Lima-mehr als nur das Goldmuseum

Allgemeines
    Geschichte
Sehenswertes
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    Museen
    Zoo
Stadtteile
    San Isidro
    Miraflores
    Barranco
    Chorrillos
    Callao/La Punta
    Pachacamac
Ausflüge
    Chosica
    Cieneguilla
    Huaral
    Canta
Tipps

LimaLima, die Haupt- und größte Stadt Perus zählt mit den Vororten und der Hafenstadt Callao 10 Mio. Einwohner. Täglich kommen mehr und mehr Indígena nach Lima, die in der Flucht vor Armut und Arbeitslosigkeit ihre andinen Hochtäler verlassen und in diesem Stadtmoloch ihre einzige Überlebenschance sehen. Sie tauchen in den sogenannten pueblos jóvenes (Elendsvierteln aus Wellblechhütten am Stadtrand) unter, die die Stadt ringförmig umschliessen. In diesen Vierteln sind die Indígena nicht nur miserablen Wohnverhältnissen (oft ohne Wasser- und Stromversorgung) und fehlender medizinischer Versorgung ausgesetzt, sondern auch dauernder Armut und Arbeitslosigkeit.
Lima ist das wichtigste Industrie- und Handelszentrum des Landes. Durch die Carretera Panaméricana (verbindet Nord und Süd) und die Carretera Central (verbindet Lima über die Andengebirge mit dem Urwald) ist Lima auch wichtigster Verkehrsknotenpunkt Perus. Von April bis November ist in Lima Winter und die Stadt liegt unter dem garúa, dichter Nebelschleier; dennoch fällt das Thermometer nicht unter 10 Grad. In den Sommermonaten Dezember bis April scheint die Sonne mit Temperaturen um die 25 Grad und die Badeorte locken zu einem Sprung in den Pazifischen Ozean.

Limas Geschichte

lima-centro Am 18. Januar wurde die Ciudad de los Reyes (Stadt der Könige) gegründet. 1551 wurde mit der Universidad de San Marcos die erste Universität ganz Südamerikas eröffnet. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Lima (wie die Stadt fortan von den Spaniern genannt wurde) zur reichsten Stadt ganz Südamerikas. Nachdem der General José de San Martín 1821 die Unabhängigkeit Perus in Lima proklamiert hatte, verliess der letzte spanische Vizekönig die Stadt. Danach setzte die Modernisierung und Industrialisierung ein. Im Salpeterkrieg (1879-1883) besetzten die Chilenen die Stadt. Ende der 50er Jahre setzte dann die grosse Landflucht der indigenen Bevölkerung ein, so dass heute rund ein Drittel aller Peruaner im Grossraum Lima wohnt und die Stadt aus allen Nähten platzt.

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  Sehenswertes

Centro de Lima (Altstadt)

lima-centro Ein Rundgang durch die Altstadt vermittelt einen guten Eindruck vom kolonialen Lima. Dabei sollte man folgende Punkte nicht versäumen:

Plaza mayor: An diesem sicherlich schönsten Platz der Stadt finden die Paraden, Umzüge und Prozessionen statt, zu denen die Gebäude im historischen Stil eine prächtige Kulisse bilden.
centro lima  

Sehenwert ist vor allem der Palacio de Gobierno (Regierungspalast), die Municipalidad (Rathaus) und die Kathedrale von Lima.

Iglesia y Convento de San Francisco: Die Kirche und das Kloster wurden 1546 gegründet und zählen zu den schönsten und grössten Kolonialbauten Limas. Eine Führung, die im Eintrittspreis von US-$ 2 mit eingeschlossen ist, führt auch zu den 300 Jahre alten Katakomben, in denen 70.000 Tote bestattet wurden.

Plaza San Mart&iactue;n Plaza San Martín
In der Mitte des Platzes steht das Reiterdenkmal des Befreiers José de San Martín. Eingerahmt wird er von sehenswerten kolonialen Bauwerken, die einst in einem tropischen Rot schimmerten.

Vom Plaza Mayor kann man eine organisierte Bustour zum nahegelegenen 800 m hohen Cerro San Cristóbal machen. Die Tour führt vorbei an der Stierkampfarena den Berg hinauf. Von oben hat man bei schönem Wetter einen fantastischen Blick auf die Riesenmetropole. Man kann nach Belieben oben verweilen und auch erst mit dem nächsten Bus wieder hinunter fahren.
Preis: etwa 3 Euro.


Museen
Zu den interessantesten Museen gehört sicherlich das Museo de la Nación. Auf drei Stockwerken werden in chronologischer Reihenfolge die verschiedenen Kulturkreise Alt-Perus vorgestellt.

      Avenida Javier Prado Oeste 2466
      San Borja
      Tel. 476-9890, 476-9878
      Di-Fr von 9-18 Uhr
      Sa/So von 8-17 Uhr
      Eintritt: US$ 1

Darüber hinaus kann ich das Museo Nacional de Antropología y Arqueología (archäologisches und antropologisches Nationalmuseum) sehr empfehlen.
Alleine das Gebäude, in dem es untergebracht ist, lohnt einen Besuch.
Das Museum vermittelt einen intensiven Über- und Einblick in die Kulturen der Vorinkazeit von Chavín bis Chimú und auch der Inkazeit. Zu sehen sind schöne Keramiken und Textilarbeiten, Kunstschmiedearbeiten, Stoffe, trepanierte (aufgemeisselte) Schädel, Fotos der Nazca-Linien und Modelle von Ollantaytambo und Machu Picchu.
Im Anschluss daran lohnt sich der Besuch im Museo Nacional de Historia, gleich nebenan. Zu sehen sind koloniale Gemälde, Uniformen, Schriftstücke und Möbel.

      Casona de la Quinta de los Libertadores
      Plaza Bolívar s/n
      Pueblo Libre
      Tel. 463-5070
      Di-Sa von 9-18 Uhr
      Eintritt: US$ 3 (die Karte gilt auch für das Museo Nacional de Historia)

Das bekannte Goldmuseum habe ich nicht besucht, da es im Verhältnis zu den anderen Museen sehr teuer und touristisch ist.

Wer mehr als nur 2-3 Tage in Lima verbringt, der sollte sich folgende Sehenswürdigkeiten nicht entgehen lassen:

Zoo
Parque de las Leyendas: Ein zoologischer Park, in dem die drei verschiedenen Hauptlandschaftsformen Perus (costa, sierra, selva) nachgebildet wurden. Sehr nett gemacht, viele in Peru lebende Tiere sind zu sehen. Bei schönem Wetter eignet sich ein ganzer Tag als Besuch (Picknick dort möglich).

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  Stadtteile

San Isidro
Zwischen Altstadtzentrum und Miraflores an der Costa Verde liegt Limas Gartenstadt San Isidro. Das Herz des gediegenen Wohnviertels ist der Parque El Olivar. Ein paar Blocks dahinter befindet sich Limas Golf Club und die Deutsch-Peruanische Industrie- und Handelskammer.

Besichtigen kann man hier die Huaca Huallamarca - einen restaurierten Maranga-Tempel aus der Vorinkazeit:
      Nicolás de Rivera 201
      San Isidro
      Tägl. 9-17 Uhr
      Eintritt US-$ 0,50.

Miraflores

Costa Verde In diesem modernen Stadtviertel befindet sich das direkt in die Steilküste gebaute, belebte Einkaufs- und Restaurantzentrum Larcomar.
Von dort hat man einen phantastischen Blick auf die Costa Verde bis hin nach Chorrillos.

Huaca Pucllana: eine sehenswerte pyramidenartige Ausgrabung der Lima-Kultur befindet sich auch in Miraflores:
      General Borgoño 800
      Miraflores
      Tel. 444-0540
      Mi-Mo 9-13 und 14-17 Uhr
      Eintritt frei, Führer obligatorisch


Barranco

Barranco
ist ein beliebter Vorort direkt am Meer gelegen, in dem sich viele Künstler angesiedelt haben. Tagsüber liegen die engverschachtelten Gassen mit ihren vielen kolonialen Häusern und malerischen Villen nahezu verträumt da, während sie in der Nacht zu Leben erwachen. Dann füllen sich die zahlreichen Kneipen. Von der Plaza Barranco führt ein steiler Weg zum Meer hinunter. Westlich der Plaza liegt die Puente de los Suspiros (Seufzerbrücke). Vom Mirador bietet sich der beste Blick entlang der Steilküste auf die Costa Verde.

Chorrillos
Chorrillos
Am südlichen Ende des Strandes von Barranco liegt kurz vor den Klippen ein kleiner Fischerhafen und der Regatas Lima Club. Der Hafen bietet einen kleinen Fischmarkt und Fisch und Meeresfrüchte können fangfrisch in einer der kleinen Garküchen gegessen werden. Auch kann man den 273 m hohen Cerro Morro Solar erklimmen und von oben die Aussicht auf das Meer genießen.

Callao und La Punta
In der Hafenstadt Callao gibt es den größten Hafen ganz Südamerikas und man kann die Riesenschiffe bei der Ein- oder Ausfahrt beobachten.
Daneben kann die einzige Festung Limas, das Fuerte Real Felipe und das direkt daneben liegende Museo Naval (Schifffahrtsmuseum) besichtigt werden.

Der kleine Stadtteil La Punta befindet sich direkt neben Callao und ist eine Landspitze, die weit ins Meer hinausragt. Mit etwa 100 Meter Breite besteht sie nur aus zwei Hauptstrassen und man kann sowohl rechts als auch links aufs Meer schauen.

Pachacamac
Der Ausflug zu den gut 33 km entfernten Ruinen von Pachacamac sollte am Anfang einer Perureise als "Schnuppertour" gemacht werden. Nach den Höhepunkten Cuzco und Machu Picchu wird Pachacamac wohl eher eine Enttäuschung sein.
Ein Micro kann ab der Panamericana Sur dorthin genommen werden. Dem Fahrer müssen Sie dann mitteilen, dass Sie zu den Ruinen (und nicht in die Stadt) wollen. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde.
Geöffnet sind die Ruinen Di-So von 9-16 Uhr, der Eintritt kostet US-$ 1,50.

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  Ausflüge

Wer von Trubel, Staub und dem von Mai bis Oktober andauerndem garúa in Lima genug hat, der kann sich in eines der vielen Combis setzen und einen Ausflug in die folgenden Orte machen.

Chosica
Chosica
Dieser Ferienort, auch "Villa del Sol" genannt, liegt bereits 850 Meter hoch und nach wie vor treffen sich hier in den Wintermonaten die Limeños, um etwas Sonne zu tanken.
Erreicht wird Chosica mit einem der zahlreichen Combis vom Plaza Grau im Centro de Lima. Die Busfahrt dauert auf den am Wochenende stark überfüllten Straßen etwa anderthalb Stunden.

Cieneguilla
Cieneguilla
Darüber hinaus lohnt ein Besuch des kleinen Ortes Cieneguilla. Sehr ruhig an einem kleinen Fluß gelegen kann man hier gut ausspannen oder in einem der zahlreichen Restaurants wie links beschrieben "Forelle, kleine Ziege, Hase oder Meerschweinchen", eine Nationalspeise Perus, essen.
Combis nach Cieneguilla starten von der Av. Javier Prado Este aus. Die Fahrt dauert etwa 40 Minuten.

Huaral
Huaral
In der Umgebung dieser kleineren Stadt sind die unzähligen sogenannten Chacras, die Obstanbauplantagen. Millionen von Pfirsich- und Orangenbäme stehen hier, deren Früchte nach der Ernte die Läden Limas füllen werden.
Die Fahrt kann vom Acho, dem Plaza de Toros im Stadteil Rimac von Lima aus gestartet werden und dauert etwa 2 Stunden. Leute mit Höhenängst sollten sich einen Platz im Bus am Gang oder an der Andenseite geben lassen, da der Blick die steilen Sandhänge hinunter auf das Meer etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Canta und Umgebung

CantaEine komplett andere Landschaft können Sie bei einem Besuch des kleinen Andenortes Canta kennen lernen. Auf 3000 Höhenmeter gelegen, von hohen Andenbergen umgeben, gibt es hier eine üppige Vegetation und die Umgebung lädt zu Spaziergängen durchs Dorf oder in die Berge ein.

Obrajillo  
Von Canta aus kann man zu Fuß in das etwa 20 Minuten entfernte kleine Dorf Obrajillo wandern. Dort gibt es einen Wasserfall, man kann auf einem Pferd reiten oder einfach nur die Sonne am Fluß genießen.
Probieren sollten sie hier Pachamanca, ein traditionelles peruanisches Essen aus Fleisch, Maiskolben und anderem Gemüse, das auf einem Feuer unter der Erde zubereitet wird.

Mit dem Bus erreichen Sie Canta nach dreistündiger Fahrt von der UNI (Universidad Nacional de Ingeniería) im Stadtteil Independencia aus.

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  Tipps

Peña Am Freitag oder Samstag Abend sollten Sie auf jeden Fall eine der zahlreichen traditionellen Peñas in Lima besuchen; dies ist eine Folkloreshow, bei der die traditionellen Tänze aus den verschiedenen Regionen in den entsprechenden Kostümen Perus dargeboten werden. Hierbei kann ich die Peña: Las Brisas del Lago Titicaca oder auch Mi Tierra empfehlen:

      Asociación Las Brisas del Lago Titicaca
      Wakulsky 168
      Tel. 332-1881/423-7405
      ab 20 Uhr

Am Samstag und/oder Sonntag Mittag werden in verschiedenen Stadtteilen Familiekleine Essensstände aufgebaut, an denen typisch peruanische Speisen (Vor-, Haupt- und Nachspeisen) frisch zubereitet und verkauft werden. Dies ist sehr nett und sehr praktisch, da man sich vor dem Bestellen das Essen anschauen kann und so auch unbekannte Speisen leichter probieren kann.
Auch kann hier ein Chicha oder andere peruanische Getränke probiert werden.

Lima Kirche Jeden Abend wird ab 18 Uhr am Parque Kennedy in Miraflores ein kleiner sehr schöner Indígenamarkt aufgebaut. Hier können dann traditionelle peruanische Kunstgegenstände ebenso gekauft werden wie Alpaca-Pullover, Lederwaren, Goldsachen oder gebrauchte Bücher.
Am Samstag Abend finden darüber hinaus dort auch noch kleine Open-Air-Konzerte mit Panflöten- oder anderer Musik statt, zu der die Peruaner aller Altersgruppen tanzen.

Wem das in Peru verbreitete Weißbrot irgendwann zu viel geworden ist und wer Sehnsucht nach einem deutschen Brot oder einem deutschen Stück Kuchen verspürt, der kann in die Deutsche Bäckerei fahren:

Panadería, Pastelería Alemana "Alex"
Batallón Callao Sur #185
Los Gardenias
Surco
Tel.: 275-4947

Caleza Den nicht unbedingt billigsten aber sicherlich einen der besten Pisco Sour kann man im La Caleza, nahe der Kirche Virgen del Pilar in San Isidro trinken.
Pisco Sour ist ein Cocktail aus dem hochprozentigen Weinbrand Pisco, Limonensaft, etwas Zucker, gestoßenem Eis und einem steif geschlagenen Eiweiß mit etwas Zimt obendrauf. Auch sollte man hier den leckeren Algarrobina unbedingt probieren.

Gebrauchte Reiseführer über Peru oder Südamerika in verschiedenen Sprachen können im Hostal España, Tel. 427-9196, gekauft werden.

Wer sich erst in Lima entscheidet, in eine Region zu fahren, in der es Malaria gibt, der kann sich noch in Lima beraten lassen und sich gegebenenfalls die Tabletten geben lassen. Die Ausgabe der Tabletten ist kostenlos, allerdings nur an folgender Stelle möglich:
      Dirección de Malaria (Ministerio de Salud)
      Lima Ciudad
      Jirón Raimondi 220 (La Victoria)
      2do piso
Man verpflichtet sich allerdings, einen Bluttest nach der Rückkehr nach Lima zu machen.

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