Das Great Barrier Reef , das größte Korallenriff der Erde, wird oft
als eines der Weltwunder bezeichnet. Es besteht jedoch nicht etwa aus nur einen
einzigen Riff, sondern ist ein Komplex von fast 3000 einzelnen Korallenriffen,
die sich von Papua Neuguinea bis zu Maryborough im Süden von Queensland
erstrecken. Das äußere Riff, auf dem australischen Festlandsockel
aufgebaut, ist im Süden bei Mackay 250 km, im Norden nur gut 30 km vom
Festland entfernt und an seinem Rand fällt es steil bergab. Die gewaltige
Größe dieses Korallensystems konnte Matthew Flinders nicht ermessen,
als er im Jahre 1802 eine Durchfahrt suchte und das ihn immer wieder an der
Einfahrt hindernde Riff und die dazugehörenden Inseln schlicht "The
Great Barrier" nannte.
Ich habe für unseren Australienaufenthalt noch in Österreich den Tauchschein gemacht. Dieser Aufwand hat sich jedenfalls gelohnt. Beim Tauchen ist man in Mitten herrlicher Korallen, um einen herum die Fischschwärme, einfach super. Auch die Bedingungen am Great Barrier Reef waren ausgezeichnet: Sichtweite von 30 m, Wassertemperaturen von 28° C, herrliche Korallen und die verschiedensten Fische. Unserer 1. Tauchausflug bei Cairns war um einiges schöner als der zweite bei den Whitsundays. Der Vorteil, den Cairns hat ist, dass das äußere Riff näher beim Festland ist, als weiter südlicher bei Airlie Beach und auch die Tauchschiffe scheinen mir in Cairns besser ausgerüstet zu sein.
Korallen entstehen nur bei einer permanenten Wassertemperatur über 17,5° C und in einer Tiefe von maximal 25m, da sie für ihr Wachstum Licht benötigen. Sie werden von einem Meerespolypen gebildet, der durch die Produktion von Kalk eine harte Oberfläche hervorbringt. Aus diesen einzelnen Polypen entsteht das gesamte Riff. Wenn die Polypen absterben und ihre harten Korallenreste hinterlassen, entstehen darauf wiederum neue Polypengenerationen , die so das Reef weiterwachsen lassen. In Tausenden von Jahren ist so ein Naturwunder entstanden, das sich aus den einzelnen Riffen und Inseln zusammensetzt und an manchen Stellen mehr als 500 m dick ist.
Wir
buchten unseren Tauchausflug an der Esplanade in einem Buchungsbüro. Die
Dame empfahl uns die TUSA, ein sehr professionelles Unternehmen, das
sich auf Kleingruppen spezialisiert hat, dafür aber etwas teurer ist. Wir
machten mit dieser Tour sehr gute Erfahrungen. Pünktlich vom Hotel abgeholt
legten wir um 7:45 vom Hafen ab und waren in 90 Minuten am äußeren
Reef. Insgesamt waren 31 Leute (Schnorchler, Tauchschüler und zertifizierte
Taucher) und 9 Besatzungsmitglieder am Schiff. Kosten für 2 Tauchgänge:
175 A$ und zwei mal 15 A$ für den Tauchguide. Man merkte, dass die Crew
das nicht zum erstenmal machte, jeder Handgriff saß, man mußte nur
mehr sein Equipment anziehen und sich zum Abtauchen am Bootsrand hinsetzen.
Für jeden Taucher stand auch ein Tauchcomputer zur Verfügung. Den
ersten Tauchgang machten wir am Hasting Reef, nach der Mittagspause fuhren wir
zum zweiten Tauchspot, Jorgeys Patch. Dort lernten wir auch "Wallie"
kennen ein ca. 1m großer Fisch, von dem man am Anfang noch ein wenig Respekt
hatte, doch mit der Zeit merkte man, daß er nur gerne mit den Tauchern
spielt. Es war einfach super.