|
[HOME] [LINDWURM] [GEOGRAFIE] [HOTLINKS] |
|
Die Drachen verübten viele schreckliche Gewalttaten, so dass sie zum Symbol des Bösen und der Gefahr wurden. Der griechische Held Herakles tötete die neunköpfige Hydra-Schlange, in der germanischen Sage tötete Siegfried den Drachen Fafner und Donar (Thor) die Midgard-Schlange, während in der angelsächsischen Beowolf-Sage der Held im Kampf mit einem Drachen fällt. In dieser geistigen Umwelt ist vermutlich - neben anderen alpenländischen Drachensagen - auch die Überlieferung vom Lindwurm entstanden. Vergleicht man die verschiedenen Darstellungen von Drachen
und Lindwürmern, so gibt es trotz vieler Unterschiede und Variationen im Detail doch
wesentliche Übereinstimmungen. Gemeinsam sind allen ein reptilartiges Aussehen und eine
schuppige, fast undurchdringliche Haut. Sie haben meist ein Maul voll spitzer Zähne und
häutige Flügel - woher letztere wohl kommen? Vielleicht aus der häufigen Gleichsetzung
von Drachen mit dem geflügelten Teufel! Die Drachen hausen meist in Sümpfen, Seen oder
unheimlichen Höhlen und wurden bei uns vielfach mit Wasserkatastrophen und anderem Unheil
in Verbindung gebracht. Auf vielen alten Darstellungen ähneln sie mehr oder weniger den
Saurierrekonstruktionen, wobei diese unsere Phantasie so beflügelnden Urzeittiere
freilich erst seit etwa 200 Jahren gezielt ausgegraben werden. Im Triumph wurde er im Rathaus an einer eisernen Kette aufgehängt. Meist wird als Fundjahr 1335 angegeben (dies wird in der letzten Zeit bezweifelt und als Lesefehler statt 1535 oder 1555 interpretiert). Weiters soll die Lindwurmgrube erst durch die systematischen Grabungen nach Virunum im Verlauf des 16. Jh. entstanden sein. Tatsächlich begannen die systematischen Grabungen im Bereich dieser alten Stadt erst im ausgehenden 18. Jh., und sie führten auch nicht zur Entstehung so großer und tiefer Gruben. Aber vielleicht wurde durch den Schädelfund die alte Drachenüberlieferung zu jener Sage konkretisiert, die uns Georg Graber in seinen Sammlungen überliefert hat: Als der Kärntner Fürst von der Karnburg gebot, da hausten Ur und Eber in der weiten Ebene vom Wörthersee bis zur Drau. Zuzeiten, bei bösem Wetter hörte man ein dumpfes Geheul, ein fürchterliches Knurren . . . In kurzer Zeit stand auf der höchsten Stelle am Rande des Sumpfes ein fester Turm da. "Wer es wagt", sprach der Fürst zum Volke, "mit List oder Gewalt sich des Ungetüms zu bemächtigen, dem sei der Turm und reicher Lohn." Bald zog ein mutiges Häuflein von Knechten hin zum Streite. Ein feister Stier ward an einer Kette festgemacht und ein gewaltiger Widerhaken daran befestigt. Bald brauste es auf in dem Sumpfe, wie ein Pfeil hervor schießt ein scheußlicher Wurm, geflügelt und panzerbedeckt, seine Krallen packen das Tier und sein Rachen öffnet sich, um den Raub zu verschlingen. Da fasst den weichen Gaumen das gekrümmte Eisen. Die Knechte springen rasch hervor, und mit eisernen Keulen gelingt es ihnen, das Ungeheuer zu erlegen. Am Ort des Drachenkampfes entstand mit der Zeit ein friedliches Dörfchen an der Stelle der späteren Stadt Klagenfurt. Im Jahr 1514 verwüstete eine schwere Feuersbrunst das
Städtchen, das bereits 1511 ein heftiges Erdbeben arg mitgenommen hatte. Der Wiederaufbau
schleppte sich aus Geldmangel derart dahin, dass Kaiser Maximilian I. das Interesse an der
verarmten Stadt verlor und sie 1518 den Ständen übergab. Verständlicherweise wollten
die selbstbewussten Stände auch dem sagenhaften Wappentier ihrer Stadt ein Denkmal
setzen.
Vor 160 Jahren wurden die Klagenfurter aus ihren stolzen
Drachenträumen gerissen! Im Jahr 1840 kam der Grazer Professor Franz Unger nach
Klagenfurt, um sich den berühmten Schädel anzusehen. Er erkannte, dass der Kopf
keinesfalls von einem Lindwurm stammen könne, sondern der Rest eines eiszeitlichen
Nashorns sein müsse. Diese an die Kälte gut angepassten Tiere waren auch in Kärnten
offenbar recht häufig, wie relativ zahlreiche Funde beweisen.
|
|
[HOME] [LINDWURM] [GEOGRAFIE] [HOTLINKS] mailto:lindwurm@carinthia.com Juni, 2000 |