Kreuzschelle

private_lock © 2007

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Was ist das?

Bereits Ende 2006 habe ich mit Frank von www.gerecke-kg.de Kontakt aufgenommen und ihm die Idee für eine Kreuzschelle unterbreitet, wie ich sie im www.handschellenforum.de gefunden hatte.

Dazu müsste man vielleicht erst mal erklären, worum es geht, denn der Begriff Kreuzschelle ist wohl noch nicht so weit verbreitet. Gemeint sind zwei kreisrunde Ringe, die im rechten Winkel zueinander verbunden sind wie der Äquator zu einem Median. Wird der Radius sorgfältig gewählt (dazu später mehr) kann man die Handgelenke eines Menschen überkreuzen und sie in die Ringe einschließen. Das ergibt eine absolut neuartige und vielseitige Fessel als Alternative zu den herkömmlichen Handschellen.

Aber der Reihe nach. Durch den Austausch via eMail konnte ich Frank für dieses Experiment begeistern und er hat sich schnellst möglich daran gesetzt einen Prototypen zu bauen. Insbesondere die revolutionäre Verschlusstechnik setzt neue Maßstäbe gegenüber den theoretischen Überlegungen, die ich zuvor schon gefunden hatte.

Bei einem Treffen hielt ich diese geniale Fessel zum ersten Mal in der Hand. Oder sollte ich sagen, die Schelle hat meine Hände gehalten. Leider war der erste Versuch von der Größe her nur geraten. Doch es findet sich bestimmt jemand, der mehr zu bieten hat, als meine schmächtigen Hände :-) Während wir über Fesseln und Keuschheitsgürtel fachsimpelten konnte ich sie gar nicht mehr weglegen.

Und jetzt Mitte Januar 2007 schon bin ich stolzer Besitzer meiner eigenen Kreuzschelle. Ich muss anmerken, dass es noch etwas schneller gegangen wäre, aber da ich sie über Weihnachten bei der Familie eh nicht hätte tragen können, habe ich nicht drauf bestanden, dass sie unterm Baum liegen muss. Fehlt eigentlich nur noch ein ausführlicher Testbericht, mit dem ich mir dann doch etwas Zeit gelassen habe.

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Wie fühlt sie sich an?

Sie ist eng wie eine eingelaufene Jeans. Die Handgelenke werden in einer bequemen Stellung aneinander geschweißt, so dass sich praktisch nichts mehr bewegen lässt. Weder kann ich auch nur eine Hand drehen, noch kann ich die Unterarme gegeneinander scheren. Die Hände sind total nutzlos und werden am besten ganz automatisch zur Faust geballt, denn bereits beim Ausstrecken der Finger verändert sich das Handgelenk und die Stahlbügel zeigen die Grenzen auf. Praktisch werden die Arme von jeglicher sinnvollen Betätigung ausgeschlossen und dienen nur noch als Halterung für dieses Schmuckstück.

Werden die Hände vor dem Körper verbunden mit den Handflächen nach unten, so kann man abwechselnd einen Ellbogen durchstrecken oder die Arme anwinkeln und mit den Knöcheln gegen die vorgeneigte Stirn tippen. Der eigene Hals lässt sich nicht mehr erreichen. Schließlich kann man mittels Schultergelenk die Arme noch über den Kopf erheben. Das war es schon im Großen und Ganzen: Mehr ist nicht drin! Nach rechts oder links zu greifen heißt, den Oberkörper dahin zu drehen.

Beim ersten Mal habe ich sie gleich über eine Stunde getragen. Die runden Bügel liegen satt an und hinterlassen fast umlaufende sanfte Druckstellen, die nach 2 Stunden wieder weg sind. Trotz des absolut strengen Sitzes war die Durchblutung nicht beeinträchtigt und ich hatte zum Schluss auch warme Hände. Nie zuvor hatte ich in Stahl die wohlige Enge, wie ich sie zuvor nur von Seilen kannte. Hält man still, ist das Gefühl durchaus angenehm. Doch den Gedanken an jede unnötige Bewegung gibt man wegen des Drucks auf neuralgische Punkte schnell auf.

So konnte ich den PC kaum bedienen. Selbst an der Maus bin ich verzweifel. Als Beschäftigung bleibt außer fernsehen oder Lesen nicht viel. Vorzugsweise hat man jemanden, der die Seiten umblättert und die Knöpfe auf der Fernbedienung drückt. Zum Trinken aus einer Tasse steht man am besten auf und holt die Kippbewegung aus der Hüfte, indem man Oberkörper samt Armen, Kopf und Tasse als Einheit zurück lehnt. Dabei ist je nach Aufgabe immer nur entweder die obere oder die untere Hand zu gebrauchen und man muss sich regelrecht überlegen, wie man etwas von der einen in die andere übergibt.

In der Schelle selbst kann man die Handgelenke nicht drehen (darum ist der Hals auch außer Reichweite). Mit dem oberen lässt noch eine Vierteldrehung andeuten, aber ansonsten ist es als seien die Unterarme durch einen Gipsverband zum Kreuz verbunden. In geringem Maße lassen sich die Handgelenke auch durchschieben, so dass der Bügel vor bzw. hinter dem Knöchel sitzt. Aber ansonsten sollte man möglichst still halten, denn jede Bewegung führt zu Druck an der ein oder anderen Stelle.

Da ich zur Zeit allein bin, waren das bereits die Möglichkeiten, wie ich die Kreuzschelle testen konnte, denn ich brauchte die Füße, um das Schloss zu bedienen. Für Selfbondage ist sie ziemlich ungeeignet, weil noch viel restriktiver als etwa eine starre Handschelle. Nur mit Mühe und Tricksen findet man eine Stellung, in der man sie verschlossen bekommt.

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Wie lässt sie sich einsetzen?

Fangen wir mit den offensichtlichen Positionen an, für die die Kreuzschelle gebaut wurde:

Daneben eröffnete sich ein nicht geplanter Mehrwert, weil die Hände sich in der Kreuzschelle auf erstaunlich vielfältige Weise verfangen können:

Rein rechnerisch ergeben sich ohne Symmetrien 2 * 3 * 2 * 3 = 36 Möglichkeiten, die aber wohl nur theoretisch erreichbar sind. Praktisch werde ich das noch durchprobieren müssen. Aber insbesondere hinterm Rücken wird vieles gar nicht möglich sein. Und vielleicht findet sich ja noch ein Weg, einige Stellungen ineinander zu überführen. Auch kann ich nicht pauschal sagen, ob alle Kombinationen ausbruchsicher sind.

Mit Bügelverteilung meine ich folgendes: Wenn der Arm durch beide Kreise geht, sind je rechts und links zwei Bügel. Andererseits reicht ein Bügel völlig zum Fesseln aus, so kommt es zu einer Verteilung drei zu eins. Dabei dient der vermeintlich nutzlose Kreis als trennende Ebene.

Es stellt sich natürlich die Frage, ob man da die Hand nicht einfach raus ziehen kann. Aber nein, dem ist nicht so! Zwar ergibt sich ein relativ großer Spielraum, aber der Daumen bleibt an der Trennscheibe hängen. Ist nur eine Hand gefangen, kann man mit der anderen den Daumen unter Schmerzen durch quetschen. Dabei presst der Bügel auf den Handrücken und man hat das Gefühl, sich die Mittelhandknochen zu brechen. Sind aber beide Hände gefangen, kommt man wahrscheinlich nicht frei, weil einfach der Platz nicht reicht, weder für den Daumen, noch für die helfende Hand, die ihn durch schiebt.

Dann dreht man doch einfach die Hand um, mit dem Puls nach außen. Nein, auch das hat keinen Erfolg! Man kriegt sie nicht gedreht, weil die sperrige Hand sich auf dem Trennkreis abstützt und verkantet. Und wenn man von vornherein andersherum eingeschlossen wird, so kommt man noch weniger frei, jedenfalls nicht, ohne gebrochene Mittelhandknochen.

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Was geht sonst noch?

Wegen der großen Unterschiede, die bereits wenige Millimeter mehr oder weniger Umfang machen, wird die Schelle in Maßarbeit für den Träger gefertigt und die Frau am Schlüssel braucht nicht fürchten, damit gefesselt zu werden. Wenn sie keine gleich großen Hände hat, wird sie sich leicht können, oder die Schelle lässt sich erst gar nicht schließen.

Das Kreuz beider Kreise liegt, im Gegensatz zu einem einfachen Kreis, nur ganz locker am Handgelenk auf. Vielmehr stützt sich die Kreuzschelle auf 4 Punkte je rechts und links vorn und hinten am Handgelenk, wo die Knochen Elle bzw. Speiche direkt unter der Haut liegen. Interessanterweise sind die Hände auch nicht rechtwinkelig ausgerichtet, so wie man sie intuitiv präsentieren würde. Vielmehr ist der hervorstehende Knöchel etwas eingedrückt und dafür die Hand am Daumen etwas hoch gekippt.

Eine Führungsleine könnte entweder mit einem Vorhangschloss quer um das Kreuz realisiert werden. Oder es lässt sich auch ein Kettenglied an einem Bügel einhängen, dessen Bauch ebenfalls nicht anliegt. So bedarf es keiner störenden Öse, die eh nur übersteht. Selbst das Schloss ist unauffällig in die schlichte Eleganz der Kugel integriert.

Ist die Kreuzschelle nicht sperrig, könnte man denken. Allerdings lässt sie sich sehr unauffällig am Körper transportieren, indem man nur eine Hand diagonal durch steckt und sie auf den Unterarm schiebt. Dazu braucht man nicht mal den Schlüssel. Ärmel drüber und man könnte auch mit der Schwiegermutter Kaffee trinken. Nur muss man die Muskeln etwas anspannen, wenn man sich nach der heruntergefallenen Serviette bückt.

Schließlich kann man sie auch um einen Fuß legen, sollte aber Socken tragen, damit sie nicht bei jedem Schritt auf den Knöchel schlägt. Der massive Stahl bringt eine entsprechende träge Masse mit sich. Unauffälliger lässt sich ein Monohandschuh auch nicht anziehen.

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Welches ist die richtige Größe?

Für mich sind die verschiedenen Stellungen nicht ineinander überführbar. Aber bereits bei geringsten Abweichungen im Radius könnte ein Drehen der Handgelenke die Unterschiede aufheben. Um dem interessierten Leser eine Faustregel an die Hand zu geben kann ich ja mal beschreiben, wie ich den korrekten Durchmesser gefunden habe.

Dazu habe ich Kreise mit einem Durchmesser von 8, 9 und 10 cm aus einem Pizza-Karton ausgeschnitten. Während ich durch das große Loch erst eine Hand und dann die zweite am Handgelenk vorbei bequem durch stecken konnte, ist mir das bei dem mittleren Kreis nur ganz knapp gelungen. Das kleine Rund war zu eng, um noch die Hand hindurch zu bekommen, obwohl die Schieblehre meine beiden Handgelenke auf 8 cm zusammenpressen konnte. Der für meine Hände richtige Radius ist damit 9 cm. Der erste Prototyp war auf 10 cm gefertigt, so dass ich meine Hände nacheinander herausziehen konnte.

Jetzt fragt man sich doch: Wenn ich durch den mittleren Kreis aus Pappe mit beiden Händen nacheinander durch komme, warum sollte ich dann nicht den kleineren Radius wählen? Aber man darf nicht vergessen, dass die Hände gleichzeitig noch durch den zweiten Ring bzw. daran vorbei müssen, der im rechten Winkel dazu steht. Die Kombination ist dann so eng, dass ein Entkommen unmöglich ist. Schließlich gibt es auch keinen eindeutigen höchsten Punkt. Im Gegenteil bilden die Auflagepunkte von Elle und Speiche eine Sehne, die einen Teil des Kreises abschneidet.

Wer jetzt selber so eine Kreuzschelle möchte, kann unter www.gerecke-kg.de bestellen :-) Ich bin total begeistert und werde sie gleich wieder anlegen.

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