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Das Saturnjahr 2007
Winteranbau - Weinbau - Wind Regen Gewitter - Ungezirfer - Fische - Krankheiten

Der Planet Saturn ist unter den Planeten der erste und höchste Wandelstern, an Farbe braun und bleich, von dunklem Licht. Unter allen Planeten ist er der am schlechtesten sichtbare, weil er von der Sonne am weitesten entfernt ist. Er vollendet seinen Lauf um die Sonne nur alle dreißig Jahre einmal. Saturn ist von kalter Natur und ziemlich trocken, ja so kalt, dass manche schreiben, wenn er so nahe bei der Erde stünde wie der Mond, so wäre hier allezeit Winter und nie Sommer. Saturn ist ein männlicher, melancholischer, irdischer und böser Planet, welcher der menschlichen Natur feindlich und schädlich ist. Da sein Einfluss lange wirksam bleibt, nennt man ihn Infortuna major - großes Unglück. Saturn ist der Leitstern der alten Leute, der Väter, Ahnherren und Urahnherren, der Bauern, Bettler, Juden, Bergleute, Kürschner, Töpfer und aller Menschen mit tiefsinnigen Gedanken. Die Leute, die unter seiner Regentschaft geboren sind, macht er schwarz, braun, bleich und erdfarben. Sie senken den Blick, sind mager, etwas krumm oder bucklig. Sie haben kleine Augen, einen dünnen Bart, sind verzagt und schreckhaft, stillschweigend, abergläubisch, betrügerisch, geizig, traurig, arbeitsam, arm, verachtet, unglücklich, melancholisch, neidisch, hartnäckig, einsam, nachstellig, gefräßig. Saturn bringt Gefängnis, lange Krankheiten und heimliche Feinde mit sich.Im menschlichen Körper sind ihm das rechte Ohr, die Milz, die Blase, die Beine und die Zähne zugeordnet.

Wetter  
Das Jahr des Saturn ist kalt und feucht, obwohl es auch ziemlich trockene Perioden gibt. Dennoch fallen große Regenmengen besonders im August und den Herbst über, so dass insgesamt eine kalte und ungeschlachte Witterung vorherrscht.

Nützliche Hinweise für Garten, Landwirtschaft und Gesundheit

Sommeranbau                                                                            
Weil der Frühling kalt und ungeschlacht ist und vor dem Juli keine beständige Wärme eintritt, darf man mit der Frühlingssaat nicht zu sehr eilen, sich aber auch nicht verspäten. Die Mittelsaat ist die beste, die späte die schlechteste. Alles soll untergesät werden. Wenn der letzte Sommer kalt und feucht war, so wird es in diesem Jahr wenig Gerste und Hafer geben. Wenn es aber warm war, so gerät die Gerste sehr wohl, aber es kommt darauf an, wie man sie einbringt. Wegen des kontinuierlichen Regens werden viele Feldfrüchte auswachsen. Kraut und Wirsing verfaulen frühzeitig, oder es wachsen keine oder wenig Köpfe. Rüben, sowohl gelbe als auch weiße, geraten wohl. Flachs und Hanf gedeihen unterschiedlich, doch an manchen Orten eher schlecht. Heu wächst nicht viel. Man soll allen Fleiß anwenden, es beizeiten zu mähen - auch wenn es kurz und wenig ist - und im schönen Juli einzubringen, sonst ist die Zeit versäumt. Es wächst viel Grummet (zweites Heu), das aber wegen der Nässe schwer einzubringen sein wird. Wer feistes Vieh haben will, kann es abhüten lassen. Merke: In diesem und im folgenden Jahr soll man, wenn es möglich ist, an Heu und Stroh einen Vorrat schaffen; denn in den darauffolgenden Jahren unter Mars und Sonne wachsen wenig Heu, Gerste und Hafer. 

Winteranbau                                                                 
Der Winteranbau ist ziemlich spärlich - ganz anders als der Sommeranbau. Man soll seine Schafe weder im Winter noch im Frühling auf die Saat treiben, sonst wächst gar wenig vom Winteranbau. Zu seiner Einbringung müssen - wie auch bei anderen Sommerfrüchten - auch die Abende von Feiertagen genutzt werden, damit auf dem Feld nicht zuviel auswächst und verdirbt. Es soll zeitig geschnitten werden, weil im August das nasse Wetter einfällt und allezeit etwas an der Gerste und auch am späten Korn auswächst. Herbstsaat

Im Herbst soll man Roggen und Weizen zeitig säen; denn der Samen wächst gar langsam, ob es nun regnet oder trocken ist. Und man soll sowohl im Herbst als auch zuvor im Frühling keine Schafe auf die Saat treiben, denn der Winteranbau wächst in diesem Jahr nicht recht fort. Obst

Es wachsen dieses Jahr wenig Obst und Zwetschgen, manchmal auch wenig Nüsse und Eicheln, aber von diesen immer noch mehr als vom Obst. Auch Kirschen gibt es nicht sehr viel. HopfenDer Hopfen wird gewöhnlich im Frühling vom Hagel erschlagen. Er gerät auch sonst nicht besonders gut, und was wächst, hat wenig Kraft.

Weinbau                                                         
Der Weinstock lässt sich im Frühling gewöhnlich gut an, es wird aber wenig daraus. Meistens fällt er zum größten Teil in der Blüte ab. Ob nun aber viel oder wenig am Stock bleibt, die Trauben reifen nicht aus. Es ist daher vom Wein nichts als ein saurer Trunk zu erwarten; denn entweder wird er wegen der Nässe nicht reif, oder er erfriert um Michaelis (29. September).

Man soll im Herbst zeitig lesen, denn es erfriert sonst alles. Mit dem Decken braucht man sich jedoch nicht zu beeilen. Denn obwohl es schon zeitig im Oktober Frost gibt, so wird es danach doch wieder wärmer und wintert vor Mitte Dezember nicht zu. Wenn also zu zeitig gedeckt würde, müssten die Reben in dem nassen Erdreich faulen und Schaden leiden.

Wind, Regen und Gewitter
Zwei- oder dreimal im Jahr treten stürmische Winde mit starken Regenfällen und Wolkenbrüchen auf - vornehmlich im Herbst und im ausgehenden Sommer, wenn der vorige Sommer warm gewesen ist. Dagegen gibt es nur wenige Gewitter mit Donner und Blitz, doch etliche mit gefährlichem Hagel - vor allem im Frühling. Die Sommergewitter sind meistenteils ungefährlich.

Ungeziefer
In diesem Jahr gibt es nicht viele Schlangen und Kröten, doch im Winter viele Mäuse. Im Getreide gibt es nicht so viele Würmer wie in anderen Jahren. Die weißen Würmer werden im folgenden Winter alle durch die große Kälte getötet.

Fische
Lachsforellen gibt es nicht so viele wie in den Jahren zuvor, doch soviel man notwendig braucht, ist auch vorhanden. Es gibt sonst nicht viele Fische während des Sommers. Im Herbst sind es dann mehr, aber auch dann nicht im Überfluss.

Krankheiten
Gegen Ende des Sommers wie auch im Herbst - gibt es viele gefährliche Krankheiten, die fast einer Seuche gleichkommen, als da sind: tödliches Fieber, Durchfall oder weiße Ruhr, Katarrh, Zipperlein, Aussatz, Krätze, Schlaganfall, Schwindsucht, viertägiges Fieber, schwarze Gelbsucht, Grimmen im Leib, Wassersucht, Husten und dergleichen Krankheiten mehr, die von Verkühlungen verursacht werden. Die Blattern regieren im Frühling bei den Kindern, von denen ziemlich viele die Welt segnen. So sterben in vielen Orten auch das Vieh und die Pferde.

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