MAINE COONS

 

die sanften Riesen

 

 

 

Herkunft der Rasse

 

Die große, stämmige amerikanische Waldkatze ist sehr wahrscheinlich  mit Einwanderern aus Europa nach Amerika gekommen. Ohne züchterische Einflussnahme passte sie sich im Lauf der Zeit an die unwirtlichen Lebensbedingungen an. Das dichte, halblange, wasserabweisende Fell mit viel Unterwolle schützte sie im harten, schneereichen Winter der Nordstaaten Nordamerikas vor der Kälte. Im heißen Sommer dagegen trägt sie ihr leichtes Sommerkleid, meist  ohne Halskragen. Das Markenzeichen der Maine Coon ist der an den Waschbären erinnernde, lange buschige Schwanz.  Das verrät ihr Name, der sich vom Waschbären (engl. racoon) und dem neuenglischen Staat Maine in den USA ableitet.

Die prächtigsten Exemplare wurden bereits  um 1860 auf landwirtschaftlichen Schauen präsentiert. 1895 war die beste Katze der ersten offiziellen Katzenausstellung Nordamerikas im Madison Square Garden in New York City ein Maine Coon-Kastrat namens Cosie.

 

Typisch Maine Coon

 

Die Maine Coon ist eine der größten Rassekatzen überhaupt. Die männlichen Vertreter können bis zu 10 kg, die Weibchen bis zu 6 kg schwer werden. Für ihre volle körperliche Entwicklung braucht diese Rasse etwa 3 - 4  Jahre.

Im Zusammenleben sind sie verschmuste, unaufdringliche Gesellen, die majestätisch ihre Distanz bewahren und trotzdem immer die Nähe ihres Menschen suchen. Auch mit anderen Haustieren, vor allem auch mit Hunden,  verstehen sie sich meist ausgezeichnet.

Junge Maine Coons treiben gerne Schabernack. Sie lieben das Spiel mit dem feuchten Element, fangen unermüdlich die Tropfen aus dem Wasserhahn oder plantschen im Wassernapf.

Mit unerschütterlichem Vertrauen gehen sie durchs Leben und glauben, dass die Welt sich nur um sie dreht.

 

Entscheidungshilfen zur Anschaffung

einer Maine Coon

 

Bedenken Sie, dass sie 15 Jahre und mehr die Verantwortung für ihre Maine Coon übernehmen.
Sie haben regelmäßige Ausgaben für Futter, Streu und Tierarzt.
Katzen hinterlassen Spuren. Haare auf der Couch und auf Kleidern, Kratzer an Möbeln, Streu und Futterreste auf dem Boden.
Haben Sie täglich Zeit für Schmuse- und Spielstunden? Auch regelmäßige Fellpflege gehört dazu.
Sie brauchen Geduld und Zeit für die Eingewöhnung, Erziehung und auch für eventuelle Krankheiten.
Kennen Sie eine zuverlässige Person, die ihren Vierbeiner während ihrer Abwesenheit (Urlaub, Krankheit) liebevoll betreut?
Ihr Zuhause muss katzengerecht gestaltet und sicher sein.
Ist niemand in der Familie allergisch gegen  Tierhaare?

 

Einzeln oder zu zweit?

 

Die Maine Coon ist ein sehr geselliges Tier. Langeweile und Einsamkeit sind ihr zutiefst verhasst. Wenn sie den ganzen Tag außer Haus sind, sollten Sie sich deshalb die Anschaffung von zwei Katzen überlegen. Ob die beiden miteinander harmonieren werden, entscheidet allein ihr Charakter. Dabei ist es unwichtig, ob sie jung oder alt sind, männlich oder weiblich, von gleicher Rasse oder nicht. Bei Wurfgeschwistern ungleichen Geschlechts sollten Sie nur daran denken, sie vor der Geschlechtsreife kastrieren zu lassen.

Auch der tägliche Arbeitsaufwand nimmt bei zwei Katzen so gut wie nicht zu, und ebenso leidet die Beziehung zum Menschen nicht unter der kätzischen Zweisamkeit.

Selbstverständlich wird sich eine Maine Coon auch als Single bei Ihnen wohl fühlen, vorausgesetzt, sie können ihr täglich genug Schmuseeinheiten und Spielzeit schenken, denn Langeweile macht erfinderisch, ihre Maine Coon wird sich dann ihre Beschäftigung selbst  suchen und die Wohnung eventuell etwas umgestalten.

 

Wo bekomme ich eine Maine Coon?

 

Die Anschaffung einer Maine Coon muss gut durchdacht sein. Kaufen Sie eine Rassekatze auf gar keinen Fall bei einem Händler, den meist nur das Geld und nicht das Tier interessiert! Man nimmt sie auch nicht einfach von einer Katzenausstellung mit, mag es auch noch so bequem erscheinen. Viele Tiere sitzen dort auf engem Raum zusammen, und Stress setzt das Immunsystem herab. Außerdem weiß kein Aussteller, wie gesund die Tiere seines Ausstellungsnachbarn sind.

Der einzig richtige Weg ist, einen Züchter zu besuchen und sich dort in aller Ruhe die Lebensumstände der Tiere anzusehen. Adressen von Maine Coon Züchtern finden sie in Anzeigenteilen von Katzen- und Haustierzeitschriften. Auch Katzenzuchtvereine geben Ihnen gerne Anschriften von seriösen Züchtern. Auch im Internet werden Sie fündig - einfach eine Suchmaschine zu Hilfe nehmen.

 

Seriöse Züchter

 

Wenn Sie einen Züchter besuchen, achten Sie auf folgende Dinge:

Können sich die Tiere frei bewegen oder werden sie in Käfigen bzw. Kellern gehalten (diese Art der Haltung ist für die Katzenpsyche auf Dauer schädlich).

Fragen Sie, wie oft die Kätzinnen einen Wurf großziehen. Von Vereinen ist vorgeschrieben, nicht mehr als dreimal in zwei Jahren. Außerdem soll  mit einer Katze erst im Alter von  einem Jahr gezüchtet werden.

Prüfen Sie vor dem Kauf den Stammbaum und den Impfausweis/Testbescheinigung.

Eine Maine Coon kostet meist  zwischen 500 und 1000 EURO (auch abhängig ob ein Tier als Liebhaber- oder Zuchttier verkauft wird), wobei ein hoher Preis allein noch nichts über die Seriosität eines Züchters aussagt. Bei extrem günstigen Angeboten sollten Sie sicherstellen, dass Sie nicht an einen bloßen Vermehrer geraten sind.

Mit der Suche nach der möglichst "Billigsten" fördern Sie die Massenzucht und laufen Gefahr, ein nicht vollständig geimpftes, zu junges (unter 12 Wochen) oder gar krankes Jungtier zu erhalten.

Schließen Sie auf jeden Fall einen schriftlichen Kaufvertrag ab. Darin sollte das Tier genau beschrieben (Alter, Rasse, Geschlecht, Farbe), die Stammbaumnummer aufgeführt und der Kaufpreis genannt sein.

 

So sieht ein gesundes Jungtier aus:

 

Ein Kätzchen ist in seiner gewohnten Umgebung anhänglich und nicht ängstlich.
Die Augen sind klar und sauber.
Die Nase ist sauber und nicht verklebt.
Die Ohren sind sauber. Häufiges Schütteln und Kratzen deutet auf Ohrmilben oder eine Entzündung hin.
Das Kätzchen hat saubere Höschen. Ein verschmutztes Hinterteil deutet auf Durchfall hin.

 

Pflegeprogramm für die Maine Coon

 

Man sieht es einer Maine Coon an, ob sie gut gepflegt wird. Ihr Fell glänzt und fällt locker am Körper herunter. Die Hosen am Hinterteil sind sauber, ebenso Augen und Ohren, sie hat ein gesundes Gebiss. Wird das Pflegeprogramm regelmäßig durchgeführt, lassen sich dabei auch Krankheitsanzeichen frühzeitig erkennen.

 

Kämmen und Bürsten:

Wöchentliches Kämmen und Bürsten ist wichtig, um zu verhindern, dass die Katze zuviel Haare verschluckt.

 

Ohrenkontrolle:

Falls die Ohrmuscheln einmal etwas schmutzig sind, wischen Sie sie einfach vorsichtig mit einem feuchten Babytuch aus.

 

Augen säubern:

Leichte Schmutzkrusten an den Augenwinkeln lassen sich gut mit einem feuchten Papiertuch oder mit einer speziellen Augenreinigung für Katzen reinigen.

 

Fettschwanz bei Katern:

Kater neigen zum Fettschwanz, das heisst, die Talgdrüse, die an der Schwanzwurzel sitzt, produziert zuviel Fett. Ein Fettschwanz wird oft mit der Geschlechtsreife sichtbar. Er ist aber nicht nur unschön, es kann auch zur Verfilzung der Schwanzbehaarung und evtl. zu Ekzemen kommen.

Bestreuen Sie die Stelle einmal in der Woche reichlich mit Kartoffel- oder Maisstärke (evtl. mit Babypuder),  massieren Sie es gut ins Fell ein und bürsten Sie die Überreste nach einiger Zeit gut aus.

Vor Ausstellungen wird es sich meist nicht vermeiden lassen, den Kater, zumindest aber den Fettschwanz zu baden. 

 

Literaturangaben:  Textauszüge aus "Maine Coon & Co" v. E.M. Götz/Gesine Wolf sowie "Maine Coon" v. Carson/Wegler

 

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