Start
 vatertag
 Gewitter
 Frühlingsgefühle
 alptraum
 eswareinmal
 fensterblick
 gartenzwerg
 glocken
 hafen
 ichweissnicht
 joghurt
 klick
 komplott
 Kontaktanzeige
 muttertag
 entsetzen
 ostern
 schmerz
 spiegelmontag
 streitaxtgrab
 wasserduft

NR

NEU

 hafen

    Rippe, Hafen, Ahnung


     

    Die Ahnung führte sie zum Hafen
    dort ankerte die Wissbegier
    wo unbewußt sie heimlich schlafen
    wie ein noch nicht gewecktes Tier
    die seltsam lockenden Gelüste.

    Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
    und sie, sie kappte alle Leinen
    sie war nicht fromm, so wie ein Lamm
    sie stand ganz fest auf beiden Beinen
    als sie die Erkenntnis küsste.

    Und Adam, der sie dort ertappte
    sprach: Du! Riskier nicht Deine Lippe!
    Denn letztenendes bist Du nur
    ein Teil aus meiner zwölften Rippe!

    ROXANE


    Keine Ahnung, woran ich da nippe,
    sagte im Hafen ein dürres Gerippe,
    denn es besaß keine Lippe.
    Ansonsten sprach es nur Seemannslatein
    und zog sich täglich zwölf Friesengeist rein.
    Doch das arme Gerippe hatte kein Glück
    auch der Geist brachte ihm nicht die Seele zurück.
    Aus und vorbei war’s mit dem Gefühl,
    es wehte der Wind, doch es war ihm nicht kühl.
    Und wenn ich im Hafen am Friesengeist nippe,
    denke ich manchmal an das Gerippe.
    Und zahlt mir dann einer vielleicht noch ‘n Korn
    erzähl ich die ganze Geschichte von vorn.

    MIKE BARTEL


    Taxi!

    Sie werden sich sicher fragen was ein graubeschläfter, seriöser Herr wie
    ich nachts hier sucht. Ich werde versuchen es ihnen zu erklären.
    Es begann mit einer Hafenrundfahrt mit meiner Frau, die wie all unsere
    gemeinsamen Unternehmungen in Streit endete. Ich ließ das keifende Weib
    auf dem Parkplatz stehen, warf ihr die Wagenschlüssel zu und entfernte
    mich raschen Schrittes. Als ich stehenblieb um Atem zu holen, wußte ich
    nicht mehr wo ich mich befand. In diesem verrotteten
    Teil des HAFENs war keine Menschenseele, die ich nach dem rechtenWeg
    hätte fragen können. Bis mir dieses Mädchen über den Weg lief. Da vorne,
    sehen sie, dort an der Mauer steht sie. Ja genau, die mit dem
    schmutzigblonden Haar, dessen Verfilzungen wohl kein Kamm der Welt zu
    entwirren vermag. Ihre grauen Augen blicken wie immer ins Leere,
    manchmal zittert und weint sie auch. Sie ist so mager, jede einzelne
    RIPPE zeichnet sich unter ihrer bläulichen Haut ab. Wenn sie nackt ist
    wirkt sie zerbrechlich, aber selbst wenn man sie hart anfaßt oder gar
    schlägt kommt kein Klagelaut über ihre Lippen. Sie riecht nach altem
    Käse, Arme und Hals sind zerstochen und doch komme ich jede Woche um sie
    zu sehen. Ich sehe schon sie verstehen nicht - werden wohl nie
    verstehen. - Aber sie haben auch nicht den Hauch einer AHNUNG wie
    Heroinas lieben...

    ELAN


    die Ahnung

    In der Dunkelheit
    schau ich den Stern zu sehen,
    den ich solange schon vermißt.
    Es plagt mich eine Ahnung,
    als ob wie einstmals Gott
    des Adams Rippe an sich nahm,
    um daraus Eva ihm zu formen,
    auch mir dasselbige passiert.
    Drum zähl ich meine Rippen
    und schau zu meiner Liebsten:
    Du führst mich in der Liebe Hafen;
    laß mich heut Nacht
    die Zärtlichkeit Dir geben
    und Deine Nähe spürn.
    Es ist wohl so, wie ichs geahnt.
    Der Herrgott hat die Hand im Spiel,
    an Deiner Seite hier zu liegen
    ist wie im Paradies zu lieben.

    HERRLICH


    Schiffsgerippe

    im Hafenschlick

    halb

    versunken

    bei Flut

    eine Ahnung
     

    WILHELM


    Aus der Geborgenheit deines Rippenbogens schmecke ich eine Ahnung von
    Unendlichkeit.

    Laß mich treiben!

    Ich werde einen anderen Hafen finden, in dem es Frühling regnet.

    CHRISTEL


    Eine dunkle Ahnung überkam mich:
    heute abend im Hafen
    bricht dir wenigstens eine Rippe
    wenn nicht mehr.

    Also blieb ich zu Hause
    bewahrte meine Rippe
    und verpaßte das Leben.

    WRETCH