Also
es gibt da vier nette Jungs, die sich alle irgendwie aus der Schulzeit kennen.
Unmittelbar nach der Schule haben sie sich zwar etwas aus den Augen verloren,
so nach und nach aber wieder irgendwie gefunden.
Dabei haben sie festgestellt, daß sie alle zumindest ein gemeinsames
Hobby haben, erraten: Motorrad fahren !!!
Die vier netten Jungs sind:
| Albin Wieser | Rettungssanitäter | Yamaha XT 500 Tenere |
| Robert Ems | hat ein eigenes Geschäft !! | Yamaha XT 500 |
| Günter Hofstätter | Systemadministrator | Yamaha XT 500 |
| und eben ich, der Autor dieser Seite ! ;-) | Softwaretechniker | Kawasaki KLE 500 |
Wie
ihr seht also alles Enduro Fahrer, nachdem
es immer wieder zu kleineren gemeinsamen Ausfahrten gekommen ist, haben wir
dann einmal beschlossen, daß wir unsere Enduros auch einmal auf "Langstrecken-Tauglichkeit"
testen müssen.
Die Suche nach einem geeignetem Ziel war gar nicht so einfach, letztendlich
konnten wir uns aber doch auf eines einigen: KORSIKA !
Los
ging es dann also in der "grünen Mark", dann über Kärnten
(wo es die ganze Zeit nur geregnet hat) nach Italien, das Kanaltal entlang,
durch die Toskana nach Pisa.
Für alle Fahrer eines "Joghurt-Bechers" ist das wahrscheinlich
nur ein Katzensprung, aber wie gesagt wir waren mit 500'er Enduros unterwegs
und so war es dann doch etwas anstrengend, die ganze Strecke in nur zwei Tagen
zu bewältigen.
Am Ende des zweiten Tages haben wir uns dann in Livorno (Italien) für die
Überfahrt nach Bastia (Korsika) eingeschifft.
Dort sind wir dann irgendwo so gegen 1:00 h in
der Früh angekommen. Das Problem war nur,
daß wir eigentlich gar nicht mehr gerechnet haben, noch an diesem Tag
nach Korsika zu kommen und somit "etwas" unvorbereitet waren, was
das Quartier betraf.
Da wir an diesem Tag bereits über 18 Stunden auf waren und die meiste Zeit davon in unseren "Sätteln" verbracht haben, waren wir "ganz leicht" abgekämpft, also wollten wir ein feste Unterkunft mit einer Dusche und einem ordentlichen Frühstück.
Offensichtlich kommt aber niemand zu solch nachtschlafender Stunde an, deshalb waren die ganzen Pensionen bereits zu bzw. haben zu solch einer Zeit keinen mehr aufgenommen. Uns blieb also nichts anderes übrig, als wieder einmal zu campen. Blöderweise hat aber auch der Campingplatz um diese Zeit niemanden mehr aufgenommen, da blieb dann nur mehr eines übrig: WILD CAMPIEREN !!!
Dieser
Entschluß brachte aber ein weiteres Problem mit sich, nämlich WO
?
In der Stadt ist sowieso nichts mit campen, also raus aus der Stadt, dabei ist
uns aber blöderweise aufgefallen, daß es da gar keine ebenen Flächen
gibt (auf der einen Seite der Straße steil bergauf, auf der anderen steil
bergab ins Meer) !!!
Nach langem hin und her haben wir beschlossen uns zu trennen um einen geeigneten
Platz zum übernachten zu finden und uns zu später wieder zu treffen
um den besten Platz zu besichtigen.
Als wir uns wieder getroffen haben, waren eigentlich nur zwei von uns erfolgreich,
Robert hatte den Fußballplatz gefunden und Albin eine andere ebene Fläche.
Am Fußballplatz wollten wir doch nicht schlafen, also haben wir uns zu
der von Albin entdeckten Fläche begeben, hat im ersten Augenblick wirklich
nicht schlecht ausgesehen, doch hätte er besser genauer schauen sollen,
es war nämlich der FRIEDHOF !!!!!
DA
wollten wir dann aber auch nicht campen, ihr hoffe ihr versteht das, und so
haben wir schlußendlich doch am Fußballplatz campiert. Nunja,
am morgen war es dann doch interessant zu sehen, wie es denn hier am hellen
Tag so aussieht.
Danach ging
es dann weiter zur Morgentoilette, die an diesem Tag GANZ BESONDERS erfrischend
war.
Blöderweise
machte meine KLE schon seit dem Vortag ein paar Mucken, und hatte immer wieder
Zündaussetzer, dann lief sie nur mehr auf einem Zylinder und letztendlich
dann gar nicht mehr.
Da war nun Not am Mann und wir mußten das Ding, zur Verwunderung der Passanten,
gleich am Gehsteig auseinander nehmen. Es hat eine Weile gedauert bis wir dahinter
kamen, daß die Zündkerzenstecker im A**** waren. Nach einiger Zeit
hatten wir uns aber bis zum Kawasaki Vertragshändler durchgefragt und der
Rest war dann ein Kinderspiel.
Nachdem
meine KLE nun wieder "rund" lief, haben wir noch ein paar Tage in
Korsika verbracht und eine "Schleife" gedreht.
Ich muß sagen Korsika ist wirklich ein Traum für Motorradfahrer,
bietet wirklich für jeden etwas, von der Küstenstraße bis zum
Gebiergspaß alles vertreten, wirklich eine traumhafte Landschaft und auch
die Straßen (soweit sie asphaltiert sind) sind ein Hit, da es offensichtlich
NIE friert, gibt es keinen Rollsplitt und auch keine Frostaufbrüche !!
Allerdings muß man immer (!) mit Tieren auf den Straßen rechnen,
ich spreche jetzt nicht von ein paar Hühner oder Katzen, sondern von Kühen,
Pferden sowie von ganzen Schaf und Ziegenherden. Daher muß man auch immer
mit den Ausscheidungen dieser Tiere auf der Straße rechnen, was mitunter
in einer Kurve auch ein Problem darstellen kann.
Die
wunderbaren Straßen haben uns dann doch zu sehr verleitet und so haben
wir ziemlich "Gas gegeben" (hat meinen Fußrasten ein paar Millimeter
"Substanz" gekostet), erst als Albin in einer Kurve "ausgeritten"
ist (er hatte verdammtes Glück, daß an dieser Stelle kein Straßengraben
oder ähnliches war, so wurde es nur ein Ausflug ins "Grüne")
haben wir uns wieder besonnen und haben mehr auf die Landschaft geschaut !!!
;-)
Auf den schmalen und kurvenreichen Gebirgsstraßen waren wir mit unseren
500'er Enduros sogar etwas schneller als unsere Kollegen mit ihren "Streetfightern",
allerdings eben auch nur solange eine enge Kurve nach der anderen kam, bei der
nächsten Geraden sah die Sache dann schon wieder GAAAANZ anders aus !!!
;-)
Wie
gesagt, nach ein paar Tagen in Korsika haben wir uns wieder auf den Weg Richtung
Norden gemacht und haben uns in Calvi auf einer Expressfähre (falls es
wen interessiert, das Ding hatte 32000 PS !) nach Nizza eingeschifft. Als der
Kapitän dann Gas gegeben hat, ging ganz schön die Post ab, letztendlich
kamen wir (lt. Aussage des Kapitäns) dann auf eine Reisegeschwindigkeit
von 65 km/h !!! Ist für einen "Kahn" dieser Größe
nicht mehr ganz ohne !
Nach knapp
zwei Stunden Fahrt, waren wir dann da, an der Code Azure !!!
Und eines haben wir schon nach 5 min. gewußt, diese Gegend ist nichts
für arme Leute ! :-(
Glücklicherweise waren wir ja mit dem "nötigen" Kleingeld
und ein paar Kreditkarten ausgerüstet, so daß alles (fast) kein Problem
war. ;-)
Wie
auch immer, was macht man, wenn man in schon in Nizza ist, erraten man fährt
auch noch gleich nach Monaco und Monte Carlo (mein lieber Freund, da ist dann
erst das Geld zu Hause !!!! Ein "normales" Auto so wie unser einer
zu Hause fährt, macht sich zwischen einem Ferrari, Rolls Royce und Lamborghini
sicher nicht gut und wird wahrscheinlich eh gleich wieder abgeschleppt, sollte
es einer wagen dort zu parken !).
Abgesehen davon, haben aber die großen Hotels (und das sind fast alle)
eh keinen "normalen" Parkplatz vor der Tür, die haben statt dessen
einen Hubschrauberlandeplatz !!!! Wahrscheinlich, daß die Herren Schumacher
& Co trockenen Fußes von ihrer Yacht zum Dinner kommen ! ;-) Gesehen
haben wir es, aber geblieben sind wir nicht, denn dafür war dann der Rahmen
unserer Kreditkarten nicht hoch genug ! ;-)
Also
ging es weiter Richtung Frankreich in die Alpen. Dazu kann man nur eines sagen:
IRRE SCHÖN !!!!
Wir sind also so an der Grenze zwischen Frankreich und Italien irgendwo in den
Alpen (fast) die ganzen Pässe abgeklappert. Dabei mußten wir dann
natürlich auch noch auf den höchsten befahrbaren Paß Europas:
Col de la Bonette (2802 m).
Um so höher wir hinauf kamen, umso weniger "Biß" zeigte
meine KLE, bis ich mir dann gedacht hab, ich bin mit einem Moped unterwegs und
zieh noch einen Radlfahrer mit hinauf !!!
Wie man auf dem Bild erkennen kann, haben wir es aber doch alle geschafft den
Gipfel zu erklimmen. Oben angekommen, hatten wir die glorreiche Idee in der
kompletten Motorradausrüstung (inkl. Helm, sicher ist sicher !) eine Schneeballschlacht
zu machen.
Eines sei solchen "Sesselbuhbser" wie ich einer bin gesagt, DAS ist
KEINE gute IDEE in solch einer Höhe !!!!! Um es auf den
Punkt zu bringen, ich hatte obwohl ich Nichtraucher bin, innerhalb kürzester
Zeit einen "Lungenpatschen". Also Leute immer mit der Ruhe da oben
!!!!
Nachdem wir ein paar Tage so zwischen Frankreich und Italien im Grenzgebiet hin und her gependelt waren, ging es dann schließlich quer durch Italien weiter in die Schweiz. Von dort ging es dann quer durch Tirol (ich bewundere als Steirer noch immer die aufgeschlossene und freundliche Art der Tiroler, "Griasch Di !") nach Zell am See, wo wir unseren letzten gemeinsamen Abend verbrachten. Am darauf folgenden Tag haben wir dann unsere letzte Etappe zurück in die Oststeiermark angetreten. Wo wir dann 12 Tage und ziemlich genau 3000 km nach unserer Abreise, zwar ziemlich k.o. aber glücklich wieder wohlbehalten angekommen sind.
miscellaneous Pics