Die Stadt Bremen ist eine Enklave im Land Niedersachsen und bildet zusammen mit der kleineren Schwesterstadt Bremerhaven gemeinsam das Bundesland Bremen. Bremerhaven ist also eine Enklave (Kategorie 3) des Bundeslandes Bremen, rund 50 Kilometer nördlich von der Freien Hansestadt Bremen. Das Gebiet zwischen beiden Landesteilen gehört zum Land Niedersachsen.

In Bremerhaven wiederum gibt es das zur Stadt Bremen gehörende "Stadtbremische Überseehafengebiet" schon seit 1938 (Link führt zu einer Radioreportage des Radio Bremen vom 30.3.2003). Dieses Hafengebiet ist also innerhalb von Bremerhaven liegend zur Stadt Bremen gehörend, also eine Exklave der Stadt Bremen innerhalb der Exklave des Landes Bremen (vielen Dank an Thomas Miller für den Hinweis). Eine sehr gute Karte (von 1942) findet sich hier.

Probleme bringt dies zum Beispiel bei ausländerrechtlichen Fragen mit sich:

Ausschitt der verlinkten Seite:

"Eine Einmaligkeit im gesamten Bundesgebiet ergibt sich in Bremerhaven dadurch, dass das Überseehafengebiet hoheitsrechtlich nicht zu Bremerhaven gehört, sondern zur Stadtgemeinde Bremen. Somit ist die Ausländerbehörde Bremerhaven für dieses Gebiet nicht zuständig. Probleme treten häufig auf, wenn es sich um ausländerrechtliche Angelegenheiten von Personen handelt, die an Bord von Schiffen wohnen, die im Überseehafengebiet anlegen. Zuständig für das Überseehafengebiet ist somit die Ausländerbehörde Bremen, die dem Stadtamt Bremen angegliedert ist. Für unaufschiebbare Maßnahmen ist das Hansestadt Bremische Hafenamt (HBH) in Bremerhaven zuständig.
"

Und als wäre das nicht genug gibt es eine zu Bremerhaven gehörende Enklave namens Fehrmoor im Nordosten von Bremerhaven. Sie liegt bereits in Niedersachsen.

(Sie ist auch auf der Darstellung von Bremerhaven oben rechts zu erkennen.)

Warum aber ist Bremen ein eigenes Bundesland?

Es gibt doch nun wirklich reichlich andere Städte in Deutschland, die größer sind, sowohl was Fläche als auch Einwohner angeht. Die Lösung liegt in einem Zusammenhang begründet, der schon zum Entstehungszeitpunkt für Bremen eine Exklavensituation mit sich brachte.
Bei der Aufteilung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg hatten die Engländer Norddeutschland besetzt, das für sie von See her gut erreichbar war, während die Amerikaner Hessen, Bayern und die nördliche Hälfte des heutigen Baden-Württemberg besetzten. Die französische Besatzungszone bestand aus dem heutigen Rheinland-Pfalz, dem Saarland und dem südlichen heutigen Baden-Württemberg (bis inklusive Lindau), die jeweils direkt von Frankreich her erobert worden waren, und die sowjetische Besatzungszone aus den Gebieten der späteren DDR. Lediglich die Amerikaner hatten zu ihrer Besatzungszone keinen direkten Zugang und waren angewiesen auf einen See-Hafen. Nach Kriegsende wurde das zum amerikanischen Nachschubhafen für Deutschland ausersehene Wesermünde mit Bremen zur amerikanischen Enklave innerhalb der britischen Besatzungszone und wurde 1947, unter Umbenennung in Bremerhaven, Teil des neuen Bundeslandes Bremen.
Bremerhaven gab sich noch im selben Jahr eine eigene kommunale Verfassung und genießt große Eigenständigkeit innerhalb des Zwei-Städte-Staates.

(Die Karte hat ein paar Fehler: Hamburg gehörte zur britischen Besatzungszone und Berlin war, wie jeder weiss, in vier Teile geteilt. Ausserdem gehörte der bayerische Landkreis Lindau zum französischen Sektor. )

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