Die Richter von Wallern Quelle "Wallern in seiner
Geschichte seiner Häuser" von Pater Josef Graisy
bearbeitet von Konrad Unger, 7151 Wallern
Die Bürgermeister der Gemeinden wurden früher Richter genannt. Aus den verschiedenen Kirchenbüchern stammt die folgende Liste:
1652-1660: Unger Georg wird im protestantischen Matrikenbuch aus dieser Zeit als ehema1iger Richter bezeichnet.
Kyrein Ambroß ist während dieser Zeit Richter in Wallern. Er war bei der evangelischen Kirchenvisitation im Jahre 1652 als Richter anwesend.
1686-1702: Unger Stefan heiratet als Richter im Jahre 1686. Er war bereits Witwer. Bis 1702 wird er öfters als Zeuge genannt.
1704-1707: Unger Jakob wird während dieser Jahre öfter als Richter und Trauzeuge genannt. Er starb 1709. Im Totenbuch ist vermerkt, dass er 5 Jahre Richter war. Gestorben mit 64 Jahren.
1709: Koppi Georg wird in diesem Jahr als Richter erwähnt.
1710-1715: Ha1bauer Jakob ist als Richter innerhalb dieser Zeit öfters als Trauzeuge genannt. Am 16. Juni 1709 wird er erwähnt, als er als Witwer die Tochter des Schulmeisters Tehel Michael geheiratet hat. Trauzeuge war der Geschworene Paul Graisy.
1730-1734: Graisy Georg, Sohn des genannten Paul, war Richter als im Jahre 1730 die Kirche von Wallern gebaut worden ist. Sein Name steht auch öfters in der Kirchenchronik. Im Jahre 1734 hat er als Richter den Kontrakt betreffend der Errichtung der Pfarre unterschrieben. Sein Haus stand dort, wo jetzt das Gemeindeamt steht. Er war der ältere Bruder des Ahnherrn der noch lebenden Graisy.
1739: Unger Matthias war in diesem Jahr Richtern. Er starb im Jahre 1764 im Alter von 72 Jahren. Ihm gehörte das Haus mit der alten Nummer 27. Es ist abgebrochen. Der Platz gehört zum Haus 45 in der Hauptstraße.
1754-1759: Koppi Georg war in dieser Zeit Richter. Er starb auch im Jahre 1759 als Richter. Ihm gehörte das Haus 47 = Hauptstraße 54. Seine Nachkommen waren später auf dem Haus, von dort sind die letzten seiner Nachkommen 1903 nach Amerika ausgewandert.
1759-1762: Schwarzbauer Kaspar, der erst 1747 von Illmitz nach Wallern geheiratet hatte. Seine Frau war die Graisy Agnes, Tochter des oben erwähnten Richters Georg Graisy.
1782-1784: Unger Johann. Zu seiner Zeit wurde der "Glockenstuhl" gebaut (1784). Er war höchstwahrscheinlich jener Unger, der im Jahre 1758 die Witwe nach Michlits Josef geheiratet hatte. Er starb 1789 im Haus 16 = Hauptstraße 27.
1787: Unger Paul wird als Richter genannt. Wahrscheinlich war er der Paul, der im Jahre 1767 auf dem Haus 64 war. Nachkommen leben nicht mehr.
1790: Lang Paul. Er steht als Richter nur im Totenbuch. Seine Nachkommen waren später auf dem Haus 39 = Hauptstr. 63.
1794: Unger Michael. Auf Seite 162 der Pfarrchronik berichtet der damalige Pfarrer Michael Reinprecht, dass am 19. Mai auf der Pfarr-Wiese durch den Richter Unger Michael und dem Geschworenen Denk G. die Grenzsteine ausgegraben worden sind. Wahrscheinlich ist es der Unger Michael aus dem Haus 12, geboren 1736 und seit 1761 verheiratet mit Schneider Eva.
1806: Mich1its Johann hat als Richter den Ehe-Kontrakt eines Legl Georg und der Witwe Lang Elisabeth aus dem Haus 46 unterschrieben. Das Schriftstück befindet sich zur Zeit im Haus 46. Michlits Johann war der Sohn des Josef, geboren 1753 in St. Andrä und seit 1756 verheiratet mit Unger Anna. Er war im Haus 16.
1816: Unger Michael. Er war wahrscheinlich der Sohn des Unger Johann, geboren 1772 und seit 1794 verheiratet mit Thell Elisabeth. Er starb kinderlos im Jahre 1829.
1828: Unger Michael. Das ist bereits der 3. Unger Michael. Auch bei ihm lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, wer er war. Ich glaube, dass er der Sohn jenes Paul war, der 1787 auch Richter war. Dieser Michael ist 1778 im Haus 64 geboren und hat im Jahre 1798 die Witwe des Denk Jakob aus dem Haus 50 geheiratet.
1848: Schneider Andreas aus dem Haus 56 = Hauptstr. 38 war längere Zeit Richter. Er ist 1806 geboren und verheiratet mit Andert Anna aus Pamhagen. Seine Kinder sind alle früh gestorben. Sein Neffe Stefan aus dem Haus 21 kam anschließend in das Haus. Dessen Tochter Pauline hat 1888 Peck Kaspar aus Andau geheiratet.
1853: Mich1its Balthasar aus dem Haus 13 = Hauptstr. 21 war Richter, als im Jahre 1854 der große Pfarrhof gebaut worden ist. Er ist geboren 1812 und hat 1832 Thell Elisabeth aus Apetlon geheiratet. Sein Name steht auch auf der Marien-Säule.
1866: Mich1its Franz aus dem Haus 16 = Hauptstr. 27. Er ist der Sohn des Stefan und der Kainz Eva. Er ist geboren 1819 und hat 1842 Unger Eva aus Pamhagen geheiratet. Er starb 1889.
1869: Gerst1 Stefan aus dem Haus 34 = Hauptstr. 55. Er ist der Sohn des Lorenz und der Unger Eva, geboren 1821. Im Jahre 1841 heiratete er Koppi Eva. Aus einer Aufzeichnung aus dem Jahre 1869 steht, dass zwischen ihm und dem damaligen Pfarrer Wittmann Josef, der auch Direktor der Schule war, vereinbart wurde, dass der Oberlehrer für die Wochen- und Sonntagsschule 100 Gulden, der Unterlehrer 70 Gulden bekommen sollte. Der Oberlehrer war damals Anton Hackl. Der Name des Unterlehrers ist nicht bekannt. Es wurde auch die Vereinbarung getroffen, dass der Oberlehrer dem Unterlehrer folgendes zu geben hat: täglich ein Frühstück, ein Mittagessen mit drei Speisen, eine Jause und ein Abendessen mit 2 Speisen. An Sonn- und Feiertagen bekommt der Unterlehrer einen Braten und ein Glas Wein.
1875: Mich1its Franz wird als Richter genannt. Es ist anzunehmen, dass es der gleiche war, der auch schon 1866 genannt wird. Sein Sohn, der auch Franz hieß, war erst 27 Jahre alt. Aus dem Jahr 1875 stammt diese Notiz: Wallern hatte am 1. Juli 1875 genau 1230 Einwohner. Der Pfarrbesitz: im Ort 777 Quadratklafter, 434 Quadratklafter Garten, außerhalb: 42 Joch und 1338 Quadratklafter,
1 Quadratklafter = 3,59 Quadratmeter.
1880: Unger Josef wird als Richter genannt. Er ist der Sohn des Matthias, geboren 1818 im Haus 9 Hauptstraße 13. Im Jahre 1841 hat er in das Haus 52 Hauptstraße 46 die Salzl Anna geheiratet.
1882: Schneider Matthias, Sohn des Johann und der Schneider Anna, geboren 1836 im Haus 47 Hauptstraße 54. Er ist im Jahre 1910 gestorben.
Bei keinem der angegebenen Richter ist bekannt, wie lange sie ihr Amt ausgeführt haben.
Zwischen 1882 und 1918 ist kein Richter in den Büchern angeführt, doch finden sich diese Namen in einem Zusammenhang zu den Richtern.
Michlits Franz, geb. 1848
Michlits Josef, geb. 1863
Michlits Paul, geb. 1851
Bergmann Johann, geb. 1857
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