Titicacasee und Umgebung

Sagen
Puno
Titicacasee
    Schilfinseln der Uros
    Taquile und Amantani
Bolivien
Tipps

"Titicaca" ist aus zwei Aymara-Wörten zusammen gesetzt: "Titi" heißt Puma und "caca" Fels, also "Pumafelsen".
Einer Sage nach stieg einst der Gott Con Ticci Wiraconcha aus dem Titicacasee und erschuf die Sonne und in Tiwanaku die Welt und den Menschen. Tiwanaku ist nach wie vor eine der geheimnisvollsten Kulturen am Titicacsee.
Nach der Sage der Inka setzte die Schöpfergottheit Wiracocha seine Kinder Manco Capac und Ocllo Huaca auf einer Insel im Titicacasee aus, die dann nach Cuzco gingen und dort das Inka-Imperium gründeten.
Eine weitere Sage erzählt, dass nach der Eroberung des Inkareiches durch die Spanier die Tempelwächter der Sonneninsel den sagenhaften, nie gefundenen Goldschatz der Sonneninsel im Titicacasee versenkt haben sollen.

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  Puno

Die Hauptstadt des gleichnamigen Departamento liegt auf 3830 m Höhe. Sie liegt direkt am Titicacasee, dem höchsten schiffbaren See der Welt. Wegen der Lage der Stadt kann die Höhe bei höhenungewohnten Personen zu Problemen führen. Auch die nächtliche Kälte mit Temperaturen unter dem Nullpunkt ist verrufen. Puno selbst bietet kaum Sehenswertes, es lohnt jedoch ein Besuch des täglich stattfindenden Marktes. Darüber hinaus ist der Ort auch die Folklorehauptstadt Perus, berühmt für farbenprächtige Volks- und Tanzfeste sowie für die ausgelassene Diablada.
Puno ist Ausgangspunkt für Reisen um den Titicacasee. Unbedingt sehenswert ist ein Ausflug zu den schwimmenden Schilfinseln der Uro-Nachfahren sowie zu den Inseln Taquile und Amantani. Darüber hinaus kann man auch einen Ausflug in das nur drei Busstunden entfernte Bolivien machen und dort hinter der Grenze in dem kleinen Ort Copacabana sehr idyllisch am Titicacasee gelegen übernachten. Von hier lassen sich dann die Isla de la Luna und die Isla del Sol per Boot an einem Tage erkunden.

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  Titicacasee

Der geheimnisumwobene Titicacasee ist mit einer Fläche von 8562 qkm (fast 13 mal größer als der Bodensee) und 3810 m über dem Meer der höchstgelegene schiffbare See der Erde. Er liegt zwischen Peru und Bolivien: 195 km lang, 65 km breit, 304 m tief und für seinen Fischreichtum bekannt. Die Region des Sees wird auch als Ursprung des Kartoffelbaus betrachtet.

Schwimmende Inseln der Uros

Uros Das Volk der echten Uros ist heute ausgestorben. Die Inka konnten sie nie unterwerfen, da sie sich bei Auseinandersetzungen immer auf ihre Schilfinseln zurück ziehen konnten.
Die heutigen Insel-Bewohner sind Mestizen, Nachfahren der Aymara und Quechua und leben fast durchweg vom Tourismus.
Totora
Uros Boot Das Totora-Schilf war und ist das Lebenselement der Uros. Aus ihm bauen sie ihre Inseln, Schilfhütten und die bekannte Totora-Boote. Darüber hinaus dienen die Stengel des Schilfes auch als Nahrungsquelle.
Die Totora-Inseln werden aus verschnürten Schilfrohrbündeln gebaut. Sie müssen etwa alle sechs Monate ausgewechselt werden, da sie ansonsten zu sinken drohen. Auch beschädigte oder verfaulte Teile müssen stetig ersetzt werden. Das Gehen auf der Insel ist wie auf einer weichen Matraze oder einem Daunenkissen.

Taquile und Amantani

Taquile oder die Insel der strickenden Männer:
die 35 km von Puno entfernte Insel ist 5 km lang, 1 km breit und bis zu 264 m über der Seeoberfläche. Hier werden zahlreiche Riten zelebriert und ebenso zahlreiche Feste gefeiert. Bekannt ist Taquile allerdings für seine strickenden Männer. Während die Frauen unentwegt spinnen, stricken die Männer in ihren langen Zipfelmützen daraus schöne Textilien. Die Grundfarbe der Textilien ist weiß, eingearbeitete Muster meist rot.

Die Insel Amantani ist etwa 4*8 km groß. Mit ihren terrassierten Feldern war sie schon vor der Inkazeit bewohnt. Heute leben hier 3000 Einwohner. Amantani ist noch ziemlich untouristisch, die Besucher werden auf die Familien in den Dörfern verteilt und mit Reis, Ei, Fisch, Kartoffeln und Tee versorgt.

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  Bolivien

Von Puno bis zur bolivianischen Grenze sind es etwa 2 Stunden Fahrtzeit (150 km) in einem der vielen Kleinbusse oder Colectivos, die früh morgens in Puno los fahren. Wer nach Bolivien einreisen möchte, muß sich zuvor an der peruanischen Grenzstation einen Ausreisestempel geben lassen. Dann geht es zur bolivianischen Grenzkontrolle nur ein paar Meter weiter, an der man ein Visum für Bolivien bekommt. Bolivianisches Geld kann im letzten peruanischen Ort Yunguyo bekommen. Die Uhr muß eine Stunde zurück gestellt werden. (Wer nur ein paar Tage in Copacabana bleiben will, bekommt bei der Wiedereinreise nach Peru automatisch ein weiteres Visum für drei Monate, kostenlos).
Von der Grenze sind es dann bis nach Copacabana nur noch 10 km.

Copacabana
Bolivien Das bolivianische Copacabana (20.000 Einwohner, 3818 m) legt in sehr idyllischer Lage direkt am Titicacasee. Der Ort war auch Namensgeber des berühmten Strandes von Río de Janeiro, als dort einst eine kleine Kapelle zu Ehren des Wallfahrtsortes Copacabana am Titicacasee errichtet wurde.

Copacabana  

 

 

 

Copacabana blickt auf eine über 3000 Jahre alte Geschichte zurück, er war einst ein bedeutendes Zeremonial- und Kultzentrum und ist heute ein wichtiger Wallfahrtsort.
Sehenswert ist die Basílica von Copacabana, die sich in ihrer weißen Farbe sehr vom dunkelblauen Himmel abhebt.
Darüber hinaus lohnt eine Wanderung zum naheliegenden Cerro Calvario. Sie beginnt in der Destacamento und führt an 14 Kreuzstationen vorbei. Nach einem 30 minütigen Aufstieg wird man mit einem fantastischen Blick über den Titicacasee insbesondere während der Abenddämmerung belohnt.

Copacabana Auf dem Platz vor der Kirche war eine Versammlung, es sollte eine "persona muy importante" kommen. Diese kam dann auch: der Bürgermeister des Ortes, der allerdings nicht sehr beliebt zu sein scheint. Erst wurden Plakate mit der Aufschrift "Que muera el alcalde!" (der Bürgermeister soll sterben) hochgehalten und dann flogen nur nach einigen Sätzen seinerseits die Orangen auf ihn. Die Polizei hielt Schutzschilder vor ihn, doch nach 10 Minuten stürzten sie mit ihm davon, Orangen flogen hinter her und alle rannten dem Auto nach. Eine Demonstration auf peruanisch !

Die Attraktion von Copacabana ist aber ein Bootsausflug zur Isla del Sol (Sonneninsel) und zur Isla de la Luna (Mondinsel).

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  Tipps

Auf den schwimmenden Inseln sollte man nicht zu lange an einer Stelle stehen bleiben, da man sonst Gefahr läuft, ins Wasser einzusinken.

Zum Besuch der oben erwähnten Inseln empfehle ich einen Zwei-Tagesausflug von Puno aus (1.Tag: schwimmende Inseln der Uros, Übernachtung auf der Insel Amantani in einer Familie, 2.Tag: Weiterfahrt zur Insel Taquile). Zahlreiche Reiseveranstalter bieten diese Tour von Puno aus an.

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