Erstveröffentlichung bei: kgforum.forenet.org

Was wollen KG-Träger wirklich?

Ich kann mir keines Falls vorstellen, den Keuschheitsgürtel für immer und dauerhaft zu tragen. Er ist ganz eindeutig Teil des erotischen Spiels für mich. Der olympische Gedanke mit dem "Wer kann am längsten?" ist mir absolut zuwider und macht mir geradezu Angst. Vielmehr sehe ich im KG eine gelungene (symbolische) Verbindung der Partner (in einer festen Beziehung), eine natürliche Überleitung von einer Session zu Nächsten.

Der Reiz besteht in der *BENUTZUNG* oder zeitweisen *NICHT*Benutzung des Schlüssels und dem Spiel mit der Ohnmacht, es weder vorhersehen noch beeinflussen oder gar kontrollieren zu können!

Es ist im Grunde wie mit der Geschwindigkeit. 12 Stunden im Jumbo bei 800 km/h sind absolut öde. Aber 5 Minuten in der Achterbahn bei höchstens 120 km/h sind Adrenalin pur. Wichtig ist die Veränderung mit der Zeit. Und noch wichtiger ist die Nichtvorhersagbarkeit dieser Veränderung und das Hilflose, die Bahn nicht stoppen zu können.

Übertragen auf den KG: Langer Einschluss ist genauso langweilig, wie den KG im Schrank verstauben zu lassen! Die schönsten Momente sind wohl der Einschluss mit der Ungewissheit, für wie lange es diesmal sein wird. Und dann natürlich noch die Öffnung mit der Ungewissheit, ob daraus auch ein Orgasmus wird.

Es mag tatsächlich Menschen geben, die von unendlichem Verschluss träumen. Als Fantasie finde ich das auch anregend. Aber das wars auch PUNKT.

Weiterhin finde ich es etwas naiv von Dir, Mistress U, zu glauben, da käme ein Mann vorbei, gibt Dir seinen Schlüssel ab und ist damit zufrieden? Da fällt mir ein, dass einige Männer sich auch als NUR-KH angeboten haben. Aber Fehlanzeige. Es ist ein absolut notwendiger Bestandteil der Fantasie, dass der für mich so wichtige Schlüssel nicht bei nem schmierigen Typen am Schlüsselbrett verrostet. Vielmehr wünsche ich mir, das dieses kleine Stück Metall stellvertretend für mich da ist, wo ich nicht die ganze Zeit sein darf: Zwischen zwei wohlgeformten Brüsten! Oder warum glaubst Du, verlangt es Mann nach einer Schlüsselhalter*IN*? Hast Du mal probiert, als Mann auf so ein Angebot auch nur eine Absage zu bekommen? Ich wette, man antwortet Dir nicht einmal.

Die wirklich interessante Frage ist jetzt, ob es wirklich Männer gibt, die damit zufrieden sind? Es kam der Hinweis auf Männer, die keine sein wollen. Das kann ich so nicht beurteilen. Aber in meiner Vorstellung wird Mann irgendwann gierig. Es reicht nicht mehr, dass da eine aufreizend verpackte KH einmal die Woche eine Reinigung vornimmt. Es soll endlich Action geben. Die Frage ist lediglich, wie lange er das vor ihr verheimlichen kann :-)

Weiterhin steckt auch das Kontaktanzeigendilemma dahinter. Zum einen soll Mann ehrlich schreiben, was er will. Auf der anderen Seite wird er dann als Wunschzettelsklave abgelehnt oder ignoriert. Aus einer dominanten Sicht, kann ich schon Kontaktanzeigen schreiben. Dann darf Mann ja ruhig mal fordern.

Auf der devoten Seite fällt das ungleich schwerer. Forderungen werden evtl. als Aufmüpfigkeit interpretiert. Und Bettelei ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Schließlich bleibt die restliche Information bei der Kürze des Textes eh auf der Strecke. Und dann schaut man, wie es devote Frauen machen: Oft kommt ein pseudo-literarisches Geseier, bei dem Mann im letzten Satz nicht mehr weiß, ob das wirklich eine Kontaktanzeige ist. Der eine lobt es, der andere ist weg. Naja, Frau kann sich das wahrlich erlauben bei dem Ungleichgewicht. Sie muss Auslese betreiben. Aber Mann *MUSS* jede ansprechen, damit die Chance besteht, dass wenigstens die eine antwortet, die sich auf seine Anzeige verirrt. Aber auch das ist wieder der falsche Ansatz, denn eine solche Anzeige ist zwangsläufig oberflächlich.

Als Switcher suche ich mir dann die leichtere Seite. Eben der Weg des geringsten Widerstandes. Wer die Geduld aufbringt, kann sich ja gerne mal durch meine Anzeige lesen.

Ich fasse noch mal zusammen:

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