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Im Grenzgebiet zwischen dem indischen Bundesstaat Cooch Behar und Bangladesh
finden sich einige Enklaven beidseitig der Grenze. Auf eine klein-massstäblichen
Karte wie oben sind so auf die Schnelle 11 Enklaven zu erkennen. Was nicht so
schnell zu erkennen ist, ist der Umstand, dass sich in der Region die
größte Dichte an Enklaven auf einem Fleck weltweit findet.
Um dies zu sehen, braucht man
schon speziellere Karten (siehe unten).
Auf der Karte steht Pakistan, aber es ist damit das damalige Ost-Pakistan, heutige
Bangladesh gemeint.
Hier findet sich die weltweit einzige Enklave 3. Ordnung, also eine Enkave in einer Enklave in einer Enklave (siehe Karte).
Da ich mich selbst dort nicht auskenne, greife ich auf Material zurück, das mir freundlicherweise überlassen wurde (herzlichen Dank an dieser Stelle an Brendan Whyte, University of Melbourne, und Alok Kumar Gupta & Saswati Chanda, ).

Es gibt in Bangladesh 111 indische Enklaven und in Indien 51 Enklaven von Bangladesh.
Von diesen befinden sich 66 entlang der Grenze zwischen Westbengalen und Bangladesch.
Laut Alok Kumar Gupta und Saswati Chanda haben die Bewohner der Enklaven-Gebiete
ernsthafte Probleme, da sie von keinem der beiden Staaten anerkannt werden.
Sie haben kein Wahlrecht und auch sonst keine Rechte in den beiden Staaten.
Sie sind faktisch staatenlos.
Der Ursprung der Enklaven liegt laut einer Legende im Kartenspiel zweier Herrscher
im damaligen Nord- und Ostbengalen begründet, die Landparzellen als Spieleinsatz
setzten. Ein anderer Erklärungsansatz, der häufiger genannt wird,
ist eine veränderte Grenzziehung nach einem Krieg im 18. Jahrhundert, was
aber nicht durch einen entsprechenden Vertrages belegt werden kann.
Bis Anfang der 70er Jahre konnten sich die dortigen Einwohner relativ frei bewegen, doch die Zunahme der Spannungen zwischen Indien und Pakistan wirkte sich auch auf dieses Gebiet (Grenze zwischen Indien und ehem. Ost-Pakistan) und den freien Verkehr und Handel aus. In den letzten 50 Jahren gab es keine effektive Verwaltung oder sonstige adminstrative Institution. Durch die ungünstigen Bedingungen sind viele ehemalige Enklavenbewohner ins jeweilige Heimatland abgewandert.
Die Informationen stammen im wesentlichem aus einem Artikel von Alok Kumar Gupta & Saswati Chanda, sowie einer ergänzenden Email dazu von Brendan Whyte.
Einen ausführlichen Artikel von Willem van Schendel über das Gebiet gibt es hier (englisch).
Die Karte, aus der der obige Ausschnitt stammt, findet sich unter folgendem Link.
Len Nadybal hat auf seiner Seite etliche Karten zu dem Gebiet veröffentlicht, unter anderem eine Karte aus der Arbeit von Brendan Whyte (siehe unten), auf der eine nach Tageszeit geregelte Korridorlösung für den Zugang zur grössten Exklave von Bangladesh dokumentiert ist, der sogenannte Tin Bigha Corridor.
Brendan Whyte hat eine Arbeit über Cooch Behar geschrieben.