Erschienen in ÖkolinX Nr.23, 1996
Titel:
Und ewig rauschen die Wälder
Autor: Peter Bierl, Mitarbeit: Anke Lehmann
Antext: ÖkoLinX 23/1996 - Mit den ideologischen Grundlagen des
organisierten tierrechtsbewegten Veganismus setzt sich der folgende Beitrag
auseinander. Die Veganismus-Diskussion in der autonomen Szene ist zwar
abgeflaut, das Potential von Bioregionalismus und Tiefenökologie, ökofaschistische
Tendenzen zu stärken, ist geblieben. An Lebensgefühl und Geldbeutel
verschiedener Gruppen ausgerichtet, transportieren sie mit neuer Begrifflichkeit
bekannte Positionen wie die Legende von der Überbevölkerung als Ursache ökologischer
Zerstörung und sortieren in lebenswertes und unwertes Leben. Anknüpfen können
sie bei Bevölkerungspolitik und Rassismus an den gesellschaftlichen Konsens und
an den Singer-Diskurs um Euthanasie. Von dem australischen Bioethiker hat die
Bewegung die Begriffe Speziesismus und Tierrechte übernommen. In diesem ersten
Teil geht es um Grundbegriffe und die bundesdeutsche Szene, in der nächsten ÖkoLinX
folgt ein Beitrag über die Bewegung in den USA.
Lauftext: Typisch für den moralischen Rigorismus der Bewegung ist die
Rede eines Mitglieds der Veganer Offensive Ruhrgebiet (VOR), gehalten auf der
Jahreshauptversammlung des Bundesverbandes der Tierbefreier im April 1993:
Lederschuhe, Wolle, Milch- („Milch ist Raubmord“, andere sprechen von „weißem
Blut“), Honig- und Eierkonsum werden abgelehnt. Bei Hühnern ist egal ob sie
aus einem „KZ-Schuppen" stammen oder nicht. Der Veganismus bekämpfe den
„Mythos des glücklichen Huhnes auf der grünen Wiese", verkündet der
Redner und militante VeganerInnen attackieren deshalb auch Biometzgereien.[1]
Auf dem Autonomie-Kongreß im April 1995 in Berlin versuchte die
Veganismus-Fraktion ihren Einsatz gegen die Ausbeutung und Quälerei von Tieren
in den Rang des Kampfes gegen eine „unity of oppression“ zu heben. Das
theorielose Aneinanderreihen von Kapitalismus, Rassismus und Sexismus sollte um
eine Facette erweitert werden. So wie am Beginn der Triple-Oppression-Debatte
behauptet wurde, der Marxsche Klassenbegriff sei überholt, formulierten die
AutorInnen des Kongreßpapieres „Durch Wände sehen“, daß es auf dieser
Welt noch viele andere schlimme Dinge gibt, die der Triple-Oppression-Ansatz
ausklammere: „In England z.B. werden längst ageism (Unterdrückung aufgrund
des Alters) und ableism (Unterdrückung aufgrund von Nicht-/Fähigkeit) als
eigenständige Unterdrückungsformen zwischen Menschen genannt, jenseits davon
z.B. speciesism (Unterdrückung einer Spezies/eines Lebewesens durch ein
anderes.“[2]
Mit dieser letzten Stufe, der Unterdrückung eines Lebewesens durch ein
anderes, ist keineswegs eine generelle Absage an Theorie erreicht, sondern der
Übergang zu einer bürgerlich-autoritären. Der Mensch ist dem Menschen ein
Wolf, schrieb im 17.Jahrhundert der Theoretiker der absolutistischen Diktatur,
Thomas Hobbes und hob damit in den Rang einer quasi natürlichen Bestimmung, was
die entstehende kapitalistische Konkurrenzgesellschaft aus den Menschen formt.
Daß der Mensch von Natur aus schlecht ist, gehört seitdem zum Überzeugungsrepertoire
jener, die ein bürgerlich-liberales politisches System durch eine Diktatur
ersetzen wollen und ein „Recht des Stärkeren“ propagieren, zwecks Abbau von
erkämpften sozialen Leistungen und Selektion bis Ausmerze von Armen,
Behinderten, Kranken und Alten.
Daß der Mensch verderbt ist durch die Zivilisation und der Planet von
der Plage befreit werden muß, ist der Kern der Lehre von der sogenannten
Erdbefreiung. Namen wie Earth First! (EF) sind Programm. Die äußersten
Konsequenzen dieses Weltbild illustrierte die Zeitschrift Instinkte:
beispielsweise Fotos vom Erdbeben in der japanischen Stadt Kobe mit dem Text
„Die Rache der Erde“ oder die Verklärung eines Mörders, der Betonbrocken
von einer Brücke warf und damit einen Autofahrer tötete.[3]
Die Diskussion in der autonomen Szene entbrannte aufgrund der unerträglichen
Gleichsetzung der Verbrechen des NS-Faschismus mit der quälerischen Praxis von
Massentierhaltung und Tierversuchen und wegen Attacken auf Homosexualität und
eine selbstbestimmte weibliche Sexualität durch Gruppen wie Hardline/Frontline.
Bereits 1994 gab es in München Streit nach einem VeganerInnen-Auftritt am
1.Mai. Ausgehend von der Hypothese des „Speziesismus als verkannter
Herrschaftsform" folgte der Begriff Tier-KZs. Beim Gebrauch von
Lederschuhen, Milch und anderen Tierprodukten halluzinierten die VeganerInnen
schon einen „faschistischen Kontext." Die sprachliche Herabwürdigung von
Tieren setzten sie analog der NS-Propaganda gegenüber Juden, die in beiden Fällen
zur Vernichtung führe. Tierzucht wurde auf die gleiche Stufe gestellt wie
NS-Bevölkerungpolitik und Rassegesetze.[4]
Die Debatte in der autonomen Szene offenbarte Defizite beim Thema Ökologie,
die die bioregionalistische Ideologie ausfüllen könnte, womit zugleich deren
esoterische und ökorassistische Komponenten transportiert werden. Bei aller
Kritik im Detail bekannte sich beispielsweise die Gruppe „Im Rausch der
Tiefe“ zu einem „nicht-homozentristischen“ Standpunkt, also einem Denken,
daß prinzipiell nicht vom Menschen ausgeht, sondern von Esoterik und einer
diffus aufgefaßten Natur: Es sei ein Fehler der Linken, Spiritualität zu
tabuisieren oder als faschistisch zu kritisieren. Religion sei „nicht nur der
Stoßseufzer des unterdrückten Volkes, sein Opium", sondern positiv. Als
Beispiel mußten wie gehabt nicht weiter bezeichnete „amerikanische
Indianer“ herhalten. Als nichtausbeuterische Alternative zum Veganismus schlägt
die Gruppe eine „menschliche Praxis des Tötens" vor, wie sie „indigene
Völker“ pflegen, die Tiere vor dem Schlachten und Verspeisen heilig sprechen
und dankbar sind.[5]
Seltenheitswert hatten Positionen, die den Naturbegriff der Vegan-Szene
als biologistisch kritisierten oder das Einebnen der Unterschiede zwischen
Mensch und Tier als geistige Vorbereitung für die Vernichtung von Menschen oder
den spießig-kleinbürgerlichen Charakter einer umstürzlerischen Strategie
durch den revolutionierten Magen-Darm-Trakt.[6]
So wie das friedensbewegte Dogma einst besagte, daß der Friede in der kleinsten
Hütte beginnt, pflegen die VeganerInnen heute den naiven Glauben, korrektes
Konsumieren beziehungsweise Nichtkonsumieren löse alle Probleme. Nun mag es
gute Gründe für vegetarische Ernährung geben, die simple Rechnung, daß im
Trikont niemand verhungert sondern siebenmal mehr Nahrung zur Verfügung steht,
offenbart Unkenntnis. So wie in den 30er Jahren mit Kaffee beheizt in Brasilien
die Lokomotiven fuhren, werden bis heute zum Zweck der Kapitalverwertung
pflanzliche Produkte, potentielle Nahrungsmittel, vernichtet. Oder auf den Böden
in Kolumbien und Kenia wachsen Blumen für den deutschen Muttertag oder die Flächen
sind für „nachwachsende Rohstoffe“ etwa für den ökologisch zerstörerischen
Autoverkehr einkalkuliert.
Völlig unbeeindruckt von der bundesdeutschen Debatte startete das österreichische
linksradikale Tatblatt im Herbst 1995
eine Serie über „Ökos ohne Furcht und Tadel“ Im ersten Beitrag über Earth
First! in den USA wurden zwar bevölkerungspolitisch-rassistische Positionen erwähnt,
aber Militanz, Verfolgung durch das FBI und ein angeblich fortschrittlicher Flügel
namens „SozialökologInnen“ - in Wahrheit agieren unter dieser Bezeichnung die schärfsten
KritikerInnen der EF - genügten für die falsche Schlußfolgerung,
„Biozentrismus ist eine revolutionäre Philosophie."[7]
Die Anfänge der Bewegung
Was sich hierzulande vor allem als tierrechtsbewegter Veganismus
austobt, basiert auf den ideologischen Konzepten der Tiefenökologie und des
Bioregionalismus, die in den USA entstanden sind. Ihrem menschenfeindlichen und
ökofaschistischen Gehalt nach sind sie mit jenen der deutschen FaschistInnen
kompatibel. Dazu kommt eine Radikalisierung von Vegetarismus und Tierschutz zu
Veganismus und Tierrechten, der ideologisch vor allem auf den
Euthanasie-Propagandisten Peter Singer zurückgeht.
Die tiefenökologische und bioregionalistische Strömung entwickelte
sich im Lauf der 70er Jahre in den USA als Teil der gegenkulturellen Strömungen
(Hippies), der Ökologie- und Frauenbewegung. Im Gefolge des New Age breitete
sich die Bewegung in den 80er Jahren aus; was den militanten Flügel betrifft
begünstigt durch das Versagen reformistischer Ansätze. Bioregionalismus und
Tiefenökologie begründen eine esoterische, ethnopluralistische, ökorassistische
Bewegung, die in den USA mit ihrem Anti-Zentralismus und Bürgerwehr-Konzepten
Berührungspunke zum konventionellen rechten/konservativen Spektrum hat.
Wichtig für die Verbreitung waren am Anfang literarische Werke wie der
Roman „Ökotopia“ (1975) von Ernest Callenbach. Der New Yorker Reporter
William Weston bereist 1999 die ehemaligen US-Bundesstaaten Oregon, Washington
und den Norden Kaliforniens. Unter der Führung der „Survivalist Party“ hat
sich das Gebiet 1980 abgespalten und einen bioregionalistischen Staat errichtet.
Das fiktive Tagebuch über den ökotopianischen Alltag, die gesellschaftliche
Struktur, die Institutionen und Umgangsformen, sind von der Radikalität der
EF-Ideologie noch entfernt, enthalten aber schon eine krude Mischung aus
emanzipatorischen und rechten Vorstellungen. Leben in großen Kommunen,
Kleinfamilien und exklusive Paarbeziehungen sind aufgehoben, die politische
Struktur kombiniert repräsentative und basisdemokratische Elemente. Es gibt
keine Autos, sondern ein ausgebautes Netz aus Zügen und Bussen, einschließlich
einer Art Magnetschwebebahn. Sonnen- und Windenergie, Biomasse, Erdwärme und
Gezeitenkraftwerke haben Atomenergie und fossile Dreckschleudern ersetzt. Das
Wirtschaftssystem ist ausdrücklich nicht sozialistisch. Die Lohnarbeit ist
nicht aufgehoben, Güter und Dienstleistungen haben Warencharakter, die Betriebe
sind im Besitz der ProduzentInnen, stehen aber untereinander in Konkurrenz. Es
gilt die 20-Stunden-Woche ohne Leistungsdruck. Jede/r hat Anspruch auf ein
Mindesteinkommen.
Das Verhältnis zur Natur beinhaltet spirituelle Momente. Fleisch wird
vor allem in Form von erlegtem Wild konsumiert. Die jungen Männer führen
ritualisierte Kriegsspiele auf, als angeblich zivilisiertes Ventil für einen männlichen
Trieb zu Kampf und Krieg, den Callenbach unterstellt. Männer verschiedener
Wohnbereiche oder Betriebe treten sich mit Speeren gegenüber, in Kriegsbemalung
und unter Drogen. Der Kampf endet, wenn ein Krieger verletzt ist, was für seine
Gruppe die Niederlage bedeutet. Callenbachs Ökotopia ist eine Art
Apartheidssystem: Stadtviertel mit überwiegend schwarzer Bevölkerung oder
ehemalige Chinatowns sind eigene Staaten, dazu gibt es ein weiteres größeres
Gebiet namens „Soul City“ für Schwarze. Für LateinamerikanerInnen ist
ebenfalls ein eigener Staat geplant, allerding müssen noch Umsiedlungen
vorgenommen werden. Außenpolitisch unterstützt Ökotopia bioregionalistische
Gruppen in aller Welt gemäß dem Ziel, daß sich alle größeren Staaten in
kleinere untergliedern sollen.[8]
Ebenfalls 1975 veröffentlicht Edward Abbey die „Monkey Wrench
Gang“. Die dort beschriebenen Ecotage-Aktionen sind das literarische Vorbild für
Earth First!. Deren Gründer Dave Foreman meint: „Es ist an der Zeit, daß
sich eine Krieger-Gesellschaft erhebt auf der Erde und sich vor den Moloch der
Zerstörung wirft.“[9]
Er behauptet, mit dem Geist der Erde in Kontakt zu stehen. 1987 veröffentlicht
das Earth-First-Magazin ein Titelbild mit der Abbildung eines germanischen
Kriegers, umgeben von Tieren aus der Edda-Mythologie, Kontakte mit der
Neuheiden-Szene werden offen eingeräumt.[10]
ErdbefreierInnen wie Foreman preisen die Wildnis als Alternative zur
Zivilisation. Sie pflegen den uralten Mythos vom goldenen Zeitalter, vom
unschuldigen Naturzustand der Menschheit. Dem Mythos haben manche zugute
gehalten, daß die Erinnerung an eine vergangene urkommunistische Gesellschaft
bewahrt wird und die Hoffnung mitschwingt, einst würden die Gegensätze einer
auf der Ausbeutung von Menschen durch Menschen beruhenden Herrschaftsordnung überwunden.
Im rückwärtsgewandten Sinn eines „Zurück zur Natur“ aber sind die
Unterstellung einer überbevölkerten Erde und der Gedanke an Massentötungen
enthalten. EF-IdeologInnen sprechen davon, die Zahl der Menschen um 80 Prozent
zu reduzieren.
Die Vision einer globalen Gesellschaft regional begrenzter, völkisch-spirituell
fundierter Stämme ist eine weitere Variante der Projektion vom edlen Wilden und
seiner natürlichen Lebensweise. Der soziale Zusammenhalt und die Gleichheit
basieren auf brutalem Mangel. Wo die kollektive menschliche Produktivität kaum
entfaltet ist, ergibt der Stoffwechsel mit der Natur gerade das Überlebensnotwendige.
Die materiellen Voraussetzungen für Klassenspaltung und Herrschaft fehlen. Das
einfache Leben schließt Grausamkeiten ein. Traktate über Euthanasie und
Kindsmord offenbaren, daß manche EF-Ideologinnen sind sich darüber völlig
klar sind. Die Rückkehr der Wildnis als Gesellschaftsform ist keine Utopie,
sondern eine Horrorvision und Menschen, die bei Blitz und Donner, schlechter
Ernte oder Krankheit die Strafe einer Gottheit fürchten, sind keine allseitig
entwickelten, freien Individuen.
Heftig bekämpft werden die neuen ÖkofaschistInnen in den USA von der
Strömung um den Ökoanarchisten Murray Bookchins. Er bezeichnet die TiefenökologInnen
und BioregionalistInnen als „offene Rassisten, Survivalists... ausgesprochene
Reaktionäre” und „Macho-Bergmenschen wie David Foreman von Earth first,
einer Zeitschrift, die das Evangelium von der Menschheit als einer Art Krebs an
der lebendigen Welt predigt.”[11]
im Unterschied dazu umfaßt Bookchins Konzept der Sozialen Ökologie die Analyse
von Ausbeutungsmechanismen und Herrschaftsstrukturen sowie eine
Wissenschaftskritik.[12]
Earth First! entstand 1979 in den USA und breitet sich über die angelsächsischen
Länder weiter aus. Die Kontaktliste der US-Zeitschrift Earth First verzeichnet
gegenwärtig Adressen in Kanada, Großbritannien, Schottland, Australien,
Indien, Philippinnen, Slowakei, Rußland, Polen und der BRD.[13]
Die Bewegung ist lose organisiert und agiert unter verschiedenen Namen, in denen
sich Schwerpunkte ausdrücken wie etwa Friends of the Wolfe. In Großbritannien
gibt es die Earth Liberation Front und die Animal Liberation Front. Lediglich
die Gefangenenhilfsorganisation hat Vereinsstruktur. Die britischen und
deutschen BioregionalistInnen sind aktiv gegen Straßenbauten und in Hüttendörfern,
wo sich Widerstand und ein Leben „außerhalb“ der Zivilisation am besten
verbinden lassen.
In der BRD lag der Schwerpunkt zunächst auf Tierschutz und Ernährung.
1985 veröffentlichte der 2001-Verlag die „Zehn Gründe kein Fleisch zu
essen“ von Volker Elis Pilgrim. Darin wird der Vegetarismus als revolutionäres
Mittel gegen das Patriarchat angepriesen und Tierquälerei mit NS-Massenmord
gleichgesetzt. Pilgrim schreibt, „wir bilden uns ein, was der Mensch dem
Menschen antut, sei das Schlimmste. Nein, Tiertötung und Tierquälerei sind
schlimmer als Menschentötung und Menschenquälerei. Was die Menschen einander
antun, ist ihre Sache.“ Er steigert sich zu der These: „Das heutige Tiertöten
in der Fleischindustrie und im Testlabor ist eine Fortsetzung von Auschwitz, ja
eine Steigerung.“[14]
Pilgrim begründet den Veganismus damit, daß er nicht Männer töten
und Mütter quälen wolle um Milch zu trinken, gemeint sind Kälber und Kühe.
Außerdem wolle er „die Rache“ der getöteten Tiere vermeiden. Geplagt von
einem Beschützer-Syndrom langt Pilgrim beim faschistischen
Geschichtsrevisionismus an: Er wolle den Schutz der Tiere „genießen“, weil
er „immer auf der Seite der Kleinen und Schwachen“ stehe, „für die Juden
gegen die Deutschen, für die Deutschen gegen die Amerikaner.“[15]
Ein weiterer gewichtiger Grund lautet, „ich will erotisch, stark und potent
bleiben.“ Laut Pilgrims eigenem Zeugnis steigert vegetarische Kost die Potenz.[16]
Solcherart ideologisch aufgerüstet traten Anfang der 80er Jahre neue
Tierrechtsgruppen auf, es gab die ersten Tierbefreiungsaktionen. Ende der 80er
Jahre entstanden Gruppen wie die Tierrechts-Aktion-Nord (TAN) oder die deutsche
Sektion von Animal Peace.[17]
Dazu kamen später „Erdbefreiungsgruppen“ mit bioregionalistischer
Ideologie. Oft agierten die Gruppen unter wechselnden Bezeichnungen, etwa im
Ruhrgebiet, wo sich die Veganer Offensive Ruhrgebiet als beständigeres Projekt
entwickelte. EF gründete sich bundesweit erst 1994, im Dezember fand das zweite
Bundestreffen mit 25 TeilnehmerInnen in Kamen statt, das dritte 3. Bundestreffen
folgte im Juni 1995 in Wolfsburg.[18]
Esoterik und Organizismus als Grundlage
Das ideologische Fundament sind der Bioregionalismus und die Tiefenökologie.
Den Begriff Tiefenökologie entwickelte der norwegische Philosoph Arne Naess
1973 in einem Aufsatz. Absicht ist, Ethik, Normen, Werte und Verhalten mit Ökologie
zu verbinden, den „Übergang von ökologischer Wissenschaft zu ökologischer
Lebensweisheit und ganzheitlicher, also allseitig lebensfördernder Praxis...“
zu schaffen.[19]
Zusammen mit dem US-amerikanischen Tiefenökologen George Sessions
entwickelte Naess ein Acht-Punkte-Konzept. Ausgangspunkt ist, daß menschliches
und nichtmenschliches Leben und die Vielfalt der Lebensformen einen Wert in sich
selbst haben, unabhängig von der Nützlichkeit der Natur für menschliche
Zwecke, Der Mensch habe kein Recht, diese Vielfalt zu verringern, außer um „überlebensnotwendige
Bedürfnisse“ zu befriedigen. Als fünften Punkt formulierten Sessions und
Naess, daß „das Wohlsein des Menschen und seiner Kulturen und das Überleben
der nichtmenschlichen Daseinsformen (...) einen deutlichen Rückgang der Weltbevölkerung
voraus(setzt).“ Gefordert werden vage „andere“ ökonomische, technische
und ideelle Strukturen sowie ein geistiger Wandel, ein anderer Maßstab von
Lebensqualität, der anstelle materieller Güter die Wahrnehmung von Situationen
mit innerem Wert setzt.[20]
Als Ursache ökologischer Zerstörungen sehen die TiefenökologInnen
nicht die kapitalistische Produktionsweise, nicht die Ausbeutung von Mensch und
Natur, sondern den Mangel an Spiritualität. So behauptet Fritjof Capra in dem
Bestseller „Wendezeit“, Umweltzerstörungen seien Ausdruck eines überholten
Weltbildes und die Rettung liege in einem Wertewandel hin zu einem intuitiven
Denken.[21]
Ein neues ökologisches, spirituelles Bewußtsein werde die Einordnung
des Menschen ins „planetare Ökosystem“ bewirken.[22]
Teifenökologie, englisch deep ecology, gehe davon aus, schreibt Capra, „daß
das ökologische Gleichgewicht tiefgreifende Wandlungen in unserer Auffassung
von der Rolle des Menschen im planetaren Ökosystem erforderlich macht.“ Ziel
sei „eine Bewußtseinsform, in der sich das Individuum mit dem Kosmos als
Ganzem verbunden fühlt, dann wird deutlich, daß ökologisches Bewußtsein im
wahrsten Sinne des Wortes spirituell ist.[23]
Wie andere New-Age-Ideologen greift Capra die neuzeitliche Wissenschaft
pauschal an. Er spricht von der „mechanistischen“, alten,
„zergliedernden“ Wissenschaft, die sich seit dem 16./17.Jahrhundert
durchgesetzt habe, als die „Vorstellung von einem organischen, lebenden,
spirituellen Universum (...) durch das Bild von der Welt als Maschine ersetzt
(wurde)....“[24]
Die „neue“ Wissenschaft Capras ist dagegen ganzheitlich, mystisch und ökologisch
und heißt Systemtheorie, d.h. es geht um die Einordnung der Teile und
Untersysteme und deren Funktionieren in einem größeren Zusammenhang.[25]
Die Begriffe organisch und ganzheitlich entstammen der völkischen
Traditionslinie der deutschen Romantik. Im Abwehrkampf des feudalen Regimes
gegen die bürgerliche Revolution (in Gestalt der napoleonischen Eroberung)
entstand anders als in Großbritannien, den USA und Frankreich die deutsche
Nation nicht aus einer - wie auch immer beschränkten - bürgerlichen
Revolution, sondern als Projekt der Herrschenden gegen eine solche Umwälzung.
Der Begriff Nation fußte nicht auf einem existierenden staatlich verfaßten
Territorium, sondern mußte biologistisch und spirituell, aus „deutschem
Blut“ und „deutschem Geist“ bzw. „deutschem Wesen“ abgeleitet werden.[26]
Gottfried Herder, die Grimm-Brüder und Friedrich Carl v.Savigny erfanden den
„Volksgeist“ als Gegenkonzept zur Volkssouveränität. Er habe seinen Sitz
„in der höheren Natur des Volkes als eines stets werdenden, sich
entwickelnden Ganzen" und erzeugt das Bewußtsein des einzelnen, ebenso wie
Recht, Sprache, Sitte und den Staat als „die organische Erscheinung des
Volkes", schreibt etwa Savigny. Adam Müller leitete aus der „Ganzheit“
Natur die Völker als Unter-Ganzheiten ab, jedes in sich homogen, nach außen
heterogen. Abgrenzung und Krieg waren für Müller und Ernst Moritz Arndt
notwendig, damit ein Volk sich selbst in dieser „Ganzheit“ spürt. Friedrich
Julius Stahl begründete die Einheit des Volkes schließlich auf dem selben
Blut. Volks- und Rassengeister spuken bis heute beispielsweise durch die
Anthroposophie und Rudolf Bahro leitet einen angeblichen „Volkscharakter“
aus biologischen „Ganzheiten“ wie Horde, Stamm, Volk, Nation ab.
Aus organizistischer Perspektive ist die Welt bzw. die Gesellschaft ein
biologischer Organismus, mit verschiedenen Gliedern und Individuen, die sich dem
Ganzen/der Gemeinschaft unterzuordnen haben. Dies meint der Begriff von der natürlichen
Ordnung. Die zentrale Botschaft ist hierarchisch und antidemokratisch: Das
Individuum hat sich einer spirituell/religiös aufgefaßten Ganzheit zu
unterwerfen („Du bist nichts, Dein Volk ist alles!“). Anstelle von
Konflikten, die auf sozialen/politischen Gegensätzen beruhen und damit
historische Entwicklung und Veränderung ermöglichen, wird Harmonie gepredigt
und erzwungen.[27]
Capra legt die Systemtheorie in diesem Sinn aus. Anfang und Ende ist der
kosmischer Geist, hier als Selbstorganisationsdynamik gefaßt, als dessen
Manifestation die Materie erscheint.[28]
Systeme oder Organismen beschreibt er als sich selbstorganisierend, mit
relativer Autonomie und in Wechselbeziehung zur Umwelt, als Teil des Kosmos.
„Jeder Organismus (...) ist ein integriertes Ganzes und somit ein lebendes
System. Zellen sind lebende Systeme, ebenso wie die verschiedenen Gewebe und
Organe des Körpers... Aber diese Systeme sind nicht nur auf einzelne Organismen
und ihre Teile beschränkt. Dieselben Ganzheitsaspekte zeigen sich auch in
Sozialsystemen - zum Beispiel in einer Familie oder einer Gemeinschaft - und
ebenso in Ökosystemen, die aus einer Vielfalt von Organismen in ständiger
Wechselwirkung mit lebloser Materie bestehen.“[29]
Das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft interpretiert Capra
biologistisch als Beziehung analog von Zelle und Organ: Verhält sich die Zelle
gegen das System/die Ganzheit Organ, entsteht Krebs.
Konsequent lehnt Capra sozialrevolutionäre Bestrebungen und
marxistische Analyse ab. Die BioregionalistInnen und die radikalen
ErdbefreierInnen wollen keine Revolution, sondern prophezeien den Zusammenbruch
der Zivilisation. Danach beginnt die bioregionale Stammesordnung beziehungsweise
Wildnis
Das Geschichtsbild der Tiefenökologie
Capras Auffassung von der Wendezeit beruht unter anderem auf einer
deterministischen und zyklischen Geschichtstheorie, wonach sich Aufstieg, Höhepunkt,
Niedergang, Verfall abwechseln.[30]
Dabei wertet er die antike Sklavenhaltergesellschaft und den Feudalismus als
positive Epochen, weil sie angeblich organisch und ökologisch waren, ebenso die
chinesische Tradition und Religion.[31]
Die jüdisch-christliche Tradition lehnt Capra dagegen als patriarchal ab.[32]
Auf das guten alte Mittelalter folgt der neuzeitliche Niedergang und jetzt als nächster
Aufschwung das Zeitalter des Wassermannes. Was Capra und andere über
historische Abläufe schreibent ist weder systematisch noch widerspruchsfrei,
sondern Quatsch und Schönfärberei vergangener Ausbeutergesellschaften.
So behauptet Ralph Metzner in dem Sammelband über Tiefenökologie, die
ausbeuterische Haltung des Menschen gegenüber der Natur existiere seit der
neolithischen Seßhaftwerdung. An anderer Stelle sind Nomaden aus Zentralasien
schuld - wir sagen nur China, China, China - die die ökologisch-spirituellen
europäischen Urkulturen vor etwa 6.000 Jahren überrannten[33]
und wiederum der Anthropozentrismus der jüdisch-christlichen Theologie.[34]
Zur Erinnerung: Die jüdisch-christliche Religion wird seit Nietzsche von der
Rechten angegriffen, weil sie das Prinzip der Gleichheit vertritt, und von den
esoterischen ÖkofaschistInnen, weil sie monotheistisch-anthropozentrisch ist,
statt pantheistisch-ganzheitlich. Metzner lobt den „Animismus ursprünglich
lebender Völker“, wonach die ganze Natur und alle Lebewesen beseelt sind,
wohingegen die monotheistischen Religionen und der Atheismus „in den
faschistischen, völkermörderischen, totalitären Holocausts, die die europäische
Zivilisation der Welt des 20.Jahrhunderts auferlegte, ihren grausigen Höhepunkt“
fanden.[35]
In einem Satz relativiert Metzner die Verbrechen des NS-Faschsimus, indem er sie
in einer nicht näher bestimmten Anzahl von „Holocausts“ verschwinden läßt
und unterstellt den gemordeten Juden und Jüdinnen eine Mitschuld qua Zugehörigkeit
zu einer monotheistischen Religion.
Seine Alternative zu Nationalstaaten ist wiederum der faschistische
Ethnopluralismus: „Dezentralisierung zu pluralistischen Gesellschaften völkischer
und nationaler Gruppierungen..., die Verbreitung der bioregionalen
Selbstversorgung und Selbsterhaltung.“[36]
Bioregionalismus als neuer Ökorassismus
Bioregionen, Stämme und Völker leiten die TiefenökologInnen
entsprechend dem organizistischen Prinzip aus der spirituellen Ganzheit ab. Zunächst
wird „Bioregion“ harmlos definiert als „ökologischer Lebensraum, in dem
die Natur, Pflanzen, Tiere und auch Menschen eine umfassende, das Überleben
sichernde Gemeinschaft bilden (sollten).“[37]
Es handelt sich um „geographische Gebiete, die bezüglich des Bodens, des
Wassers, des Klimas sowie des natürlichen Pflanzen- und Tierlebens gemeinsame
Merkmale aufweisen und die innerhalb der gesamten planetaren Biosphäre als
einzigartige Teile“ existieren, Beispiele sind das Nildelta, das
Amazonasgebiet oder das Gebiet am Mississippi. Die bioregionalistische
Zeitschrift „Raise the Stakes“ geht von weltweit 119 Bioregionen aus.[38]
Dann mutieren ökologisch definierte Räume zu spirituellen und
biologisch fixierten Richtlinien für soziales Leben. David Haenke, Organisator
bioregionalistischer Kongresse in den USA, verklärt Bioregionen zu „natürlichen
Subsysteme“, die „gemäß ökologischen Gesetzen und Prinzipien
funktionieren“ (...) Die ökologischen Gesetze und Prinzipien bilden die
Grundlage für den Entwurf aller langfristigen menschlichen
Gesellschaftssysteme. Bioregionalismus sei eine „tiefenökologische Konzeption
auf der Basis eines Lebens mit der Erde, deren Gesetze zu erkennen und
anzuerkennen die Grundlage aller menschlichen Aktivitäten bilden sollte.“[39]
Thomas Berry, der als „Theologe der Bewegung“ gilt und Direktor des
Riverdale Centre of Religious Research bei New York ist, definiert Bioregion als
„häuslichen Schauplatz einer Gemeinschaft wie das Heim der häusliche
Schauplatz einer Familie ist.“ Demnach ist die Erde eine „einzige,
allumfassende Gemeinschaft“, unterteilt in bioregionale Gemeinschaften,
„relativ selbstversorgend in den sich stetig erneuernden Prozessen der Natur
eingebettet“. Bioregionen sind „funktionale Einheiten des Planeten“, die
sich selbst fortplanzen, selbst regieren, selbst heilen und mit Sinn erfüllen.
Menschen sollen als Mitglieder an der „Erdengemeinschaft“ teilnehmen[40].
Berry leitet daraus sechs Prinzipien ab: Das erste ist die
„Selbst-Fortpflanzung“ als Anerkennung des Rechts jeder Gattung auf ihren
Standort, auf Heimat und auf ihren Platz in der Gemeinschaft.“ Die
„Selbst-Erziehung“ als dritten Grundsatz bestimmt „die Anweisungen und
Lehren, welche die natürliche Welt ... bereithält“ als einzigen „Weg für
den Menschen, sich zum Überleben und zur Erfüllung zu erziehen.“ Weiter
propagiert Berry jede Bioregion als eigenen, weitgehend autarken Staat mit
regionalspezifischer Religion.[41]
Jede Bioregion verkörpere obendrein einen bestimmten spirituellen Sinn,
die der Mensch als „Wiederansiedler“ dort intuitiv finden kann. Das Ziel
ist, diese Bioregionen als „natürliche Gemeinschaften“ politisch wieder
herzustellen.[42] So wie die Erde ursprünglich
in Bioregionen untergliedert war, werde es nach dem Zerfall der zentralistischen
Zivilisationen wieder sein: Die Menschen werden sich in regional begrenzten
politischen Systemen und ortsgebundenen Bauernwirtschaften wiederfinden.
Der Nation als künstliches Gebilde wird die Bioregion gegenüber
gestellt als „gewachsene Einheit“ und „alle Lebensbereiche umfassende
Gemeinschaft.“ Ein biologistisches Konstrukt wird durch ein anderes ersetzt:
Rasse und Nation durch Bioregion, Recht auf Heimat und Naturgesetze. Die
Bioregion definiert sich scheinbar natürlich durch ökologische Gegebenheiten
wie Wasserscheiden, in Wahrheit aber sozial durch Abgrenzung nach außen. Die
BioregionalistInnen propagieren wie die deutschen ÖkofaschistInnen ein
Feindbild Mensch, wobei aufgrund der unterstellten Überbevölkerung vornehmlich
MigrantInnen aus dem Trikont ins Visier geraten.
Die Überbevölkerungs-Legende:
Selbst bürgerliche BevölkerungswissenschaftlerInnen bestreiten die
Legende des englischen Hungerpastors Thomas Robert Malthus, wonach die Zahl der
Menschen schneller wächst als die Nahrungsmittelproduktion und Verhungern quasi
eine Art ökologischen Ausgleich darstellt.[43]
Die Geburtenrate ist demnach in den letzten dreißig Jahren drastisch gesunken,
die Weltbank prognostiziert, daß das Wachstums bei rund 12,1 Milliarden
Menschen im Jahr 2150 stagnieren wird. Und selbst ohne eine soziale Revolution,
d.h. unter den destruktiven Bedingungen der Kapitalverwertung, gehen Bevölkerungswissenschaftler
davon aus, daß es technisch machbar ist eine wachsende Zahl von Menschen
qualitativ und quantitativ besser zu ernähren, allerdings bei hohen ökonomischen
und ökologischen Kosten.[44]
Mit seiner pessimistischen Prognose begründete Malthus die Ablehnung von
sozialen Reformen zugunsten der Armen. Sozialreformen begünstigten die
Schwachen, während Kapitalismus pur zur von Malthus begrüßten Auslese der Stärksten
führt. Ein sozialdarwinistisches Programm avant la lettre.
Bei den Tiefenökologen ist das Thema Überbevölkerung und
entsprechende Vernichtungsphantasien notorisch. So spricht Arne Naess in einem
Interview zunächst von einer „grundlegende(n) Intuition, wonach wir nicht das
Recht haben, ohne ausreichenden (!) Grund andere Lebewesen zu töten.“[45]
Menschen brauchen seiner Ansicht nach zur Maximierung der Selbstverwirklichung
„ein Maximum an Vielfalt und Symbiose, das heißt einen Lebensstil, bei dem es
unnötig und unproduktiv ist, einander umzubringen, außer (!) um, wie bei den
wilden Tieren, die Bevölkerungsdichte in Grenzen zu halten.“[46]
Ein wichtiges Ziel sei deshalb, die menschliche Bevölkerungrate zu
stabilisieren und auf ein „vertretbares Mindestmaß zu reduzieren“[47].
Auch gegen die Zerstörung der Regenwälder fällt Naess als erste
Abhilfe wieder die „Bevölkerungsreduzierung“ ein.[48]
Naess definiert das ökofaschistische Standardthema zum Markenzeichen der Tiefenökologie:
Er befürwortet die Kooperation mit der Anti-AKW-Bewegung und
anthropozentristischen Ökologen: „Jedoch brauchen wir auch Programme, die
denen nichts bedeuten, die keine Tiefenökologen sind - zum Beispiel die
Reduzierung der Bevölkerung.“[49]
Die norwegischen Grünen kritisiert Naess, wegen einer angeblich zu
liberalen Einwanderungspolitik: „Nachdem der heutige Lebensstil in den
reicheren Ländern der Welt im Vergleich zu den ärmeren Ländern eine
gigantische Pro-Kopf-Verschwendung zur Folge hat, schafft jeder Einwanderer von
einem armen in ein reiches Land ökologischen Streß. Es liegt auf der Hand, daß
die Kinder der Einwanderer gleichermaßen das fatale Konsummuster der reichen Länder
übernehmen und so weiterhin zur ökologischen Krise beitragen.“[50]
Die US-Bioregionalisten prägten auf einer nationalen Konferenz im Juni
1993 den Begriff der „Carrying Capacity.“ Diese Tragfähigkeit meint die
Anzahl der Menschen, die mit einem bestimmten Lebensstil in einer Region leben können,
ohne dabei die natürliche, soziale und kulturelle Umwelt zu vernichten.
Abgeleitet wird daraus die Forderung, für jede Bioregion die jeweilige Carrying
Capacity festzustellen, gesetzlich zu fixieren und die Bevölkerungzahl
entsprechend zu regulieren.[51]
Dave Foreman, Herausgeber von Earth First, faselt von einem „Zurück
in die Eiszeit”, allerdings gebe es dafür „viel zu viele Menschen auf der
Erde”, weshalb die Menschheit zugunsten der „Wildnis” ruhig aussterben könne.
„Das Schlimmste, was wir in Äthiopien machen können, ist helfen - das Beste,
die Natur ihre eigene Balance finden und die Leute dort einfach verhungern
lassen”, sagte Foreman in einem Interview. „Ebensowenig nützt es, die USA
zum Überlaufventil lateinamerikanicher Probleme zu machen... das würde bloß
zu größerer Zerstörung unserer Wildnis führen.”[52]
Und der Autor des Ökosabotageromas „The Monkey Wrench Gang”, Edward Abbey,
meint: „Wir amerikanischen Staatsbürger täten gut daran, dem massenhaften
Zustrom hungriger, unwissender und kulturell-moralisch-genetisch ausgelaugter
Menschen Einhalt zu gebieten.”[53]
In der US-Zeitschrift Earth First fordert eine Autorin unter dem
Pseudonym Miss Ann Thropy die Zahl der Menschen auf 20 Prozent des derzeitigen
Standes zu reduzieren und begrüßt Aids als Mittel gegen angeblich Überbevölkerung,
ähnlich wie der NS-Biologe und Rassenhygieniker Konrad Lorenz in einem
Interview mit der Zeitschrift Natur 1988.[54]
Eine andere Schreiberin, Kelpie Wilson, propagiert den Button „Malthus was
right“, weil sich die Gesellschaft seit 6.000 Jahren weigert, „natürliche
Grenzen“ zu akzeptieren. Sie zeichnet das Bild einer von Habgier und Überbevölkerung
gezeichneten Zivilisation und „traditional tribal cultures“, die die Bevölkerung
mit Abtreibung und Kindsmord regulieren, wobei Wilson die Tötung weiblicher Säuglinge
und Witwenverbrennung als besonders effektiv hervorhebt.
Die EF-Aktivistin interpretiert Geschichte ausschließlich als Bevölkerungsentwicklung:
Steinzeitmenschen hätten nur vier Stunden für den Lebensunterhalt gearbeitet,
seßhafte Bauern müssen sich länger plagen, was Menschen nur wegen der Überbevölkerung
auf sich nehmen würden. Das heißt, daß aus EF-Perspektive der Planet bereits
zur Zeit der neolithischen Revolution vor etwa 6000 Jahren überbevölkert war
und der Übergang der Menschen zum Ackerbau quasi der Sündenfall ist, weil der
Mensch schon allein damit das „natürliche Gleichgewicht“ zerstört, wie
Wilson glaubt. Sie empfiehlt einen neuen Sticker mit dem Slogan: „Feel
overcroded ? Eat Your Young.“[55]
Wie wäre es mit „shoot yourself“ In Anlehnung an Erich Mühsams Tip an alle
Propagandisten der Überbevölkerung, sich selbst zu erschiessen?
Zur Entwicklung der Bewegung in der Bundesrepublik
Innerhalb des Spektrums gibt es zwei Flügel. Die kommerziell und
reformistisch orientierte, mit der New Age Szene verbundene Strömung versucht,
anknüpfend vor allem an Naess und Capra, Ökologie und Esoterik zu verbinden.
Organisatorisch wird dieser Teil getragen etwa von der Gesellschaft für angewandte Tiefenökologie e.V. mit Sitz in München.
Sie organisiert beispielsweise Seminare zu Themen wie „Die Stimme der Erde in
mir hören“ oder „Der Müll in uns und um uns herum“ und sorgt für die
Verbreitung tiefenökologischer Ideen. In Großbritannien, den USA und Japan
gibt es verwandte sogenannte Institute für Deep Ecology.
Der militante Flügel rekrutiert in erster Linie Jugendliche. Der
Schwerpunkt liegt im Tierrechtskampf, dazu kommt der Widerstand gegen Straßenprojekte,
teilweise Anti-AKW-und Gentechnik. Neben EF gibt es eine Vielzahl von Gruppen,
teilweise mit wechselnden Namen. Dieses Spektrum pflegt die gesamte
bioregionalistische und tiefenökologische Ideologie einschließlich des
US-spezifischen Wildnis-Mythos.[56]
Das verbindende Glied ist die Szene um die Zeitschrift „Eurotopia“
und diverse Ökodorfprojekte, mit Einfluß in die alternative Projektszene.
Wichtige Figuren sind hier die Österreicher Eduard Gugenberger und Roman
Schweidlenka mit ihrem im März 1995 gegründeten „Arbeitskreis für
Bioregionalismus und spirituelle Ökologie“. Beide schreiben für zahlreiche
Zeitschriften in diesem Spektrum, etwa in „Contraste“. Schweidlenka ist
Redakteur von „Eurotopia“.
Neue Bündnis- und Rekrutierungschancen wittert der etablierte Ökofaschismus.
Die Zeitschrift „Ökologie“ der ÖDP-Rechtsabspaltung Unabhängige
Ökologen Deutschlands (UÖD)[57]
beschäftigte sich in mehreren Heften mit Bioregionalismus, Tiefenökologie und
EF. Die UÖD glaubt sich geradezu prädestiniert, den Bioregionalismus zu
vertreten. Angekündigt wurde die Gründung eines Arbeitskreises für
spirituelle Ökologie.[58] In einem Beitrag unter
dem Titel „Ökologie und Tierrechte“ wird die Singersche Tierrechtsposition
vertreten. Als Gastkommentator verlangt Haimo Schulz Meinen, von der deutschen
EF und Gründer einer „Naturbefreiungsarmee“, den „Mut zu einem harten
Bioregionalismus.“ Er ruft auf zum Kampf gegen eine angeblich nur zerstörerische
Zivilisation: „Wer seine Loyalität der Natur, den eigenständigen Kulturen
und zukünftigen Generationen gegenüber als wichtiger empfindet als eine
Verpflichtung zu den jetzt lebenden Menschen, der sollte mit uns zusammen nach
Schritten suchen, wie gegen die Zivilisation als solche erfolgreich angegangen
werden kann.“[59]
Das Weltbild der bundesdeutschen Erdbefreier
Aufschlußreich hinsichtlich Lebensgefühl und Denken der Szene ist die
Zeitschrift Instinkte. Das Blatt erstellten EF und die Gruppe Frontline
gemeinsam. Nach heftiger Kritik an Heft 4 distanzierte sich EF und behauptete,
nur einzelne, maßgebliche EFler seien beteiligt.[60]
In Heft Nr.5/6 war trotzdem das erste Grundsatzpapier der bundesdeutschen
EF-Sektion abgedruckt, schließlich wurde die Zeitschrift eingestellt.
Neben Tiefenökologie und Bioregionalismus, Biozentrismus, Überbevölkerung
und Wildnis-Romantik und Berichten aus dem In- und Ausland über Aktionen von EF
und Verbündeten enthält Instinkte vor allem Maßregeln zur moralischen Aufrüstung
der Anhängerschaft, die sich durch puritanisch-lustfeindlichen Rigorismus und
militaristische Sprache auszeichnen.
„Wenn du auch nur ein bißchen Mitgefühl hast, wird Schuld den
Schlamm in deinen Adern ersetzen, und dich motivieren clean zu werden", heißt
es im ersten Heft, „während du mit deinen FreundInnen Partys feierst leiden
und sterben Tiere wegen deiner jämmerlichen Selbstsucht. (...) Um den Grad von
Disziplin zu erreichen, der notwendig ist, um uns auf unseren Kampf zu
konzentrieren, müssen wir uns nicht nur von Drogen fernhalten, sondern vor
allem selbstzerstörerischen Schnickschnack, den die moderne Welt uns bietet, um
uns nicht der Realität stellen zu müssen."[61]
„Revolutionäre Ökologie" bedeutet laut Instinkte nicht nur militante
Auseinandersetzung, sondern eine „Lebenseinstellung", genauer gesagt,
„die eigene Persönlichkeit, Fähigkeiten und Lebenswandel an die
Anforderungen zu binden, die der Entschluß (sich gegen die Zivilisation zur
Wehr zu setzen) mit sich bringt." - „Schaffen wir die Voraussetzungen, um
auf Dauer glaubwürdig und aufrecht bei der Sache zu bleiben! Leider lassen sich
viele aus unseren Reihen in Eigenheime, Kaufhäuser und bunte Welten des
Rausches locken..."[62]
Spießigkeit, Blindheit gegenüber der Realität und Nähe zum
Arbeitgeberverband dokumentiert folgende Passage über Lohnarbeit: „Ehrliche
Arbeit ist als Einkommen und Aufgabe für jeden Menschen wichtig. Jede/r der/die
kann soll sich selbst versorgen und etwas für die Gemeinschaft tun." Zwar
bestehe im Kapitalismus die Gefahr der Entfremdung, weshalb „viele von
uns" keiner festen Arbeit nachgehen wollen. Weiter aber kein Problem, ist
es doch nach Kenntnis der Erdkrieger „einigermaßen problemlos möglich
Unterstützung von Behörden in Anspruch zu nehmen, was auch die Motivation zur
Arbeit senkt." Und das obgleich „viele Arbeitende überbezahlt werden,
der Wohlstand für die meisten steigt", weshalb „in dieser Gesellschaft
der überwiegende Teil selber zur herrschenden und materiell ausbeutenden Klasse
gehört.“
Die Essener Gruppe Wildlife ruft in einem Flugblatt auf zum „Kampf
gegen die Mächte des Bösen, die die Erde zerstören.“ Dagegen hilft „eine
Ideologie, die rein und rechtschaffen ist, ohne Widersprüche und
Unvereinbarkeiten.“ Die Wildlife-Anhängerinnen wollen „im Einklang leben
mit den Gesetzen der Natur“ und diese „nicht aufgeben für die Begierde nach
Vergnügen - von verantwortungslosen sexuellen Taten zu Drogengebrauch gleich
welcher Art“ sowie den Konsum von Tierprodukten. Ihr Glaubensbekenntnis
lautet: „Nur mit dieser Strategie und dieser Überzeugung - ein Leben zu leben
in Harmonie mit unseren erklärten Zielen und Ansichten, Stärke beziehend aus
unserer Reinheit von Körper und Seele, während wir aktiv jene bekämpfen, die
diese Welt zerstören mit ihren giftigen Gedanken, Handlungen und Schändungen,
können wir siegreich sein in unserem Kampf.“
Vorbild ist für die Erdbefreiungsgruppen der heroische Kämpfer,
dargestellt als weißer, muskelbepackter, nicht-behinderter, männlicher edler
Wilder. Dem aufrechten, spartanischen Erdenkrieger winkt das Himmelreich: „Wer
sich im solidarischen Einsatz für die Natur bewährt, erreicht eine mystische
Einheit mit ihr und kann sich aufrechten Hauptes in ihr bewegen.”
Daß Mord an AutofahrerInnen als Befreiungsakt gelten und
Naturkatastrophen als Vergeltungschläge von Gaia entspringt einer Ideologie, über
deren Brutalität der Mythos von Wildnis, Freiheit und Abenteuer nicht hinwegtäuschen
kann. Die Parole „Für die Verteidigung des Lebens auf der Erde” bezieht
sich in der irren Vorstellungswelt der Autorinnen auf Mutter Erde, Kakerlaken,
Ratten und heilige Bäume aber nur eine Minderheit von Menschen, nämlich die
tiefenökologischen Stammeskrieger vom Schlage EF, gemeint sind. Entsprechend
wird allen „die 1994 nicht bereit sind, von der verheerenden Dekadenz Abstand
zu nehmen” mitgeteilt: „Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn Du und
Deinesgleichen nie geboren worden wäre.”[63]
In einer „Ode an die Wildnis” ist von einem glücklichen Zeitalter
der Menschen als „Tiervolk unter vielen” in der Wildnis die Rede, bis die
Beherrschung des Feuers zur Zubereitung von Nahrung und Fleischgenuß führte,
den Geist verwirrte und in ein „degeneriertes Zivilisationsleben” mündete,
das dem Untergang geweiht ist. Als Rettung wird eine Methode namens „Natural
Hygiene” empfohlen: Leben in sauberer Luft, Trinken von „reinem” Wasser,
„natürliche Ernährung” - womit auch keine Produkte des Ackerbaus gemeint
sind, sondern ausschließlich Früchte, Gemüse, Nüsse, Samen, „frische,
rohe, unbehandelte Nahrung” - weiter „Bewegung in frischer Luft,
Sonnenschein, Ruhe und Entspannung, einfaches Leben.” Begründet wird die Ökohygiene
metaphysisch: „Diese für alle Tier (menschliche und nichtmenschliche)
geltenden Regeln sind nicht von Menschen ausgedachte, sondern sich nach dem
allumfassenden Naturgesetz richtende..” Im Anschluß folgt der „prächtige
Artikel des glorreichen John Glue” darüber, daß man nur mehr Nußbäume
pflanzen sollte. Dies ist die wahre „soziale und ökologische Revolution”,
die sämtliche „sozialen und ökologischen Hauptprobleme” löst.
Der Veganismus wird hier deutlich radikalisiert: Angeblich zerstören
schon der Anbau von Getreide, Bohnen und Gemüse die Umwelt, sowie „im
allgemeinen das regelmäßige Pflügen des Landes.” Was über den Konsum von
Früchten und Nüssen hinausgeht ist des Teufels, beim Kochen fängt die
Energieverschwendung an, findet der prächtige John Glue. Hingegen sind Früchte
gewaltfrei zu ernten und bewirken darum eine „harmonischere Einstellung und
ein harmonischeres Bewußtsein”, umgekehrt macht Fleischessen aggressiv.
Die VerfasserInnen der Ode haben wenig Hoffnung auf eine Umkehr der
verdorbenen Zivilisationsmenschen. Die Mehrheit werde nicht „freiwillig eine
natürlichere Lebensweise“ anehmen, weil „zu viele Menschen ... apathische,
egozentrische Bastarde (sind). Wir müssen die ökologische Revolution
organisieren! (...) Mehr Wildnis - weniger Zivilisation, Organisiert die
Verteidigung der Erde!” Und ewig rauschen die Wälder.
In dem Text „Tiefenökologie, Reformen und Appelle” wird dem
Menschen zwar ein „solidarischer Instinkt ... von Natur aus“ zugutegehalten,
aber der Homo Sapiens ist verdorben, weil er von der Natur abgefallen ist: „Es
ist einfach so, daß die Zivilisation alles Übel hervorbringt und auch die
Menschheit nicht überleben läßt. Dagegen sind die Gesetze der Natur immer
gerecht und gerechtfertigt, auch wenn sie streng sind ist sicher, daß sie Sinn
haben oder bringen sollen.”[64]
Materialismus, Islam, Christentum und Judentum werden von den
ErdbefreierInnen abgelehnt und statt dessen Naturreligionen und Neuheidentum
propagiert. Orientierung sollen die traditionellen vorchristlichen Kulturen der
Kelten und Germanen bieten, weil sich „die Bodenständigen (...)
naheliegenderweise für das Heidentum ihrer Religion interessieren.”
Diskutiert wird über die Existenz von Elfen und Naturgeistern.
Bedauerlicherweise sei zwar die neuheidnische Szene „stark rechts
unterwandert“, weil einige „die Wiedererlangung ihrer völkischen oder
rassischen Identität für nötig (halten)“, trotzdem überwiegt das Positive:
„Das Ansprechende an den Heuheiden ist ihre Absicht eine naturnahe Alternative
zur Industriegesellschaft zu schaffen...”, sowie „ein gut entwickeltes
Naturbewußtsein; die Verwandtschaft mit der Erdbefreiung besteht in der
Ablehnung der Zivilisation, dem Unbehagen bei Umweltzerstörung...”
Einig dürften sich Neuheiden und EF auch sein, daß der wahre Feind
links steht. In Instinkte wird der Linken das Ziel einer Weltrevolution
vorgehalten, genauer gesagt der „dazu dienende(n)
kulturell-gleichmacherische(n) Internationalismus.” Denn die ökologische
Revolution bedeute im Gegensatz dazu die „Auflösung der Zivilisation in
Biotope.” Als marxistisch abgelehnt wird ausdrücklich auch die Sozialökologie
des Ökoanarchisten Murray Bookchins.
Mit „Grundgedanken unserer Ideologie" ist ein Frontline-Beitrag
vom Februar 1995 betitelt. Darin heißt es: „Der egoistische Individualismus
ist das Hauptübel der westlichen Zivilisation", deshalb wolle Frontline
„das Wohl der Erde in den Mittelpunkt" stellen statt „Gier und
Selbstsucht." Vorbild sind frühe Stammesgesellschaften, wo Menschen
angeblich instinktiv handelten wie Tiere, das heißt in der Frontline-Logik
unbewußt und zum Wohl des Ganzen.[65]
Vorläufer von Frontline war die Vegane Miliz Essen, die 1992 durch
militaristisches Gehabe auffiel. Ein Jahr später tauchten erste Flugblätter
aus der US-amerikanischen veganer/straight edge Hardcoreszene auf, die sich
unter anderem gegen Abtreibung richteten, Homosexualität als unnatürlich
verunglimpften, und Sex generell nur zur Fortpflanzung befürworteten. Nach
Kritik aus der autonomen Szene tauften sich die Hardliner in Frontline um. Ihre
Parolen lauten: „Das Naturgesetz ist unser Programm“, „Menschen raus aus
Deutschland“ oder „Nie wieder Menschen“
Die Positionen von EF in der Bundesrepublik
Aufgrund zunehmender Kritik distanzierte sich EF von Frontline/Hardline.
Das gemeinsame Zeitungsprojekt wurde beendet, weil „das Instinkt einfach
seinen Ruf weg hat und nicht mehr zu rehabilitieren ist." Im Gegensatz zu
Frontline befürworte EF Abtreibung, weil es aufgrund der Unterdrückung von Frauen in
dieser Gesellschaft zu ungewollten Schwangerschaften komme, heißt es im Sommer
1995 in der neuen EF-Zeitung Die Eule. Diese Haltung ist nicht zu verwechseln
mit dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung für Frauen. „Keiner von uns ist für
Abtreibung, und auch wir haben nicht genau klar, welchen Stellenwert wir dem
ungeborenen Leben zumessen. (...) Vielleicht stellt sich die Frage der
Abtreibung, theoretisch gesehen, in einer antipatriarchalen, herschaftsfreien
und lebensbewußten Gesellschaft kaum noch, aber wie dem auch sei, grundsätzlich
finden wir diese Diskussion ziemlich überflüssig und realitätsfern."[66]
In einem Interview im gleichen Heft behaupten „Hänsel und Gretel“
von EF Nordelbe, die deutsche Sektion teile die „übertriebene Spiritualität"
der US-Bewegung nicht, sondern gründe auf den Prinzipien eines
„erdverbundenen“ Bewußtseins und der ökologischen Notwehr. Ideologisch hält
das Duo daran fest, daß mensch die Zerstörung der Erde „nicht einfach nur am
Kapitalismus festmachen muß, sondern auch an dieser Zivilisation und damit am
menschlichen Herrschaftsanspruch an sich."[67]
Die Zeitschrift Instinkte wird verteidigt, „im Prinzip sind die Artikel auch
gut gemeint gewesen (...) teilweise naiv und widersprüchlich." Die Kritik
wird als pauschal und undifferenziert abgetan, es handele sich um „gehässigen
Scheiß... von überzeugten Fleischfressern, dann stellt sich hier wirklich die
Frage, wo die Faschisten eigentlich stehen."[68]
Als Ausrede für Instinke wird auf fehlende eigene programmatische Texte
verwiesen, ein Halbwahrheit. EF verbreitet bereits 1994 eine aus dem Englischen
übersetzte, teilweise überarbeitete Selbstdarstellung. Passagen aus diesem
Papier finden sich wieder in der deutschen EF-Plattform vom Februar 1995. Eine
ebenfalls übersetzte Fassung der Selbstdarstellung von EF-USA folgt schon im
Herbst 1994. In dem Flugblatt wird für die umstrittene Nummer 4 der Instinkte
geworben und die LeserInnen aufgefordert, das biozentristische Weltbild in
andere Umweltgruppen zu tragen.
Im März 1995 erscheint eine „Übereinkunft aller AnhängerInnen",
unterzeichnet von sechs EF-Gruppen mit Anschrift. Der Text wurde vorher bereits
in Instinkte, Heft 5/6, abgedruckt und widerlegt inhaltlich die
Beschwichtigungen von „Hänsel und Gretel.“ Im Mittelpunkt stehen
Biozentrismus und Tiefenökologie, sowie die Militanz. Die Rede ist von einer
„Philosophie der totalen Ökologie“, verlangt wird „das rücksichts- und
kompromißlose Verteidigen der natürlichen Artenvielfalt." Wer damit nicht
klarkomme, solle sich eine andere Umweltgruppe suchen. Die Wildnis wird
gepriesen als „die wahre Welt..., der Lebensfluß, der Ablauf der Evolution,
der Aufbewahrungsort untereinander geteilter Bewegungen innerhalb von 3,5
Milliarden Jahren." Als geistige Bezugspersonen werden unter anderem Arne
Naess, George Sessions und Bill Devall genannt. „Wir sind rücksichtslose Fürsprecher
der natürlichen Welt", schließt der Text.
Eine gesellschaftliche Analyse, weder von einem irgendwie linken
Standpunkt noch unter dem Blickwinkel der „Unity of Oppression“ sucht mensch
in der Plattform vergebens. Der Ausgangspunkt ist wie bei allen rechten ÖkologInnen
die Behauptung, der Mensch an sich sei schlecht und schuldig: „Der Mensch ist
das einzige Wesen, daß in maßloser Gier und Unverständnis unter all dem
Lebenden gewütet hat und nach mehr griff, als ihm zusteht. (...) Diese Schuld
hat sich die Menschheit kollektiv aufgeladen, Reiche und Mächtige teilen sie
mit all ihren Unterdrückten und AuftraggeberInnen.“ Nicht Kapitalverwertung
und Profitmaximierung, der Staat, rassistische und sexistische Gewaltverhältnisse
sind die Ursachen von Ausbeutung und Unterdrückung, sondern unterschiedslos
wird der Mensch zum Feind erklärt. Die Lösung ist deshalb nicht
antikapitalistischer, antirassistische oder antipatriarchaler Kampf für eine
herrschaftsfreie Gesellschaft sondern innere Umkehr und Rettung der verklärten
Mutter Erde. „(...) Beginne bei Dir eine Veränderung und Entwicklung. (.,..)
Unser Ziel ist es, die Industrienationen in Biotope aufzulösen, das
imperialistische System in familiäre Gemeinschaften zu zerschlagen, die
geliebte Erde zu verteidigen."[69]
Zum Programm erheben werden Beschränktheit und esoterische Verblödung anstelle
von Befreiung: „Was wir tun können ist, das Streben nach Harmonie mit der
Erde zum Mittelpunkt unseres Lebens zu erheben, uns auf einfache
Werte und eine natürlich Lebensweise zurückbesinnen. Bescheiden leben
und das Denken und Handeln ablehnen, daß sich ausschließlich auf Raffgier und
Gewalt gründet."[70]
Wie sehr der Name Programm ist, zeigen die folgenden Sätze: „EF geht
keine Kompromisse ein. Wir stehen für die unverrückbare Meinung, daß die Erde
wirklich zuerst kommt." Die EF strebt vor allem eine Neuorientierung in den
Köpfen an, ein „erdbezogenes Bewußtsein..., dessen Grundlage im eigentlichen
Wesen von allen natürlichen Dingen liegt, in tiefem Bund zur natürlichen Welt
- in tiefer Ökologie."[71]
Ihrem Selbstverständnis nach lebt EF „im Geiste der totalen Widerstands"
und ist offen für ein Spektrum von „ernsthaften MenschenhasserInnen" bis
zu „wirklichen Humanisten."[72]
Der Name fungiert als „Überbegriff, unter dem einzelne Zellen nach dem
Prinzip der Eigenverantwortung aktiv sind. EF ist nicht eine Gruppe oder gar
eine Organisation, sondern steht für eine Idee, an der sich eine Anzahl
vorwiegend junger, naturverbundener Leute ... orientiert und die verbindlich
zusammenarbeiten." Als anerkannte Aktionsformen gelten Protestbriefe,
Prozesse, Recherche, direkte Konfrontation und Sabotage. In der Illusion, dem
Staatsapparat keine formale Angriffsfläche zu bieten, ruft die deutsche Sektion
wie die US-Organisation ausdrücklich nicht zu Ecotage auf und billigt solche
Aktionen offiziell nicht. Ein Geeiere, das einerseits den Staatsschutz wenig
beeindrucken dürfte und verantwortungslos ist, angesichts der Verherrlichung
von Sabotage und Militanz in einer faschistoiden Sprache - total, totaler, am
totalsten.
Nicht fehlen dürfen die Verteufelung sogenannter dekadenter
Lebensgewohnheiten und individuelle Maßregeln für „natürliches" Leben:
Sport treiben, vegan leben, Müll und Strom vermeiden, so wenig wie möglich
kaufen und Geld in Umlauf bringen, kein Alkohol, Drogen, Nikotin. Angehenden
ErdbefreierInnen wird empfohlen: „Überlege ob Dein Fernseher und/oder Deine
Stereoanlage nicht überflüssig ist, gestalte Deinen Garten um und lege einen
Komposthaufen an.“[73]
Zur ideologischen Festigung wird den ErdbefreierInnen geraten sich mit folgenden
Themen zu befassen: „1. Verschwendung, Verbrauch, Massentierhaltung,
Fleischfraß, Drogen, Selbstsucht, Leben auf Kosten anderer. 2. Wege zu suchen
von einem Zusammenleben von Mensch und Natur. Werte von Leben wiederzuerkennen,
Bescheidenheit, Respekt und Rücksichtnahme... 3. Patriarchat, Sexismus, Männerherrschaft,
Sexualität, Gewalt und Macht in jeder Beziehung, Erwachsenwerden. 4. Bewußtmachung
der menschlichen Natur- und Kulturgeschichte."
In der Aufzählung fehlen Kapitalismus, Rassismus, Antisemitismus und
Militarismus, dafür ist nichts ausgelassen, was nicht auch die Hausordnung
einer christlich-konservativen Musteranstalt zieren könnte.[74]
Die rigide Ökospießermoral, verklemmt und lustfeindlich, macht zusammen mit
Wildnis-Romantik, unreflektierter Militanz, Omnipotenzphantasien, einfachen
Welterklärungen und Heilsversprechen die Anziehungskraft aus.
Grundlagen einer linken ökologischen Politik
Die Ideologie der Erdbefreiung und des Bioregionaöismus stehen in
Gegensatz zu jedem Versuch, die Welt im emanzipatorischen Sinn zu verändern.
Die Tiefenökologie kennt keine historische Entwicklung, sondern nur ewige
Prinzipien, Fortschritt ist ihr gleich dem Untergang. Ihre Kritik der
Naturwissenschaften ist oberflächlich, abstrahierend und mechanisch, sie
spintisiert von Kreisläufen in der Natur, die es dort ebensowenig gibt wie die
Figur des Kreises. Falsch ist ihre Entgegensetzung von Mensch und Natur, in dem
Sinn, daß der Mensch als Zerstörer gilt. Denn das, was den Menschen als
Umwelt, als Natur umgibt ist heute größtenteils ein Stück Kulturgeschichte,
ein Produkt menschlicher Arbeit. Die Alternative ist nicht Zerstörung oder
Wildnis, sondern Verbesserung.[75]
Eine linke Strategie muß auf einem adäquaten Begriff von Ökologie
basieren. Die Behauptung, „Ökologie“ sei immer rechts, belegt nur die
Unwissenheit derer, die sie aufstellen. Die Mehrheit der Linken hat mit dem
Thema Ökologie immer noch Schwierigkeiten oder orientiert sich an
technokratischen und rechten Konzepten. Die Warnung von Marx, wonach der
Kapitalismus den gesellschaftlichen Reichtum produziert und dabei nicht nur den
Menschen, sondern auch die Natur zerstört, blieb über Jahrzehnte unbeachtet.
Das soziale Elend stand zurecht im Mittelpunkt, ausgeblendet wurde dabei, daß
die Entwicklung von Wissenschaft und Technik niemals neutral ist. Die
schrankenlose Entwicklung der Produktivkräfte unter kapitalistischem Regime
galt als Voraussetzung des Sozialismus, daß dabei die Naturzerstörung zunahm
und Destruktivkräfte wie Gentechnik oder Atomenergie entstanden, wurde negiert.
Es gilt Versuche zu bekämpfen, Ökologie als Verkleidung für alte
sozialdarwinistische und biologistische Positionen zu benutzen oder als neue
„Heilslehre“ (Trepl). Gegen Angriffe auf den „Anthropozentrismus“ wandte
Jürgen Dahl zurecht ein, daß nur vom Standpunkt eines bestimmten Lebewesens
eine Aussage darüber getroffen werden könne, was ökologisch intakt ist und
was nicht[76].
"Gesetzt den Fall, eine Stubenfliege vermöchte sich eine Meinung über
ihre Umwelt zu bilden (...), so würde die Stubenfliege das Fehlen faulenden
Fleisches in der Stube als existentielle Zumutung empfinden und von ordentlichen
ökologischen Verhältnissen erst wieder reden mögen, wenn sich die Katze unter
dem Sofa erbricht und damit eine Fülle von Nahrungsressourcen verfügbar
macht"[77].
Ökologie als Wissenschaft kann im Idealfall die Beziehungen der
Lebewesen untereinander sowie von Faktoren wie Temperatur, Wasser, Licht,
Sauerstoff, Boden usw. analysieren. Nicht intuitiv wie Capra nahelegt, sondern
mit naturwissenschaftlichen, rationalen Methoden.
Ein linker Ökologie-Begriff muß am Menschen als Maß aller Dinge
festhalten, weil der theoretische Antihumanismus in Irrationalismus und Ökodiktatur
endet. Die Aufgabe bleibt, in einer Gesellschaft jenseits der Kapitalverwertung
den Stoffwechselprozeß mit der uns umgebenden Natur (Marx) so zu organisieren,
daß weder Mangel herrscht, noch die ökologischen Voraussetzungen menschlichen
Lebens auf diesem Planeten zerstört werden.
[1] vgl. Tierbefreier Aktuell, Bundesverband der Tierbefreier, Nr.2/1993, S.4f.
[2] vgl. Interim 320, S.24, „Durch Wände sehen - ein Kritik am Triple-Oppression Ansatz“
[3] vgl. Instinkte, Nr.4, S.24
[4] vgl. Rede zur 1.Mai Demo 1994, Speziesismus als verkannte Herrschaftsform, S.3f.
[5] vgl. Interim Nr.314: Gruppe im Rausch der Tiefe, Warum Instinkte nicht revolutionär sein können, Teil 1
[6] vgl. Interim 317, Antifaschistisches Komitee, Lebensschützer mit Tarnkappen, oder Zeck, Nr.40, Hamburg, August 1995, Bambi Pu und der Bär
[7] vgl. Tatblatt, Nr.15, 28.9.1995, S.18ff.
[8] vgl. Ernest Callenbach, Ökotopia, Notizen und Reportagen von Willliam Weston aus dem Jahre 1999, New York, 1975, Berlin, 1979
[9] zit. nach Eduard Gugenberger, Roman Schweidlenka, Bioregionalismus. Bewegung für das 21.Jahrhundert, Packpapier-Verlag, 1995, S.26
[10] vgl. Gugenberger, Schweidlenka, Die Fäden der Nornen, Wien, 1993, S.234
[11] zit. nach Ulrike Heider, Die Narren der Freiheit, Anarchisten in den USA, Berlin, 1992, S.119f., vgl. auch Murray Bookchin, Which Way For The US-Greens, New Politics, Winter 1989, nachgedruckt in: Forum entwicklungspolitischer Aktionsgruppen, 190/1995
[12] vgl. Murray Bookchin, Die Neugestaltung der Gesellschaft, Grafenau, 1992
[13] vgl. Earth First, USA, Heft 1.8.94
[14] zit. Volker Elis Pilgrim, Zehn Gründe kein Fleisch zu essen, Frankfurt/M., 1995, S.111f.
[15] zit. ebd., S.37
[16] vgl. ebd., S.70
[17] vgl. zur Kritik an Animal Peace: Marc Neumann, Ich werd´ noch zum Stier, in: ÖkoLinX, Nr.19/20, Sommer 1995, S.26ff.
[18] vgl. EF-Zeitung Die Eule, Nr.1/Sommer 1995
[19] zit. Franz-Theo Gottwald, Zur Geschichte der Tiefenökologie, in: Gottwald/Andrea Klepsch, Hrsg., Tiefenökologie. Wie wir in Zukunft leben wollen, München, 1995, S.17ff., S.17, der Sammelband entstand im Auftrag der Schweisfurth-Stiftung in Kooperation mit der Gesellschaft für angewandte Tiefenökologie e.V.
[20] vgl. ebd., S.18f.
[21] vgl. Fritjof Capra, Wendezeit, 1982, aktualisierte Ausgabe, München, München 1991,
[22] vgl. ebd., S.VIII, S.IX, S.465
[23] zit. ebd., S.465
[24] zit. Capra, Wendezeit, S.52
[25] vgl. ebd., S.80, S.298f.
[26] vgl. Otto W.Johnston: Der deutsche Nationalismythos. Ursprung eines politischen Programms, Stuttgart, 1990; Georg L.Mosse: Die völkische Revolution, Frankfurt/M., 1991, Lutz Hoffmann: Das deutsche Volk und seine Feinde. Die völkische Droge, Köln, 1994
[27] vgl. Peter Kratz, Die Götter des New Age, Berlin, 1994, S.40, S.47
[28] vgl. ebd., S.322f., S.331
[29] zit. Capra, Tiefenökologie - Eine neue Renaissance, in Gottwald/Klepsch, a.a.O., S.123ff., S.126
[30] vgl. Capra, Wendezeit, S.21, S.30, S.473
[31] vgl. ebd., S.52, S.54, S.60, S.120
[32] vgl. ebd., S.38
[33] vgl. Ralf Metzner, Die Entfaltung des ökologischen Weltbildes, in Gottwald/Klepsch, a.a.O., S.25 ff., S.33
[34] vgl. ebd., S.32
[35] zit. ebd., S.37
[36] zit. ebd., S.37
[37] zit. nach Gugenberger/Schweidlenka, Bioregionalismus. S.10
[38] vgl. ebd., S.15 f.
[39] zit. nach Gugenberger/Schweidlenka, Bioregionalismus, S.16
[40] zit. ebd., S.12
[41] zit. ebd., S.15
[42] vgl. ebd., S.11
[43] vgl. Thomas Robert Malthus, Das Bevölkerungsgesetz, 1798, München, 1977
[44] vgl. Spektrum der Wissenschaft, Dossier 3: Dritte Welt, Januar 1996, S.34 ff., S.62 ff.
[45] zit. Naess, Einfach an Mitteln, reich an Zielen, Interview 1982, in: Gottwald/Klepsch, a.a.O., S.41ff., S.46
[46] zit. ebd., S.47
[47] zit. ebd., S.47
[48] vgl. ebd., S.49f.
[49] zit. ebd., S.51
[50] zit. Naess, Politik und ökologische Krise. Eine Einführung, 1991, in: Gottwald/Klepsch, a.a.O., S.283 ff., S.294.
[51] vgl. Schweidlenka/Gugenberger, Bioregionalismus, S.121ff.
[52] zit. nach Heider, Die Narren der Freiheit, S.114f.
[53] zit. ebd., S.116
[54] vgl. ebd., S.118
[55] vgl. Kelpie Wilson, Overpopulation and Bumpersticker Politics, Earth First!, USA, VOL XIII, Nr. VII, 1.8.93
[56] vgl. den Bericht über das Hüttendorf Anatopia bei der geplanten Mercedes-Teststrecke Papenburg in Niedersachsen, in: Instinkte. Erdbefreiung, Nr.5/6, Winter/Frühling 1994/95
[57] Die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Ökologen Deutschlands wurde im Juli 1989 unter Führung Herbert Gruhls gegründet. Die Trennung von der ÖDP erfolgte, weil diese eine Abgrenzung zu NPD und REP beschlossen hatte. Die Unabhängigen Ökologen kooperieren mit anderen faschistischen Gruppen und Regionalisten.
[58] vgl. Ökologie, Nr.3 und Nr.4/1995
[59] vgl. Ökologie, Nr.4/1995, S.20
[60] vgl. Instinkte. Erdbefreiung, Nr.5/6, Winter/Frühling 1994/95
[61] vgl. Instinkte, Nr.1
[62] vgl. Instinkte, Nr.5/6, S.12
[63] vgl. Instinkte, Nr.4,
[64] vgl. Instinkte, Nr.4
[65] vgl. Instinkte, 5/6, S.27
[66] vgl. Die Eule, EF-Zeitung, Nr.1/Sommer 1995, S.5
[67] vgl. ebd., S.14
[68] vgl. ebd., S.19
[69] zit. Earth First! Deutschland, Übereinkunft aller AnhängerInnen, März 1995, S.2
[70] zit. ebd., S.3
[71] zit. ebd., S.4
[72] zit. ebd., S.4
[73] zit. ebd., S.7
[74] vgl. ebd., S.7
[75] vgl. Ludwig Trepl, Ökologie und Ökologismus
[76] vgl. Jürgen Dahl, Ökologie pur, in: Natur, Nr.12/1982
[77]. zit. ebd., S.74
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