Nuwara Eliya

Teeplantage bei Nuwara Eliya Nuwara Eliya liegt in 2000 Metern Höhe im zentralen Hochland Sri Lankas etwa 30 km südlich von Kandy. Auf dem etwa 80 km langen Weg passiert man Peradeniya mit seinem Botanischen Garten. Der weitere Weg führt teilweise steil und über viele Sepentinen ins Hochland hinauf. Dabei kommt man immer häufiger an Teefeldern vorbei. Die Temperaturen sinken deutlich von ca. 30°C auf kaum über 15°C im Hochland. Auch kann es in und um Nuwara Eliya zu langen Regenfällen und im Winter sogar zu Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt kommen. So verwundert es kaum daß die britischen Kolonialherren sich nicht nur im Sommer besonders gerne in Nuwara Eliya aufhielten. Aus dieser Zeit sind noch einige Grand Hotel in Nuwara Eliya prachtvolle Anwesen, Gärten und Parks sowie ein Golfplatz und eine Pferderennbahn erhalten. Auch das beste Hotel des Ortes stammt aus dieser Zeit und verströhmt seinen britischen Charme. Kurz vor dem Ortseingang liegt das SOS-Kinderdorf von Nuwara Eliya, dem wir trotz Regen einen kurzen Besuch abstatteten. In ihm werden etwa 80 Kinder in zehn Familien betreut und in der angeschlossenen Schule auch unterichtet. Als kleine Besonderheit kann gelten, daß sowohl singhalesische als auch tamilische Kinder in dieser Einrichtung Zuflucht finden. Dass es im zentralen Hochland um Nuwara Eliya überhaupt eine tamilische SOS-Kinderdorf in Nuwara Eliya Minderheit gibt ist den Engländern zu verdanken, die südindische Tamilen als Arbeiter für ihre Teeplantagen nach Sri Lanka brachten. Diese indischstämmigen Tamilen haben wenig mit den im Norden Sri Lankas beheimateten Tamilen gemeinsam, bis auf ihren hinduistischen Glauben. Somit ist das Zusammenleben dieser Tamilen mit den Singhalesen in Nuwara Eliya weniger problematisch als nach dem langen Bürgerkrieg eigentlich zu erwarten wäre. Ob die Situation auch nach dem Tsunami Ende 2004 weiterhin so stabil ist ist mir nicht bekannt.

Ein Besuch einer Teefabrik in der Umgebung gehört auf jeden Fall zum Besuchsprogramm im Hochland. Wenn man dann erfährt wie niedrig der Lohn ist, der an die Teepflückerinnen Arbeiterinen in einer Teefabrik gezahlt wird und weiss welch hohe Gewinnmargen die Händler in Europa haben, fühlt man sich richtig schlecht. Der ein oder andere Euro, der für Andenken und durch die Reise im Lande bleibt, erreicht in aller Regel nicht die einfachen Arbeiter sondern wird von den großen Tourismuskonzernen und den relativ wohlhabenden Händlern eingestrichen. Wenn man nicht, das etwa 170 km Wegstrecke benötigende, jedoch nur knapp 50 km Luftlinie entfernte, Ratnapura, das Edelsteinzentrum der Insel, besuchen kann, so bietet sich auch auf dem Wege nach Nuwara Eliya der Besuch eines Edelstein- und Schmuckhändlers an. Kleine und minderwertige Quarzbrocken werden einem von fliegenden Händlern auf dem Wege aus dem Hochland hinunter zur Südküste an vielen Stellen angeboten. Der Preis von etwa einem Euro für mehrere teilweise farbige Quartzbrocken sind für ein solches Andenken angemessen.

Wasserfall im südlichen Hochland Wesentlich näher als Ratnapura liegen die Horton Plains, eine Hochebene, die vom Adam's Peak überragt wird. Dieser Berg ist nicht der höchste Berg Sri Lankas, jedoch sicher der heiligste. Auf seinem Gipfel wird eine Vertiefung (Sri Pada) in Form eines Fußabdruckes verehrt, die je nach Religion des Besuchers entweder Buddah, Shiva oder Adam zugeschrieben wird. Beeindruckend muß auch der Blick vom World's End, einer etwa 1000 Meter steil abfallenden Bergwand sein. Da die Anreise zu beiden Zielen nur für geübte Wanderer möglich ist und etwa zwei Tage für beide Ziele eingeplant werden sollten, hat unsere Reisegruppe diese Orte nicht besucht. Insbesondere der Aufstieg auf den Adam's Peak, den man mit den vielen Pilgern noch vor Sonnenaufgang antreten sollte, wäre trotz der vier bis sechs Stunden Dauer sicher ein lohnender Ausflug gewesen.

Auf dem Wege von Nuwara Eliya zum Yala-Nationalpark an der Südostküste Sri Lankas, der über die serpentinenreiche Straße etwa einen halben Tag dauert, kommt man an mehreren sehenswerten Orten vorbei. Beeindruckend ist die Schönheit der Natur mit ihren Wasserfällen, wie bei den Rawana Ella Falls, die Pflanzenwelt, die man im Botanischen Garten bei Hakgala bewundern kann und bei gutem Wetter die unvergleichliche Aussicht über das südliche Hochland beim Ella Gap. Von diesem Aussichtspunkt aus, bei dem ein Restaurant zu einer kurzen Rast einlädt, kann man bei guter Sicht die etwa 70 km entfernte Küste sehen.