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Pamhagen
Herr Martin Steiner aus Pamhagen (Gasthaus in der
Hauptstraße) hat diese Bilder gesammelt
und mir zur Veröffentlichung freigegeben. Im Frühjahr 2002 war
im Gasthof Steiner eine großartige
Ausstellung
in der die Vergangenheit des Ortes und seiner Bevölkerung
vorgestellt worden ist.
(c) 2002 K. Unger und M. Steiner
Aus der Hausarbeit von VDir. i. R. Matthias Guszmann
DIE LAGE DES ORTES.
Pamhagen liegt am 17.Grad östlicher Länge und am 48.Grad nördlicher Breite und gehört zum Seewinkel. Es liegt an der ungarischen Grenze und berührt mit den südwärts reichenden Feldern die Nachbarlandschaft, den Waasen. Als Begrenzung des Seewinkels nennt man die Bahnlinie Pamhagen Neusiedler/See und das Ostufer des Neusiedler Sees. Der Reichtum an Lacken, Wiesen, an versumpften Stellen und die langen, ebenen Felder, gehören zur Charakteristik der Landschaft. Pamhagen liegt in einer Höhe von 120 m über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung misst 123 m. Sie heißt im Volksmund und auch auf der Karte "Mühlberg" und liegt am Nordausgang des Dorfes. Der Hügel ist aller Wahrscheinlichkeit nach künstlich angeführt worden und trug bis ungefähr 1700 die erste Kirche der Gemeinde. Später, um 1800 wurde an Stelle der abgetragenen Kirche eine Windmühle erbaut, die bis zum Beginn des ersten Weltkrieges den Schrotbedarf der Gemeinde deckte. Heute ist der Hügel unbebaut und wird landwirtschaftlich genutzt. Außerdem finden sich am Hotter noch einige Hügel. die ebenfalls künstlich aufgeschüttet worden sein dürften, die "Zwei Bühel" und die "Burg". Naheliegend erscheint es, dass es sich dabei bei den "Zwei Büheln" um Überreste einstiger römischer Wachttürme handelt. Man findet sie nicht allein auf Pamhagner Hotter, sondern in gewissen Abständen bis Neusiedl am See.
Die
tiefstgelegene Stelle des Hotters misst 115 m und wird heute als nasse,
versumpfte Wiese genutzt. Der Wasserspiegel des Sees liegt 116 m hoch. Ebenso
tief wird die durchschnittlich Meereshöhe der anschließenden Landschaft, des
Waasens, angegeben. Die Landschaft weist kein Gefälle auf.
DIE ORTSGRÜNDUNG UND DIE VERÄNDERUNGEN AN DER SIEDLUNG
Zur
Zeit der Babenberger, vielleicht etwas früher oder später, man weiß es nicht
genau, wurde Pamhagen gegründet. Die Überlieferung berichte das die ersten Hütten
dort errichtet wurden, wo sich heute der Ortsteil "Am Lapp"
ausbreitet. Das erscheint glaubhaft, da als "Lapp" jede erhöhte
Stelle bezeichnet wird, die von Wasser umgeben ist. Außer dem Ortslapp gibt es
noch einen "Fischwasserlapp" und einen "Kuhlapp". Der "Ortslapp"
besteht heute noch und zählt 9 Häuser. Diese
zählen zu den kleinsten der Gemeinde und haben kein "Hintaus", das
heißt, die Häuser stoßen mit der Rückseite aneinander, sodass eine Ausfahrt
oder auch nur ein Ausgang nach rückwärts unmöglich ist. Die Höfe sind kaum 2
m breit. Sie wurden mit Absicht so eng gebaut, um die damals in großer Anzahl
hier hausenden Rohrwölfe leichter von den Stallungen abhalten zu können.
Der Unterbau der Häuser war in früherer Zeit meist Kot. Arme Leute mischten Kot mit Spreu und stampften das Gemenge in der gewünschten Mauerbreite zwischen zwei Pfosten zur Grundmauer hoch. Der Vorgang war derselbe wie er heute bei Zementbauten geübt wird. Den Fußboden bildete der "Fleets", ebenfalls aus Kot und Spreu hergestellt wird. In unserer Mundart nannte man die auf solche Art hergestellten Mauern "gsatzte Mauern". Reichere Leute gaben sich damals schon nicht mit dieser Bauart zufrieden und machten sich selbst Kotziegel. Auf dem unproduktiven Gelände, rund um das Dorf, sieht man in unsren Tagen noch die "Ziegelgruben", die Stellen, wo die Erde zum "Ziegelschlagen" entnommen wurde. Als Bindemittel beim Aufstellen der Mauernwand fand ebenfalls Kot Verwendung. Die auf solche Art und Weise hergestellten Häuser zeichnen sich durch große Trockenheit aus und halten gut. Es gibt heute noch viele Gebäude in der Gemeinde, die aus Kotziegeln erbaut sind. Ganz reiche Bauern verwendeten als Baumaterial, zumindest für den Unterbau, so genannte Bruchsteine. Im Winter, wenn der See zugefroren war und eine feste Eisschicht trug, fuhren sie mit Schlitten, die hoch mit Dünger oder Hais beladen waren, über den See nach Rust, Mörbisch und Oggau und tauschten dort ihre Ware gegen Wein und Bruchsteine aus dem St. Margarethener Steinbruch. Verhältnismäßig spät wurden bei uns die gebrannten Ziegel verwendet. Die ersten bei uns verwendeten, stammten aus der benachbarten ungarischen Ortschaft Szeplak, die eine Ziegelbrennerei hatte. Die Bedachung ging allmählich vom Rohr zum Ziegeldach über. Im Jahre 1836 wurde das erste Haus Nr.185 mit Dachziegeln gedeckt. Dies war für den ganzen Ort ein Ereignis. Schindeldächer gab es in Pamhagen nur ganz wenige, da Holz immer rar und teuer war. Nicht nur die Baustoffe, sondern auch die Bauweise änderte sie sich. Die alten Leute bauten die Stuben meist ein bis zwei Stufen unter das Erdniveau. Man trat vom Hof in die Küche und von dort gelangte man in die Stube. Fenster und Türen waren klein. Der Urgrund für diese Bauweise war der Wunsch, Stuben. die sich leicht heizen lassen, zu besitzen.
Auszug aus der Hausarbeit von VDir. i. R. Matthias Guszmann
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