Clint Hill - Jackies Bodyguard




Vorgeschichte
Clinton (Clint) J. Hill wird 1932 geboren. Er besucht die Highschool in Washburn, North Dakota und anschließend das Concordia College in Moorehead, Minnesota, wo er Geschichte studiert. Nach dem Abschluss seines Studiums 1954 tritt er in die US Army ein. Diese verläßt er 1957 und findet eine Stelle bei Burlington & Quincy Railroad in Chicago.

Im September 1958 tritt Hill dem United States Secret Service in Denver bei und ist für den Großraum Denver mit zuständig, bis er 1959 der Abteilung des White House zugeteilt wird. Als Special Agent ist er mit für die Sicherheit von Präsident Dwight Eisenhower beauftragt und nach der Wahl 1960 für John F. Kennedy. Unter Präsident John F. Kennedy besteht sein Aufgabengebiet im Schutz der First Lady Jaqueline Kennedy.






Dallas
Den verhängnisvollen 22. November 1963 wird Clinton Hill vermutlich ein Leben lang nicht mehr vergessen können. An diesem Tag wird er für sein beispielloses Handeln zum Aushängeschild des Secret Service. Er selbst wird sich jedoch noch Jahre später damit quälen müssen, dass er Sekunden zu langsam gewesen ist um das schlimmste zu verhindern.



Der Präsident und seine Ehefrau sind auf Wahlkampfreise in Texas. Während des Empfangs am Flughafen Love Field in Dallas, dem Bad in der Menge bis hin zur Abfahrt der Wagenkolonne in Richtung Innenstadt, weicht Hill der First Lady nicht mehr von der Seite. Auch in Dallas besteht sein Aufgabengebiet darin, Jaqueline Kennedy zu beschützen.



Während sich die Wagenkolonne langsam durch die Innenstadt von Dallas bewegt, befindet sich Hill auf dem Wagen des Secret Service, welcher sich knapp hinter dem Wagen des Präsidenten befindet.



Um 12:30 Uhr biegt die Wagenkolonne auf die Elm Street ab und bewegt sich auf die Unterführung zu. Dann jedoch fällt der erste Schuss. Hill vermutet einen Feuerwerksknaller und schaut zur Seite, kurze zeit später sieht er den getroffenen Präsidenten und läuft los.

Er ist der einzige Secret Service Agent der in diesem Moment die Initiative ergreift und versucht den Präsidenten zu schützen. Er kommt jedoch Sekunde zu spät. Noch bevor Hill den Wagen des Präsidenten erreicht fällt der fatale Kopfschuß.



Die Wagenkolonne rast zum nächstgelegenen Parkland Hospital. Während der knapp vier minütigen Fahrt dorthin, beugt sich Hill schützend über den Präsidenten und die First Lady. Jede Hilfe kommt jedoch zu spät. Präsident Kennedy wird gegen 13 Uhr für Tod erklärt.



Gegen 18 Uhr erreicht die Air Force One die Andrews Air Force Base in Washington mit dem alten und neuen Präsidenten. Der Leichnam des ermordeten Präsidenten wird zu einer Autopsie in das Bethesda Naval Hospital transportiert. (Clint Hill's Statement.pdf)




Am 25. November wird der Leichnam des ermordeten Präsidenten auf dem nationalen Heldenfriedhof Arlington in Washington beerdigt. Hill weicht auch in diesen schweren Stunden der Witwe des Präsidenten nicht von der Seite.






Nachwehen
Am 9. März 1964, vier Monate nach dem Attentat, machen die Secret Service Agenten Roy Kellermann, William Greer und Hill ihre Aussagen vor der Warren Commission, die das Attentat auf den Präsidenten untersuchen soll (Clint Hill's Testimony.pdf).

Im Beisein seiner Ehefrau, den beiden Söhnen und Jaqueline Kennedy wird Hill am 3. Dezember 1963 vom Schatzamt Mitarbeiter Douglas Dillon für seine Tapferkeit am Tag des Attentats ausgezeichnet.

Seit erscheinen des umstrittenen Warren Reports, in dem das Attentat auf Präsident Kennedy untersucht wurde und der Anklage von Jim Garrison im Jahr 1968 gegen mögliche Verschwörer, wurde die Diskussion ob Kennedy einer Verschwörung zum Opfer gefallen ist immer größer.

Auch der Secret Service wurde zur Zielscheibe von Kritikern. Es entstanden Fragen wieso nur geringe Sicherheitsvorkehrungen in Dallas getroffen wurden, zudem kam es zu einem Imageverlust als bekannt wurde das einige Secret Service Agenten darunter auch Hill, am Abend vor dem Attentat in einer Bar noch Alkohol getrunken hatten. Die Vorschriften des Secret Service sehen in so einem Fall normalerweise den Ausschluß aus dem Service vor. Ob ein Einhalten der Richtlinien das Leben des Präsidenten verschont hätte ist wohl eher unwahrscheinlich (Zeitungsartikel des Vorfalls.jpg).







Folgejahre
Hill ist noch einige Zeit als Personenschützer für Jaqueline Kennedy zuständig und anschließend für Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson. Am 2. Dezember 1967 wird er zum Chef der Secret Service Agenten im Weißen Haus befördert.

1975 im Alter von 43 Jahren verläßt Hill den Secret Service. Die genauen Gründe dafür sind jedoch nicht bekannt. Man spekuliert das der Ausstieg aus dem Secret Service die Folge von Eheproblemen und eine Alkoholsucht waren. Jedoch sind dies nur Spekulationen.



Am 8. Dezember 1975 führt Mike Wallace für das TV-Magazin "60 Minutes" ein Interview mit Hill. Dies ist das erste mal das ein Secret Service Agent öffentlich zu dem Attentat Stellung nimmt. Hill war nur einige Monate vorher aus dem Dienst des Secret Service ausgetreten. Dem Zuschauer bietet sich ein emotionaler Moment als Hill erklärt das er sich schuldig für den Tod des Präsidenten fühlt, Sekunden zu langsam war und bereit gewesen wäre die tödliche Kugel für den Präsidenten abzufangen ("That would have been just fine with me").

1994 erscheint die National Geographic Dokumentation "Inside the US Secret Service", indem Hill ebenfalls noch einmal bezug auf seine Aussage von 1975 nimmt. Im Zusammenhang mit diesem Interview erzählt Hill das er im Jahr 1990 noch einmal mit seiner Frau an den Ort des Attentats zurückgekehrt war. Dort ging er fast zwei Stunden sämtliche Positionen auf der Dealy Plaza ab und kam zu dem Schluß sein bestmögliches getan zu haben (Interview Transcript.pdf).





Gegenwart
In vielen Fällen müssen erst Katastrophen passieren, bevor man geeignete Vorkehrungen trifft. Als Resultat auf das Kennedy Attentat wurde der Etat des Secret Service erhöht. Von wenigen hundert Agenten verteilt im ganzen Land in den Sechzigern, sind es heutzutage mehrere tausend die bereit sind, ihr Leben für das des Präsidenten und das seiner Familie zu opfern.

Am 21. November 2003 blickt die New York Daily News noch einmal vierzig Jahre zurück auf den Tag des Attentats und berichtet über einige der damaligen Augenzeugen, darunter ist auch Hill. Wie in dem Artikel zu lesen ist, ist Clinton J. Hill mittlerweile 71 Jahre alt und lebt im Bundesstaat Virginia. Der Satz über ihn endet mit dem Hinweis, dass ihn die Erlebnisse des 22. November 1963 noch immer verfolgen.






Nachtrag
In einem neuen Buch von Mike Wallace mit dem Titel "Between you and me", geht Wallace noch einmal auf sein Interview mit Clint Hill ein, das er 1974 mit ihm geführt hatte. Er beschreibt, dass Hill`s frühes Ausscheiden aus dem Secret Service durch Depression und den nie verkrafteten Geschehnissen am Tag des Attentats geführt hatte.

Wallace beschreibt zudem, dass er noch Jahre später mit Hill in Kontakt stand und sich von Zeit zu Zeit über dessen Befinden erkundigte. Im Rahmen des 40. Jahrestag des Attentats auf John F. Kennedy im Jahr 2003 bat Wallace um ein neues Interview. Hill freute sich über den Anruf, stellte jedoch klar, dass er mit der Vergangenheit abgeschlossen hat und sich nicht mehr zu dem verhängnisvollen Tag in Dallas äußern möchte.


In der TV Sendung "Larry King Live" vom 26. März 2006 bei dem Mike Wallace über seine Zeit beim Fernsehen und seine vielen Interviews spricht, wird überraschenderweise Clint Hill zugeschaltet:

LARRY KING: We love to surprise our guests but Mike told us that one of his favorite guests was Clint Hill, the Secret Service agent who rode on the back of the limo carrying John F. Kennedy to his death. Here's a clip to watch and then we'll meet Clint in person. Watch.

LARRY KING: Mike didn't know we were going to get him here but we got him in Washington.

MIKE WALLACE: Oh, the dickens, I've tried.

LARRY KING: Clint Hill.

MIKE WALLACE: He didn't want to talk about it.

LARRY KING: Clint, in fact you turned down Mike in 2003 right?

CLINT HILL: That's correct.

LARRY KING: Why?

CLINT HILL: I just don't like to be interviewed about the assassination anymore.

LARRY KING: Why did you do the first one?

CLINT HILL: At that time I never thought it would turn out the way it did obviously. I only accepted the interview because I thought it would be interesting and I had seen "60 Minutes" and knew what they were doing and I thought it would be very much an interesting project so I did it, little did I know that it would turn out the way it turned out.

LARRY KING: Do you regret it?

CLINT HILL: Not at all. I have to thank Mike for asking me to do that interview and then thank him more because he's what caused me to finally come to terms with things and bring the emotions out where they were surfaced. It was because of his questions and the things he asked that I started to recover.

LARRY KING: Mike, what a...

MIKE WALLACE: Clint, I have, I continue to have so much admiration for you, your wife. And you remember I tried to get you to come on the 40th anniversary.

CLINT HILL: Yes.

MIKE WALLACE: 2003 and you didn't want to and people ask me how you are and I say well the last time I talked he lives someplace close to Washington and he's -- the monkey, if you will, is off his back. He realizes that he wasn't in any sense responsible for the death of JFK. But for a Secret Service man who, I mean come on these guys they're superb and they work so hard and they're so brave and he felt that he had let down the Secret Service. Oh, what a joy to see you again, sir.

CLINT HILL: Well it's good to see you Mike.

MIKE WALLACE: Thank you, sir.

LARRY KING: What are you doing Clint?

CLINT HILL: I am completely retired. I'm a homebody, my wife and I and our kids and grandkids.

LARRY KING: Did you finish service with the Secret Service?

CLINT HILL: I retired in '75.

LARRY KING: So you did another 12 years. Were you assigned to presidents?

CLINT HILL: Oh, I was assigned to -- when I left -- after the assassination they had me stay with Mrs. Kennedy and the kids for a year and after the presidential election in '64 they returned me to the White House on the detail. I was a shift agent. I don't think President Johnson was too happy I was there. In fact, I know he wasn't. But some of the agents that knew him, worked with him, convinced him that I was a pro and that I was going to do a good job. I ended up being the agent in charge of presidential protection in '67 when Johnson was still in office and I was -- when Nixon came in they moved me over to the vice president, SAIC job. Then they moved me to headquarters and I became an assistant director for all protection. That's the job I retired from.

LARRY KING: Glad of that service?

CLINT HILL: Oh, very much so, very proud of the Secret Service. I was very lucky to be a member of the Secret Service. When I came in there were about 275 agents worldwide total. It was very, very hard to get in. You only got in when somebody died or retired.

LARRY KING: Mike, what's history going to say about Clint Hill?

MIKE WALLACE: Oh, my. Particularly with this, particularly with this he -- this conversation that you're having with him going with the first conversation that I had with him, I mean come on, bravery, anguish, love of country, character.

LARRY KING: You should feel so proud that you helped him get over that stigma.

MIKE WALLACE: I do. I do. I do.

CLINT HILL: You really helped me. If it hadn't been for that interview, I don't know what would have happened.

MIKE WALLACE: Oh, thank you Clint.

LARRY KING: Were you suffering from depression then?

MIKE WALLACE: I was suffering for -- when did we do this in?

CLINT HILL: Seventy-five.

MIKE WALLACE: No, not yet.

LARRY KING: Clint, I thank you very much. I salute you for your service.

CLINT HILL: Thank you, Larry.

LARRY KING: And I thank you for coming here tonight on this special occasion for Mike Wallace.

CLINT HILL: Thank you very much. Good luck Mike.

MIKE WALLACE: Same to you Clint.





© CHRIS N. N.