Erstveröffentlichung bei: Janina

Es gibt keine Keuschheitsgürtel-Opfer

Um es mal klar zu sagen:

  1. Ein Keuschheitsgürtel-Träger muss aktiv beim Vermessen, Anpassen und Eintragen mithelfen. Man wacht nicht morgens auf und ist verschlossen.
  2. Entsprechenden Willen vorausgesetzt könnte ich mir in jedem Baumarkt die nötigen Werkzeuge holen, den KG zu knacken. Wenn ich mich nicht allzu doof anstelle, bring ich sie ne Stunde später wieder zurück und es hat mich nicht mal was gekostet.
  3. Durch gewisse Manipulationen könnte ich Scheuerstellen und Wunden provozieren, die jede Schlüsselhalterin erweichen, mir das Ding nicht wieder anzulegen.
  4. Es ist integraler Bestandteil der zugrunde liegenden Fantasie zur Keuschheit gezwungen zu werden. Hier besteht praktisch ausnahmslos ein Metakonsens, dass in diesem speziellen Fall von SSC abgewichen wird. Aber mal ehrlich, warum haben Handschellen Schlösser: Die mit Hebelchen würden den Zweck doch auch erfüllen, oder ein symbolisches Händefalten?
  5. Sollte wider Erwarten keiner der anderen Fälle zutreffen, ist die Polizei Dein Freund und Helfer!

Entschuldigt dieses böse Erwachen aus einem geilen Traum, aber einen KG-Träger verschlossen zu halten ist genauso schwer wie einen Sack Flöhe zu hüten. Das erfordert seine implizite Zustimmung. Einige Modelle lassen sich nicht mal von jemand fremden anlegen, ganz sicher aber nicht gegen seinen Willen an einem wild tobenden Menschen.

Der einzig mögliche Missbrauch besteht darin, dass sich die Grundlage der Entscheidung für den KG verkehrt und der Träger es nicht schafft, daraus eine Änderung zu erwirken. Vielfach läuft soetwas schleichend ab und hängt maßgeblich am Zustand der Beziehung. Da braucht es weniger die Polizei, als vielmehr klärende Gespräche. Wer aber die Zähne nicht auseinander kriegt, ist selbst Schuld.

Fazit: Als Sexspielzeug (mit durchaus ernsthaftem 24/7 Charakter) ist der KG geeignet, die Hände von gewissen Stellen fern zu halten, wo sie quasi im Affekt mal landen könnten. Das Material wiedersteht aber keiner mit Werkzeugen geführten Attacke unter der Regie eines planenden Verstandes, noch dazu, wo zeitlich keine akute Gefahr im Verzug ist und ich mir alles gründlich überlegen und vorsichtig ausprobieren kann.

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