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17/11/2006 - Im Oktober 2001 wurde im Beisein des damaligen Innenministers Ernst Strasser in Salzburg/Aigen das SOS-Clearing-House als erstes Projekt von SOS-Kinderdorf für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eröffnet. Gestern kamen viele Unterstützer und Freunde zur Geburtstagsfeier und schauten gemeinsam auf fünf betreuungsintensive Jahre zurück. |
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Schwerpunkte der Betreuung sind:
psychosoziale und medizinische Grundversorgung, altersgerechte Tagesstruktur,
Deutschunterricht, Hilfe in Rechts-/Asylfragen sowie bei der Entwicklung von
Zukunftsperspektiven, aber auch durch psychologische Hilfestellung.
Irene Mathä, Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf Salzburg bedankte sich bei
allen Partnern und besonders bei der Salzburger Landesregierung, die dem
SOS-Flüchtlingsprojekt sehr positiv gegenübersteht: "Das Clearing-House ist ein
gutes Beispiel dafür, dass Tradition bewahren nicht bedeutet Asche anzubeten,
sondern Feuer weiterzutragen."
Angst vor dem unbekannten Fremden
Nach den Begrüßungsworten wurden Impressionen aus fünf Jahren Clearing-House
präsentiert. Im Anschluss las die Kinder- und Jugendbuchautorin Adele Sansone,
die mit den Clearing-House-Jugendlichen Schreibwerkstätten veranstaltete, aus
ihrem neuen Buch "Diese eine Reise" vor. In diesem Buch geht es um zwei
österreichische Jugendliche, die sich mit Fremdsein näher auseinendersetzen und
durch das Kennenlernen von Asylwerbern nach und nach alteingesessene Vorurteile
abbauen.
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Den Abschluss des Festprogramms
bildete der Vortrag "Kindheit in Afrika. Blick über den Tellerrand" von
Helmut Spitzer von der Fachhochschule für Soziale Arbeit in Feldkirchen. Er
gab persönliche, bildliche und empirische Einblicke in die ostafrikanische
Welt der Straßenkinder mit dem Versuch eines Ausblicks auf die Festung
Europa.
Umrahmt wurde die Veranstaltung von den
mitreißenden Rhythmen der hausinternen Trommlergruppe, die schon in ganz
Österreich erfolgreich auftrat. Ganz nach dem Motto:
"Entre avec nous t'asseoir à notre feu!" (Komm mit uns
und setz' dich an unser Feuer!")
Anker werfen für minderjährige Flüchtlinge
In den letzten fünf Jahren wurden über 300 junge Flüchtlinge der
Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg im SOS-Clearing-House betreut. 21
haben Asyl erhalten, 24 einen befristeten Aufenthalt. Die überwiegende Mehrzahl
blickt allerdings einer ungewissen Zukunft entgegen.
Zurzeit werden im SOS-Clearing-House Salzburg 31 Jugendliche und 8 junge
Erwachsene betreut (8 Mädchen und 31 Burschen). Die meisten stammen aus
Afghanistan (12), der Rest aus Gambia, Nigeria, Moldawien, Türkei, Russische
Förderation, Somalia, Georgien, Algerien, Vietnam, Mongolei, Syrien, Kongo,
Bosnien und Herzegovina.
