Die "Mesa Central" (das zentrale Hochland)

Zócalo und Catedral Metropolitana Die Mesa Central ist das Zentrum Méxicos und der am stärksten besiedelte und entwickelte Teil des Landes. México-Stadt ist mit seinen ca. 20 Mio. Einwohnern das politische und wirtschaftliche Zentrum dieses Gebietes. Die meisten archäologischen Stätten in der Umgebung México-Stadts lassen sich recht gut erreichen, sobald man aus dem dichten Verkehr der Metropole heraus ist. So bietet es sich an von México-Stadt aus einige Tagesausflüge in die nähere Umgebung zu unternehmen um einige der Originalfundstätten der im Anthropologischen Nationalmuseum (Museo Nacional de Antropología) ausgestellten Objekte zu besichtigen.

Teotihuacán: Straße der Toten (Camino de los Muertos) Teotihuacán, das ehemalige Zentrum des Aztekenreiches, liegt etwa 50 km nordöstlich von México-Stadt und ist eines der präkolumbianischen Zentren, deren Überreste heute zum Weltkulturerbe gezählt werden.

Tula liegt etwa 90km nordwestlich der Hauptstadt und ist berühmt wegen der Atlanten von Tula. Diese über 4,5 Meter hohen Steinstatuen trugen ursprünglich das Dach des Morgensterntempels und befinden sich heute auf der Plattform der Pyramide des Quetzalcóatl in Tula bzw. im Anthropologischen Nationalmuseum (Museo Nacional de Antropología). Der Ort war nach dem Untergang von Teotihuacán für Die Atlanten von Tula mehrere Jahrhundere das religiöse Zentrum der Tolteken. Bevor man die etwa 10 Meter hohe Stufenpyramide mit den Atlanten erreicht kommt man an einem mit rund 65 mal 12 Meter großen Ballspielplatz (Juego de Pelota) vorbei, auf dem in präkolumbianischer Zeit das rituelle Ballspiel statt fand. Auch andere Bereiche dieser archäologischen Stätte, Ballspielplatz zum Beispiel der Verbrannte Palast (Palacio Quemado) mit seinen zwei Chac-Mool-Statuen, sollte man besuchen.

Die zweitgrößte Stadt Méxicos Puebla ist bekannt als Standort des größten Volkswagenwerkes, in dem vor wenigen Jahren auch der letzte VW-Käfer vom Band ging. Das Zentrum der Stadt steht nicht nur wegen der vielen kolonialzeitlichen Kirchen unter Denkmalschutz. Viele der Häuser sind mit handbemalten Talavera-Kacheln geschmückt, die früher das wichtigste Exportgut dieser Stadt waren. Umgeben wird diese Popokatepetl weitläufige, 1531 gegründete und im Schachbrettmuster angelegte Stadt von vier hohen Vulkanen. Darunter ist der Popokatepetl der berühmteste auch wenn der Pico de Orizaba, der höchste Berg Méxicos, sowie der Ixtaccíhatl und der La Malinche ebenfalls fast immer scheebedeckt sind.

Nur etwa 8km westlich von Puebla liegt die Stadt Cholula, Cholula unter deren, von einer katholischen Kirche gekrönten, riesigen grasbedeckten Hügel 1931 die mit etwa 65 Metern Höhe gewaltigste Pyramiede Amerikas entdeckt wurde. Nur ein kleiner Teil dieser Pyramide ist ausgegraben und restauriert worden. Wer jedoch nicht unter Platzangst leidet kann das Innere der Pyramide durch einen engen, verwinkelten und mehrere hunder Meter langen Gang von dem einige teils sehr steile aber nicht freigegebnen Stichgänge abgehen, besichtigen.

Santa Maria de Tonantzintla In der Nähe liegt die, einen Besuch lohnenende, Kirche Santa Maria de Tonantzintla. Sie wurde im Laufe mehrerer Jahrzehnte von indianischen Künstlern aus der Umgebung im sogenannten Indianerbarock erbaut. Diese Stilrichtung immitiert den Barockstiel der spanischen Einwanderer unter verwendung einfacherer Werkstoffe.

Auch die Städte San Miguel de Allende und Taxco bieten sich als Ziele in der Mesa Central an. San Miguel de Allende liegt in 1900 Metern Höhe an einem Berghang und steht seit 1926 unter Denkmalschutz. Ihre engen Gassen werden von Häusern im altspanischen Patiostil gesäumt.
Taxco liegt etwa 170 km südlich von México-Stadt und ist bekannt für die Silberschmiedearbeiten, die auch heute noch von rund 1000 Silberschmieden in etwa 200 Juweliergeschäften angeboten werden. Der Silberbergbau, der die Stadt in der Kolonialzeit reich machte, hat heute keine Bedeutung mehr, da das Silbervorkommen praktisch erschöpft ist. Kaum zu übersehen ist die aus rotem Sandstein erbaute Basilika Santa Prisca, deren ca. 48 Meter hohe Doppeltürme die Altstadt von San Miguel de Allende überragen. Erbaut wurde sie im 18. Jahrhundert von José de la Borda, nachdem er eine reiche Silbermiene entdeckt hatte. Beim Besuch des Zócalo bietet es sich an, eines der an den Querstraßen des Zócalo gelegenen Silberwarengeschäfte zu besuchen. Mit etwas Geschick lässt sich auch schon mal ein Preisnachlass von etwa 30% heraushandeln. Bei Straßenhändlern muss man jedoch auf die Qualität der Ware etwas mehr achten, da der Silbergehalt ihrer Stücke nicht immer dem Standard entspricht. Den Silbergehalt-Stempel, bei guter Ware die eingeprägte Zahl 925, sollte man sich schon ansehen.