Geschichte

Südlich der Stadt Hallein, am westlichen Salzachufer, liegt der Ortsteil  Gamp, der bis zur Gemeinde Kuchl/Unterweißenbach reicht. Der Ortsname kann vom lateinischen "Campus" abgeleitet werden und ist bereits seit der Zeit um 790 nachweisbar. In dieser trotz, Stadtnähe, eher abgeschiedenen Gegend besteht seit Generationen der Brauch des Weihnachts- und Sylvesterschießens. Außerhalb der Zeit hört man die Böller nur krachen, wenn ein Bursche oder  ein Mädchen aus Gamp heiratet.

Früher wurde in Gamp zu Weihnachten immer beim "Donnerbauer" hinter dem Haus auf einer Anhöhe geschossen. Danach sind die "Legeböller" auf einen Schlitten geladen und von Haus zu Haus gezogen worden. Bei jedem Bauern oder Häusler krachten die Böller. Seinerzeit - im Gegensatz zu heute - war es nicht Brauch, die Schützen in das Haus zu bitten und sie zu bewirten. Das "Pulvergeld" erhielten sie am nächsten Tag nach dem Gottesdienst am Kirchplatz. Es gab keinen Verein im heutigen Sinne. Es war ein loser Zusammenschluß interessierter Gamper, die diesen Brauch ausübten, und zur Brauchausübung diejenige Kleidung anzogen, die sie gerade hatten.

Nach dem zweiten Weltkrieg war es insbesondere dem Maurerbauern Anton Brandauer zu verdanken, daß der Lärmbrauch seine Fortsetzung fand. Als 1974 das Pyrotechnische Gesetz kam, das die Verwendung der alten Legeböller untersagte, bildete den einzigen Ausweg die Gründung eines Vereines und die Ausstattung mit genehmigten Handböllern, um diesen Brauch weiterführen zu können.
Unter Stefan Brandauer, Sohn des Maurerbauern, ergriffen einige Gamper Burschen die Initiative, kauften aus eigener Tasche Handböller in Pistolenform (Stangassinger) und gründeten einen Verein, der 1976 unter dem Namen "Gamper Weihnachtsschützen" behördlich angemeldet wurde.

Die Art und Weise der Brauchausübungen haben sie von ihren Vätern, die in der Nacht des Altjahrestages das "alte Jahr" hinausschossen und zugleich das "neue Jahr" mit Böllerschüssen begrüßten, übernommen. Danach, also nach Mitternacht, gingen sie von Haus zu Haus, gaben vor jedem Haus einige Schüsse ab und wünschten den Hausleuten ein gutes neues Jahr.
Im Gegensatz zu früher erfolgten die Neujahrswünsche vor Mitternacht  und die Schützen werden ins Haus geladen. Dort erhalten sie einen kleinen Imbiss und ein "Pulvergeld"  Seit der Jahrtausendwende wird bereits am Sylvesternachmittag von Haus zu Haus gegangen. Am Neujahrstag wurden und werden heute noch zu Mittag einige Schüsse abgefeuert.

Bei einer Hochzeit ist es Brauch, daß einige Tage vor dem Hochzeitstermin das "Hennatanzschießen" abgehalten wird. Nach einigen Schüssen wird im Elternhaus der Braut oder des Bräutigams getanzt und gefeiert. Am Hochzeitstag werden Braut und Bräutigam mit Böllerschüssen geweckt. Bei Schützenhochzeiten wird für das Ehepaar zusätzlich beim Herausgehen aus der Kirche eine Salve abgefeuert.

Einen Höhepunkt im Vereinsleben bildete das Jubiläum "1200 Jahre Gamp" das von den Schützen organisiert wurde. Sie errichteten ein Festzelt. Zahlreiche Vereine und viele Gamper feierten begeistert mit. Dieses Jubiläum war auch Anlaß zur Neuerrichtung des sogenannten "Wetterkreuzes". Die Feier erfolgt anläßlich der Festlichkeiten am 9.September 1990.

Die Gamper Weihnachtsschützen sind ein Verein, der sich seine Eigenart in der Brauchausübung bis in die heutige Zeit zu erhalten wußte.

Im Jahr 2000  leisteten sie sich nach jahrelangem Sparen, die "maßgeschneiderten" einheitlichen Röcke.