

Nach dem zweiten Weltkrieg war der bayerische Landkreis Lindau (man nennt ihn umgangssprachlich auch "Westallgäu") im äußersten Südwestzipfel Bayerns französisch besetzt.
Grund dafür dürfte damals wohl strategisch-geographischer Natur gewesen sein: Österreich war ebenfalls in Besatzungszonen eingeteilt und die Franzosen erhielten Vorarlberg. Sie brauchten daher eine geographische Verbindung zwischen Vorarlberg und Südwürttemberg und das war der Landkreis Lindau.
Bis zum 1. September 1955 wurde dieser Landkreis als eigenes "Land" unter französischer Kontrolle unabhängig vom Rest Bayerns regiert. Oberstes Organ des französisch besetzten Landkreises Lindau hieß der "Landkreispräsident". Bei den Landtagswahlen wurden Abgeordnete in den Landtag des Landes Württemberg-Hohenzollern gewählt. Erst ein bayerischer Staatsvertrag über "die Rückgliederung des Landkreises Lindau" (dieser Vertrag ist an der Uni Augsburg einzusehen) beendete diese Sonderstellung.
Einziges Überbleibsel / Indiz aus diesen Tagen: auch heute noch spielen alle westallgäuer Sportvereine nicht in bayerischen Ligen, sondern im benachbarten Württemberg (vielen Dank an Florian Lohbrunner für den Tip).