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Die Generalsanierung der Kalvarienbergkirche
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St. Radegund bei Graz; 1997- 2003
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Zuletzt wurde die Kalvarienbergkirche in den Jahren 1978/79 vom Kalvarienbergverein
generalsaniert.Der Vereinsleitung beratend zur Seite standen der damalige Landeskonservator
des Bundesdenkmalamtes Dr. Ulrich Ochabauer, Prof. Dina Kerciku und Oberbaurat Dipl.
Ing. Wilhelm Teichtmeister. Trotz der vielen Gedanken, die sich das damalige Beraterteam
sicher gemacht haben wird, haben sich mittlerweile einige der Empfehlungen als wenig
zielführend und längerfristig unwirksam herausgestellt. Vor allem das Aufbringen des
Sperrputzes in der Sockelzone der Kalvarienbergkirche führte vielmehr zu einem Aufsteigen
der Feuchtigkeit und hat so der Bausubstanz rückblickend eher geschadet als genützt. Die
Feuchtigkeitsschäden nahmen bald wieder zu und so wurde 1997 mit der erneuten Sanierung
der Kalvarienbergkirche begonnen. Mittlerweile wurde bei allen Kapellen, bei denen dies
möglich war, Drainagen gelegt und damit durchwegs gute Erfolge erzielt. Daher beschloß man,
bei dieser Kirchensanierung vor allem feuchtigkeitsmindernde Maßnahmen zu setzen. Zuerst
wurde der Thermoputz wieder entfernt, um die Mauer zu trocknen und zu entsalzen. Das
Regenwasser vom Kirchendach wurde entweder gefangen oder über die neuerrichtete
Drainage abgeleitet. Da die Kirche teilweise ohne geeignetes Fundament direkt auf
durchlässigem Fels errichtet wurde, wird sich die Wirksamkeit dieser 2001 eingelegten
Drainage erst zeigen müssen.
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Nach entsprechender Duchlüftung wurde ein den historischen Vorgaben entsprechender
Kalkputz aufgebracht und die Kirche mit einem Kalk/Leinöl-Anstrich neu gefärbelt. Der
verblechte, hölzerne Turm war innen morsch geworden und wurde teilweise erneuert und neu
verblecht. Auch Kirchturm und Turmkreuz wurden erneuert bzw. restauriert; zwei in der
Kugel des Turmkreuzes gefundene Schreiben (von früheren Kreuzrenovierungen 1904 und
1960) wurden dabei mit einem aktuellen Bericht des Vereinsvorstandes ergänzt.
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Bis in die frühen Siebziger Jahre hinein waren am Kalvarienberg alle Kapellen und Gebäude in
einem hellen, leicht ins Ocker gehenden „Schonbrünnergelb" gefärbelt. Während der
Renovierung 1974 bis 1979 wollte man dem Kalvarienberg seine frühere Farbe zurückgeben
und das Bundesdenkmalamt ließ anhand älterer Ölgemälde des Kalvarienberges einen
zwischen Braun und Rosa liegenden Farbton ermischen, der zum heutigen Tag noch bei allen
Kapellen verwendet wird. Rahmen, Gesimse, Lisenen und Architekturteile wurden weiß
gefärbelt. Dabei kann es sich natürlich nicht um die Ursprungsbemalung gehandelt haben,
denn ursprünglich waren die Kapellen (wie teilweise noch sichtbar) mit nicht mehr
rekonstruierbaren szenischen Darstellungen bemalt und überdies außen beschriftet. Teile
davon sind beispielsweise noch über der 13. Station zu sehen. Es darf also angenommen
werden, daß der rote Farbton wohl erst im Laufe des 19. Jahrhunderts seinen Weg zum
Kalvarienberg fand. Eine speziellen Untersuchung des Gemäuers der Kalvarienbergkirche
erbrachte aber keinen Hinweis auf eine frühere Rotfärbelung des Gebäudes. Nachdem
keinerlei Farbpigmente entdeckt werden konnten, entschied sich das Bundesdenkmalamt für
einen hellen Grauton zur Außenfärbelung. Dieses Hellgrau der Kirchenfassade findet sich am
Kalvarienberg allerdings sonst nirgends, weshalb die Kirche nun im für den Betrachter nicht
nachvollziehbaren Kontrast zu den übrigen Stationen steht.Zu noch größeren Irritationen im
Verein und in der Bevölkerung führte aber die Vorgabe des Denkmalamtes, den Turm dazu
abgesetzt und, wie es hieß, als „entsprechenden Akzent" in dunklem Rot färbeln zu lassen.
Während man sich bei der Fassadenfarbe auf den Originalzustand berief, konnte die
Turmfarbe bislang historisch nicht belegt werden und wird daher vor Ort nach wie vor als
eher willkürlich getroffene Entscheidung betrachtet.
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Auch bei der Innenrenovierung war es mitunter nicht einfach, zwischen Experten des
Denkmalschutzes und beigezogenen Bausachverständigen zu einer einer Einigung zu finden. Vor
allem im Apsisbereich und in den Seitenkapellen waren die Feuchtigkeitsschäden enorm und
bereits bis in eine Höhe von etwa 2 Metern fortgeschritten. Schimmel, Vermoosungen und
Salzausblühungen fanden sich im ganzen Altarraum und hatten teilweise bereits die Fresken an
den seitlichen Wänden erreicht. Mehrere Bausachverständige empfahlen daher, die
Kalvarienbergkirche von Grund auf trockenzulegen. Probleme bei der Reinigung und Pflege
führten überdies zu Überlegungen, den Steinboden zumindest vorübergehend zu entfernen und auf
einem entsprechend vorbereiteten Untergrund (Trocknung, Vlies, Rollierung,
Auslüftungsmöglichkeit) neu zu verlegen bzw. zu ergänzen. Das Bundesdenkmalamt untersagte
jedoch die Entfernung des gesamten Steinbodens; lediglich im Randbereich dürften derartige
Maßnahmen durchgeführt werden, um einen Übertritt der Feuchtigkeit des Bodens auf die Wände
zu erschweren. Auch die Entfernung der vom Schwamm befallenen Kirchenbänke wurde nicht
gestattet; die Holzbänke wurden lediglich chemisch behandelt und anschließend neu lasiert.
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Obmann Terler hatte dann die mühevolle und undankbare Aufgabe, aus den oft weit
auseinanderklaffenden Ansichten von Denkmalamt, Bauamt des Ordinariats, Liturgiekreis, private
Bausachverständige und den Wünschen des Vereines und der Bevölkerung einen für alle
Beteiligten zufriedenstellenden Weg der Vernunft zu finden.
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Nun aber ist auch dieses Werk vollbracht. Am 24. Juli 2002 wurde mit der Innenrenovierung
begonnen und zu Ostern 2003 war die Kirche bereits wieder zugänglich. In Summe war das
abgelaufene Jahr damit wohl das intensivste der gesamten Sanierung. Zuerst wurde das Inventar
ausgeräumt und an die entsprechenden Restauratoren verteilt. Dann wurde der Putz
abgeschlagen, die Mauern getrocknet, entsalzt und wieder neu verputzt. Im Inneren wurden
sämtliche Wand- und Deckenmalereien sowie die Marmorierungen und Vergoldungen, Gemälde,
Kreuzwegbilder und das gesamte hölzerne Inventar restauriert. Die morschen Lärchensitzbänke
wurden teilweise restauriert, teilweise erneuert; ein neues Podest mit neuen Kniebänken
angefertigt. Der alte Steinfußboden wurde ausgebessert, verfugt und ergänzt, im Randbereich
wurde eine Rollierung eingebracht. Die Luster wurden repariert, die Stromanschlüsse und
Elektroinstallationen erneuert und der Volksaltar und der Ambo (übernommen vom Grazer
Kalvarienberg) entsprechend adaptiert.
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Beteiligte Firmen:
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Restaurator Thomas Fankl, Langenwang
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Maler Karl Fetz, Anger
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Tischlerei Günter Harb, St. Radegund
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Vergolder Karl Himmelreich, Lieboch
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Elektro Hofer; St. Radegund
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Steinmetz Johann Klammler, St. Radegund
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Restauratorin Mag. Eva Kleinsasser, Graz
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Zimmerei König-Gruber, St. Radegund
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Schindelerzeugung Lackner & Meyer, Wörschach
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Blitzschutz Baldur Masser, Graz
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Baustoffe Franz Meinhart, Graz-Weinitzen
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Turmspengler G.u.H. Pichler, Pöllau
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Metallwaren Fa. Piller-Knizacek, Graz
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Maler Franz Platzer, St. Stefan/R.
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Spenglerei Udo Pommerening, Kumberg
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Baustoffe Reisinger, Passail
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Erdbewegung Rühl, Stenzengreith
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Dachdeckerei Fa. Sajowitz, Weiz
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Restaurator Hubert Schwarz, Graz
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Spenglerei Franz Stebbegg, Passail
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Maler Viktor Steiner, Graz
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Spenglerei Spitzer, Graz
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Metallbau Bernhard Wallner, St. Radegund
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Gerüstverleih Zengerer, Kumberg
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Kosten und Finanzierung
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Während der Außenrenovierung waren noch Schillinge die Währungseinheit; die Innenrenovierung wurde
bereits in Euro berechnet. Die Außenrenovierung inkl. Dach und Turmsanierung kam insgesamt auf S
717.370,-. Das entspricht € 52.134,-. Die Innenrenovierung kostete € 115.815,-. Das entspricht
zurückgerechnet S 1.593.614,-. Die Gesamtkosten der Generalsanierung belaufen sich somit auf rund €
167.949,- oder S 2.310.984,- (Differenz durch die Rundung der Beträge).
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Dazu einige (gerundete) Summen zur Verdeutlichung: Die Kirchturmverblechung mit Färbelung und
Kreuzvergoldung kam auf S 160.000,- (€ 11.400,-); die Schindeln (nur das Material) für das Kirchendach
kosteten S 66.000,- (€ 4.800,-). Die Restaurierungskosten an Inventar, Fresken, Altäre, Bilder, etc., beliefen
sich auf S 582.000,- (€ 42.300,-); die Restaurierung und teilweise Erneuerung der Kirchenbänke sowie die
Adaption von Ambo und Volksaltar kam auf S 560.000,- (€ 40.700,-).
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Zur Finanzierung der Generalsanierung erhielten wir während der Bauzeit 1997 bis 2003 folgende
öffentliche Geldmittel (in Euro gerundet): Vom Land Steiermark wurden S 160.000,- (€ 11.600,-) aus dem
Kulturbudget und S 170.000,-(€ 12.400,-) aus dem Revitalisierungsfond zugesichert. Vom
Bundesdenkmalamt erhielt der Verein S 50.000,- (€ 3.600,-) für die Turmrenovierung, S 100.000,- (€ 7.300,-)
für die Außenrenovierung und S 250.000,- (€ 18.200,-) für die Innenrenovierung. Die Gemeinde St.
Radegund unterstützt den Vereinszweck alljährlich mit S 30.000,- (€ 2.200,-) bis S 50.000,- (€ 3.600,-).
Hinzu kamen als außerordentliche Subventionen für die Außenrenovierung S 100.000,- (€ 7.300,-) und für
die Innenrenovierung S 300.000,- (€ 21.800,-). Insgesamt belaufen sich die öffentlichen Gelder damit auf
etwa S 1,4 Mio. oder rund € 100.000,-. Die Haussammlung erbrachte bislang etwa S 200.000,- (€ 15.000,-);
der Verein hat etwa S 300.000,- (€ 22.000,-) als Rücklage angespart. Damit sind noch etwa S 400.000,- (€
30.000,-) offen, weshalb wir zunächst auf einen guten weiteren Erfolg bei der Haussammlung hoffen. Der
Rest soll durch Veranstaltungen und zusätzliche Förderungsansuchen (wir hoffen u.a. noch auf
Unterstützung durch die Diözese) aufgebracht werden.
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Noch einige "Vorher-Nachher-Beispiele":
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