Grossburschla in Thüringen liegt südöstlich von Eschwege und war seinerzeit auf praktisch allen Seiten von der deutsch-deutschen Grenze umschlossen. Bis 1952 gab es nur den Zugang über bundesdeutsches Gebiet. Von 1947 bis 1952 gab es eine neutrale Strasse, über die die Grossburschlaer Treffurt erreichen konnten.

Zitat von der Seite www.grossburschla.de:

"Dies war mit Bau der neuen Strasse unterhalb des Heldrasteines vorbei und Mai-Juni 1952 wurde um Großburschla der sogenannte 10-m-Streifen gezogen. [...]Nach dem Mauerbau in Berlin wurde der 10-m-Streifen auf 100-m-Breite erweitert. Wälder wurden abgeholzt, die Grenze von Jahr zu Jahr unüberwindlicher, Stahlgitterzäune und Selbstschussanlagen eingebaut. 1979/80 wurden an der Grenze zu Heldra und Altenburschla Sperrwerke über die Werra gelegt, der Fluchtweg durch die Werra war damit unterbunden. "

Im Zuge der Entstehung und Fortentwicklung der beiden deutschen Staaten verschlechterte sich die Alltagssituation in Grossburschla beträchtlich bis hin zu Zwangsaussiedlungen und trotz der direkten Verbindung mit dem Mutterland haben die Einwohner Grossburschlas aufgrund der geographischen Lage ihres Ortes Nachteile im Alltag hinnehmen müssen, wie dies keinem zweiten Ort der in www.enklave.de.vu aufgeführten wiederfahren ist (vielen Dank an Andreas Rauch für den Tip).

Zwei Details scheinen mir erwähnenswert: Auf der obigen Karte sieht es aus, als ob die neue Strasse über westdeutsches Territorium verläuft.


Dies war nicht der Fall, wie man auf der Detailkarte sehen kann.


Die Eisenbahnlinie führte von Altenburschla kommend ein kurzes Stück über Grossburschlaer Gebiet, um dann zum Bahnhof Grossburschla zu leiten, der aber auf Altenburschlaer Gebiet und damit in Westdeutschland lag.
Eine solche Situation (Bahnhof eines Ortes liegt auf Gebiet eines anderen Ortes, der auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs liegt) gab es ausser in Grossburschla auch in Bergen (Dumme).

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