Bali
Geografie und Bevölkerung:
Bali ist die westlichste der Kleinen-Sunda-Inseln und liegt etwa 115° östlich von Greenwich und 8° südlich des Äquators. Sie ist etwa 5400km² groß und wird von ca. 3 Millionen Balinesen bevölkert. Obwohl fast ganz Indonesien islamisch ist, hat der Islam sich auf Bali gegen den Hinduismus nicht durchsetzen können. Damit hat sich auf Bali die alte hinduistisch-indonesische Kultur bis in die heutige Zeit erhalten. Die hinduistischen Götter (Shiva, Brahma und Vishnu) werden wie in alten Zeiten verehrt und täglich werden ihnen Opfergaben geweiht. Das mit dem indischen Hinduismus verbundene Kastenwesen wurde auch in Indonesien übernommen, jedoch in einer deutlich offeneren Variante, in welcher die Kaste der Unberührbaren nicht existiert. In Bali zählen etwa 95% der Bevölkerung zur niedrigsten Kaste. Die oberste Kaste wird von den Priestern gebildet und die zwei Adelskasten von den Angehörigen der alten balinesischen Königshäuser, sowie den Nachkommen des aus Java geflohenen niederen Adels. Durch dieses im Vergleich zu Indien starke Ungleichgewicht der Kastengrößen entwickelten sich nie die aus Indien bekannten starren Schranken zwischen den Kasten.
Sprache:
Die Sprache Balis gehört zu den komplexesten Sprachen der Welt, da sie nicht aus einer einzigen Sprache sondern aus vier völlig unterschiedlichen Sprachen besteht. Diese Eigentümlichkeit ist entstanden, da an den Fürstenhöfen als Hochsprache nicht die ursprüngliche Volkssprache, die zur malaiisch-polynesischen Sprachgruppe gehört, und die auch heute noch im Alltag gesprochen wird, sondern eine dem Javanischen ähnliche Sprache gesprochen wurde. Dieses dürfte damit zusammenhängen, dass die Fürstengeschlechter teilweise javanischen Ursprungs sind und der javanische Adel früher starken Einfluss auf Bali hatte. Neben diesen beiden Sprachen gibt es eine Mittlere Sprache, die benutzt wird, wenn sich zwei Personen unterhalten, und noch nicht klar ist, ob ein Klassen-(Kasten-)unterschied besteht. Die vierte Sprache die auf Bali genutzt wird ist das Kawi, welches auf das Altjavanische zurückgeht, und nur von den Priestern sowie in der Literatur genutzt wird. In traditionellen Familien gilt noch immer die Regel, dass der Sohn den Vater in der Hochsprache (oder zumindest in der Mittleren) anredet, wohingegen dieser in der Niederen (der ursprünglichen Volkssprache) antwortet. Diese Tradition geht jedoch langsam immer mehr verloren, sodass heute kaum noch Balinesen die recht komplexe Hochsprache gut beherrschen. Verstärkt wird dieses durch den starken Tourismus mit seinem Zwang für die Einheimischen mindestens eine westliche Fremdsprache - meist Englisch - zu beherrschen, sowie der Einführung der indonesischen Amtssprache Bahasa Indonesia. Letztere gilt in ganz Indonesien und wird von den jüngeren Bevölkerungsteilen meist sehr gut beherrscht. Aufgrund ihrer recht einfachen Struktur bietet sie sich für den sprachbegabten Touristen neben dem unvermeidlichen Englisch als Verständigungsmöglichkeit an. Wie in allen Ländern wird es sehr begrüßt wenn der Gast wenigstens versucht die Landessprache zu sprechen.
Religion und Tempel:
Wie schon erwähnt ist der Hinduismus auf Bali die bestimmende Religion, und
so wird man überall hinduistische Tempel vorfinden. Zu jedem balinesischen
Haus gehört zumindest ein Schrein, meist finden sich jedoch vor dem Haus
mehrere Tempel und Schreine, an denen täglich kleine Opfergaben niedergelegt
werden. Auch auf den öffentlichen Straßen und Plätzen findet man überall
diese aus Reis und Blütenblättern bestehenden, und in kleinen Schalen
aus Palmblättern angerichteten, Gaben an die Götter. Der Hinduismus in Bali
hat viele Elemente der alten Volksreligion sowie Einflüsse des
Buddhismus und anderer Religionen aufgenommen. So hat sich ein sehr
vielfältiger und bunter Kult entwickelt, der immer noch sehr lebendig ist.
Der traditionelle balinesische Tempel wird von einer Mauer eingeschlossen
und gliedert sich in zwei durch eine weitere Mauer getrennte Höfe. Im
vorderen Hof, den man durch ein für Bali charakteristisches
gespaltenes Tor betritt
befinden sich noch keine Tempel oder Schreine. Hier sind der Ort wo bei den
Tempelfesten die Opfergaben vorbereitet werden, sowie der Platz wo das
Gamelan-Orchester aufgebaut wird. Den zweiten Hof
betritt man dann durch ein weiteres, häufig überdachtes, Tor. Dort finden
sich dann an der hinteren Mauer neben dem Haupttempel normalerweise mehrere
Schreine, die der lokalen Gottheit, dem Vulkan Gunung
Batur, dem Vulkan Gunung Agung sowie weiteren
niederen Gottheiten geweiht sind. Zur Linken befinden sich meist die
Plattformen für die Gaben und zur Rechten einige Schreine die den
Sekretären der Götter dienen. Der gesamte Komplex
ist ebenso wie jedes balinesische Haus vom Meer zum Vulkan
Gunung Agung hin ausgerichtet.
Feste und Feiern:
Da jedes Dorf in Bali einen eigenen Dorftempel unterhält und der Balinese
allgemein recht gerne feiert, findet in Bali praktisch an jedem Tag irgendwo
ein Tempelfest statt. Nach dem alten balinesischen Kalender
wuku, der 210 Tage umfasst werden an fast 200 Tagen
Feste gefeiert. Das wichtigste Fest ist jedoch für jedes Dorf das große
Tempelfest, welches ähnlich wie in Deutschland die Kirchweih an die
Errichtung des Tempels erinnert.
Schon vier Tage vor diesem Termin beginnt das ganze Dorf mit den
Vorbereitungen. Es werden spezielle Bambusaltäre für die vielen
Opfergaben aufgestellt und der ganze Tempel durch vielfältige aus Bambus und
Palmblättern hergestellte Schmuckelemente verziert. Die zwei Dämonen
die den Eingang des Tempels flankieren werden in schwarz-weiß karierte
Tücher gekleidet und neben dem Eingang werden zudem zwei hohe
Bambusstämme aufgestellt, an deren Spitzen besonders kunstvolle
Girlanden aus geflochtenen Palmblättern befestigt sind. Die Frauen und
Mädchen des Dorfes bringen insbesondere am Tage des Tempelfestes fast
ununterbrochen Opfergaben zum Tempel.
Das größte religiöse Ereignis auf Bali ist jedoch die Leichenverbrennung, die sehr kostspielig sein kann. Insbesondere die Totenverbrennungsriten die für einen Angehörigen der Adelskaste aufgeführt werden kosten eine Unsumme, und können im schlimmsten Fall eine ganze Familie in die Armut treiben. Daher werden diese Feiern oft erst Jahre nach dem Tode dessen für den sie stattfinden durchgeführt. Angehörige der unteren Kasten schließen sich dann oft diesen Feiern an, um somit an dem entwickelten Prunk zu partizipieren. Angeblich wurde die Leichenverbrennung eines der letzten balinesischen Könige, vor Jahren von einem amerikanischen Fernsehsender mit einer siebenstelligen Dollar Summe finanziert, da dieser Aufnahmen von der Feier machen wollte. Die Toten werden in aller Regel exhumiert, da sie begraben werden, wenn die Zeit bis zum Beginn der Leichenverbrennungsfeier zu lange ist. Dann werden ihre Knochen gesäubert und in weiße Tücher eingewickelt sowie mit Blumen und allerlei Gegenständen geschmückt aufgebahrt. Am Tage der Totenverbrennung wird dann der Tote in einem hohen und kunstvoll verzierten Turm aus Bambus zum Verbrennungsplatz begleitet. Die Größe und Form des Leichenturms ist abhängig von der Kaste der, der Tote angehörte. Auf dem Verbrennungsplatz wird dann der Tote von Leichenturm herunter in einen, bei den oberen Kasten meist sehr kostbaren, Sarg umgebettet. Die Form des Sarges unterscheidet sich ebenfalls zwischen den Kasten. So hat der Sarg der pedanda - der Priester - die Form eines weißen Rindes, die der ksatriysa - der Angehörigen der balinesischen Königshäuser - die Form eines schwarzen Rindes und die der vesiyas - Nachkommen des aus Java geflohenen niederen Adels - gleicht einem geflügelten Löwen. Die Särge der einfachen Bevölkerung fallen in aller Regel wesentlich schlichter aus. Vor der Leichenverbrennung besprengt der pedanda - der Priester - die Toten mit magischem Wasser und rezitiert Sanskrit Verse. Erst dann wird der Sarg verschlossen und auf einem Holz- und Reisigstapel verbrannt. Früher stürzte sich die Witwe des Verstorbenen noch in die Flammen und folgte ihrem Ehemann freiwillig, dieser Brauch wurde jedoch schon von den Holländern während der Kolonialzeit verboten.
Kunst und Kultur:
Das klassische indonesische Orchester, welches in Bali und in Java
verbreitet ist, ist das Gamelan. (Gamelan ist eine
Gattungsbezeichnung ähnlich wie in der westlichen Welt Orchester.)
Ein vollständiges Gamelan besteht aus dreißig bis fünfundsiebzig
Instrumenten und wird von bis zu dreißig Musikern gespielt. Bei Theater- und
Schattenspielaufführungen wird jedoch meist mit einem wesentlich
kleineren Gamelan gespielt, so dass auch schon mal drei Musiker ausreichen.
Ein Gamelan setzt sich aus melodieführenden Instrumenten, die die
Kernmelodie in einer streng rhythmischen Form spielen, umspielenden
Instrumenten, interpunktierenden und rhythmisierenden Instrumenten sowie
freimelodiösen Instrumenten zusammen. Zu den melodieführenden Instrumenten
gehören gender - Mettallophone mit Bambusresonatoren
- und das bonang, ein lang ausklingendes
Kesselgongspiel. Saron - kurztönende Mettallophone -
und gambang - Xylophone - bilden die umspielenden
Instrumente. Als interpunktierende Instrumente werden Gong und Kesselgong
eingesetzt. Die Aufgabe der Rhythmusinstrumente übernehmen
kendangs - Trommeln - kendang
gending - die Haupttrommel - sowie die kendang
ciblon, eine kleinere Trommel. Über all dem schweben die
freimelodischen Instrumente Spaltflöte und rebab,
eine zweisaitige Geige. Jedes Gamelan ist anders gestimmt, wobei zwei
Haupttonarten slendro, ein Fünf-Ton-System in
temperierter Stimmung und pelog, ein Sieben-Ton-System
mit Ganz- und Halbtönen überwiegen.
Der Ursprung der Gamelan-Musik ist auf dem asiatischen Kontinent,
insbesondere in Indien und China, zu suchen. Entsprechend fremd klingt die
Gamelan-Musik für unsere Ohren.
Das balinesische Theater ist Tanz, Gesang und Pantomime zugleich. Der Inhalt
eines Stücks ist für einen Balinesen von geringerem Interesse, da er die
klassischen Stücke Barong,
Ramayana,
Legong,
Jalon Arang, Kejak und
Baris, um nur die wichtigsten zu nennen, meist
kennt. So kommt es auch vor dass eine Aufführung mitten im Stück beginnt.
Wichtig sind hingegen die Genauigkeit und der Ausdruck des Tänzers. Dabei
hat jede Bewegung und Gebärde eine eigene Bedeutung die dem Balinesen wohl
bekannt ist. So kann der Tänzer bzw. die Tänzerin durch unterschiedliche
Fuß- oder Handbewegungen, die Art wie er oder sie auf dem Boden kauert,
wie sie ihr Kleid rafft oder auch durch die Kopfhaltung
unterschiedliche Stimmungen und Gefühle ausdrücken. Besonders wichtig
ist die Sprache der Augen. So kann ein stechender Blick mit weit
aufgerissenen Augen einen Gegner erschrecken oder ein Augenaufschlag
ein trauriges Gesicht vortäuschen. Jede Rolle in den traditionellen Stücken
hat eine festgelegte Art der Darstellung, an die sich alle Tänzer halten.
Nur die Rolle des Spaßmachers, der oft als Höfling oder Diener auftritt,
wird frei interpretiert. Die Stücke selber sind jedoch nicht so fest
vorgegeben, so dass jede Truppe ihre eigene Interpretation der
traditionellen Dramen darbietet. Es werden manchmal auch neue Episoden
hinzuerfunden.
Viele Aufführungen finden im ersten Tempelhof statt, so dass das
geschlossene Tempeltor das Bühnenbild für das Tanzdrama bildet. Begleitet
wird die Vorstellung immer vom Gamelan, welches vom
Trommler mit seiner kendang geleitet wird. Der
Trommler gibt nicht nur den Rhythmus an, sondern gibt durch
Kopfbewegungen oder Augenaufschlag auch den anderen Musiker ihren
Einsatz bzw. ein Zeichen zum Tempowechsel vor.
Unter den bildenden Künsten ist die Steinmetzkunst noch am stärksten von
alten Traditionen geprägt. Fast alle Tempel und Monumente auf Bali sind aus
weichem Sandstein oder vulkanischen Aschen erbaut. Daher sind die überreich
verzierten Bauwerke relativ vergänglich und die Ornamente müssen häufig
ausgebessert werden. Dieses führte zu einer hoch entwickelten
Steinmetzkunst, die aus diesen weichen und leicht bearbeitbaren Steinen
filigrane Kunstwerke und beeindruckende Monumente schuf und immer noch
schafft. Auf der anderen Seite ist die Tendenz zu überladener Ornamentik und
eine fehlende Struktur in der balinesischen Architektur die Folge dieser
andauernden Reparaturarbeit.
Die Holzschnitzkunst Balis hat sich in den letzten Jahrzehnten immer
mehr auf Massenproduktion für den Tourismus spezialisiert. Dabei hat
sich auch die Wahl der Motive dem Geschmack der meist westlichen Touristen
angepasst. Insbesondere die traditionelle Bemalung der
Holzschnitzarbeiten, die sehr farbenfroh und teilweise auch mit
Blattgold versehen war, ist heute nur noch selten anzutreffen. Die
westlichen Touristen bevorzugen unbemalte häufig eher dem chinesischen
Kulturkreis zuzuordnende Motive aus Teak oder anderen Harthölzern. Trotz
allem ist die Holzschnitzkunst immer noch eine traditionell
indonesische Kunst geblieben und man kann noch erfahrene Schnitzer finden
die keine schnell und auf Masse ausgerichteten Werke schaffen.
Die Malerei hat sich in den letzten Jahrzehnten, besonders nach 1930, am
stärksten verändert. Die ursprüngliche balinesische Malerei war sehr
strengen Regeln unterworfen und behandelte fast nur traditionelle
mythologische Themen. Der Stil der Darstellung der einzelnen Figuren war
fest vorgegeben und die Maler befolgten diese Regeln gewissenhaft. Von einer
Kunst im westlichen Sinne konnte kaum gesprochen werden. Durch den Einfluss
der Europäer zu Beginn des letzten Jahrhunderts begannen jedoch einige
jüngere Maler neue Themen aufzugreifen und auch die tradierten Regeln etwas
lockerer zu handhaben. Besonderen Einfluss auf diese Entwicklung nahm der
deutsche Maler und ehemalige Kapellmeister
Walter Spies, der die Werke der jungen Künstler
kaufte und ausstellte sowie ihnen Malutensilien beschaffte. Durch diese
einfühlsame Unterstützung konnte sich ein eigenständiger balinesischer Stil
entwickeln. Aus diesen Anfängen der balinesischen modernen Malerei entstand
die Künstlerkolonie in Ubud, einem Ort der auch bei
westlichen Aussteigern sehr beliebt ist.
Touristisch interessante Orte:
Tampaksiring mit seiner Heiligen Quelle
Tirta Empul ist ein Tempel, der im Jahre 962 n. Chr.
gegründet wurde. Dem Wasser der Quelle werden heilende Kräfte zugeschrieben
und in einem alten Manuskript wird folgendes berichtet:
Die Götter wurden vom Dämon Maya Danawa
angegriffen und im Kampf zu einer Quelle mit vergiftetem Wasser getrieben.
Die durstigen Götter tranken von dem Wasser und alle bis auf
Indra starben. Dieser stieß daraufhin mit einem
Stab in die Erde und das Wasser das daraufhin aus dem Boden quoll war ein
Elixier der Unsterblichkeit. Mit diesem Wasser erweckte Indra die anderen
Götter wieder zum Leben.
Der Gunung Agung ist der heilige Berg Balis, da er
mit seinen ca. 3140 Metern der höchste der Vulkane Balis ist. An seinem
südlichen Hang wurde das Tempelheiligtum Besakih in
etwa eintausend Metern Höhe errichtet. Es ist das größte hinduistische
Heiligtum Balis und wird auch als der Muttertempel
aller zehntausend Tempel der Insel bezeichnet. Die ersten Tempel dieses
Heiligtums wurden im 11. Jahrhundert unserer Zeitrechnung erbaut,
wahrscheinlich befand sich jedoch schon in vorhinduistischer Zeit an
derselben Stelle eine Opferstätte.
Am Gunung Batur, einem der aktiveren Vulkane Balis,
liegt der Tempel Pura Ulun Danu. Dieser Tempel wird von der
Bevölkerung der umliegenden Ortschaften besonders verehrt, musste jedoch
nach einem verheerenden Vulkanausbruch 1926 an anderer Stelle
wiedererrichtet werden. Die vorhergehenden Vulkanausbrüche,
zwischen 1921 und 1926 brach der Vulkan insgesamt sechs Mal aus, hatte er im
Gegensatz zum Dorf Batur unbeschadet überstanden. Der neue Tempel wurde am
Rande des Batur-Sees errichtet und auch das Dorf wurde nicht mehr am Vulkan
selbst sondern am gegenüberliegenden Hang neu aufgebaut.
Typisch für die Tempel Balis sind die merus, Pagoden
die aus Holz auf einer steinernen Plattform erbaut werden und deren
übereinanderliegende Dächer mit Palmfasern der Zuckerpalme gedeckt
werden. Anhand der Anzahl der Dächer lässt sich erkennen wie hoch die
Gottheit, der der Tempel geweiht ist, in der hinduistischen
Götterhierarchie angesiedelt ist. Merus mit elf
Dächern sind Shiva vorbehalten,
merus mit neun Dächern sind
Brahma oder
Vishnu geweiht und
merus mit weniger Dächern sind den niedrigeren
Gottheiten zugeordnet. Die Anzahl der Dächer eines
meru ist jedoch immer ungerade.
Klungkung war bis zur Eroberung Balis durch die Holländer die
Hauptstadt des bedeutendsten Kleinfürstentums der Insel. Zu den
bedeutendsten Sehenswürdigkeiten dieses Ortes zählt die Gerichtshalle
Kerta Gosa mit ihren beeindruckenden Deckenmalereien.
Die figürlichen Darstellungen auf diesen Deckenbildern sind im Stile an
die javanischen Wayang-Figuren angelehnt und stellen
alle möglichen Schreckensszenen dar, die die Seele eines Verbrechers,
abhängig von seinem Vergehen, nach dem Tode erwarten. Im Kontrast dazu
wurden dem Delinquenten oberhalb der Schreckensbilder in der Mitte der
Decke all die Freuden gezeigt, die eine unschuldige Seele erwarten konnte.
Der Sangeh-Tempelkomplex liegt etwa 25 km von
Denpasar entfernt mitten zwischen Reisterrassen in
einem kleinen heiligen Hain aus Urwaldbäumen. Die Tempelanlage
besteht aus zwei Tempeln, die von Scharen heiliger Affen bewohnt wird. Die
Affen an diesem Tempel sind recht aufdringlich, da sie von den Besuchern
regelrecht angefüttert werden.

Mengwi - ein ehemals mächtiges Königreich, welches bis 1891 Bestand hatte, - liegt etwa 15 km von Sangeh entfernt. In diesem Ort befindet sich der zweitgrößte Tempelkomplex Balis, der Staatstempel Pura Tamay Ayun.
Tanah Lot ist ein Tempel an der Südküste Balis und dient wegen
seine beeindruckenden Lage oft als Hintergrund für Modefotos. Insbesondere
einen Sonnenuntergang am Tanah Lot, sofern
keine Wolken von Osten aufkommen, sollte sich kein Tourist entgehen lassen.
Ubud ist als Künstlerdorf auf Bali bekannt. Viele westliche Künstler und Aussteiger haben sich dort angesiedelt, aber auch eine große Zahl einheimischer Künstler und Kunsthandwerker leben und arbeiten in Ubud. Dieser Ort gilt als eines der wichtigsten Zentren der balinesischen Holzschnitzerei und der modernen balinesischen Malerei, die vom deutschen Maler Walter Spies in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts gefördert wurde.
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