Erstveröffentlichung bei: kgforum.forenet.org
Mein Frage: Kann ein Top einen KG tragen, während sein Opfer den Schlüssel verwahrt?
Als Switcher bin ich da natürlich direkt betroffen. Auf der einen Seite möchte ich keusch gehalten werden. Auf der anderen Seite kann ich es mir natürlich nicht verkneifen, wenn sich die Gelegenheit bietet, in die Top Rolle zu schlüpfen und sie ein wenig zu fesseln und zu quälen.
Sicherlich bin ich mir bewusst, dass Bondage ohne Sex auch Spaß macht, und es also gar nicht so schwer wiegt (oder doch?), ob ich den KG gerade trage oder nicht. Allerdings konnte man ohne die Möglichkeit, Sex einzustreuen, das ganze als harmloses Cowboy-Indianer-Szenario missverstehen.
Ein weiterer Haken ist, dass ich als Mann im KG keine Erektion haben kann. Wenn ich also mit ihr spiele, dann habe ich evtl. genauso viele Schmerzen wie sie. Damit wird noch mal das Soft-SM-Klischee unterstrichen, dass der Gefesselte eigentlich der genießende ist, während der Fesselnde als "ausführender Sklave" nur massieren darf.
Außerdem entstehen solche Situationen spontan. Ich weiß nicht, ob ich mich nur wegen dem KG zurückhalten könnte, wenn sie "schwächelt". Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass ich auch innerhalb einer Session die Rollen wechsele, ein "Schwächeln" für mich also die Einladung für den Switch ist.
Auf der einen Seite, könnte ich ihre Hilflosigkeit nutzen, um den Schlüssel freizupressen. Dann wiederum kann sie mich erpressen mit der Drohung, die nächste Öffnung auf Unbestimmt zu verschieben. Das eröffnet eine ganz neue Dimension von Macht / Erpressbarkeit. Im Grunde nähern sich die beiden Rollen dadurch noch mehr an, als sie bei Switchern eh schon zusammen liegen.
Ich weiß noch nicht so ganz, wie ich diesen Widerspruch für mich auflösen soll und erhoffe mir hier von Euch Erfahrungen und Denkanstöße.
Dummerweise habe ich derzeit (noch) kein Opfer, zum Ausprobieren. Außerdem riecht mein KG immer noch nach dem frischen Lack. Soll heißen, ich habe ihn noch nicht so lange :-)
Ein weiter Aspekt, der mir dabei auffällt. Bei einer festen Rollenverteilung wird oft von einer psychischen Veränderung des Sklaven berichtet. Er wird noch devoter und anhänglicher als vorher. Es erfolgt eine totale Ausrichtung auf die Herrin. Irgendwie behagt mir dieser Gedanke gar nicht. Ich möchte mich eigentlich gar nicht psychisch verändern. Denn das hieße ja, dass ich irgendwann nicht mehr switchen kann.
Darum habe ich irgendwo im Hinterkopf, dass ich ihr die Schlüssel überreichen werde mit dem Zusatz: "Und wenn ich es nicht mehr aushalte, dann verpasse ich Dir auch einen Keuschheitsgürtel!". Vielleicht sollte ich schon mal anfangen zu sparen bei Reinholds Preisen :-)
Und daraus leitet sich auch meine letzte Frage ab: Gibt es hier Paare, bei denen beide im KG stecken? Wie verhindert Ihr eine Patt-Situation, in der sich beide gegenseitig keusch halten und es nicht mehr zum Sex kommt? Kommt dann nicht irgendwann dieses fürchterliche Rekordfieber auf mit dem: "Wer kann am längsten"?
*tiefgründig nachdenkend*
Aber dafür haben wir ja das Philosophie-Board :-)
Hallo Angi, hallo Janus!
| Zitat: Erstens ist, während einer Session, dann beim Sub viel weniger möglich(wenn beide verschlossen), zweitens ist es ziemlich schwer, einen Switch-Partner zu finden, der gleichzeitig auch noch die KG-Vorliebe mit einem teilt. |
zu 1) Als momentaner Top habe ich ja den Schlüssel zu ihr und könnte sie aufschließen, wenn es nötig wird. Also sehe ich darin keine Behinderung für mich als Top.
zu 2) Das sehe ich auch so. Und gerade diesen Umstand nutze ich aus, um einer einseitigen Abhängigkeit vorzubeugen. Durch ihre evtl. "vertraglich" zugesicherte Bereitschaft, im Sinne einer "Gleichberechtigung" ihr bei Bedarf nachträglich auch einen KG anzuziehen, kann ich auf die Schlüsselhalterin ebenfalls Druck ausüben.
Das Problem entsteht, wenn sie ja sagt und dann beide im KG sitzen. Aber letztlich wird es wohl doch noch genug Sex geben. Schließlich ist man ja nicht nur wegen der schönen Augen zusammen :-) Wenn ich Euch richtig verstehe, dann bleibt der KG eh nicht bis zum Ende der Session dran :-)
| Zitat: ... als Sub würde ich "meinen Herrn" anbetteln den Schlüssel zu nehmen und ... |
Na, wenn das keine Herausforderung für den momentanen Herren ist :-) Damit wird aus dem KG geradezu eine Qualitätskontrolle für die Session. Erst, wenn sie den Schlüssel rausrückt, war sie zufrieden.
Dabei stellt sich mir eine neue Frage: Wo ist der Schlüssel? Nicht, dass uns Verschlossene nicht allenthalben diese Frage beschäftigen würde. Aber gerade in dieser Situation, da sie spreadeagle auf dem Bett festgebunden ist, kann sie wohl nur umständlich erklären, wo denn nun der Schlüssel ist. Und selbst suchen kommt nicht in Frage. Also sollte er schon bereit liegen. Dann würde ich als Top wahrscheinlich der Versuchung nicht widerstehen können, doch sofort erst mal nach dem Schlüssel zu suchen. Sie ist ja gut versorgt und verschnürt :-)
Ganz praktisch wäre dazu wohl ein Safe mit Zahlenkombination. Ich weiß damit genau, wo der Schlüssel ist und brauche erst gar nicht suchen. Auf der anderen Seite ist der Schlüssel sicher, bis die Kombination verraten wird. Und mein primäres Interesse wird auf ihr fokussiert, mir den Code zu verraten, anstatt selbst die Wohnung auf den Kopf zu stellen. Und als Zugabe könnte der Safe ja auch mal leer sein! Stellt Euch nur das lange Gesicht vor :-)