserWogenWolken nur die Lichter grad vor mir...WAS IST DAS???? Voll in die Eisen! Lenkrad rechts....  Puh, das war knapp... AHHH!!! NICHT DAS JETZT! Unfall vor mir, bremsen! Voll! Schleudern, rutschen... Kralle mich am Lenkrad fest.... vor mir steht ein LKW, rutsche krachend dort hinein; Blech zerknittert, Glas zerbirst Metall durchdringt meine Brust, Blut spritzt alles, alles naß... wie schon oft bin ich erwacht.... schweißgebadet in der Nacht.

HERRLICH