Das Gamper Wetterkreuz
von Stefan
Brandauer
Gerade und auch wegen des stolzen Geschichtsjubiläums 1200 JAHRE GAMP haben sich die Gamper Weihnachtsschützen vorgenommen, dieses Jubiläum unter Mithilfe ihrer Frauen in Form eines Dorffestes würdig zu feiern. Dabei ist als festlicher Höhepunkt im Rahmen der 1200 Jahr Feier sicherlich die Erneuerung des Gamper Wetterkreuzes am Donner-Feld, welches geschichtlich auch als Missionskreuz oder Erzbischöfliches Kreuz bezeichnet wird anzusehen.
In seiner Gestaltung ist das Gamper Wetterkreuz auch mit einigen Marter-Symbolen der Kreuzigung Christi versehen. Nicht nur der Name Gamp hat eine 1200-jährige Geschichte, sondern auch das Gamper Wetterkreuz hat nach mündlicher Überlieferung eine etwa 400- bis 500-jährige Tradition. So soll dieses Wetterkreuz nach mündlicher Überlieferung nach einem Berg- bzw. Felsturz, von Dürrnberg auf Gamp herunter errichtet worden sein. Das könnte auch die Erklärung dafür sein, daß der Hügel, auf dem das Wetterkreuz steht, aus vielen Steinen zusammengetragen wurde.
Am Dürrnberg erinnert heute noch der Name "PLAIK" daran, daß in diesem Bereich eine "Plaike" abgegangen sein muß. Es gibt zwar kein Beweismaterial, aber man könnte annehmen, daß dieser Plaikenabgang mit den starken Unwettern um 1540 in Zusammenhang steht, woran heute noch ein Denkmal erinnert. Damals hat die Salzach weite Teile von Hallein überflutet. Zur Erinnerung an diese große Überschwemmung steht in Hallein neben dem heutigen Julius-Raab-Haus an der Bundesstraße dieses Denkmal.
In diesem Zusammenhang sei unter anderem auch erwähnt, daß am 28. August 1825 eine große Überschwemmung Hallein heimgesucht hat. Aus dieser Zeit stammt das Gelübde der Halleiner Bevölkerung zum alljährlichen Wasserkreuz-Bittgang nach Maria Plain.
Daran nehmen heute nicht nur Stadtbewohner sondern verstärkt auch die Bewohner der angrenzenden Dörfer teil. Weitere Unwetter bzw. Überschwemmungen in letzter Zeit haben in den Jahren 1920 und 1959 Hallein und den Ortzsteil Gamp sehr stark in mitleidenschaft gezogen. Bemerkenswert ist, daß wiederum im August, und zwar 1976, durch starke Regenfälle in Hallein durch den Kotbach zu Überschwemmungen kam. An einige dieser Überschwemmungen erinnern Gedenktafeln zB am heutigen Penninger-Haus in der Augustinergasse in Hallein.
Zum letzten Mal wurde unser Wetterkreuz (auch Donner-Wetter-Kreuz genannt, weil es auf dem Feld des Donnerbauern steht im Jahre 1946 von Andreas Brandauer nach dem Krieg neu errichtet und von dem damaligen Stadtpfarrer Dr. Rieser eingeweiht. Das ist heute leider das einzig bekannte Datum das von den jeweiligen Erneuerungen des Gamper Wetterkreuzes berichtet.
Auszug aus der
Festschrift
"1200 Jahre Gamp" von 1990