Die
Ausbreitung holocaustrelativierender TierRECHTSgruppen hat weder vor der
autonomen Linken noch vor trotzkistischen Gruppen haltgemacht. Während einer
der Obertierrechtler der „Offensive für Tierrechte“ (OFT) mittlerweile bei der
trotzkistischen Linkswende gelandet ist und dort wohl die seither existierende
Tierrechtsecke gestaltet, veröffentlichte die autonome Zweiwochenzeitschrift
TATblatt kurz vor der Sommerpause eine Schwerpunktnummer (+140 bis 143) unter
dem Titel „Tier?Rechte“. Der Inhalt der Zeitschrift wäre aber besser ohne das
Wort vor dem Fragezeichen beschrieben gewesen. Neben einer völlig
unkommentierten Selbstdarstellung des holocaustapologetischen Verein gegen
Tierfabriken (VgT) (1) und einer Reihe von antispezizistischen Dummheiten wird
in einem Artikel, wiederum völlig unkommentiert, offen der Holocaust mit der
modernen Massentierhaltung gleichgesetzt. Die Begriffsverwendung „Tier-KZ“ wird
lediglich aus taktischen, nicht aber aus inhaltlichen Gründen abgelehnt:
„Nur
zu oft nehmen Menschen, die sich nicht mit Inhalten der Tierrechtsidee
auseinandersetzen wollen, den KZ-Verleich als willkommenen Anlaß jede
inhaltiche Diskussion über das Anliegen der TierrechtlerInnen zu vermeiden, um
nur ja nicht liebgewonnene Konsumgewohnheiten überdenken zu müssen. Ich bin
aber auch nicht der Auffassung, daß das, was den Tieren heute angetan wird,
weniger schlimm oder weniger verurteilenswürdig ist, als das, was in den
Konzentrations-, Arbeits- und Vernichtungslagern, in den Ghettos und auf den
Straßen der Städte vor den Augen aller geschehen ist.“ (2)
Dazu
paßt denn auch die Illustrierung der Zeitschrift. Laut TATblatt-Redakteuren
wurde „unbewußt“ im Abstand von 2 Seiten einmal ein Schweine-erschießender Mann
und einmal ein Menschen erschießender Nazi abgebildet.
Die
TATblatt-Redaktion selbst stellte auf massive Kritik hin zwar mündlich fest,
daß nicht sie die Zeitschrift gemacht hätte, sondern eine unabhängige
Tierrechts-Redaktion, die inhaltliche Verantwortung für diese Nummer liegt
jedoch genauso beim TATblatt, wie bei jeder anderen TATblatt-Nummer. Außerdem
solidarisierte sich die TATblatt-Redaktion ausdrücklich in einem eigenen
Vorwort mit den BlattmacherInnen der Sondernummer und griffen jene
tierrechtskritischen Gruppen an, die sich wie wir geweigert hatten,
tierrechtskritische Alibiartikel zu verfassen um die Veröffentlichung solch
menschenverachtender TierRECHTSpositionen zu legitimieren.
Die
beschriebene Tierrechtsnummer des TATblattes wurde übrigens, unserer Meinung
nach zu Recht, vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstans unter
„Neues von ganz Rechts“ erwähnt.
Petra
Meier
(1)
siehe
dazu unsere bisherigen Artikel über rechtsextreme TierRECHTler, insbesondere
der Artikel „TierRECHTSbewegung“ in radiX Nr.1, (Winter 1998/99) oder
www.oekoli.cjb.net
(2)
„Einer
von der OFT“: Tier-KZ? Analyse und Verwerfung eines Vergleichs, TATblatt Nr.
140/141/142/143, Juni 2000