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Tao Te King von Lao Tse |
Tankred Schneller, 1961 Home | Index |
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Das Ferhalten und Alles der Leute läuft ab wi in einer Ban, einem aus- oder eingetretenen Weg oder wi in einem Gleis. Das richtige Ferhalten usw., dass man auch dann dort hinkommt, wo man gewollt hat, oder das erreicht, was man eigentlich will, ist aber nicht das alltägliche Ferhalten, wi es allgemein gemacht (usw.) wird. D. h. das alltägliche Ferhalten, Tun, Lassen, Fülen, Betrachten usf. ist oft ganz unsinnig, gerade dem entgegen, was man will.
Es wird nämlich geschwindelt, oder man irrt sich. Di richtige Bezeichnung oder Benennung der Dinge und alles Andern, di man tatsächlich und wirklichkeitsgemäs sagen müsste, ist anders als „man" alltäglich und allgemein sagt. Das stimmt garnicht so (wi „man sagt").
Für das Alles, was auf der Welt überall und im Ganzen geschit und ist, kann man gar keinen Namen oder Benennung sagen oder Erklärung: Der Herrgott hat es eben so gemacht. Man kann di Einzeldinge und di Abläufe, das Entstehen; Kommen und Fergehen, oder di Bewegungen der Dinge, und wi es zusammenhängt oder aufeinanderfolgt, benennen, beschreiben, fergleichen (wenn man dafür erklären sagt, meint man es nur in dem Sinn).
Jetzt ist das aber so: man kann (ein und dasselbe) ferschiden betrachten. Wer (was es auch sei) fon ferne, d. h. mit Abstand, d. h. mit Ruhe, selbständiger Überlegung, tatsächlichkeitsgemäs, anschauungsgemäs, unbeeinflusst, mit keinerlei Rücksichten auf oder wegen irgendwas (irgendjemand) Anders, was di Sache usw. unfernünftig machen könnte, betrachtet, der sit klar und richtig (natürlich).
Wer aber dabei ist, bei Irgendetwas, es ist dann aber Unsinn, sit genau wi in einem Nebel: Er schaut überhaupt nicht mehr recht hin. Wer blos den Andern nachläuft, nachtut, nachlässt, nachfühlt, nachbetrachtet, nachwarnimmt, nachauffasst, nachdenkt, nachmeint, nachforstellt, nachempfindet, achtet und sit selber ja auf Nichts mer.
Dise Grundtatsache, es ist aber so und wird so gemacht, das macht es aus. Es sit äuserlich so aus wi Zweierlei, kommt aber zusammen for. Und das ist eben so, ob man es weis oder glaubt oder nicht, und man kann nicht sagen warum das so ist (So hat es eben der Herrgott gemacht). Es ist aber eine Grundtatsache, und fon hir aus merkt man, was los ist! D. h. das ist der Ausgangspunkt (-Betrachtungsweise), unbeachtet, unbekannt, sozusagen das Geheimnis, woher di Meinungen der Leute, Tun, Lassen, Fülen, Empfinden usw. kommen und gehen. Das letzte. (Weis man es, kann man sich danach richten, und das Meinen usw. auf fernünftige Banen lenken. Weiter aber ist Nichts nötig.)
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Es ist nämlich so, dass erst di menschliche Beurteilung Etwas für hässlich oder schön ausgibt; oder für schlecht und gut. (Es ligt gar nicht allein an den Dingen usw., erst was man sich dazu denkt usw. macht es so.)
Es gibt Dinge und Zusammenhänge usw., und Andere gibt es nicht. Manches ist möglich, Manches nicht, was man sich denken kann. Manches ist gros, Manches klein im Raum. Es gibt ein Hoch und ein Nidrig, Töne und Klänge; der Aufeinanderfolge nach ein Forher und Nachher.
Wer aber jetzt follendet ist, d. h. in seinem Wissen und Kennen foll ausgebildet, foll Bescheid weis wi di tatsächlichen Dinge und Zusammenhänge sind (einfach so, wi si sind), der nimmt es so wi es ist. One dass er meint, er müsste besondere andere Zwekke erreich al, besondere Behauptungen. aufstellen um herumzuwerken (dirigiren). One dass er einen besonderen Antreiber oder Forsager usw. hat, one dass er blos für bestimmte Sachen (nur für di Erzeugung bestimmter Gegenstände) schafft, oder nur für ein bestimmtes stur festgelegtes Zil erdenkt und erfindet. Er (si) wirkt, one, wi es häufig im alltäglichen der Fall ist, für jetzt gerade Irgendeine, zufällig fon Irgendwelchen, dumm oder gescheit aufgestellte Sache zu schaffen, wenn dise purunnötig ist: Es sind nämlich blos irgendwelche Einfälle fon Irgendjemand.
Es gilt aber: Nach einem festen forgefassten Plan, wo Alles schon festgelegt ist, di Dinge kommen und sind dann aber ganz anders, als der gemeint hat, kann es auf di Dauer Nichts werden. Wenn man noch Nichts weis und sich nach den doch immer wider unbekannten neuen Gegebenheiten richtet, dann ist das wi eine quellende Kraft.
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Daraus, dass man denkt (meint, glaubt usw.), das sei das Höchste und gröste Glükk möglichst Fil zu machen, lenken, entscheiden, sich gros herausstellen, ergibt sich die Kampflust, und aus nichts Anderem. Daraus, dass man denkt (meint, glaubt usw.), das sei etwas Wunderfolles und höchst Begerenswertes, irgendetwas Seltenes, Besonderes (es ist nämlich ganz gleich, was es ist) zu sehen, haben, fülen, empfinden usw., ergibt sich di Girigkeit nach Etwas (und nur wegen diser Gedanken, di man sich dazu macht, di Dinge, Sachen usw. machen es gar nicht). Daraus, dass man auf di (bisschen) Dinge und Sachen di man gemacht hat, so überstolz ist, ergibt sich di Neidlust oder nichts mer Anderes gelten zu lassen (und wegen nichts Anderem).
Es ist aber, wer sich foll auskennt, frei fon einer Forlibe, noch befor er di Dinge überhaupt kennt, und hat kein Forurteil, noch befor er di Dinge oder was es sei überhaupt gesehen, gefült, angeschaut usw. hat (einfach blos fon Andern gehört). Sein Sinn, di Art seiner Auffassung der Dinge, d. h. natürlich seiner fernünftigen und richtigen Auffassung, Empfindung, Fülen usw. schwankt selten und er ist dann stark und sicher (und man kann im Nichts fortmachen.).
Diser leitet dann di Leute, dass si Unsinniges gar nicht wissen und nicht wünschen. Er stellt di fon (Schwindel-) Unsinn Eingenommenen, Betörten, wider auf richtige Gedanken. Er fermeidet das Tun und Handeln für Irgendetwas, das doch one Sinn (d. h. gegen einem selber) ist; er lässt sich gar nicht darauf ein.
Und was wird? Auf einmal, jetzt hindernislos, läuft wider das Rad der Gemeinschaft: Was auch gewesen sein mag, es get wider richtig und fernünftig und ist in Ordnung gekommen.
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Das richtige Ferhalten, das fernünftige Ferhalten, Tun, Lassen, Betrachten, Warnemen, Auffassen, Denken, Meinen, Forstellen, Empfinden, so, dass auch das werden kann was man will, man kann es nicht anfassen, es ist kein Ding und kein dis oder das, und doch wirkt es, ändert und macht wider recht, unerschöpflich. One, dass man noch mer sagen könnte warum, natürlich und selbstferständlich, macht es Alles wider recht, gleicht aus: Stumpft das Scharfe und schneidende, klärt das Wirre, Ferwirrte in den Gedanken, besänftigt das Blendende, gleisende, ordnet di Gedanken über di Dinge und Sachen.
Unferlöschliche Leuchte, rechte Kenntnis und rechte Meinung! Wer könnte der Schöpfer sein oder wer der Fater dises Höchsten, Wichtigsten, das Rechte Bringenden!
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Di Sachen, Dinge, Zusammenhänge, Geschenisse, was ist kennt kein Liben oder Zutrauen oder Zuneigung. Si sind wi si sind. Di Geschenisse gehen forwärts, di Einzeldinge sind wi Mittel, dass Eines nach dem Andern geschit (ob gut oder schlecht für uns). Wer sich in den Zusammenhängen foll (genügend) auskennt, foll ausgebildet ist, kann sich nicht an Libe, Zutrauen, Zuneigung halten, denn die einzelnen Leute, Kinder, Grose, wenn si es anders meinen oder sich anders denken (usw.), kennen das nicht. Dann sind si, mit irem Denken, Meinen usw., wi si eben sind. Der sich nun aber recht auskennt und recht anleiten will, muss auch si nemen, wi Dinge, wi Mittel und kann sich selbst ni an ire Meinungen halten, er schreitet über si fort (meint und macht, gleich wi es sei, das Richtige, das zu was füren kann).
Alles was geschit und ist gleicht einem blasenden Balg, immer neu und unerschöpflich bewegt und unaufhörlich sich ferändernd, kommend und fergehend und schaffend.
Und der Mensch, unerschöpflich an neuen oder alten wider herforgebrachten, nachgemachten, aufgeschnappten, dazu erdachten Gedanken, Worten mit denen er si ferbreitet, obwol als ganz ferdekkt fon disen fremden (fon Andern gehörten Ansichten usf.), er ist gar nicht so, er ist und wäre für sich selbst, so wi er für sich selbst ist und wäre und hat fon sich Nichts eingebüst: Sind si auch nicht mer zu sehen und merken, oder kaum, so hat er seine fernünftigen Eigenschaften, wenn si jetzt auch zeitweilig ferdekkt sind, und seine eigenen Eigenschaften, one dass Etwas dafon ferlorengegangen wäre.
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Di lebende, tatsächliche Kraft des Werdens, Kommens, Fergehens ist unfergänglich. Si ist di unfassbare, unerklärbare Mutter; di Mutter, Herforbringerin aller Dinge und Geschehen; stetig, fortdauernd wirkt si, webt si, geschit Alles, ganz fon allein und bedarf keines (fremden) Antribs.
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Unfergänglich ist das Gesamte, Alles was geschit; di Einzeldinge fergehen und kommen. So ist auch der gut und foll Ausgebildete, der Bescheid weis: Er selbst ferget, gibt seine Bescheide, Anweisungen, zeigt sich. Ferschwendet sich, gibt aus, aber di Auswirkungen seiner Angaben bleiben endlos weiter. Ferlirt sich in alle möglichen Dinge und macht, wirkt doch immer blos das Gleiche (das Rechte, Richtige).
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Das rechte Leben d. h. das sinnfolle Tun und Lassen usw., gleicht darin dem Wasser, das in jedes Gefäs get, dass es sich an Alles, was tatsächlich auch ist, anpasst.
Man kann aber gleich sagen, das alltägliche Leben, wi es allgemein gemacht wird, ist (komischerweise) eben gar nicht so: Wenn Etwas so merkwürdig aussit, je mer Einer sich dafon entfernt hält oder das Gegenteil macht, desto richtiger ist es. (Es sind nämlich Fantasien oder forgemachte Schwindelgedanken.)
Natürlich muss es heisen: Im Tatsächlichen, bei den tatsächlichen Dingen, Ferhalten genau den Tatsachen gemäs. In der Sele Tife (und nicht gedankenlose Oberflächlichkeit, di gar keine Spur fon Folgerungen sit und blos so handelt, dass es für Andere beim ersten äuserlichen Anblikk schön aussehen soll, dass dahinter Manches nicht stimmt, wird ferdekkt, und ferschwindelt.) Im Gefül, nach dem man handelt, Libe. (Sonst sorgt man ni recht.) Im Denken Redlichheit (wi sollte anders Irgendetwas stimmen und dann recht for sich gehen). Will man einen Zwekk (Zil) erreichen, Entwikklung darauf hin. Will man was machen, braucht man Kraft, und will man was durchfüren, Tätigkeit.
Und selbstferständlich gilt dann: Sich an das Richtige halten, wi es tatsächlich ist, beseitigt alle unsinnigen (und auch ferherenden) Leiden und löscht si aus.
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Jetzt kann Einer nicht gleichzeitig mit 2 Händen den Krug halten und einfüllen. Oder gleichzeitig ein Werkzeug, schärfen und abtasten, ob es schon scharf genug ist. Man kann auch nicht gleichzeitig Alles für sich haben wollen und darauf achten, dass Jeder sein Sach hat und bekommt. In zügelloser Eigensucht leben ist nicht richtig und bringt nicht das Richtige. Sich selbst und sein Erstreben und Wollen, so wi es (auch im Fergleich zu den Andern) auch tatsächlich ist, gering ansetzen: Selbst in Nichtigkeit leben und aber wirken und follenden, das ist das Richtige und das richtige Gleis.
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Di Sele, das Wollen, Meinen, Denken, Mögen und di Sinne, Erfülen, Auffassen, Warnemen und Alles zusammen sollen gemeinsam, Alles dem Tatsächlichen, Richtigen und Fernünftigen nachgehen. Das Tatsächliche sinngemäse soll di Herrschaft ausüben. Was meint man mit Selbsterzihung: einfach nach dein Richtigen streben, dem Tatsächlichen sich anpassen; (und nicht einem forgesagten oder gesehenen usw. Unsinn, dass dann Alles durcheinander kommt, sich selber durcheinander bringt, mit dem halben Kopf man Etwas nicht will und dann doch will usf.) Es soll Alles fernünftigerweise, di Sinne und das Denken usf. beieinanderbleiben, ungestört.
Wider in Ordnung bringen, recht machen oder fernünftig, heilen, das bedeutet das Urteil, di Auffassung, das Meinen und Denken so erweitern, dass man das Richtige sehen und auffassen kann, man das blos gedankenlos Unsinnige merkt.
Gegenseitig auch auf den Andern sehen, ob es auch dem recht get, oder man in eindrängt, das fürt zur eigenen Ordnung; auch der eigenen Dinge. Das Geschikk oder di Ferhältnisse, oder wi man zu sagen pflegt, ändern sich, und auf einmal wird man merken, dass doch das das Richtige ist oder gewesen wäre (und fon Neuem also wider das Richtige ist).
Echte Einsicht in di Zusammenhänge fürt dazu, dass man merkt, dass das Wissen fon tausenderlei Einzelheiten und Kleinigkeiten und Unnützigkeiten usf. gar Nichts nützt.
Wider auf richtige Gedanken bringen, di Entwikklung zu richtigen Gedanken fördern, das heist: Schaffen, aber nicht für sich selbst allein, nur für seinen Eigenbesitz, sondern für und mit den Andern. Wirken, aber nicht blos für seinen persönlichen Eigengewinn, sondern gleichzeitig für das Allgemeinwol. Di neuen besseren Gedanken sollen wachsen, di alten unsinnigen überwachsen, dass man fon disen allmälich nichts mer merkt; aber nicht den alten Unsinn mit einem neuen Unsinn überwältigen und abschaffen; das Richtige braucht seine Zeit, denn es muss Alles recht stimmen und zu was Richtigem füren. Und das wird dann auch richtig, sinnfoll, stimmend, passend, erlich, gesund, frölich...
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Beim Rad treffen 30 Speichen di Nabe, aber das Wichtige oder Wesentliche dabei ist, dass es rund ist. Töpfe macht man aus Ton, aber das Wichtige und Wesentliche dabei ist, dass si hol sind. Mauern mit Fenstern und Türen bilden ein Haus, aber das Wichtige und Wesentliche dabei ist das darin, oder Lere. - Grundsätzlich ist das so, di Dinge und Gegenstände selber, di Stoffe für sich, machen es nicht, dass man si brauchen kann, haben will usw. Di Brauchbarkeit, dass es sinnfoll stimmt und get, di bleibende Freude und der Spass an den Dingen machen iren richtigen Wert aus. Erst di Gedanken und di Kenntnis, wi man richtig damit umgehen kann, machen di Stoffe, Dinge zu einer rechten Brauchbarkeit.
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Aber es ist natürlich und selbstferständlich so: Zu starke Seeindrükke stumpft di Sefähigkeit ab. Zu starke Gehörseindrükke, das Gehör. Zu starke Geschmakkseindrükke, den Geschmakk. Zu starke Spillust (in den Gedanken) das richtige selbständige Erkennen. Zu starke Begerlichkeit (in den Gedanken) das richtige, selbständige Tun.
Wer sich dagegen richtig auskennt, nimmt di Dinge oder was (wer) er sei, richtig, sinnfoll, zum rechten Nutzen und lässt sich nicht fon ausen, fon Irgendjemand oder irgendeiner besonderen Eigenschaft des Dings oder was oder wer es sei, sich Irgendetwas forgaukeln (dass er sich geradezu an das ferlirt). Das fermeidet er, und nach dem rechten Nutzen und Gebrauch usw. schaut er. -
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Gnade ernidrigt wi Schande, Ere (Lob oder Anerkennung usw.) beschwert wi der Leib. Was meint man damit? Wenn Einer Nichts weis und Nichts kann (kennt) und also in seiner Unkenntnis oder Gedankenlosigkeit (oder er weis Zufil aber falsche Gedanken!) gegen Andere gehässig schafft, der oder di Andern aber wissen es, könnten auch gegen den forgehen, fermeiden es aber, sozusagen aus Gnade, si wollen den nicht ganz runterdrükken, schaden tut er sich ja schon selber, so ist das für den, der tatsächlich betrachtet nur fon Gnade lebt, auf Gnade angewisen ist, eine Schande. (Der ernidrigt tatsächlich betrachtet [in seiner Unwissenheit] ja selbst.) - Der andere Satz: Wi der Leib oder Körper natürlich sein Gewicht hat, oder an im das Gewicht angreift, so ist es mit Lob, Anerkennung, gedankenlosen sogenannten (oft falschen) Erenbezeichnungen: Man soll sich dann immer nach dem richten, was Andere meinen. Wenn man auf Lob usw. ausget, hängen dann immer sozusagen so und so File an Einem, und es kann (häufig) Nichts werden.
Wer sich nicht danach richtet, was und wi es „di Andern" machen, der leitet richtig und lernt Alle wider gut an. Wer sich nicht um das allgemeine Lob oder Zuneigung kümmert, der macht es wider gut.
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Was man nicht auseinandernemen und einzeln in di Hand nemen kann, kann man suchen mit seinen Augen, sit es aber nicht. Was man nicht empfinden kann und keinen Ton oder sonst Etwas ausschikkt, da kann man wol danach hören oder richen oder schmekken, doch man hört usw. Nichts. Was nämlich gar nicht gegenständlich ist, kein Ding und keine Sache, danach kann man tasten: aber, man tastet und trifft ni Etwas an. Natürlich, weil Alles zusammen ein Unsinn ist. Was ist nämlich ein Unsinn, Unfug: Es ligt gar nicht an Irgendetwas, es ligt doch allein an der unrechten, unstimmenden, felerhaften, falschen Auffassung (usf.).
Das gilt aber für Alles, es mag sein was es will, di Einzelheiten sind ja ganz gleich, für Alles und Jedes gilt das; wi bei einer belibig bigbaren (formbaren) Form: Alles kann man darin reingisen, es ist recht für Alles, für alle Geschenisse one Ende: Natürlich und einfach, allgemein sich an das Rechte und Tatsächliche zu halten, so wi es ist. - Einfach, so wi der tatsächliche Ferlauf der Dinge ist, nachzeichnen, wi es fon selbst for sich get; das ist Alles. - Und das ist natürlich und selbstferständlich der rechte Weg, sich danach zu richten, und das kann man leicht sehen, wenn man das einmal erst erkannt hat, dass es allein daran ligt! Man braucht dann nur einmal für Alle, sozusagen den richtigen Plan, di richtige Anweisung geben, und Alles get dann fon selbst zum Richtigen hin! Entwickelt sich neu, richtiger, aus sich selbst.
Di alten Lenker der Gemeinschaften, die Entstehung des Unsinns oder die Erzeugung des Unsinns (usf.) und die Widerordner der Gemeinschaften.
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*) Di Alten, Meister, Lenker oder Ordner fülten, erkannten, sahen ursprünglich und one besonders alle Einzelheiten zu wissen oder sagen zu können, das Richtige, wi es gemacht werden muss (dass Alles wol, fro und munter und in Ordnung ist). Das Unbewusste in irem Wesen gab irer Erscheinung Gröse. Umsichtig, wi wer im Winter über den Strom setzt, Wachsam, wi wer um sich Feinde fürchtet, kalt (unbeeinflussbar allein nach dem tatsächlich Richtigen sehend) wi der Fremdling, weichend wi schmelzendes Eis (sich genau an di jeweiligen Ferhältnisse, für Alle zum Guten, anpassend, one je auf irgendwelche erfundenen unwirklichen Meinungen zu hören), rau wi unbehauenes Holz, weit wi das Talbekken, undurchschaubar wi trübe Wasser (mit einfachen, weit umsichtigen, natürlich für File, di nicht den Überblikk und di Forraussicht diser haben, oft unerklärlichen, unbekannten Gedanken).
Wer fon den Jetzigen dürfte (könnte), durch seiner Klarheit (klaren Kenntnis der Zusammenhänge) Gröse, di innere Finsternis (Unkenntnis, unrichtigen Gedanken) klären? Wer fon den Jetzigen (könnte), durch seines Lebens (dem tatsächlichen entsprechendem Handeln des Richtigen, der richtigen Ansichten) Gröse, den inneren Tod (di Leute leben in irer Unkenntnis in Drangsal und Not, ir eigenes Wesen ist ganz ferdekkt, wi blos noch Schat- ten: Nachplapperer und Nachmacher fon ein paar falsch Formachern) beleben (si wider zu sich selbst kommen lassen, allein das)?
In den alten Meistern war di rechte Ban: si kannten fast unbewusst das Richtige. Si ferlisen sich auf Nimand, hörten auf Nimand, zumal, wenn der dummes Zeug redete, und waren Selbstherr. Und si sahen das follkommen Richtige, wenn si auch bettelarm gewesen sein mögen.
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Jenseits fom Einzelnen, ganz unabhängig fon im, di Welt fragt Nichts ob Einem Etwas gefällt oder nicht, Jeder muss sich nach der Welt richten, tront, ist eben Alles und alles was geschit. Das Leben des Einzelnen ist wechselhaft wi Ebbe und Flut, es ferändert sich beständig. Di ewige Feränderung ist das Beständige, Andauernde. Di fortdauernde Umänderung und das neu Werden ist des Lebens Wesen. Die Kenntnis fom Wesen des Lebens ist ruhige klare Sicht aller Dinge oder Allem was geschit. Di Unkenntnis fom Wesen des Lebens ist wirre durcheinandere trübe Sicht: Man sit gar nicht, was los ist. Di Kenntnis fom Wesen des Lebens, der Dinge und Zusammenhänge bei Allem was gemacht wird, geschit, macht denjenigen einzel: di Andern wissen es nicht oder noch nicht. Aber dadurch, dass er einzel ist, weis er mer, und weil er mer weis ist er sozusagen Meister, und ist erhaben oder würdig oder ist eine erhabene oder würdige Person. Dadurch leitet oder lenkt er Alle auf di richtige Ban, Spur des Ferhaltens, oder gibt seine richtigen Angaben, (es sei Fil oder Wenig). Das richtige Ferhalten usf., wi man auch sagen will, ist das, was allüberall notwendig ist und unfergänglich immer.
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Di ersten Gemeinschaftsordner wurden geant, man hat als garnicht gewusst, dass das einer war, unfermerkt haben si das Richtige, was gerade notwendig war, gesagt, angegeben, gemacht. Andere wurden gelibt, gelobt, gefürchtet, ferachtet.
Aber allein bei einem Wechselseitigkeitsgefül, ob der Nachbar oder Andere dabei auch noch recht leben können, ergibt sich eine rechte Gemeinschaft oder kann eine Gemeinschaft recht und dauerhaft bestehen.
So erfüllten jene grosmächtig wi ire schwerwichtigen Worte ir Werk: Wer Anders könnte sagen fon sich, er habe geholfen Tausende und file Tausende fom unsinnigsten, Jammer und Elend wegzuholen, eben weil si es falsch machten, falsch dachten, nicht besser wussten, und wessen Worte, eben allein richtige Anweisung, wären je gewichtiger und wertfoller und kostbarer gewesen? Wer kann je sagen, er sei so mächtig gewesen und habe mit so Wenig so Fil bewirkt und Rechtes, was zu allem Guten fürte auf lange Zeit. - Und di Gemeinschaft, wenn si disen einmal geglaubt hatte, was si sagten und recht angaben, konnte sich selbst wider recht ordnen, dem Sinnfollen und Fernünftigen nach gehen, das Unnötige doch Elendbringende lassen, und alle den Nutzen der guten Worte, der guten Anleitung genisen.
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Der rechte Weg ward irgendwann ferloren, das sinnfolle, zwekkmäsige Tun und Lassen. Es wusste nimand mer, was das Richtige sei und wo das, was man machte hinfüre. Ein par zogen foraus, und nimand schaute mer hin, wo es hinget und Alles lis sich was formachen: Es fürte aber zum Falschen. Di Meinungen, di Betrachtungsart wurde festgelegt: Man schaut und handelt nicht mer, wi man es ursprünglich einmal gemacht hätte, wi es eben den Tatsachen entspräche, nein man hat fon forn herein zu Allem schon ein bestimmtes Urteil: eben nachgeplappert wi es di Andern machen; nimand schaut mer und weis mer, wi es richtig und sinnfollerweise aufzufassen und nemen wäre und tatsächlich ist oder tatsächlich bewirkt wird und hinfürt. (Wi ein Nebel.)
Das Zusammengehörigkeitsgefül Aller und di gegenseitige, ganz gewönliche und normale ursprüngliche Freundschaftlichkeit wurden abgeleugnet, und eine Ferwandschaftspflicht nur noch gros angegeben und aufgebaut: dass man nur, darauf kommt es nämlich dann tatsächlich heraus oft, innerhalb der Ferwandschaft sich gegenseitig freundschaftlich und aushelfend sein müsse.
Der ursprüngliche allgemeine Zusammenhalt untereinander wurde angegeben und abgestritten und künstlich einzel-Fölkertümer auseinandergespalten. Wer hat es gemacht, doch gar nicht di Leute, ein par di gerade angegeben haben, und Alle haben es geglaubt.
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Beachtet man nicht das "Wissen": was Jeder zu wissen ausgibt, Jeder aber blos fom Andern gehört hat, und Keiner tatsächlich jemals nachgeprüft hat, genügend follständig und richtig, und Keiner tatsächlich weis warum das so gesagt wird oder so sein soll; ferachtet man das „Müssen", das, fon dem Jeder sagt, das müsse so sein und so gemacht werden, es weis kein Teufel warum, und Wolgefül wächst hundertfach in der Gemeinschaft.
Ferachtet man di „Pflichten" und Alles „was gemacht werden soll" und angegeben worden ist: sinnlos, albern, und ein selbständiges Wechselseitigkeitsgefül, wo Jeder fon allein weis, was es jetzt gerade zu tun gibt, ergibt sich wider in der Gemeinschaft. Man kann ja gar nicht einmal für allemal immer gültige Grundsätze (Prinzipien) aufstellen, di Gegebenheiten und was geschit, ist ja immer neu und di fon ein par, di dann meist gar nicht bei der Ausfürung dabei sind! gegebenen Grundsätze stimmen dann oft überhaupt nicht; oder wi eine Faust auf das Auge.
Beachtet man nicht mer di bestimmten Zwekke und Zile, die „Jedermann" anstrebt und nicht mer das Wollen, was „Jedermann" begert, erstrebt, und das Falsche, Unrichtige, Zugrunderichtende erstirbt in der Gemeinschaft: falsch erfunden, irrefürend wi ein Irrlicht gesagt, blos geglaubt!
Hir, ein dreifacher Grundsatz. Aber er ist nicht erfüllbar, ausfürbar, dass man blos äuserlich jetzt so sagt: „richtig" (oder „das wäre fernünftig"). Das ist oder wäre genau blos wi ein äuserlicher Anstrich (bei einem wakkligen Haus). Tatsächlich muss das ausgefürt werden, das Richtige für das Falsche eingesetzt werden (schlechte Steine durch gute ersetzt, mit Mörtel eingesetzt, di Fugen gefüllt werden, dass das Gebäude fon innen heraus und Grund auf wider fest wird): Ursprünglich sein: wider wi es dem Tatsächlichen angepasst ist, wi es uns erscheint; der Herrgott hat Jedem genug Ferstand gegeben das zu sehen oder bald zu merken; nicht auf Andere hören!
Nicht bios auf sich sehen, dass man Alles selbst bekommt (man bekommt es erst recht nicht), auch auf den Andern! (Es kann erst recht werden, wenn es Allen recht get.)
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Nach ein par gedachten, erdachten, dann aber nicht mer nachgeprüften, ob es auch so richtig ist und wird, Ferstandesgedanken zu gehen: da fernachlässigt man ja di ganze Filfalt des Lebens (das wird ja wi fernichtet). Eine andere Meinung blos so gesagt - wi nichtig. Aber tatsächlich so gemeint und getan - wi mächtig! Es zu machen (usw.), wi es Jedermann und Allewelt macht, es sit aus wi eine ferständige Pflicht, dass man es eben so machen müsse, weil es di Andern auch so machen. Nein! es ist falscher Unsinn, irrefürender Irrsinn, Unfug (oft genug)! Allewelt und Jeder wird leicht fortgeschwemmt fon den „allgemeinen Ansichten", fon oberflächlichen, was im ersten Augenblikk so scheint, Freuden: ein Feiertag, eine Frülingsnacht...
* Ich (si) hingegen, of ankernd (weil mit aller Übersicht und Foraussicht) am Grund des Gefülsstroms, bin heiter und still in der Freude gleich wi das Kind (das fon den forgesagten und allgemein gesagten „Dingen" usw. noch nichts weis und Alles eben (unferbildet) nimmt wi es kommt, und sich freut). Ich lebe und webe fort und fort. Allewelt wünscht alle möglichen Dinge. Ich ersene mir Nichts. Ich bin linkisch im Leben (meinen di so) brauche nicht di Zile, di Alles will. Jeder "weis". (Dinge di kein Mensch zu wissen braucht, di es gar nicht gibt, di ganz unnütz sind, ganz fel füren!) Ich hingegen hab wirre Gedanken, (meint Alles; weil si nicht in ir „System" in ire Grundsätze (Leren [!]) passen und ich gar keine festen Sätze für di unendlich filen Einzeldinge habe). Alle Welt hat Gemeinschafttrib (ist gern zusammen, macht gern Einer was der und di Andere macht: ach! aber auch, was man beim unabhängigen Blikk offensichtlich als (harsträubenden) Unsinn erkennt). Ich hingegen libe einsame Höhen: (Er will sich unabhängig erhalten, dass er den Andern helfen kann, das Richtige sagen, angeben kann. Dass er sich den richtigen Blikk erhält, und nicht selbst in den Irrmeinungen fortgerissen wird.) Ich walle wi di Woge, ruhelos wankend (auf und nider gehend). Allewelt hat „Erfarung" (meint Alles zu wissen). Ich hingegen bin einfältig wi ein Tor (muss immer erst nachsehen, wohin das jetzt wider fürt, was daraus nun wider werden kann)! Ich bin anders als Allewelt: Doch ich bin ich (so wi ich bin)!
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Was heist di Ban, das richtige Ferhalten oder wi man auch immer sagen will oder sagen kann? Das Rechte, Richtige, Stimmende oder wi man sagen will oder kann ist es ganz einfach. Aber das Können der Ban, di Auswirkung, dass man nun danach get, ist, so einfach das Alles ist, allumfassend!
Alles, was es zu denken gibt, alle Dinge, di es gibt, alles was wesentlich ist, und worauf es ankommt, auf das Alles bezit es sich oder get es an.
Es ist das Letzte, Notwendige, und weiter bräuchte (und gibt) es auch ni Etwas. Es ist das Menschliche, wi wir als Menschen uns, für uns, nach den Dingen und Allem richten müssen.
Immer wird das so sein, es ist (einfach) eine Urtatsache. Warum weis ich es? Weil ich eben lebe (und Jeder es sehen oder merken kann)!
22
Gerade so wi das Gegensätze, Eines das Gegenteil fom Andern, sind: Stükkwerk, Ganzes; krumm, gerade; ler, foll; gerade so sind auch das Gegensätze und bei Einem kommt das Gegenteil fom Andern heraus: gesammelt gerät es, zersplittert missrät es. D. h. one gesammelte Kraft (Kräfte) get es nicht.
So stet der, der Bescheid weis (zunächst) für sich ganz allein, er wird aber das Forbild der ganzen Gemeinschaft. Er ist unforsichtig mit sich selbst und stellt sich in Sicht, gibt seine rechten Kenntnisse bekannt (komme was wolle).
Er ist unzufriden mit sich, was er macht, leistet, fertig bekommt; ständig im neu überlegen, nachsehen. füren, tasten, wi es besser werden könnte, ständig im Wirken darin; ferschlossen in sich, one auf Andere zu hören oder nach rechts und links (wo Nichts werden kann) zu sehen. Dadurch wird er gut in seiner Kenntnis und also seinem Handeln und Angeben, zu einem Mittelpunkt, ganz selbstferständlich. Er ist ungefällig zu sich (und nimmt alle nötigen Mühen auf sich) das Richtige einfach wider einzufüren, daher wird er gros. Er ist wunschlos für sich und schaut dann ni auf seinen eigenen Forteil, so wird er unantastbar (das ist ein Schutz, man kann im darin Nichts forwerfen oder in unerlicher Absichten in disem beschuldigen).
Der alte Spruch: Ein Unterschid Stükkwerk oder ganz! Di ursprünglich, richtigen (richtig gesehen und gemacht) Willenskräfte zeigen dann was dahinter stekkt!
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*) Es ist war, dass sich Gedanken ändern: Di schlimme Windsbraut wütet nicht den ganzen Tag, das Wetter tobt nicht den ganzen Tag. Wer zeugt si? Das Weltenall. Das Weltenall selbst ist in Umbildung. Um wifil mer der Mensch!
Nachfülen, nachtasten, fersuchen, probiren wi es richtig gemacht werden muss, wo di rechte Ban, der rechte Weg, di richtige Spur läuft, wi di tatsächlichen Zusammenhänge sind, um es tatsächlich auch recht, richtig machen zu können. Das Richtige dann forzeichnen, di Zusammenhänge, und was es sei, sagen und erklären damit man sich an das Richtige, Tatsächliche anpassen kann. Das alte Falsche zerfallen lassen, abbauen, zeigen was falsch war, um sich an das Richtige halten zu können. - Sich dem Tatsächlichen, genau Gesehenen, Fernünftigen, uns richtig Fürenden anpassen, um auf das Richtige, den richtigen Weg (des Festhaltens usw.) zu kommen. Beseitigen des Unrichtigen „Halbrichtigen" usw., aller falschen Meinungen und Sagens, um wider auf gute Zustände, Mut und Frölichkeit zu kommen. Beides (aus gleichem Grund) in Einem.
24
Wenn man sich auf die Zehen stellt ist das kein festes Stehen. Wenn einer so di Füse spreizt, so ist das kein rechtes Gehen. Wer sich so for in das Licht stellt, stet, for der anderen Seite, was di tatsächlich wichtige ist, betrachtet, im Schatten. Wer meint, er könnte jetzt Alles, und schaut nach Nichts mer, kommt laufend zurükk. Di Dinge und Zustände ändern sich manchesmal, und er wird dann manchesmal nicht mer Bescheid wissen. Wer sich also herfortut, Alles zu wissen glaubt, ist bald untertan; die Andern wissen bald mer und machen dann mit im was si wollen. So get, wer sich hoch hält, nider. Was ist? Er hält sich nicht mer an di Tatsachen (glaubt, er hätte Alles in seinem Kopf und Alles würde sich [und müste sich] danach richtig, was natürlich Unsinn ist und was natürlich zu keinem Zil mer füren kann). Er denkt dumm, unsinngemäß. Er denkt unnütz. Wer sich an das Richtige, Tatsächliche hält, in der rechten Ban, ist disem fern.
25
Es get Alles, Eines nach dem Andern, neben dem Andern, mit im zusammen, zusammenhängend for sich. Der gegenseitige Zusammenhang, Abhängigkeit, die gegenseitige Ordnung ist immerwärend, stetig, in Allem eben wi si ist forhanden. Da wi ein allgütiger Urgrund, Urtrib des Werdens, Kommens und Gehens, des Lebens. (Allgütig, weil man sich danach richten kann: wifile Möglichkeiten zum Rechten und Guten stehen Einem offen, wärend man sich in einem schlechten Zustand ferrannt hat und blos keinen Ausweg sit.) Es gilt für Alles, der Mensch bestimmt sich hirin, unter all den Möglichkeiten eine richtige (gute) Ban, einen rechten Weg, sucht sich wi er sich recht zu ferhalten hat, Alles recht aufzufassen und zu nemen hat. -
Di Kraft gibt denen di si haben eine Gröse. Di Gröse, Stärke messt nicht mer, der kann machen was er will, ein Stükk und noch ein Stükk. Er, si entfernen sich aber damit, weil si gar nicht mer danach achten, immer weiter fom Richtigen: Der Unsinn, der dann gemacht wird fon denen, denen man Gröse einräumt, übertrift aber bald Alles und jedes Mas, was man sich je gedacht hat oder hätte denken können: unendlich fern jedem richtigen Weg. Jetzt aber merkt er es, merken si es, weil es gar nicht mer richtig gehen kann, si bei irem Ferhalten und iren Meinungen überall anstosen müssen, im Drekk ligen müssen, bei Anderen anstoßen müssen, Nichts mer stimmt, jetzt merken si es am Tatsächlichen, dass es so nicht gehen kann, si nach dem Richtigen selten müssen, und es get und wird gebracht wider auf den richtigen Weg.
Gleich so ist das Richtige eine letzte Gröse, der Himmel, di Erde; und der Ordner, der Bescheid weis und wider auf den rechten Weg bringt, ist auch da (sind auch da) und sind auch eine letzte Gröse, nämlich etwas Forhandenes. So sind (bei diser Einteilung) fir letzte Grösen. Eine dafon ist der Ordner. Auf der Erde ist der Mensch und unter dem Himmel; und Alles was ist, hat seine bestimmte rechte Ordnung, insgesamt di rechte Ban. Und dise ist fon sich aus da.
26
Ernst, weitblikkende Freude ist tifer, weitblikkender, umsichtiger als leichtsinnige, kurzsichtige eng blikkende Lust. Ruhe, überlegtes, tatsachengemäses Handeln ist höher, bringt Etwas, was der will, als unüberlegtes, gar nicht wares, mal gerade so gemachtes Herumfuchteln, das ni bringt, ni was man will, und blos zerstört.
Also ist der Mensch, der Etwas weis und sich auskennt, stets tätig, wart aber immer di Ruhe der Würde: ob es auch richtig ist, richtig sein kann, zu dem fürt Er stet in weltlicher Höhe: ganz mit den Tatsachen und dem Tatsächlichen bekannt, mit einem Überblikk. Nur darauf schauend, und was er also recht, und fon den Tatsachen richtig bestätigt weis; und hört nicht auf Andere, was di fon ausen her! im sagen wollen was gar nicht so ist.
So sei ferflucht der weltlich Grose ("in der Welt erscheinen si oft noch als gros!") der (di) immer nur so oberflächlich dahinlebt, nach Nichts schaut, tatsächlich nach Nichts fragt, ni was überlegt und also durch das Forbild seiner Lust, oder was er für lustig hält, es Allen formacht und das ganze Band, der Gemeinschaft lokkert, Alles durcheinanderbringt, zerstört!
Denn Alles wänt bald, glaubt falsch, das sei das Lustige, wird ganz ferblendet, waren si noch so an Ordnung an das Richtige; so werden alle Ordnungen und richtigen Gedanken zerstört.
27
Der gute Geher stolpert nicht. Der gute Sprecher stottert nicht, der gute Rechner zält nicht, der gute Schliser schlüsselt nicht, der gute Knüpfer knüppert nicht. Also weis auch, der gut Bescheid weis, stets Rat; braucht in ni zu ferweigern, findet stets Mittel, braucht ni Onmacht zu bekennen.
Das ist seine zweifache Gröse. Also ist der höhere Mensch, d. h. einfach der mit dem besseren Überblikk Herr; Lenker, Leiter, Ratgeber des Nidrigeren. Und diser wi ein Werkzeug des Umsichtigeren. Er ist aber Erfurcht, Zutrauen zum Herrn, d. h. denen di es recht wissen und umgekert di Libe diser zu den deshalb Untergebenen, trotz aller andern „starken Aufsichtskräfte usf.", allein das Rükkgrat der allgemeinen Ordnung. Wer sich auskennt wird sehen, dass das offenbar so ist und das Wesentliche (und gar nicht anders sein kann).
28
Stark sich fülen, one Angst und Aufregung, one sich je abhängig zu glauben, jederzeit ruhig und frei sich überlegen, hören und sehen und empfinden können und dann auch handeln, aber auch bescheiden und Nichts zusammenschlagen, das ist di rechte Grundlage des Gemein-Lebens (gemeinschaftlichen Lebens). Wer si besitzt, kommt oder entgleist ni fom rechten Weg. Er kert zurükk zu dem Denken (Wollen) und Tun unbeeinflußter, ursprünglich und Alles richtig betrachtender Kinder.
Klar sich fülen, aber dunkel sich zeigen: nicht überall seine „Klarheit und Kenntnisse" herausstellen wollen und also noch alle Andern mit seinem „allsichtigen Wissen" dirigiren, schlecht füren wollen; man sit eben doch nicht Alles und woanders sind di Dinge doch anders. Wer das besitzt, irrt ni fom rechten Weg. Er kert zurükk zu dem tatsächlichen Wissen über Alles was ist insgesamt und Einer dafon wissen kann.
Gros sich fülen, unabhängig, frei; zu wissen was man Alles machen und bewirken kann und di Kraft dazu fülen, aber klein sich zeigen, nicht dass Alles nach Einem tanzen soll, sondern das Gemeinwesen erhalten und Nichts zusammenschlagen. Wer das besitzt, schreitet stets fort im rechten Weg: erhält di Dinge und was alles zum Leben notwendig oder recht ist, fro und frei, munter und mutig. Er kert zurükk in ein einfältiges Fülen: Jeder Sinn und jedes Gefül und Alles in einer Richtung, zum auch Richtigen hin (nicht mit jedem Sinn und Fülen was Anderes) unferwirrt. -
Das Einfache ist der Schleier der Follendetheit: des genügenden Wissens und Kennens! - So wird diser, der sich auskennt das Haupt, der rechte Anleiter, Ordner, mild und stark.
29
Eine Gemeinschaft zu lenken (zu dirigiren, wi es Einem gerade belibt) ist erfarungsgemäs unmöglich. Di Gemeinschaft ist ein Zusammenwirken fon Kräften und als solche, wi man sich (recht) denken kann, unlenkbar durch die Kraft eines Einzelnen. Wenn si nicht selber wollen und mitmachen (si sich selber auf dise Gedanken, di man will, gebracht haben) get das ni. - Si jetzt ordnen wollen, nach bestimmten Gedanken (di man irgendwo aufgeschnappt hat, oder irgendwer „erfunden" hat) heist si aus irer (natürlichen, eben durch di Gegebenheiten bestimmten und festgelegten) Ordnung zu bringen. (Worin es natürlich mannigfaltige Einzelmöglichkeiten gibt, aber gewisse Dinge usw. sind sinngemäserweise festgelegt fon Natur aus.)
Si also fon ausen festigen, unnötig festlegen wollen, bedeutet genau Alles stören. Denn Jeder will seine Sachen machen, das und das.
Es muss beim Anleiten selbstferständlich und natürlicherweise fernünftig so heisen*: Hir forwärtsgehen, dort rükkwärts weichen. Hir Wärme zeigen, dort Kälte. Hir Kraft aufwenden, dort Schwäche weisen. Hir Regung wirken, dort Ruhe. (Nicht: Kraft, Kraft, Kraft Kraft oder sinnlos fortwärend sonst was, klar, dass das ein urstimmender Mist geben muss). Wenn es sinnfoll zugehen soll, das Rechte, Richtige erhalten werden (bleiben) soll, so muss nach dem getan werden, wi der, der den Überblikk und di Umsicht hat, seine wenigen Anweisungen gibt. Der meidet natürlich Machtlust, Machtreiz, Machtglanz.
30
Der rechten Ban oder dem Richtigen gemäs, den Tatsachen, oder wi es ist, gemäs walten, ist walten one Gewalt: merkt und sit man di Auswirkungen, dass es nur Blödsinn (oder wi man sagen will) war, und man sich selber nicht nützt, sondern sich selber schadet und anstöst, zerstöst an den Dingen oder was es sei, so lässt man es natürlich allein. Das richtet und gleicht wider ein und zurükk zum Fernünftigeren und immer blos allein das. „Gewalt" „Aufsicht" (wer wen?) „Zwang" usw. sind unnütze fortgeschobene lere Schaupuppen um noch mer zu plaken und Angst zu machen: Solange es Einer anders meint, hilft erfarungsgemäs das ebenso Wenig, wi wenn man gar Nichts macht, es wird blos di Narrenmeinung, der Unsinn, bestätigt und bestärkt („dass es so sein müsse") und zum Unrichtigen Übel noch mer hinzugefügt:
Wo Krig war, wächst Dorn und erntetlos ist das Jar.* - Der Gute, Ferständige braucht nicht Gewalt. Ist und rüstet sich nicht mit Glanz. Ist und brüstet sich nicht mit Rum. Ist und stützt sich nicht auf Tat. Ist und gründet sich nicht auf Strenge. Ist und strebt nicht nach Macht. Augenblikkliche Erfolge täuschen und beruhen gar nicht darauf. Es ist falsch und foller Feler, Unrichtigkeit, Unwarhaftigkeit und muss deshalb in irgendeiner Weise irgendwann in sich zusammenfallen: Höhepunkt deutet Nidergang. - Auserhalb der richtige Ban ist Alles aus der richtigen Ban: Eine Unstimmigkeit notwendigerweise, dass si nicht zu sehen sein soll, durch eine andere zugedekkt, usf., usf., usf.: Es stimmt, so „schön" es auch zurechtgemacht sein mag, irrtümlich, fälschlicherweise, Garnichts mer, Alles ist falsch, wird schlimm, und muss sich irgendwann zeigen.
31
Gewalt ist nicht Werkzeug des Guten, Umsichtigen, der den Überblikk hat, sondern des, der schlecht (oder noch schlecht) Bescheid weis. Tatkraft ist nicht Gewalt. Der Weise ersent sich Gröse und Stärke: Kenntnis und Kraft und Tat si (di rechte Kenntnis und Auffassung) begreiflich zu machen und ausbreiten zu können. Gewalt ist aber ni das Richtige, ni das Werkzeug des Weisen. Si bessert nicht, selbst fridstiftend zwingt si, so dass der dann doch nicht das Richtige weis und machen kann. Si ist nicht schön, denn si bringt nicht Freude. Es sei denn, man betrachtete Zerstörung und Fernichtung als Freude. Der Sinn für Zerstörung und Fernichtung ist aber im Menschen kein Zeichen für Kraft. Glükk wont links, Unheil wont rechts (in entgegengesetzten Richtungen). Di Truppe stet links, der rechte Anfürer rechts (gerade auf entgegengesetze Art gehört es recht gemacht). Krigsbotschaft ist Klagebotschaft, Menschentod, Tränenquelle. Fermeintlicher Sig durch Gewalt kommt tatsächlich auf Leiden heraus.
32
Di ewige Ban der Dinge, der ewige Lauf der Dinge ist nicht bei etwas, jemand Einzelnem; si ist einfach, wi das letzte Stoffteilchen, im ganzen All. Si ist der eigentliche Ordner an sich.
Das Jenseits, urdingliche, nicht mit seinen Händen anzufassende (usf.) mischt sich mit dem Irdischen, ist bei den Dingen, was Alles geschit sich ferändert, bewegt. So kommt, (wi) der Befruchtung Tau, den der Mensch nicht fasset (dass jetzt Alles richtig for sich gehen kann, Alles nach- und nebeneinander eintritt):
Der Einzelne kommt aus der Abtrennung fom Andern, fon allen Andern Dingen, und get auch wider zu Ende. Di Endlichkeit, dass Etwas erhalten werden muss, richtig gefürt werden muss, bringt das Bewusstsein der Schranken herfor. Und das bewart, als Einzelnes nicht überall nur herumgestosen zu werden; dass man auch zusammen mit den und dem Andern einpasst, sich einfügt:
So ist di tatsächliche Ban, der tatsächliche Lauf der Dinge, aller Forkommnisse, das richtige Forsichgehen das Bett des langsamen Stromes der Welt, gleich wi das Tal in sich trägt Flüsse und Seen.
33
Andre durchschauen ist Umsicht; Sich selbst durchschauen ist Einsicht. Andere lenken ist Können. Selbst sich lenken ist Macht. Beginnen können ist Stärke. Follenden können ist Kraft. Nicht-Zerfall ist Ewigkeit, Dauer. Nicht-Nichtigkeit nach dem Tod ist Unsterblichkeit.* -
Andere recht lenken ist Können, Wissen des Richtigen; dann Kennen der Einflüsse, denen di Andren unterligen, irer Beeinflussbarkeit; wi leicht lassen si sich fon ein par Angebern, falsch Angeben, den grösten Unsinn formachen, glauben di grösten Torheiten, Unsinn. Wi leicht, wenn man erst di unsinnigen Beeinflusser, Formacker, gemerkt hat, di Weise wi si es falsch machen, weis wi und warum Alles herkommt und kennt den Zusammenhang erst einmal follkommen und ganz, so ist es so leicht in das Richtige wider einlenken: Aber fil Arbeit und Umsicht und Übung, das Alles zu kennen.
Der Einzelne, Andere folgt dann dem, wi er forher dem Andern gefolgt ist, er weis gar nicht wi im geschit, wiso und warum. (Natürlich, daran lag ja Alles.) Jetzt aber richtiger und froher.
Fon selbst als Einzelner aber sich frei schlagen, irgendwann einmal einen puren blosen Unsinn als das zu erkennen, als follkommen unnötig, allen andern Meinungen zum Trotz, und gegen Alles was alle Andern sagen: si sehen es nicht: Si stekken Alle in einem follkommenen Unsinngebäude: Eine Unstimmigkeit durch andere ferdekkt; aber das lässt sich dann doch nicht ferbergen, denn es ist stellenweise gar zu bunt. Sich loszuhauen aus allen Ferwirrungen, Umklammerungen und Fesselungen unstimmender Gedanken, di Einem umgeben, um Einem gelegt worden sind; sich frei zu schlagen, frei zu machen, unabhängig nach richtigen, stimmenden Wegen zu suchen, anstatt in künstlichen Irrgärten zu tappen, freilich ist eigentlich Alles so leicht, doch erfordert es eigeine Macht (Kraft und Durchhalten u.a.).
Schon beim Anfangen, noch mer beim auch Zuendebringen.
Aber es bringt Dauer und Sicherheit: War forher doch Alles wakklig; höchst unsicher, klar weil es nicht stimmte und sich doch ni foll erhalten konnte und lange, so wi es war; wird es jetzt recht. Di richtigen Gedanken, oder was einmal als richtig erkannt ist, bleibt und hat seine Wichtigkeit und Bedeutung für immer:
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O Ban, richtige Gedanken, richtiges Kennen! Unendlich! Allgegenwärtig! Richtige Ordnung, wi es ist, das All ist durch dich, wird aus dir, rut in dir! Allmächtige Alltätigkeit! Urmutter, Herforbringerin Alles was überall geschit, doch nicht Herrin: Es kommt Alles und get fon sich allein, aus der eigenen Ordnung, den eigenen Zuständen heraus. Ewig wesenlos, unanfassbar, wi scheinest du klein, unbedeutend. Doch in dir schlist sich der ewige Kreislauf, das Geschehen der Dinge, Alles läuft danach ab: O Nichtherrin wi scheinest, fon hir gesehen und bist hirin, du gros!
So ist, der sich follendet, genügend auskennt und zu tun weis und (also) kann, ni der Schöpfer der Gröse, seiner Gröse; das Richtige, wi es ist, gibt im di Gröse und sein Zil und Zwekk ist, allein sich dafür einzusetzen, danach und dafür zu Handeln.
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Wer ir groses Gleichnis fasset, irrt und irrt durch di Welt Pflichtlos. Freiheit, Stille, Hoheit, Freude, Selbstherrlichkeit sind seine Speise. Ein wandernder Fremdling der schauet (di Zusammenhänge sit). *)
Di Ban der Dinge, di richtigen Zusammenhänge, das Richtige allgemein künden? Fermessener Unsinn! Si können es nicht sehen, si sind und glauben in ganz andern irrtümlichen Gedanken drin: Di Filen blikkten nach ir, und sähen si doch nicht; di Filen horchten nach ir und hörten si doch nicht. [Was si nicht selber irgendwi eigen erfaren haben, können Si nicht richtig, sicher aufnemen.] Und was ist aber? Wenn si sich nicht an das Richtige halten leben si zugleich one Unterlass fon irem eigenen Leben: schaden sich selbst.
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Klein bedingt Gros: Wer klein ist ( sich fült) in dem was erhat, kann usw., gibt sich Mühe, strengt sich an, denn er will auch mitkommen, und also kann er auch zu was, mer kommen. Genau so: schwach bedingt stark, Nidergang bedingt Aufgang, Lere bedingt Fölle. So ist der Lauf der Welt der Menschen. -
Aber der Grundsatz über das Denken fom Jenseits (wo di Gedanken des Menschen nicht mer hinreichen):
Hart ist ein Grad fon weich (etwas mer oder weniger). Stark ist ein Grad fon schwach (etwas mer oder weniger): (So ist das Wissen und Kennen: Fil kennen und wissen ein Grad fon doch wenig, kennen und wissen: etwas mer oder weniger): Doch so wi der Fisch nicht lebt auser dem finsteren Abgrund (Wasser), also erstrebe der Mensch nimals das Wissen fom Wesen des Menschen!
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Letzter Spruch des ersten Buchs
DI BAN, RICHTIGE ORDNUNG DER DINGE, SO WI ES TATSÄCHLICH IST, FÜR SICH UNABÄNDERLICH TATLOS, BESTEHEND, BEGREIFT, UMFASST ALLE TAT: FORBILD DES ORDNERS. ALLES MAG WIRREN IN REGUNG. ICH BIN UNERSCHÜTTERLICH IN MEINER EINFALT JENSEITS. DENN EINZELOSE EINFALTIGKEIT, ALLUMFASSEND, IST UNREGBARKEIT. UNREGBAR, UNERSCHÜTTERLICH / ALSO WIRD DI GEMEINSCHAFT FREI.
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Wer ist im rechten Weg, im richtigen Ferhalten (und wi man auch sagen will)? Wer gar nicht sofil überlegt und denkt, wo der rechte Weg ist. Wer ist fast im rechten Weg? Wer immer acht gibt, ob er noch im rechten Weg ist und nicht abgeirrt ist: Gerade so irrt man dann etwas fom rechten Weg. (D. h. brauche deinen offenen, wirklichkeitsgemäsen Blikk und sei warhaftig, so stimmt natürlich Alles, und was Anderes braucht es nicht.)
Echt im rechten Weg sein, ist nicht sein Wollen und seine erfundenen Gedanken durchsetzen wollen, sondern sich an di tatsächlichen Gegebenheiten zu halten und sich dementsprechend zu ferhalten. Fast im rechten Weg sein, ist bereits etwas seinen eigenen Kopf durchsetzen zu wollen, ob es passt und richtig werden kann, oder ob dabei notgedrungen, d. h. dem Tatsächlichen nach, alles Mögliche kaput gehen muss. D. h. rechter Weg ist nicht mit dem Kopf durch di Wand.
Was ist jetzt dann Sittlichkeit? Man macht was man will, one nach dem Richtigen zu sehen (einfach einmal drauflos), hat doch aber gewisse Bereiche, oder bei gewissen Dingen oder wi man sagen will, wo man sich richtig und nach dem Rechten richtet. Das Ferhalten ist gemischt. Was ist „Recht"? Wi man bei der Festlegung gewollt hat, und es also einmal festgelegt worden ist, ausgefürt oder danach gehandelt. Was ist „Sitte"? Wi es eben „di Anderen" wollen und meinen, einer richtet sich nach dem Nebenmann, und dann wi zwangsweise anbefolen und ausgefürt: richtig, passend, unrichtig, dumm, blödsinnig, falsch, oder wi es gerade kommt.
Das Tatsachengemäse, ursprünglich Gesehene, wi es richtig ist nach der Wirklichkeit, ferloren, so blib noch, wenn man es auch nicht mer sit (warum? weil man gar nicht darauf achtet, und man es für unnötig hält; welch ein Unsinn!) eine Zeitlang der richtige Ferhaltensweg. Er get jetzt aber natürlich bald ferloren und was bleibt? Noch eine gewisse Sittlichkeit: Ein Teil des tatsachengemäsen Ferhaltens, ursprünglichen, wirklichkeitsgemäsen, warhaftigen Ferhaltens ist bereits ferloren, aber Gott sei Dank, gewisse Teile sind noch da. Get das jetzt auch noch ferloren, so werden Rechte, starr forgeschribene Banen des Tuns und Lassens, eingefürt. Wi wenn allein Nichts ginge. Und hält man sich schlislich auch nicht mer daran, so hat man di puren Sitten: so wi si dann eben sind! Sihe oben. Denke Keiner, er sei ursprünglich er selber, so wi er sei, der sich so ferhält und fon sich aus. Nachmacher sind alle, das stekkt ja in der Bezeichnung Sitte, und deshalb sind ja Alle in Filem gleich! Aber nicht immer Nachmacher der Klügsten! So ist di Sitte nur ein Schein des Sittlichen (fon allein, oder wenigstens etwas aus sich selbst heraus richtiges Ferhalten) und ein Zeichen des Zerfalls. (Es kann nicht mer auf die Dauer acht und gut gehen.)
Nach. dem müssten jetzt di Leute ja strodumm sein und überhaupt zu nichts Richtigem mer fähig. Nein, es ist etwas ganz Anderes: Si haben zu ser Bilder und Gedankenforstellungen, Meinungen, Bildungen im Kopf, obgleich auch Angaben und Bilder, und Gedankenforstellungen fon richten Dingen und Forkommnissen. Aber di waren unter ganz anderen Foraussetzungen, bei ganz andern Zusammenhängen richtig und passend oder sind hir jetzt eben gar nicht und überhaupt nicht mer angebracht oder bei den jetzigen (jeweils) Forkommnissen eben ganz anders im Zusammenhang. Man denkt was und meint was, oder si sagen was und geben an und meinen es sei richtig. Wo anders waren einmal Teile dafon richtig in damaligen Einzelfällen. Aber man kann ni daraus allgemeine Grundsätze machen und si Allen einprägen: das wird dann follkommen falsch: Di derartig falsche Bildung, das den Leuten Formachen falscher Grundsätze ist das Mittel zum Zerfall. Di Leute sind fil zu gutmütig und denken an keinen Harm (dass Andere nicht immer erlich sind), dass si es glauben. Wer sich auskennt in den Dingen, di Zusammenhänge gesehen, gemerkt hat, hält sich (allein) an di Tatsachen und lässt fon allem Schein, Hält sich an die Quelle, an di Ursprünge der Dinge, wo si tatsächlich herkommen, wi si tatsächlich entstehen, und nimmt si nicht aus 2. Hand (das Wasser nicht erst aus schlechter Leitung: es ist dann bereits Drekk darin), was der und der, fon dem usw. darüber gehört hat und meint. - Ni sich daran halten, immer sich bemühen es selbst nachzusehen und wirklich zu prüfen was los ist und di Gründe oder Zusammenhänge sind!
39
Das Dasein auf der Welt heist teilhaben, auch stets irgendwi beteiligt sein am Ganzen. Das Ganze und Alles was ist hat Ordnung, richtige Zusammenhänge. Und es gibt Alles: Di Erde, si hat Festigkeit; di Sele, der Mensch insgesamt, hat Bewusstsein; das Hole, Gefäse, haben Inhalt; und die Lebewesen, dise haben Leben; und auch der Ordner und der wart und bewart di Selbstordnung der Gemeinschaft: So ist Alles wi es ist auf der Welt.
One Ordnung zerstöbe das All (Weltenall und Alles); one Festigkeit zerfile di Erde; one Bewusstsein zerschwände di Sele; one Inhalt zerspränge das Hole (gibt es gar nicht, etwas Holes, wo Nichts hineinget); one Leben zerginge das Lebewesen (wäre gar keines); one das di Selbstordnung bewart würde, wäre Störung di Ordnung (könnte es gar keine geben).
Der Erhabene, der Bescheid weis, mer als di Andern, weshalb er natürlicherweise erhaben ist, mit gröserem Umblikk, stammt aus der Masse der Nidrigen (er wüsste sonst nicht was disen nötig ist). Hoch stet auf Tif: Der Ordner hält sich als nichtig und null, nichtsbedeutend und nichtswollend (dass Etwas nach seinen blos jetzt erfundenen Gedanken gehen soll; di Richtlinien gibt das Tatsächliche und Wirkliche, wi di Dinge sind). Er ist geboren aus dem zu Ordnenden.
Di Summe der Teile ist nicht das Ganze: Di Leute leben beieinander, es ist aber (oft) nicht sinngemäs. Oder er sit mächtig aus und ist doch nicht mächtig, blos foll Unrichtigkeiten. Fernichte di ursprüngliche, gewönliche und natürliche Betrachtungsart, und also di Kraft des ursprünglichen Willens (Wollens) und nicht wird ertstehen Edelsteins klare geregelte Form, doch unförmlicher Kisel.*)
40
Der ewige Kreislauf, Werden, Kommen, Fergehen ist di Ban der Ban, d. h. Fortdauer und Bestehen bei allen Feränderungen ist in der Ordnung und den tatsächlichen Zusammenhängen der Dinge, dise sind immer. Das Lassen (nämlich allen Un-sinngemäsen, blos mal selbst so gedachten, es ist aber unzwekkmäsig, fürt nicht zum Zil und ist falsch) ist sozusagen das „Tun" der Ban: D. h. si ist das Richtige, di richtigen Zusammenhänge; und alles Andere, Unsinngemäse, ist falsch und also zu lassen; natürlich.
Die einzelnen Wesen wallen zum Leben, im Leben wallen zur Einordnung, nicht seinen Kopf durchsetzen wollen, wenn es so nicht richtig ist.
41
Der follendet Weise ferstet di Ban, di Ordnung der Dinge, di Zusammenhänge, was getan werden muss, wi es richtig aufgefasst werden muss usf. und er fertift si: ergründet si weiter. Der halb Weise ferstet si und wart si. Der nidrig Weise ferstet di Ban, soweit er si braucht und im nutzt und nutzt si, ist aber unfähig, si über im unbekannte Dinge hinaus zu ferfolgen. (Klar, er kann das nicht, weil er es nicht kennt; der follendet Weise, war an allen Ekken und Enden, Ebenen und Hölen es zu erkunden, so weis er in den Grundzügen über alle notwendigen Dinge Bescheid; oder war Etwas notwendig zu ergründen, so hat er sich aufgemacht, bis er Rat wusste.)
So wurde gesagt: Wer di Ban, di richtige Ordnung durchdringt, d. h. kennt und weis, stet da als Einzelner. Wer in der Ban fortget, weiterkommt in seinen Kenntnissen, macht sich immer mer einzel: er weis dann mer als Andere. Wer di Ban, di rechte Ordnung, di Zusammenhänge erkennt, ist Mensch, ganz gewönlich, weis was im notwendig ist, er sich ganz gewönlich zu ferhalten hat, weis in seinen Notwendigkeiten richtig Bescheid.
Der rechte Weg gros in seinem Einfluss und Wirkung zu werden ist alles nicht Stimmende, Un-sinnige zu lassen; follendete Reinheit: jeweils das allein zu machen, was man auch insgesamt will, ist Einfalt: in seinen Gedanken eines nach dem andern immer für sich zu haben (und nicht durcheinander zerren lassen, das und doch nicht das usf.). Der rechte Weg weit, weitreichend in seinem Einfluss und seiner Wirkung, in seinem Handeln und Allem zu werden ist, nicht seine unzusammenhängenden Gedankenferbindungen, was man sich selber so denkt, in di Tat umsetzen, durchsetzen zu wollen. Der rechte Weg der Kraft, kräftig zu sein und zu werden, stark und tatenfro und si durchfüren zu können ist, sich ursprünglich und gleich an di wirklichen Dinge und Zusammenhänge sich zu halten und allein sich zu richten. Das zu erkennen, ist filfach sich fergrösern!
Das gilt für Alles und Jedes: Wi man bei einem unendlich grosen Firekk nicht di Ekken sit; man in einem unendlich grosen Gefäs Nichts mer anhäufen kann; man bei einem unendlich grosen Schall gar keine Einzelheiten, Nichts mer hört; ein unendlich groses Bild keine einzelne Form mer hat: So unendlich filfältig ist Alles, und sofile Möglichkeiten gibt es auf der Welt, dass man di Einzelheiten und Dinge alle auf einmal gar nicht beschreiben kann: Es sind nur di allgemeinen für Alles gültigen Grundsätze hir gegeben: di Ban, das jeweils Richtige bei Allem, insgesamt ist jenseits fom Sinn und jenseits fom Einzelnen, eben bei Allem insgesamt was geschit, und deshalb kann man es nicht am Einzelbeispil oder Beispilen, einmal für insgesamt, zeigen.
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Di Ban, das Richtige, Stimmende teilt di Dinge ein, an ire rechten Plätze und Stellen: Eins, zwei, drei, file Dinge. Und dass Alles am rechten auch für uns passenden Ort ist, darf man also Alles nicht an eine für uns unpassende Stelle bringen, d. h. Irgendwas für Einem selber falsch machen; und bei Allem was man macht, das zu beachten. Das was für Alles gilt, allgemein, di richtig stimmende Ordnung, schafft das Gleichgewicht.
Also, dass auch nur Einer, statt sich an das Richtige, Passende, uns zum Rechten Fürende zu halten, nur (in diser Hinsicht gedankenlos) seinen Kopf durchsetzen will, one Übersicht zu haben, machen will was im belibt, ist unstatthaft in einem Gemeinleben (einer Gemeinschaft). Der Ordner ist Förderer dises (immer wenn es das Richtige anget naturgegebene) Gleichgewichts und daher gros (in seinem Einfluss und seinen Wirkungen). Gewinn wird Ferlust: Was einer kleinen Gruppe Gewinn zu bringen scheint oder Einzelleuten, in dem Fall, dass er Andere schädigt, ferschlechtern sich di Ferhältnisse bei disen, es kann, trotz allen andern Angaben, nicht mer richtig und gut gearbeitet werden, und bald bekommen auch di Ersten, di anfänglich den Gewinn einstekkten, trotz allen andern Behauptungen, und obwol es nicht immer gleich zu sehen ist für di, di sich nicht auskennen, das zu spüren (ob si es merken oder nicht, es ist aber so): Es wird tatsächlich ein allgemeiner Ferlust für Alle, one einzige Ausname. - Ferlust wird Gewinn: Ferzicht einer Gruppe fon Leuten oder eines Einzelnen auf einen augenblikklichen, so scheinenden Forteil, er ist aber unerlich im Hinblikk auf Andere, d. h. nützt dise aus oder bedrängt dise in irgendeiner Form, one als gerecht empfundene Gegenleistung; das wird also nicht gemacht, obwol man es im Augenblikk könnte: Es wird aber jetzt Nimand nider gedrükkt, Jeder kann fro arbeiten und one Hemmnis, und woran sollte es jetzt auch noch ligen, dass Nichts herauskäme? Es kommt was heraus: Was man braucht und brauchen kann oder will oder schön und erlich, natürlich fro und gesund findet wird gemacht: Alles läuft gut und auch di Gruppe, di klug zu Anfang ferzichtete auf nur persönlichen Gewinn (allein für sich), kann one Weiteres erlich den merfachen Gewinn, der si sonst bekommen hätte, jetzt aber auch auf di Dauer einstekken. - Das ist di (offenbar richtige, fernünftige, sinngemäse, eben selbstferständliche, was man sich an den Fingern abzälen kann) Lere des Folks. Ich lere: Wer danach get, das so will, erreicht (entgegen allen andern Falschbehauptungen und abergläubischen Felmeldungen) nicht seinen Tod. (Umgekert, er wird gros und stark. Alles Andere ist gedankenloser, d. h. one richtige Gedanken, mit zufil falschen, echter, gewönlicher Unsinn:) Das ist mein fester Grundsatz dafür.
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Di bigsamsten Glider in der Gemeinschaft lenken di unbeugsamsten. Di Ersteren passen sich den Gegebenheiten am besten an, oder suchen das zu tun; wissen also am besten in den Dingen usw. Bescheid, können also am Ende am meisten zustande bringen und also natürlicherweise sagen und bestimmen, was gemacht wird. Genau umgekert di Stursten, mit irgendwelcher festen Absicht; dise stimmt dann nämlich in den meisten Fällen, in denen si si anwenden wollen, gar nicht, also wundern si sich, dass di Dinge nicht so forwärts gehen wi si wollen, und trösten sich damit, dass es Andern (ebenfalls Sturen) ebenso get. Schlislich, wenn es auch lange dauern mag, muss doch offensichtlich (forher war es ferborgen!) werden, dass es so Nichts ist, und si müssen sich den richtigen Ansichten, der Ersteren anschlisen! Di insgesamte Ordnung Eines in der richtigen Reihe nach und nebeneinander durchdringt (wenn man so sagen will) den Stoff. Darin erschaue und sehe also sich di Überlegenheit des nicht-nach-eigenem-Kopf-gehen-Wollens!
Leren one reden, follenden one es selbst zu tun, nämlich dass si es fon allein an den Dingen usw. sehen, ist Seltenheit in der Gemeinschaft: Tatsächlich sind di Leute fon Anderem (andern Gedanken) so eingenommen oder ist ire Aufmerksamkeit bei dem Zusammenleben so fon allem Möglichen beansprucht, dass nur Wenige sich den rechten Überblikk ferschaffen konnten und auf di tatsächlichen Dinge sehen (so einfach das aussit und ist!). - (Man kann keine Person (willkürlich) beherrschen, man kann si umlenken zum Richtigen [oder für si anscheinend Richtigen] indem ir gezeigt wird, dass si stärker, kräftiger, besser wird, wenn si nach dem Richtigeren get. [In dem Fall, wo man ir fälschlich was formacht: anscheinend. Das hat dann aber keine Dauer. Das tatsächlich Richtige lenkt schlislich ein.])
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Das sind lediglich Alles Ferwechslungen und Irrungen: Was ist mer, der Name oder das Ich? Man schafft so, dass ein auserlicher Schein bei Einem schön da stet, und ferbirgt wi es Einem tatsächlich get. Ängstliches Tun one Sinn und wenn oder gerade weil es allgemein gemacht wird. Natürlich will man sich selber schützen, dass man nicht follends herabkommt, es einem noch schlechter get. Aber one dass so je Etwas wider gut werden könnte, so leicht es meist wäre: Ein Unsinn wird zugedekkt mit einem schönen bunten Tuch, anstatt doch blos einmal für sich selbst und tatsächlich nach dem Rechten zu sehen: So kann es leicht besser werden oder wider recht, es ist gar kein Grund für was Anderes forhanden; bei Allen. - Was ligt mir näher, ich mir selber oder mein Habe? Genau so: Was wird Alles gearbeitet, gewirkt, getan für irgendeine Sache, Holz, Stoff, Tuch, Steinmauern, Eisen usf. usf. usf., blos dass man es dann habe, anfangen kann man dann Garnichts damit, daran oder an sich (selbst) hat man gar nicht gedacht, blos dass di Sachen da sind; blos weil es allgemeine Mode ist, dass Einer möglichst fil Sachen hat. (Was und wozu weis der schon lange nicht mer, es wird aber Alles und sich selber dem aufgeopfert.)
Was ist mir härter Erwerb oder Ferlust? Der tatsächliche Ferlust, nämlich an Frosinn, Mut, Kraft, Stärke, Tapferkeit (zum Richtigen), Munterkeit, Wolbefinden (Gesundheit), Freude usw. usw. trifft mich hart, unerbittlich und fest. Was glaubt man durch Erwerb sich dafor schützen zu können? Natürlich will man das, glaubt man das zu bekommen: alles Gute. Man macht es aber gerade herausgesagt wi es ist, gerade ferkert: „Genist" man, wi man noch dazu sagt, d. h. eben „gesagt wird", (Alles) im Übermas, so ergibt das Schmerz. Sammle ich Alles mir zum Überfluss an, so gibt das Unheil (Einem selber zufil, daneben aber, wenn es noch Andere gibt denen es felt, aber doch ausgenutzt werden und sich so fülen für den Überfluss Anderer zu arbeiten, so hat das am Ende und schon forher keine Ruhe).
Blikkt man erst offen und selbständig auf di Dinge, wird das selbstferständlich (und man kann es sich an den Fingern abzählen). Dass es Einem so recht ginge ist unmöglich. Natürlich Schranken beachten, Unmögliches nicht meinen. Was one Sinn, mit Gegensinn (gegen sich) ist, meiden. Das ist di Bedingung, dass Etwas Dauer und Beständigkeit haben kann (und also richtig ist).
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Menschliche Follendung bleibt Mangel; si ist unerreichbar; menschliche Gänze bleibt Nichts; si ist unerfüllbar; menschliches Recht (und kennen des Richtigen) bleibt Schife; Menschliches Wissen weis, dass es zu Nichts füren kann, es Unglükk für Alle geben muss. Und di Glider (Zugehörigen) der Gemeinschaft hören und sehen auf in, gleich als di Kinder des, der sich abgemüt hat Alles kennen zu lernen und also auskennt.
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Ins Leben treten heist zum Tod wallen, es hat Anfang und Ende. Drei auf zen streben und wollen zum Leben und kommen auch schlislich zum Tod, wi es so ist. - Warum kommen si zum Leben und leben? Si liben das Leben; haben Angst for dem Sterben und sterben gerade deshalb erst recht oder noch eher.
Der aber kennt das Wesen des Lebens, lebt und fürchtet nicht Tiger und Einhorn; kämpft und braucht nicht einmal Rüstung: Das Einhorn fände keinen Angriffspunkt für sein Horn; der Tiger keinen für seine Tatze und der Feind keinen für sein Schwert. Warum? Er hat keine Angst, er stet über dem Leben und richtet sich immer ruhig nach den Gegebenheiten und weicht aus und macht es richtig.
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Di Ban, Alles wi es richtig ist, di Ursache, der Zusammenhang! Der rechte Weg, das Gehen nach dem Richtigen, Tatsächlichen, der Erhalter, unser Erhalter! Das rechte (Heraus-) Holen und Zusammenfügen der Dinge, oder bei Allem gibt di Gegenstände, di man brauchen kann und Alles was richtig ist. Di Kraft, das Handeln, di Tätigkeit macht es.
Also fereren daher di lebenden Wesen di richtige Ordnung, wi si ist fon sich aus bei Allem, di Ban, den Lauf der Dinge und Allem und eren den rechten Weg: das rechte Tun, dem Tatsächlichen nach. Dise Fererung der Ban der Dinge, des Ablaufs der Dinge, des tatsächlichen Ferhaltens fon Allem (auch der Leute), wi es ist, und di Erung also des demnach richtigen Wegs, des richtigen Ferhaltens allen Dingen und allen Andern gegenüber sind keine bewussten „Pflichten", was irgendwi gemacht werden müsse, auf bestimmte Art, es sind oder ist ein unbewusster Trib. Weis man es richtig, get es ganz fon allein, und weis auch di Bedeutung, was geschähe, wenn man es nicht so machte: Soundsofil ginge nicht mer und es wäre Nichts mer: Di rechte Ordnung zeugt Alles, bringt Alles, entwikkelt Alles, närt Alles, follkommnet Alles, reift Alles, wart Alles, hält Alles in seinem Lauf; lenkt und hat und besitzt doch Nichts, wirkt und macht recht und macht es doch nicht selber: di Dinge und di Leute machen es eben richtig, hat alle Herrschaft und ist doch nicht (willkürlicher) Herr, Beherrscher oder Angeber (schlechter), und das ist it geheimnisfolles Wesen!
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Das allgütige Menschliche, das dem Andern zeigen des Richtigen, Erklären (one nach dem „Recht" oder „Übertretung" usw. zu fragen) ist wi di Mutter des menschlichen Lebens: Es wird dadurch überhaupt erst möglich, wi erst herforgebracht. Dise Mutter anerkennen, heist wissen ir Kind zu sein: Zu wissen, dass man selber so gros geworden ist, nur, dass man das Richtige gezeigt bekommen hat, und nicht anders und tausende mal, wi Jeder fon Andern dise Hilfe bekommen hat, unferdint, ungefragt, allein wegen des nach Nichts fragenden Allgütigen Anderer. Und das selbst wider zu wissen (ob jetzt in Worten bekannt, oder allein so im inneren Gedanken) heist, es wider so zu machen: di Mutter des Lebens, das Allgütige weiter zu leben lassen, weiterzugeben. Es heist dis aber allein und einfach das Leben der Menschen allzusammen for dem Zerfall bewaren.
Das Zusammenschlisen, Zusammenhalten der Kräfte des Lebens und das Ausschlisen Allen was si zersplittert, (unnötig) aufteilt: So wird der Brunnen des Lebens nicht erschöpft. Zersplittert man di Lebenskräfte, reibt sich auf, zerteilt sich und zerschlägt sich notgedrungenermasen, wenn es nicht richtig ist, was man will, kann Nichts werden, ist falsch, unnötig: So ist der Brunnen des Lebens bald ler.
Den Grund des Brunnens des Lebens aufdekken, heist: klar Sehen! Sein eigenes falsches Sehen merken, ist seine Schwäche merken, aufgeben, schon gezwungen (das klare Sehen zwingt di Schwäche), gibt und ist Stärke! Leben in diser Gröse und eingehen in dise Klarsicht, gibt si Andern weiter, dass auch wenn er schon tot ist, sein rechtes Sehen und Denken noch da ist, fort und one Unterlass.
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Den Menschen recht gros und stark, gut und fest zu machen, heist, in in di Ban lenken, in di richtige Ordnung, wi si fon allein eben bestet, der Herrgott eben es gemacht hat; willkürlich selber was wollen („weil man oder Andere es eben so meinen") ist Übel: macht di Ferhältnisse, di Lebensbedingungen schlecht. Der rechten Möglichkeiten wären File! Aber di Menschen liben enge Pfade: Nur blos machen, was Andere auch machen; nur ni einmal etwas Anderes machen, oder wollen. Also will und wünscht man sich als Höchstes: Glänzende Schlösser. Was ist? ausgesogenes Land, ausgebeutetes Folk, wüste Felder, lere Scheunen. (Allgemeiner Nidergang, schlislich für di Oberen, di das tatsächlich machen, selber.) War das das Richtige? Oder man will Kleiderpracht, Waffenaufwand, Tafelfreuden, Schätze in Fülle und nimmt es sich (bei den Oberen) einfach one fil zu fragen oder selbst zu erarbeiten: Aber was ist es? Dibstal, übermütige Pralsucht; und fürt nicht zum Richtigen. -
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Ein stark gegründetes, stark (recht) geleitetes Geschlecht zerfällt nicht: Ewig dann eren hir di Enkel, was di Anen an Richtigem gewusst haben: Selbst recht danach sehen:
Jeder für sich selber gerade, aufrecht und erlich, gibt das gerade Fortkommen. Für di beiden Geschlechter zusammen gibt das Rechte das Wol für Alle. In der Gemeinde gibt das Rechte, richtige Ferhalten di Dauer des recht und gut Bestehenden. Im Folk di Gesamtkraft und Wucht. In aller Gemeinschaft di Ordnung.
Ich misst sich andern ich; Geschlecht (Familie) am andern Geschlecht (andern Familien) Gemeinde an Gemeinde, Folk an Folk, Gemeinschaft an andern Gemeinschaften: Di stärkste und festeste, wolste und beste wird di sein, di sich an das Richtige, Stimmende, di natürliche Ordnung der Dinge hält.
Woraus ergibt sich das, und dass man das sagen und sich denken kann? Eben daraus, weil es richtig und selbstferständlich so sein muss, weil es gar keine besondere Behauptung ist.
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Wer im rechten Weg ist, gleicht dem unferbildeten (one falsche Bilder, Forstellungen im Kopf) Kind: Es fürchtet nicht den Stich giftigen Gezifers, nicht di Kralle des wilden Tires oder di Fänge des Raubfogels: Es gibt ganz fon allein Acht, one dass es es weis oder sich darum bekümmert, one Forfurcht noch befor di Gefar überhaupt da ist, und ferhält sich dann aber auch richtig, passend, was gerade notwendig ist, one Aufregung; und es passirt im so auch am Wenigsten. - Es hat weiche Knochen und zarte Senen, doch greift fest zu, one Überangst: weil si ganz unnötig wäre; es weis gleich ganz genau, dass es gut so fest zugreifen kann, wann und wann nicht. - Sein Geschlechtsglid kann sich erregen, doch es hat kein Bewusstsein fon Geschlechtlichkeit oder Beger: ganz gewönlich, für es wol und richtig sind sein Denken oder Auffassung, one irgendetwas Aufgeregtes oder Anderes! - Es kann schreien den ganzen Tag: es macht es so dass es nicht heiser wird! Offen und frei und seine Stimmorgane (one es zu wissen, eben es get Alles fon allein recht) richtig einteilend und abwechselnd; öder weis wer wi es zustande kommt, aber es kann es.
In Allem (all seinem Tun, Handeln, Fülen usf., usf.) follendetes Selbstwirken! Ganz allein stellt es sich jeweils, one dass es sich Mühe gäbe oder aufpasste oder sonst was, für sich selbst recht ein. Selbst machen lassen, den Körper, di eigene Sele machen lassen, er, si weis es doch am besten, kennt sich selbst am besten, macht es am besten, natürlich; das heist erhalten. Das Wesen des Erhaltens kennen, heist klarsein: richtig, passend, one Forfurcht, noch befor überhaupt Etwas tatsächlich da ist, Forgedanken, Forauffassungen usw., alle dann für den Fall, der tatsächlich eintritt, garnicht richtig. Fon allein, one fil zu denken, sich fil (aber umso ungeschikkter dann und unpassender abzumühen, get es am besten: Sein eigenes Leben zu beobachten, heist bereits es durcheinander bringen. Im eigenen Leben gar alles bewusst nach forher zurecht gedachten und bereitgelegten Gedanken zu machen, heist kämpfen mit allen Gegebenheiten und Allen, was kommt, d. h. seinen Kopf, d. h. dise Gedanken durchsetzen zu wollen; das zu machen (wollen) bedeutet follends meist gegen sich selbst und heist zerfallen: Alles das ist aus der natürlichen Ordnung; das Ferhalten stimmte dann nicht mit dem Tatsächlichen: Es ist dann aber Alles blos unsinnig gegen sich selbst, obwol für Einem keine Spur fon Notwendigkeit tatsächlich da wäre.
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Wer weis, spricht nicht (hält keine unpassenden grosen Forträge), wer spricht, weis nicht. - Wer weis, gibt seine wenigen Anweisungen, das Richtige ist kurz und bündig und gleich gesagt, und macht das Richtige: *)Das Leben zusammenschlisen, di Zersplitterung ausschlisen (das falsche unnötige Tun, das unnötig Kräfte ferbraucht, di für das Richtige notwendig wären), di Schärfe stumpfen, das Wirre klären, das Blendende dämpfen, den Gewönlichen spilen (gewönlich machen): Das ist Tife im Gemeinschaftsleben (stimmend und Allen wol, nicht nur an der Oberfläche fon ausen gesehen).
Über dem Rum, über der Schande, über der „Ere", über der Ferachtung (allein was richtig ist und stimmt, unabhängig und gleichgültig was selbst alle Andern sagen): Das ist Tugend im Gemeinschaftsleben; d. h. das richtige Ferhalten, das erhält, wider gut macht, heilt, aufbaut. fro, gesund, kurz: Alles recht macht (klar, eben weil man dann allein danach schaut).
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Redlichkeit zeigt fridliches Walten; Geschikklichkeit (angebliche „Kunstfertigkeit") zeugt blos Kampf (d. h. Kampf mit allen Dingen, Gegebenheiten, Leuten, weil nur nach Äuserlichkeiten gesehen wird, ob di stimmen; was dahinter ligt, stimmt eben Manches nicht; also muss sich das igendwann, immerwider einmal bemerkbar machen). Das „Nichtwollen", nämlich nicht den eigenen Kopf, di zurechtgelegten (i. a. doch irgendwoher bezogenen Gedanken), di hir und jetzt gar nicht stimmen, durchsetzen zu wollen, das gibt Gemeinschaftsordnung.
Woher habe ich disen Grundsatz fon der Gemeinschaft? Weil ich es gesehen habe, und eben immer sehen kann:
Ferbot bringt Zwang herfor, man kann sich oft genug schon nicht mer frei nach den richtigen Gegebenheiten richten, was man täte; oder meint jetzt auch noch selber es müsste so anders sein (unnormal). Befel bringt Störung (s. oben, eben das Gleiche). Das Herbringen bestimmter Meinungen, bestimmten Fülens usw. erzeugt Nidertracht (Jeder denkt nicht mer natürlich, man denkt, fült nach Forschrift [wi es forgemacht wurde] unter Auserauchtlassung jedes sinngemäsen Gefüls für Menschen untereinander, am Ende follkommen sinnlos gegen Alle und genau so gegen sich selbst.) Gesetz zeugt Ferbrechen (s. oben; genau aus den gleichen Gründen. Di, di darauf hereinfallen, wüssten fon sich gar nicht, dass es das gibt. Aber jetzt: haben si sich erst ferfangen, meinen si es müsste so sein, was natürlich fon allen Seiten, durch di ganzen Einrichtungen und das ganze Ferhalten auf das kräftigste bestärkt wird. Wer Gelegenheit hat nachzusehen und erlich ist, sehe nach ob es so ist oder nicht. - Je mer fon disem Allem (Alles bloser Unsinn) gesprochen wird usw., desto häufiger und stärker tritt er auf:
Also sagt, wer das weis: Ich beobachte, achte, halte mich an das "Nichtwollen": d. h. ich gebe nicht meine, irgendwelche Ideen an, di dann auszufüren sind oder Andere nicht, oder sage das for, dass das gemacht werden müsse; und das Folk entwikkelt sich nach seiner Anlage. (Fon allein fil besser und richtig.) Ich beachte und halte mich an das „Nichthandeln": d. h. greife nicht ein oder mische mich ein, in di Dinge des Einzelnen, di ich so genau gar nicht kennen kann, das wäre unmöglich, er und Jeder weis es am besten was er recht zu tun hat. Man kann ja gar nicht sinngemäs Andere kommandiren, befelen. Und Alles get fon allein: Di Notwendigkeiten lenken fon sich aus Alles. Ich beachte das „Nichtmitfülen" oder schreibe keine Gefüle, Meinungen, Haltungen for, di so sein müssten; Jeder lebt ja in einem andern Lebensbereich, es weis jeder selbst am besten wi er recht fült; man kann das ja garnicht für Alle aufeinmal sinngemäs festlegen: Und das Folk blüt, weil sich selbst überlassen! (Jeder recht und eigenständig denken und fülen kann und nichts Unrichtiges forgeplappert wird.) Ich beachte „Nichtsein" d. h. gebe gar nicht an, dass bestimmte Dinge sein müssten, eingehalten werden müssten, nicht sein dürften usw. Was Alles sein muss, nicht sein darf, beachtet werden muss, usf. usf. kann man nämlich ebensowenig ein für allemal festlegen, oder es wird immer äuserst lükkenhaft sein: macht man aber jetzt nur das, was dermasen forgeschriben ist, oder nur das nicht, was ausdrükklich bestimmt ist! Es kann sich Jeder Erliche selber weiterüberlegen oder tatsächlich sehen wi das wird, und dise dann auch meinen, dass es sein müsste. Aber one das: das Folk ist wi es sein muss, durch sich selber.
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Daher gelten di fon Manchen merkwürdig angesehenen Sätze, si sind aber genau selbstferständlich, wenn man damit zu tun gehabt hat, und sich auskennt: Tatlose Ferwaltung - frohes Folk. Eifrige Ferwaltung - trauriges Folk. Indem nämlich, wenn forgeschriben ist, wi man seine Finger zu krümmen hat, seine Hand zu heben hat, seinen Fus zu setzen hat, man für Jedes einen Erlaubnisschein braucht; ebenso wi man zu denken hat, zu fülen hat usf. usf. usf., was kann da noch fon allein und richtig wachsen: d. h. was kann man da noch mit tatsächlicher und eigener sinngemäser Fernunft machen? Weiter s. oben. Das Ergebnis, wi man es tatsächlich dann sit, ist genau das, was sinngemässer und richtiger Weise jetzt zu erwarten ist: traurig; Unglükk: natürlich, weil man ja selber darauf zugelaufen ist: Unsinn.
Wi täuschen di Dinge, di Zustände; wi leicht kann man andere täuschen! Es sit aus wi Unglükk, unglükkliches Benemen, bringt filleicht auch zunächst einen Nachteil, doch Glükk umschlist es: Guttat für Alle, Forteil für Alle wird daraus. Di anfänglichen Opfer haben etwas Sinnfolles, Brauchbares, Richtiges aufgebaut, das jetzt filfältig Wol bringt. Umgekert: Wi sit es so glänzend aus, so glükklich, so gut für den. Ja, es wird z. B. dabei nur forhandene Kräfte aufgezert, aufgebraucht, das gemeinschaftliche Ferhalten Andern gegenüber missbraucht usw. usw. usw. Glükk - Unglükk ferschlist es; dass es ni ein rechtes oder ein dauerndes Glükk werden kann; oder zusammenbrechen muss. Wer weis, wi bald Welcher, Welches sigt? Gerade gehen nach bestimmter gedachter (fon Einem erfundener) Fortshrift, Regel: Gerade ferkert sich in krumm, Gut ferkert sich in schlecht. Einmal kommt der Punkt, wo si bei allem Willen dazu überhaupt nicht mer get: falsch anzeigt; di Sache macht einen Bogen oder bekommt einen Haken, wi man zu sagen pflegt. -
Ewige menschliche Blindheit! Das ist fon Anfang an aller Grund für alle Dummheit, Unsinn, Unfug. Wi leicht ist Alles recht zu machen, wäre Alles, wenn man es blos recht sähe! Wi plagt man sich herum und quält sich ab; Andere ab und wäre Alles unnötig! Man weis eben nicht, man sit es eben, sa es eben nicht! Und wi felsenfest ist man daher, war man daher, fon der unsinnig falschen Meinung überzeugt, meist blos ganz einfach Einem fon einem Andern usf. forgemacht! Hir ligt der Grund, dass man es so unsinnig falsch gemacht hat, oder so sinnlos!
Immer wird man Files, immer wider neu und garnicht erwartet, daran ligt es ja, wi fon Blindheit geschlagen, nicht sehen, nicht merken, bis es wider einmal einer sit und merkt (in di Gegenden fertriben und ferschlagen wird, wo er es in seinem Abstand sehen, merken und auskundschaften kann, so zu sagen) Der, der jetzt dann wider follausgebildet ist, foll und genug richtig Bescheid weis in den Ferhältnissen, der ist wi ein ekkenloses Firekk, ein spitzloser Winkel: allumfassend, one Härten und Schärfen, aber bestimmt und fest und in das Richtige einlenkend. Gerad und doch weich, allein in der Ban des Richtigen bleibend und allein hirin weiterschreitend; stets weich sich allem Tatsächlichen, Notwendigen sich anpassend. Klar doch glanzlos: richtig, (doch) one alle Besonderheiten, ganz gewönlich, Alles selbstferständlich, so wi es ist.
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Fördere den Menschen, entwikkle seine (richtigen) geistigen Gedankenbilder: Als höchstes Mittel: so lasse in selbst machen. Gehen lassen (Nichts angeben) ist Einlenken in den rechten Weg, wird Fortschritt im rechten Weg: Allanpassung, so wi es richtig, fon sich aus notwendig ist und nicht falsch. In der Gemeinschaft ist aber auch natürlicherweise zusammengehörig, Alle mit einander, zu denken das sinngemäs offenbar Richtige. Di Anwendung, Durchfürung des solchen Ferwaltungsgrundsatzes bringt Ständigkeit, bedeutet, wi eine tife Wurzel, ein starker Stamm; ist der Pfad zu unsterblicher Macht.
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Ausdrükklich di Gemeinschaft „ferwalten" wollen, d. h. herum- und darum- machen, auf welche der tausenderlei Arten auch immer (di man natürlich für noch so klug hält!) das gemacht wird oder werden soll, heist ir keine Ruhe lassen, si Nichts ungestört machen zu lassen, si nicht das Richtige machen lassen (was Jeder für seine Umgebung blos allein weis und wissen kann und wenn es Einer noch so arg anders behauptet und sich allwissend glaubt), das heist, oder ist gleich wi langsam schmoren zu lassen [kines. Zeichen
für langsam schmoren lassen in der Urschrift].* Ir erst allen Blödsinn formachen, dann den Blödsinn den man somit erzeugt hat (!) bekämpfen und dann sagen, das müsste so sein. Ist di Gemeinschaft im richtigen Gleis, weis Jeder für sich was er richtig zu machen hat, dass es Nichts gibt, wenn er das und das falsch macht und kennt sich für sich (für seine Umgebung) aus, so zeigt kein Mensch, keine Sele irgend ein unpassendes Sonderwollen. Wol ist bei jedem Einzelwille, und es tut Jeder, Jede was Spass macht: Er richtet sich ni gegen Andere, weil er genau weis, in einer Gemeinschaft, wo man bei- und miteinander ist, get das (irgendwann oder gleich) wider gegen in selbst. Wenn und sobald er das tatsächlich weis, macht er das nicht. Machte er es auch einmal aus Unkenntnis, so sind di da, di es besser wissen, oder der und si lenken in, si wider ein. Einer der das kennt, di Zusammenhänge und Wechselwirkungen in der Gemeinschaft, macht das ni einen Andern angreifen, da müsste er ja ganz dumm sein oder tatsächlich blöd. Ir richtiges Ferhalten ist in einer, der richtigen Richtung.* Aber ach! doch so, dass Soundsofil, -file unwissentlich zugrundegerichtet wird oder werden. Nicht zu schwach, dass ja „ordentlich ferwaltet" ist. Nicht zu stark, dass der anbefolene Unsinn nicht gleich [gar zu] offensichtlich wird.
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Di Gemeinschaft
Di Gemeinschaft, das Zusammenleben, der grose Stat ist wi di Tife, zu der di Flüsse flisen, der Herd des Menschlichen. Das der Fergleich ist wi ein weibliches Gegenbild: Das Weibliche (di Gemeinschaft) bändigt stets das Männliche (di Einzelleute, Einzelwillen) durch Empfänglichkeit, Aufname, Anname. Empfänglichkeit, Etwas annemen, ist Herablassen, zugeben, dass man gemeinsam schafft, nimmt, empfängt und gibt, auch der Andere was ist.
Genau so stet der grose Stat in Wechselbezihung zum kleinen, nimmt, bekommt, gibt, hat Einfluss und auch umgekert, indem er sich herablässt; das des kleinen gelten lässt, annimmt. (Wi sollte er [si] anders Etwas fon einander haben?) Wi eben genau so auch der kleine Stat sich zum grosen herablassen muss: Herablassung, d. h. one Angst zum Andern, ist jedesmal Überlegenheit. [Braucht auch gröseres d. h..gegenseitiges Wissen oder anderes Wissen, als wenn Jeder für sich allein get (und seine Notwendigkeiten sucht).]
Der Zwekk des Zusammenschlusses zu einem grossen Stat ist (guter) Lebensunterhalt der Menschen. Der Zwekk des kleinen Stats, der kleineren Gruppen, kleineren zusammearbeitenden Gemeinschaften ist gegenseitige Unterstützung und Wol der Menschen. Beides ist richtig und der Zwekk wird erreicht (wenn keine blinde Dummheit gemacht wird natürlich). Gröse und Wolergehen ist Nichts als Herablassung: gegenseitiges Anerkennen, gegenseitiges Annemen und also gegenseitiges Zusammenarbeiten.
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Das richtige Ferhalten
Das Richtige, Tatsächliche ist das Gefäs Alles, so geschit Alles; ist der Schatz der Tüchtigen, der Hort der Ferirrten.
Schöne Worte über das, di rechte Ban der Dinge, fon Allem, bringen wol Ansehen, Ere. Schöne Taten nach ir bringen wol Rum: Doch über das Alles, tatsächlich: si lässt nicht di Ferirrten, in irem Elend. Kaisers Macht, Königs Pracht, wozu sollte si Irgendjemand, im selber, nützen? reicht nicht heran, auch nur Einen wider auf den rechten Weg gebracht zu haben!
Di Alten (früheren Meister) sahen ir Höchstes in dem rechten Weg, dem Richtigen, Tatsächlichen, Stimmenden, was nötig war tatsächlich. Warum? Weil man es tatsächlich finden, herausfinden kann, wenn es auch, gerade weil es auch (rechte und gute) Arbeit macht, gibt. Weil, eben durch das Aufzeigen des Richtigen, durch das Richtige, Ferirrte, si sich selbst, zurükklenken und zurükkommen zum Richtigen.
Also ist das das Höchste, Wichtigste der Menschen.
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Di richtige Ferwaltung: Einlenken zum Richtigen
Wollen und tun, aber nicht gerade so nach seinem Kopf, anderer Leute Kopf wollen und tun d. h. willkürlich und sinnlos. Fülen, empfinden, aber nicht nach einer forgesetzten, festen Meinung oder Art, sondern rechtschaffen, richtig und gut für Einem selbst. Groses als Kleines sehen: so wi es ist; one forgefasste Angst, di gar nicht berechtigt, begründet ist; Files als Weniges sehen: es sit nur anscheinend oder den derzeitigen Meinungen nach so fil aus, ist es gar nicht, kommt tatsächlich gar nicht fon Filen, fon Filem, kommt blos fon Wenigen her oder Geringem (geringen Ursachen, Urhebern); ist gar nicht so stark und mächtig wi es aussit. Schlechtes, was „allgemein" angeblich so sein soll, gedankenlos, blind, irrtümlich, weil gar Nimand recht hinsit oder es kennt, als Gutes betrachten wenn es gut ist, brauchbar, wol: Alles richtig so nemen, wi es ist; nur Nichts formachen lassen; nur keine Angst haben:
Schwiriges ergibt sich aus leichten, einfachen Grundtatsachen. Groses, gewaltig Aussehendes aus kleinen einfachen Grunddingen, Grundzusammenhängen. Genau so ergeben sich bei Gemeinschaftsfragen di schwirigen aus einfachen Grundtatsachen, und di grosen kommen und gehen herfor aus kleinen Ursachen, nach und nach. Demgemäs sorgt sich, der sich auskennt, nicht um das bereits foll entwikkelte Grose, Ganze, er sucht di Ursachen, das Kleine! und follfürt dann und deshalb Groses!
Wer Fil ferspricht und angibt, hält Wenig, er weis gar nicht, wi er es tatsächlich zu machen hätte, dass das herauskäme; deshalb , kann er auch so „leicht", „unbeschwert", d. h. leichtsinnig und foller Feler reden. Wer leicht glaubt, was di Gegenseite ist, nämlich für di Zuhörer gilt, „der Andere, di Andere glaubt es ja auch", d. h. man glaubt leichtsinnig, leichthin, und also auch alle Feler! der oder di findet Wenig: Es war das Meiste nicht war und ist nicht gut geworden.
Wer sich aber auskennt, Bescheid weis, der kann was recht machen. Fr ferspricht nicht Fil am Anfang, solange er es noch nicht foll kennt, was getan werden muss; er glaubt Alles schwirig, und findet dann doch Alles leicht!
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*) Ruhiges ist leicht halten; noch nicht Erschinenes (kaum ... ) ist leicht dämpfen; noch Schwaches ist leicht fernichten. For follendeter Tatsache hindern; form Kampf Friden stiften. Auch ein risiger Baum hat ein feines Har zur Wurzel; ein neunstökkiger Turm kleine einzelne Erdschollen zum Grunde. Tausend Meilen beginnen unter deinem Fus: ein kleiner Fus weit nach dem Andern ergibt si.
Dass Etwas Nichts wird, Nichts mer wird, ist, wird erst möglich, dass Einer seinen (unüberlegten, unwissenden, blinden) Kopf, seine (falschen) Gedanken durchsetzen will (si können ni für Alle und immer richtig sein) und dem folgt Einer nach dem Andern und also ist es Nichts mer (und kann es natürlich, logisch und selbstferständilch Nichts mer sein).
Alles Ferliren, dass nachher Nichts mer und überhaupt fast Nichts mer da ist, wird erst dadurch möglich, dass erst Einer (unüberlegt, unwissend; blind, für das Richtige gedankenlos) möglichst Fil für sich haben will, den Andern dafür, zu dem Zwekk einen Klimbim formacht, anders bekäme er das nicht; und dann dem, dass man das eben so machen müsste, nach und nach ein Teil der Andern Leute nachmacht. (Zunächst haben di angeblich „Gescheiten" was oder Fil, und di "Dummen" Nichts oder Wenig; nach einer Weile hat aber bald Alles nur noch Wenig, weil gar nicht mer recht gearbeitet werden kann, der gröste Teil des Folks, darniderligt und auch Nichts mer recht macht und geben kann; selbst, wenn es fon sich aus, in seiner Unkenntnis, sogar wollte.)
Demnach, wer darüber Bescheid weis, und der kann es dann ja immer wider, genau wi gesagt, tatsächlich sehen, da braucht er nicht klug zu sein, will Nichts Besonderes fon den Leuten, was blos willkürlich, one genügenden Grund, ferlangt wäre. Also scheitert er auch selber nicht und Nichts kann scheitern, unrichtig werden! Genau so jagt er nicht seinem persönlichen Gewinn nach, also kann er auch Nichts ferliren, keiner jagt hinter im her dass er was zu Unrecht habe, und es braucht auch keiner, hinter im her sein, Jeder hat dann nämlich Etwas und genug, und es hat dann auch tatsächlich Jeder Etwas, sofil er braucht und erlich, one Andere zu überforteilen (was zu disem Zwekk forzumachen) er will. Und hir kann dann auch Jeder richtig und ungestört arbeiten. - Di Filen di es falsch machen, scheitern am Zeitpunkt des Gelingens: Dann wenn si glauben, „jetzt haben si es geschafft", „sich durchgesetzt", ir „Geschäft gelungen", Gewinn eingeheimst und flist: Genau fon jetzt ab get es, offensichtlich in den Gründen und natürlicherweise, abwärts: Ist di falsche Ordnung durchgesetzt, gibt es fortlaufend, wi beschriben Unsinn. Di merken dann erst was, oder dann auch noch nicht, weil si es auf andere Dinge schiben, wenn jetzt andauernd Zusammenstöse mit Irgendetwas, Irgendjemand kommen, „sonderbarerweise", d. h. ganz natürlich, Nichts mer recht läuft, hergestellt wird, herauskommt, der Gewinn nachlässt usw., usw., usw., Alles unlustig und wi krank: wird. [Wo sind jetzt di Fersprechungen?]
So wäre es das Richtige gewesen zugleich mit dem Anfang, sich, auch das Ende zu überlegen, wo das ser einfacherweise hinfüren muss! Das wäre der Weg des Gelingens, dass dann auch immer was Richtiges herauskommt, oder zu was Richtigem wider umgelenkt und gut gemacht werden kann!
Der recht Bescheid weis, jeweils (was es auch sei, dann im Einzelnen) der wünscht sich also Wunschlosigkeit, d. h. dass er keinen pur sinnlosen Wünschen aus Unkenntnis nachläuft, di den Tatsachen, oder andern Leuten (auch Tatsachen, fon denen man aber noch meist was will [!]) entgegen sind. Er lernt Ferlernen: allen den Unsinn, gedankenlosen, d. h. one irgendwelche Folgen oder den Zusammenhang, dass Alles föllig unnötig, (falsch, widersprechend) ist, das zu sehen. Unnötiges ferlernen: Er kränkt den angeblichen „gesunden Menschenferstand" was "Alle" (es sind gar nicht Alle) meinen es gehöre sich so und sei recht, weil fon denen Keiner überlegt, selbst nachdenkt, selbst sit, si sind dann als tatsächlich wi blind. Er ordnet und macht es richtig, selbstferständlich: Er achtet das „Nichtwollen" d. h. nicht recht oder falsch, d. h. beides zusammen, mer falsch wi recht nach irgendwelchen Schemas, Gedanken; Gedanken, di so wi es, gemacht wird. gar nicht zutreffen. Nicht stur-heil danach, sondern er stört nicht di Entwikklung aus sich, allein nach dem Richtigen, was Jeder allein am besten weis und, ungestört, auch macht.
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Di Alten kannten das Richtige, den richtigen Weg. Si „bildeten" nicht di Filen; si hilten di Filen in Unwissenheit: D. h. Dinge, di si wissen müssen, di si brauchen, Jeder für seinen Lebensunterhalt und sein Wol, ja; Aber Dinge, Zusammenhänge usf., di Einem selber belanglos sind, di erst für andere Leute wider nötig sind, oder di für ein par besondere Facharbeiter, was es auch sei, nötig sind, nein: „Gebildeter Pöbel" ist schlecht lenken. Jetzt stekken nämlich di Leute foller Halbwissen, Einzelkenntnisse, fon denen si ni recht wissen wo und wann es hingehört, das si gar ni durch eigenes Handeln und Tun bestätigt gefunden haben; bei dem nämlich erst der dauernd damit umzugehen hat nach Jahren es recht anwenden kann, ganz natürlicherweise. Nirgends fallen Meister fom Himmel. Jetzt stet aber Tür und Tor offen für das Gerede unsinnigster Art: Jeder meint sich bester Fachkenner und Fachmann in allen Dingen, di es gibt: Hier einmal Etwas gehört, dort einmal Etwas: "Alles wissen" di Leute jetzt, blos nicht das was notwendig wäre: Dass si sich jetzt, in irer tatsächlichen Unkenntnis der Zusammenhänge der Dinge, jetzt das dummste und ungereimteste Sach gegenseitig formachen, forschwätzen: Wi si es aber dann meinen, so machen si es dann aber auch; natürlich! Und was gibt es also: Dummheiten, Ungereimtheiten, Unheil, one Grenze manchmal, es kann sein, bis in di schlimmsten Zustände. -
Den Stat durch Dummscheinen lenken ist Heil. Weis Jeder seine Unwissenheit in Dingen, in denen er sich nicht auskennt, überlässt besondere Fragen den Leuten di das wissen, und sit Jeder nach mit seinen eigenen offenen Augen und seinem eigenen Ferstand und lässt Alles was offensichtlich zu Nichts Gutem füren kann. Wenn es auch di „höchsten" Leute sagen sollten, di sich für di "besten Fachkenner" ausgeben, oder es selber glauben, si sind es aber nicht. Einmal Alles, was ungewönlich, merkwürdig, aufgeplauscht, hochglänzend, andauernd einmal offensichtlich unstimmend usw., usw., mal gerade nicht glauben. Der einfache, eigene gewönliche Ferstand ist immer noch der beste für jeden Einzelnen und fil klüger tatsächlich, als all das (tatsächlich nämlich unsinnige) Zeug das gegenseitig forgemacht wird. Rechtes Trauen und Fertrauen, und one das get Nichts. Danach gehen heist forbildlich, richtig sein; wider einrichtend, heilend; Wol und Frosin Allen. Dises Zil ferwirklichen heist im rechten Weg sein: Der rechte Weg, fon Gott mit der Welt gegeben, in di Welt gegeben; tif, geheimnisfoll, fern (unbegründbar oder erklärbar); in dir wallt alles Lebendige und muss nach dir gehen, je anpassender und sinngemäser bei Allem, desto besser; durch dich ist Weltengleichgewicht!
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Di richtigen Ferwalter: Ordner
Ströme und Seen sind Herrscher der Täler, denn si ligen inen zugrunde (oder di Ströme und Seen formen si, bringen Erde oder Geröll weg oder an anderer Stelle hin, langsam). Hir ligt di Bedingung zum Herrscher sein, tatsächlicher Herrscher: der es kann und auch macht: Er ist der Kenner in den Zusammenhängen und Allem was Not tut und er hat gesucht und weis es, ist darauf gekommen, oder der Herrgott hat im di Gedanken gegeben, wi man sagen will, Alles in Einem.
So erhebt er sich (durch seine besseren Kenntnisse) über di Filen durch Worte der Demut; stellt sich an di Spitze der Filen durch Fertuschung des ich: Nicht als „Beherrscher", als bescheidene Person, di ir richtigeres Wissen auch blos fon Andern, Forgängern her hat. So ist er über den Filen, tatsächlich ni si zu zwingen; und ist an der Spitze der Filen, one si zu demütigen; wi es auch tatsächlich ist und richtig ist. Und di Gemeinschaft ist so im Wol und fült sich in Freiheit: Es kann Alles richtig gehen. Der Ordner beachtet, dass er Nichts, was immer willkürlich wäre, bei dem richtigen Tun der Leute hineinredet oder anders tun will, haben will (Unsinn!), und di Gemeinschaft kann im Nichts tun. (Er zeigt und dekkt auf jeweils nur offensichtlichen [beim wirklichkeitsgemäsen Blikk] Unsinn, ferderbliche Widersprüche, falsche Gedanken.)
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Man nennt mich gros und sagt ich sei nicht wi di Andern. Gros unzweifelhaft gehört dazu „nicht wi di Andern". Nicht wi di, welche ewig „sind wi di Andern", Nachmacher, Nachmacher, Nachmacher: einmal etwas Richtiges, genau so wi den grösten Blöd- oder Unsinn; also sind si in Wirklichkeit recht klein.
Nämlich: ich habe drei Werte (Grundwerte, -sätze) di ich für richtig (weil ich ire Richtigkeit gesehen habe) ware und ere:
Das erste ist Gegenseitigkeitsgefül (in der Gemeinschaft, dass es, soll es recht werden, Allen one Ausnamen recht gehen muss, sonst kann es ni gut gehen).
Das zweite ist Würde des Abstands: Jeden hat Gott als eigene Person, gemacht; auch mit guten eigenen Sinnen und Ferstand. Jeder ist selbst Etwas also mache ich nicht einfach dem Andern, der Ander, den Andern nach (zumal nicht, was ich als Unsinn sehe; was sollte dabei Rechtes werden?).
Das Dritte ist Bescheidenheit in Dingen der Gemeinschaft: Ich dränge auch nimand meine Gedanken auf, dass Alles so machen müsse und halte mich zurükk. Wi sollte es sonst recht und richtig sein können, wenn Alles recht haben wollte?
Als Ordner, gibt mir di Wechselseitigkeit Mut: Es muss als was gesagt, ausgefürt werden, weil es für Alle, für di Ganze Gemeinschaft notwendig ist, so sonst in (unnötig!) schlechte Ferhältnisse käme, blibe, di für Alle ferhängnisfollsten Feler abgewendet werden, ferherende Feler für File. Meine eigene Würde gibt mir Hoheit, was meine eigenen Augen richtig gesehen und auch lange ferfolgt haben, kann mir Nimand abstreiten, darin bin ich meine eigene Hoheit, und gibt es keine noch höhere Hoheit, di es mir anders formachen könnte. (Auser es wird mir tatsächlich und nur auf Grund fon Tatsachen ein Irrtum nachgewisen: dann überzeugen mich [nicht di andere Person sondern] di Tatsachen. Ni sollte es anders sein bei Allen). Und meine Bescheidenheit macht mich zum Ordner: Ich sage nur das Richtige und Tatsachen und dise sind es di überzeugen sollen und dem Richtigen nach auch nur allein das recht können. Nicht was ich gerade (eitel) zusammengedacht hätte. Ich will für mich Nichts Besonderes und Garnichts. - Aber was ist oft heutzutage? Keine Gegenseitigkeit, doch Frechheit; keine eigene Würde, doch leren Lobs Lärm, Nachgerenn, keine Bescheidenheit, doch Gir nach äuserer Ere. Und was ist? Genau das was ist: Keinem bringt es was tatsächlich und auf einige Dauer, Alles hetzt den Andern und Alles ist unlustig geworden. (Natürlich, wi man es macht, ist's.)
Das Wechselseitigkeitsgefül, Gegenseitigkeitsgefül bringt selbst im Krig den Sig herfor: erzeugt Zusammenhalt, geschlossene Schlagkraft. Genau so aber im Friden di allgemeine Stärke, das Wol für Alle.
Das All der Welt und der Herrgott erhält. Das Gegenseitigkeitsgefül fördert.
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Also: Guter Kenner streitet nicht; guter Kämpfer zürnt nicht (es ligt im Unwissen des Andern, der Andern). Guter Zwinger schlägt nicht; guter Ferwalter waltet nicht. Das ist der rechte Weg des Fridens (das Richtige, Sinngemäse, zum Wol Fürende, zu Frosinn und allem andern Rechten); das Mittel zur Ferwaltung. Das richtige Abbild des Alls: richtig sich nach den Tatsachen gerichtet, übereinstimmend nach dem Urfollendeten, wi es tatsächlich ist (weiter Nichts); sich richtig darin auskennend, wo Alles hinfürt.
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Di rechte Lere: Was das heist rechte Lere
Grundsatz für Kämpfer, di was durchführen, Richtiges einfüren wollen: Gastgeber sein: selber der Gebende, Angebende, ein Geber seines richtigen Wissens, nicht Besucher, fom Anderen Alles abnemen, sich geben lassen (d. h. sich formachen lassen); hir und dismal nicht (wenn es darum get). Fusweise weichen fom Alten, Ungünstigen abrükken, aber langsam und liber zurükkweichen, noch beim Alten belassen, abwarten, als unbedingt forrükken zu wollen, di Andern fassen es wol gar nicht, und können es noch nicht begreifen, es braucht auch seine Zeit. Der Schaden wäre sonst gröser (jetzt noch mit unferstandenem Zeug) als forher. Also: fortschreiten im Richtigeren, Besseren, Fernünftigeren, Sinnfolleren, Froheren usf.: aber nicht (gewaltsam schnell) forschreiten. Das Richtige, also Gute erwerben, erwerben lassen, nicht erobern aufdrängen, im sofort eine Ban brechen wollen, das get garnicht, es muss es sich ja Jeder selber nemen und nemen können. Di bessere Einsicht der Zusammenhänge dann haben, one sie geradeso irgendwi weggenommen, erobert zu haben, das kann Keiner, dann hätte er hinterher genau so fil ferstanden oder genau so fil Einsicht in di Zusammenhänge wie forher:
Kurz: Etwas Unrichtiges, foller Feler kann man leicht gewaltsam Einem aufzwingen, dass er immer und Alles dann so macht, aber nicht das Richtige: Dabei muss gleichzeitig Jeder für sich selbst beständig nachsehen was für in jetzt das Richtige ist, und das get nicht so schnell und nicht so leichtfertig. Man muss erst einmal selber das Richtigere haben, dann muss Jeder Andere sehen, was für in das Richtigere ist, und beständig danach sehen, wenn es dann auch (fast) wi fon allein get. Es ist kein gröseres Übel und in den Aus-
wirkungen kein gröseres Übel, als leichtfertig beschlisen: Das ist Ferliren: Das Richtige ferliren, das Stimmende ferliren, das jetzt gerade so gemacht, gehört aber nimals so wi man es dann fälschlich macht: Der Ferlust, das was jetzt kommt, wi ein Unglükk, di Wirkungen eines blosen Unsinns sind es, wenn Nichts kommt oder Nimand der es noch abwendet, ligen bereits fest und muss sinngemäs tatsächlich kommen. Wer den Zusammenhang kennt, sa: er hat ja wi geradewegs darauf zugesteuert selbst blind, es so gewollt und gemacht. - Fon zwei Streitern, di Etwas durchsetzen wollen, sigt der Denkende. - Was für eine rechte Lere ist also zu befolgen, und was ist das? Dass es gar keine allgemeine schematische Einzelforschrift, -en, gibt oder geben kann, dass man in Allem und Jedem eben selbständig, eben für sich, richtig nachsehen muss. Eine rechte „Lere", wi es sich Manche forstellen, gibt es gar nicht, es ist Alles ganz wi selbstferständlich: (Wenn man will, dass was wird) soll man es eben richtig machen, dass was wird.
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Meine (dise) Lere ist leicht ferstehen, leicht befolgen (kennt man Alles richtig, Nichts leichter, als es auch richtig zu machen). Di Filen können si nicht ferstehen, nicht befolgen (si wissen nicht, dass das und das nur da und da herkommt). An und für sich hat meine Lere (nur) einen ir zu Grunde ligenden Satz, oder mein Handeln also dementsprechend, wenn man so sagen will, eine Grundform (nur allein nach dem Richtigen, Tatsächlichen zu gehen, was man offenbar selbst sehen und merken kann, und wenn es alle Andern anders machen; richtig für mich, für Alle). Wer in nicht kennt, und dass er allein bis in alle Bereiche und überallhin, sei es forher noch so, wi unendlich schlimm gewesen, er wider das Richtige, Gute bringt und offensichtlich [dem, der es weis und di Zusammenhänge sit] allein bringen kann: wer den Grundsatz nicht weis, ferstet Nichts.
Wenige ferstehen mich; das ist meine Gröse; der follendet weis: den Zusammenhängen foll bis zu Ende nachgespürt ist, scheint gering (di Schleier und Sigel der unerwarteten Einfachheit ligen über seinen Angaben) und er selbst mag ärmlich oder gleich wi sein: tatsächlich ist er gros.
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Sein Nichtwissen zu wissen, seine Unkenntnis in so und so filen, den meisten Dingen, darüber kann man dann aber keine Behauptungen aufstellen, nicht reden und nicht ausdenken, das ist Hoheit. Sein Nichtwissen nicht wissen, d. h. zu glauben über Dinge usw., usw. Bescheid zu wissen, man weis aber tatsächlich gar nicht Bescheid, usw., einen Unsinn zu wissen, ist eine Krankheit. Es befällt Einem wi eine Krankheit, man meint es sei so, obwol es gar nicht so ist.
Das erfülen, dass man es blos meint, das ist di Krankheit (Unsinnskrankheit) nicht mer haben! Der di Zusammenhänge foll und zu Ende kennt ist frei fon diser Krankheit, er fült si, also hat si nicht! (Es war blos ein Unsinn.)
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Wer nicht mer mit Unglükk rechnet, ferget durch Unglükk. Wer meint, es stände ja Alles gut, oder es sei eben nichts Anderes zu machen, das ist es ja gerade, dass man nicht Bescheid weis, ehe man sich umgeschaut hat, hat man schon di dummsten Sachen gemacht, haben si mit Einem di dummsten Sachen gemacht, forgemacht. - Pass auf, sei nicht so harmlos. Glaub dich, wi du bist für dich, nicht so wenig. Glaub dich nicht für klein. Glaub nicht, was man dir einreden will, di wissen hirin noch fil weniger und sind fil kleiner als du selber. Glaub es nicht, und es ist nicht so und kommt nicht so. (Was ist nämlich, es wird erst so „wi es gesagt wird", weil es Alle glauben und dann so denken, meinen, fülen usf., usf., usf. wi gesagt wird! Kein Kunststükk.)
Der sich foll, genügend auskennt, kennt sich und weis was er weis, d. h. was tatsächlich das Richtige ist, oder wi es ist, one dass er sich zeigt. (Ganz unnütz hinstehen zu wollen, und es einfach sagen zu wollen: es glaubt im, und wenn es an sich noch so offensichtlich ist, kein Mensch: ein Unsinn befällt wi eine Krankheit, ist eine; si sind in ganz anderen Gedanken und Meinungen fälschlich ferknüpft.) Er genügt sich selbst und weis das Richtige Kraft seiner eigenen Person, one Bestätigung Anderer, aber auch one sich zu überschätzen. Und er get danach in seinem ganzen Tun und Reden und Allem: und meidet dises und müt sich um jenes.
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Wer „kün" ist, sich dem allgemeinen Gerede nach als "kün" forkommt, wagt töten. Wer, dem allgemeinen Gerede nach "nicht kün" ist, wagt leben lassen. Welche Auswirkungen hat beides? Filleicht einmal gut, filleicht einmal schlecht. Wer kennt das Urteil, d. h. den tatsächlichen Ablauf, di tatsächlichen Auswirkungen in Allem insgesamt? Der was weis, bleibt hir in Sorge. - Di Ban, der Ablauf, das Kommen, Gehen, Werden aller Dinge ist dise: Kommen, Gehen, Werden usw., wi es sich Eines neben und nacheinander dem Andern ergibt: Sig one Kampf (di Dinge ergeben sich einfach der Ornung nach, one dass auf einmal etwas willkürlich, wies sich gerade Einer ausgedacht hat ( nat. falsch) for sich gehen könnte). Gehorsam one Befel. (Willkürlich gegeben; nützt auch ni, di Gesamtgegebenheiten machen immer den Gehorsam, di Gesamtmeinung.) Anzihung one Aufforderung, Handlung one Tun (willkürliches Tun, auser irgendeiner Ordnung, auser oder one irgendeiner Meinung di also doch als Grund und Ausgangspunkt da ist; dise wider ferknüpft mit Allem: das ist hir gemeint). Das Netz, der Zusammenhang in Allem, fon Allem hat, weite Maschen, doch Nichts entweicht, ist auser im (wäre fon Allem unabhängig; Unsinn). Also schaue danach, den Zusammenhängen, jeweiligen Ausgangspunkten usw. richtig und unbeeinflusst fon dummem Gerede.
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Das Gerede one Sinn get: Angst! Angst! Angst machen: „Das Folk fürchtet den Tod nicht mer; man muss das Folk durch Todesfurcht leiten!" (Wi wenn so, fon allein, oder aus Freude Nichts gemacht werden würde.) „Fürchtet das Folk den Tod, dann ist recht. Man leitet es nützlich an, durch „Todesfurcht"". - Nein, Dummheit und Unsinn! Es gibt Leben und Tod; aber es hat nimand Angst for Leben und Tod zu machen, oder auf dise Art Etwas erreichen zu wollen oder einen zu töten oder Leute, ein Gericht damit zu beauftragen: Es ist das Alles nämlich wi wer an Stelle des Holzhauers, der es kann und es macht, di Axt nimmt: da er sich gar nicht auskennt, schneidet er sich unschwer selber in di Hand. D. h. er soll statt Angst zu machen und Unsinn, fon dem er selber nicht weis wozu, und anzugeben, liber selber aufpassen, dass nicht einmal Einer im Angst macht und Unsinn formacht und seine eigene Angeberei auf in anwendet.
75
Di „Grosen", ein par schwelgen; und was gibt es? Das gesamte Folk leidet (schlislich di selbst); Folksunheil. Di „Grosen", ein par lärmen (geben an usw.). Was gibt es? Das Folk grollt; Folksunruhe. Das Folk wird zu Knechten gemacht in seinem ganzen Leben; was gibt es daher? Insgesamt Todesferachtung, Lebensüberdruss, Unlust. Alles für Keinen was. (Nimand hat am Ende was dafon oder ni.) Uber dem leben, was „allgemein" als „gut leben" bezeichnet wird, d. h. es ist ein Schwindel, oder ein Irrtum oder Dummheit oder wi man sagen will, ist inniger leben, froher und woler (als in den (disen) Ansichten drin).
76
Weich und zart, so wird der Mensch (d. h. sich anpassend, einfügend, es recht, richtig machend); hart und stark (d. h. fest und stur auf seiner festen Meinung beharrend, ob noch richtig oder lange schon falsch) stirbt er. (Di Ferhältnisse und di Andern sind stärker als er; Einer ist immer blos Einer, wenn er Allen entgegen schafft, unrichtig zu Allem, ist Alles entgegen im und unrichtig.) Schwank und zart, so keimt der Baum, starr und stark stirbt er.
Starr und stark sind Weisen des Todes; weich und wank sind Weisen des Lebens
Gros und stark ist nidrig. (Nur nach sich, eng, nider, nur für eine kleine Gruppe, nur für einen Teil der Leute recht; im Widerspruch und Gegensatz zu Andern und zum Richtigen Tatsächlichen; unwarhaftig. Demnach für sich selbst nicht fon Dauer oder zur Freude.)
Zart und weich ist hoch. (Warhaftig und stimmend für Alle, soweit man sehen kann: hoch und ausgedent, allein nach dem Richtigen denkend und sehend, hat alle Möglichkeiten zum Guten und zum grosen, hohen Aufbau fon Richtigem in sich.)
77
Di Ban des All, alle tatsächlichen Forgänge, das richtige Ferhalten dementsprechend danach änelt dem Spannen des Bogens: Di Wölbung spannen, di Hölung füllen, ein Zufil nemen, ein Zuwenig ergänzen. Wi nach der Ban des All, den tatsächlichen Forgängen nämlich auch, wenn es insgesamt recht gehen soll, natürlicherweise gemacht werden muss: Überfluss streichen, Mangel füllen. - Statt dessen ist das „allgemein Übliche", wenn di Leute Jeder blos an sich denken, anders: Streichen wo bereits schon Mangel, und noch mer füllen wo schon Überfluss. - Falsch für Alle; am Ende für di selber. Wer seinen Überfluss der Gemeinschaft weit, gibt, ist im richtigen, tatsachengemäsen Ferhalten: Er arbeitet mit für gute Zustände für Alle; am Ende und tatsächlich auch für sich selbst: erlich, erhaltend, aufbauend zu und bei sich selbst und Allen. Er denkt, wenn er nun gemeinschaftlich lebt, auch gemeinschaftlich. Er handelt und wirkt, one was besonders tun zu wollen, nicht gegen Andere oder gegen tatsächliche Dinge wi si wirklich sind. So lebt er, ist fro, wirkt und entschwindet.
78
Es ist nichts Anpassenderes, Wankeres in der Welt als Wasser. Nichts Mächtigeres als das Anpassende, Weiche, Wanke, stets genau nach dem Tatsächlichen Gehende, dem Richtigen, zur Beugung auch des Starken und Starren: Es ist unbezwingbar weil allanpassend. Alle Welt weis, sit: Schwaches zwingt Starkes, Weiches zwingt Stares; doch Nimand (oft) handelt danach. Der aber alle nötigen Zusammenhänge tatsächlich foll kennt, sagt: So get es, dass es wider richtig wird. Das war falsch und das; es waren Irrtümer, es ist keiner Schuld; ich gebe Keinem eine Schuld, di etwa auf mich gefallen ist, mir zugeschoben worden ist, weiter und schibe es auf Andere. So könnte und macht man ja auch endlos weiter und wird, wi man sich offenbar denken kann, ni Etwas, und es ist falsch. Also gilt: wer damit Schluss macht, in der Gemeinschaft eine angebliche „Schuld" bei sich behält, und statt gros weiterzuschreien usf. es richtig sagt und macht, der ist ir Schützer. Wer das Unheil der Gemeinschaft trägt: d. h. sagt: meinetwegen will ich allen Nachteil in Kauf nehmen um die schlechten Zustände, di ferursacht sind, blos durch einige dumme Kerle und dumme Meinungen, wider tatsächlich zu bessern: der ist ir Meister (der Meister der Gemeinschaft, der machen kann mit ir was er will: si zum Rechten bringen). Unangeneme Warheit.
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Nach grosem Hasse bleibt kleiner Hass. Nichts ferlöscht (gleich und schnell). Also erfüllt wer den richtigen Weg kennt seinen Teil, was er machen kann und hofft nicht auf Andere, dass di im helfen: di sind noch im Hass oder Zorn auf di, denen si helfen sollen, das rechte sagen sollen, kennen nicht so di einfachen Zusammenhänge, und du wartetest fergeblich. Wer das Richtige weis, weis was zu machen ist, und er machen muss; wer das Richtige nicht weis, macht was er meint was richtig sei, hir gehört hat, da gehört hat, schwankt herum, bald so, bald so, wenn er aber was meint, Wunder weis wi stur und fest; er get nach einem willkürlichen (untatsächlichen) Wollen. (Was er gerade denkt.) Di Ban, das rechte Geschehen ist Gleichgewichtigkeit, Alles an seine Stelle, Jedem das Seine richtig. In ir, nach dem gehen di Guten) di alles Gute, Wol, Frosinn, Mut usw., usw. Erhaltenden oder wider Bringenden.)
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*)So soll es sein oder denke ich es mir aus: „Der Stat sei klein; das Folk zalreich; Waffen für zen bis hundert Mann, doch one Gebrauch; das Leben liben; an der Scholle haften; Schiffe und Wagen, doch one Nutzen (der Freude und des Spasses halber wird gearbeitet und Geräte und Alles hergestellt; wozu denn sonst? Es ist doch leicht genug da, bei sinnfoller Zusammenarbeit. Nicht für einen eingebildeten „Nutzen", kein Mensch weis tatsächlich wozu!) Rüstzeug zum Schutz und Trutz, doch one Zwekk, Rükkschritt zu geknoteten Schnüren (zur sinnfollen Einfachheit, one allen Wissenskrimskrams, der Einem dann blos in der Irre herumfürt).
So sei es: di Speise schmekkte; das Kleid gefile; di Wonung befridigte; di Sitte wäre sanft. Und wenn Gemeinden so nahe wären, dass deutlich zu hören Hanengekrä und Hundegebell, man lebe, altere und sterbe, doch eine sich ni. (Jeder sein eigener Mann, Frau, Kind, Mädchen und Bube: wi Jeder ist: tatsächlich was Besonderes für sich! Aber ni Einer (so dumm und blos so gescheit) wi der Andere. D. h. Einer den Andern nachmachen.)"
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* Wi es so werden kann und wird, wenn man es so macht: "WARES WORT IST UNSCHÖN, SCHÖNES WORT IST UNWAR. WERTFOLLER MENSCH IST STREITLOS, STREITENDER MENSCH IST WERTLOS. WEISER IST UNGELERT, GELERTER IST UNWEISE. DER FOLLENDETE (DER SICH AUSKENNT) SAMMELT NICHT SEIN HABEN, FERSCHWENDET ANS MENSCHLICHE UND ERWIRBT, SCHENKT ANS MENSCHLICHE UND IST REICH. DI BAN DES ALL: AUSGLEICH, NICHT KAMPF. DI (RECHTE, SINNGEMÄSE) BAN DES MENSCHEN: (RECHTE SINNGEMÄSE TAT, NICHT ZWANG.