|
|
|
Die Geschichte der IL-28
1 Die Entwicklung der IL-28
2 Die IL-28 in der DDR
1 Die Entwicklung der IL-28
Nach dem 2. Weltkrieg begann sich die UdSSR, wie alle technisch entwickelten Luftfahrtsländern, mit der Umrüstung der Luftstreitkräfte von Kolbenmotorflugzeugen auf Flugzeuge mit
Strahltriebwerken zu beschäftigen. Der Schwerpunkt dieser
Umrüstung lag zunächst bei den Jagdfliegern, da die neue Antriebsart dort ihren Hauptvorteil voll ausspielen konnte. Dieser lag darin, dass man wesentlich höhere Reise- und Spitzengeschwindigkeiten, als sie mit Kolbenmotoren technisch überhaupt möglich sind, erreichen konnte. Ihr größter Nachteil, der damals noch erheblich größere Treibstoffverbrauch, der die
Reichweite und Flugdauer herabsetzte, konnte bei dieser Flugzeuggattung ihre Vorzüge nicht schmälern und
ließ sich auch taktisch vertreten.
Der Geschwindigkeitszuwachs der Jagdflugzeuge wertete jedoch die Bombenflugzeuge mit Kolbenmotoren
dermaßen ab, dass die Entwicklung
strahlgetriebener Bombenflugzeuge unabdingbar notwendig wurde.
Es leuchtet ein, dass es beim damaligen Entwicklungsstand des Strahltriebwerkes nicht möglich war, strategische Fernbomber mit TL-Triebwerken auszurüsten. Für größere Reichweiten waren Strahlturbinen, die je Stück und Stunde 3 t Treibstoff
fraßen, nicht zu gebrauchen. In dieser Flugzeuggattung kam es vorerst darauf an, Kolbentriebwerk und Zelle geduldig weiterzuentwickeln. Anders war die Situation beim taktischen Bomber. Der erreichbare Geschwindigkeitszuwachs machte eine Herabsetzung der Flugdauer durchaus diskutabel.
Zur gleichen Zeit, in der in der UdSSR die Konzeption für die Pfeilflügel-Jagdflugzeuge MiG-15 und La-15 entwickelt wurden, begann im Konstruktionsbüro S.W. Iljuschins die Arbeit an einem TL-Bombenflugzeug, der späteren IL-28. Iljuschin stand vor der Aufgabe, einen strahlgetriebenen Bomber zu schaffen, der nicht nur eine hohe, den Leistungen der Nachkriegsjagdflugzeuge angeglichene Geschwindigkeit entwickelte, sondern zugleich eine möglichst große Reichweite hatte.

 Top
|